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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Fürstenderg, ist eine vestung an der Etsch im Rinstgöw,ob Glurnuß hinauf gelegen, und dem Bißthum Chur zultän-dig , welche Conrad, Freyherr vonBelmont, Bischoff zu Chur ,soll angelegt haben. Gtumpfens Schweitzerchronick, X. 6.p. 300. 19. p. j 18. Von Brandts, Tvrol. Adlers ehren«kräntzlein, k. II. x. 166.

* Fürstenderg, oder Forsten berg , ein schloß und grosserflecken in Westphalen, an der Ruhr, welches Dietrich von Oldenburg zu ansang des XII. soculi erbauen lassen.

Chron. Comit. de Marc. apud Meibom. script. rer. Germ.tom. I. p. 396. An. 1311. belagerte Graf von der Marckdas schloß, und der Ertz-Bischoff zu Cöln setzte im folgendenjähre alles in guten stand, ivorinnen der stadt einiger scha-den in der belagerung zugefüget worden. Chron. Comi. deMarc. 1 . c. p. 397· leg. An. 1390. als die von Pathberg mitdem Stift Paderborn eine fehde hatten, und Fürstenberg nichtmit mannschafft besetzt war, so legten die von Pathberg einebesatzung hinein, so sich aber, ergab, als der Bischoff widerseine feinde in einem treffen glücklich gewe sen. Gobeimus Per.J'ona, Cosmodr. VI. 84· apud Methan. script rer. Germ. tom.L p. 314. An. 1637. «st dieser ort vom Wetter eingeäschert wor.den. Zeiler. itiner. Germ. contin. I. c. 32. p. 470.

* Fürstenberg, oder Fürstenburg , ein schloß in der Pfaltzunter Bacharach am Rhein gelegen. Pfaltzgraf Rudolff undLudewig erlaubten an. 1313. ihrer mutter dieses schloß zu ver-pfänden. Tolner. hist. Palat. II. p. 38 . An. 1410. bekam es derChurfürst bey der thcilnng unter andern voraus, und wurdebedungen, daß dieselben vrter beständig bey derChur-Pfaltz ver-bleiben sollten. Tolner. 1 . c. p. 61.

* Fürstenberg, oder Forstenberg, ein schöner flecken, Amtund zchloß auf einem seifen, im Hertzoglhum Wolffenbüttel,an der Weser, nicht weit von der stadt Höxter gelegen, alldaes ein schönes ansehen in das Paderbornische und Corweyischeund in die stadt Hörter hat. Zeiüers Reichs,geographie, X.p. 1448. Schneiders beschreibung des alten Sachsenlandes,p. 99· Anfangs gehörte es den Grafen von Dassel , die es andie Grafen von Ederstein verkauften, von welchen es an dievon Berlepsch theils pfands-theils amts-weise, und von diesenan die von Hagen gekommen , bis Heinrich der jüngere , Her.tzog zu Braunschweig und Lüneburg , es eingenommen. Leß-ners Dassel , chron. I. n. Chron. Corbej. 24. Braunschw.chron. III. Chron. derer von Berlepsch 14. in Ruchenbe-ckers annal. Hass. col. 8. pag. 194. Zeiler. topogr. Ducat .Brunsuic.

Fürstenberger, ist ein altes berühmtes gefchlecht, so vonCöln herstammet, all>vo Conrad ,J. U. D. des Kayferl. Cam-mer-Gerichts zu Speyer Assessor und Fürstl . Clevischer Rathgewesen; dessen söhn Heinrich war gleichfalls Doct. Jur. undsein söhn gleiches nahmens begab sich nach Müllhausen indas Elsaß, erzeugte daselbst Jacob , welcher wegen seinen me-riten an gedachtem orte zu einem Seckelmeister und Raths«glieb angenommen wurde; dieser hatte von Rosina Engelmän-ttin neben andern kindern Philipp Heinrich und Josüa, vonan. 1631. geb. sich nachgehends zu Basel gesetzet,und Philipp Heinrich des grossen, samt Johannes des kleinenRaths, hinterlassen. Josua aber, der jüngere, an. 1646. geb.legte sich auf die studien, und ließ sich an. 1671. zu Straß­ burg über seine gemachte progressiv in Jure mit grossem rühmexamimren, zog darauf wieder nach Müühausen , wurde an.1675. Stadtschrerber und an. 1699. Bürgermeister daselbst , inwelchem character er sich auch bey der gesamten Evdgenoß-schafft wegen seiner klugen aufführung nicht wenig rühm er-

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an. lüig.im 7l. jähre seines alters, und hinterließ einen gros-sen schätz, von welchem Hertzog Christian zu Braunschweig ,Bischoff zu Halderstadt, als er nachgehends das Stift Pa,derborn überzogen, 339000. thaler soll gehoben haben. Me.teran. lib.XXV. p. 275. & 276. Tbuan. lib. CXXXI. Spe-ner. op. herald. p. 649. Imbof. N. P. lib. III. c. 12. §.Ludolphs fchau-bühne ad an. 1604. & 1617. Monum. Pa-derborn. &c.

worden. Er hat aus den schuften des Archivs die für.nehmsten geschichle der stadt, ihre vertrüge, statura und an.dere wichtige vorfallenheiten seiner pvsterrtät zum besten mschöner ordnung hinterlassen. '

Fürstenberg, (Wilhelm) Großmeister des Teutschen or-denö in Liefland , war ein söhn Wilhelmi, Herrn von Nehemenund Sophiä von Witen. Er brachte sich sowol durch seineklugheit als tapferkeit solche Hochachtung zu Wege, daß man ihnan. 133;. zum Haupte dieses ordens ernennte. Anfangs wi-dersetzte er sich den Unternehmungen der Moscowiter in Lief-land , und nachgehends bekam er mit dem Ertz - Bischoff zuRiga , Wilhelmo von Brandenburg, zu thun. Hierauf über-fielen die Moscowiter von neuem Lrestand , und eroberten ver-schiedene Plätze. Unter andern rückten sie auch an. 1360. zuende des julu vor Vellin, wohin sich Fürstenderg mit seinenkvstbarkeiten geflüchtet hatte. Die garnison ivurde wegen nichtbezahlten soldeS schwürig, und übergab die vestung den fein-den auf accord. Den Fürstenderg aber, dem alle seme gütherabgenommen worden, führte man nach Moscau gefangen, all- er auch gestorben. Rujsov. chron. Livon. Cbytrai Saxon.Tbuan. hist. lib. XXVI! & XXXVI. Munjier. cosinogr.Letmclavius , de Moschorum bellis. Monumenta Paderborn.

- Furstenfrld, ein schönes und reiches Bayerisches finster imBißthum Freysingen an der Amper, gehöret denen P p mC lstercienser-ordens. Es wurde von Ludwig dem strenaenHertzog in Bayern , zu büssung des seiner gemahlin aus una,!grundetem verdacht an. 1272. angethanen todes, ausbMlPapsts Alexanbri IV. aufgebauet. Es hat eine anmuthi« futuation, und noch heut zutage an stattlichen einkünsten undgute» freyheiten keinen Mangel. Valcomarus, ein Abt die^ses klosters, war bey Hertzog Ludwig Rath, und schrieb einBayerisches Ghronicon , so in den Fürstlichen Archiven dehal.ten wird, und von dem Aventinv wohl gebraucht worden Du.sem kloster ist einverleibet die berühmte wallfahrt zu L,Leonhard in dein stecken Jmhofen, eine stunde von dem B-u^rischen städtlein Aichheim entlegen, zu welcher sowol ausBayern als Unter - Schwaden ein grosser zulauf geschiehetEs wohnen daselbst 6. oder 7. Priester beysammen, welcheden golteSdienst zu versehen aus dem Fürstenfeldischen Con.vcnt dahin abgeschickt, und wieder zurück beruffen werdenAvent. lib. VII. c. 7. Adirtr. P. I. lib. XXVI. Chur -Laveriyp. 163. ldea Cbrono-Topogr. Congr. S. Bernh. *

' Fürsten seid, ein offenes städtgen in der Neu-Marck Brau.dendurg, unter das Amt Quartschen gehörig, nicht weit vonCüstrin gegen norden. Es soll vor zeiten Ascaucalis geheißenhaben.

* Fürstenfeld, eine Landes-Furstliche stadt und schloß in Un.ter - Steyermarck , an den flüssen Wistritz und Lausitz , nichtweit von den Ungarischen grentzen gelegen. Zeillers Reichs-geogr. I. p. 32. Wallher von Fürstenfeld, st an. 1202. ge.lebt, führte vermuthlich davon den nahmen. Diplomat, adMont. n. 7. apud de Ludeioeig , reliq. MSct. tom. IV. p. ijjj.

Fürsten -Recht, (das) tat. judicium, Jus , oder ConsiliumPrincipum , bedeutet in der lehre des .Juris Public! eine demKayser zukommende gewalt, ii» solchen fachen, die eines Reichs.Fürsten leid, ehre oder lehnschafft betreffen, einen endlichenausspruch zu thun. Gleichwie wegen dem eigentlichen ur.svrung dieses rechts keine gewisse Nachricht vorhanden; alsofinden sich, was dessen wahre beschaffenheit anlangt, unterden Pudlicisten gar unterschiedene meynungen, insonderheitdarüber, ob selbiges der Kayser gantz allein, oder mit zu.ziehung der übrigen Reichs-Fürsien, zu exerciren gehabt, in.gleichen ob es heut zu tage statt finde. Von den zeiten derCarolingischen Kayser bis auf Maximilianum I. trift man inden Historien genug exempel an, daß es in Übung gewesen,und zugleich, daß dabey die Kayser ordentlich nichts ohnerath der andern Fürsten geschlossen; welches letztere einige demfreyen willen , andere aber der schuldigkeit der Kayser zuschrei-ben. In währender oberwehnten zeit, vornemlich nach demtvde Friderici II. , ist dem exercitio des Fürsten -Rechls theilsdurch das eingeführte faust-und kolben-rechl, theils durch dirwillkührliche auslräge, theils auch durch die an den RömischenHof gerichtete provocationes , zum öfter» grosser eintrag ge-schehen. Wiewol nun zu Marimiliani I. zeiten das faust-rechtabgeschafft, den austrägen gewisse grentzen gesetzt, und denappeüationen an den Papst ziemlicher einholt gethan worden,so hat doch fast zu gleicher zeit die aufrichlung der beydenhöchsten Gerichte des Teutschen Reichs, welche, den nahmendesCammer-Gerichts und des Reichs-Hof-Raths führen, dem ei-gentlich sogenannten Fürsten -Recht gleichsam den letzten stoßgegeben, so, daß man, nach dem jetzigen zustande des TeutschenStaats und dessen grund-gesetzen, nicht wohl anders sagen kan,als, daß die fachen, so eines Fürsten ehre, leib oder lehn.schafften betreffen, der entscheidung eines oder des andern vonden oberwehnten höchsten Judiciis, oder in gewissen fallen der er-känntnis der gesammten Reichs-Stände übergeben iverden Mlis«sen. Corning, de Judic. Germ. Titii specim. Jur. publ. lib. VI-c. 1. Momamb. de stat. Imp. c. 3. §. 13. Coccej. Jur. publ.prud. c. 23. §. 13. Schyxed. introd. Jur. publ. & alii JcriptoretJuris publ. Germania .

* Fürftenftein , ein feld-und berg.schloß im Schweldnitzi'scheu Fürstenthum, so ehemals wohl bevestiget, und eine land.wehre gewesen, welche in kriegs-zeiten dem lande ichadcn und

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* Fürstenstein , ist ein schloß dem Bischoff von Basel gehö-rig ; zu ansang des XIV. feculi wurde es von Kayser Albrcch«ten belagert, er ward aber kurtz darauf erstocheir. Z» derstl.den zeit gehörte das schloß denen von Rothderg. An. 14a. cro-berten es Heinrich zu Rhyn und Rudolff von Nuenstein , undenthaupteten alle, so sie bannn funden. Allein die Hertzoginzu Basel zog noch in demselben jähre mit hülffe der Baßlecdavor , und als sie es den 6. junii an. 1412. einnahm, muuezur wiedervcrgeltung die gantze besatzung über die klinge wrin.gen , und das schloß wurde um die fastnachts- zelt zerstört.Stumpfens Schwritzer-chronick, XII. 8- p. ? 7 6 · 4 7 · P- 39 6 ·30. p. 402.

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