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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nutzen gebracht. Die alten Schwridnitzischen Hertzoge hieltenaus demselben ein Burggrafen-amt, welche charge an. 1368.Bernhard von Zedlitz zur zeit Boleslai des letzten Hertzogs be-kleidete. An. i379. findet man Bernharden von Fürfienstein ineinem äiplomsce dreyer brüder des geschlechts von Zedlitz alsttUgen. Diplomat. Grysoph. n. 78. apud de Ludrmig. reliq.jyiSct. tom.VI. p. ;o;. An. 147s* bemächtigten sich die Böh­ men dieser vestung , und besetzten sie mit raub-vögeln, welcheviele jähre lang grossen schaden thaten, bis König MatthiasHunniades sie mit gewalt heraus jagte. Conrad von Hochberg,Landes-Hauptmann des Fürstenthums Schweidnitz , brachte an.i;oy. das schloß und die Herrschafft pfands-weise a» sich , undnachdem sie solches über 100. jähr besessen, haben sie es vonKayftr Rudolpho II. zum eigenthum erkauft. An. 1646. ero-berten die Schweden diesen ort, und besetzten solchen starck,als aber der Commendant mit dem grösten theile der besatzungeine Kaiserliche partey überrumpeln wollte, ward er von denKayserlichen umringt, gäntzlich erlegt, und die übrige besatzungim schlösse auch niedergemacht, wodurch sie meister davon wur-den. Hertzog Boleslaus Crispus soll es erbaut, und ihm dennahmen Fürstenstein gegeben haben; die Grasen von Hochbcrgbesitzen es noch bis jetzo. Die stärksten mauren und thürnenebst andern vestungs-wercken sind bey endigimg des30. jähri-gen kriegs dcmolirr worden. Wiewol die situation des orts sovortheilhafftig ist, daß es in kriegs-zeiten bald wieder zu einervestung kan angelegt werden. Der jetzige besitzer, ConradusErnestus Marimilianus, Graf von Höchberg , hat das dasigeschloß vortreflich bauen lassen, und auf demselben eine kostbarebibliotheck angelegt. Lucä Schles. chron. p.927· seq. 2144.Melißantes, schauplatz denekwürdiger geschichte, k. I. n. n8.p. ,r;. seqq.

Fürstenwalde , eine stadt, nebst einem Amte, in der Mit-tel-marck, an der Spree , 6. meilen von Berlin , gelegen, (siewar vor diesem der haupt-sitz des Stifts und Dom-Capitnls zuLebus . An. 1432. ward sie von den Hußiten, und in dem ,0.jährigen kriege von den Kayserlichen in die asche geleget; an.i;2g. aber von einem von Birckholtz, und seinen gehülffen,dem von Minckwitz zu Sonnenwalde und einem von Schlichen,geplündert, weil der erste mit dem Bischöfe in grosse streitig-keiten gerathen. Brandend. Staats - geogr. k. I. p. 20;.Ckytrai Sax. Angelus.

* Fürstenwarther, eine adeliche familie im HertzogthumZweybrücken, so ihren Ursprung hat von Friedrich Ludwig ,Psalygrasen und regierenden Hertzoge zu Zweybrücken, mitwelchem die sogenannte Pfaltz-Zweybruckische linie erloschen ist.Dann selbiger hcurathete im jähr 1072. nach absterben seinerFürstlichen Frau gemahli» , eine derselben nachgelassene <Lam-mer-jungfer, Mariam Elisabetham Heppin, so an. 1721.im mertz verstorben, und wiebmete die mit ihr erzeugte kinderin seiner letzten willens-disposition blos allein zum Adelstand,mit beylegung des zunahmens von Furstenwarther, Burg -fassen zu Adenbach ; wie ihnen dann auch solcher stand undnähme von weyland Churfürst Johann Wilhelm zu Pfaltz,als damaligen Reichs - Vicario , in den landen des Rheins,Schwaben und Fränckischen Rechtens, vermittelst eines zu Dus-seldorff im monat augusti an. 17". darüber ertheilten diplo-matis ist bestätiget worden. Bemeldte nachgelassene kinder abersind folgende: 1.) Wilhelm Friedrich , gebohren den 12. oct.an. 167;. welcher sich bey dem nachfolgenden Herrn bruderin Meisenheim bisher beständigst aufhaltet. 2.) Carolus Ae-milius, gebohren den 28. nvv. an. 1674., von welchem »ogleichinsbesondere wird gemeldet werden. 3.) Ludwig Philipp,gebohren den 10. may an. 1676. und gestorben an. 172;. den2;. febr. 4.) Ein todter söhn, gebohren den ;. aug. an. 1677.

Maria Elisabetha, gebohren den 2. jan. an. 1679., starban. 1680. Nach ihres Durchläuchtigsten Herrn vattcrs testa-mentlichcr Verordnung führen sie das wapen von einen! thurn,darauf ein Weibsbild oben ausstehet, und eine blum , dieDrey-falligkeit genannt, in der Hand hält, milder Umschrift: GOttist meine vefte bürg. Was nun demeldten zweyten söhn,Larolum Aemilium , ins besondere anbetrift , so war selbi-ger erst General -Adjutant bey dem General - Feld - ZeugmeisterGrafen von Frieß; hernach Hofmeister bey der verwittibtenHertzogin zu Zweybrücken; und letzthin in eben der würde beydem regierenden Herrn Rheingrafen zu Dhaun , anjetzo lebet erzu Meisenheim vor sich. An. 17 -2. den 20. jul. heuratheke erSophiam Iulianam von Kellenbach, Philipp Heinrichs undAnnä Barbarä von Frieftl tochter, welche an. 171;. den«ug. verstorben, und drey kinder mit ihm erzeuget, nemlichWilhelminam Louisam, gebohren den 27. may an. -7-;.Christian Leopold Walrad, gebohren den ;. jul. an. 1714.Carl Ludwig Philipp , gebohren den 31. aug. an. 171;.An. 1721. den 6. jan. schritte er zur zweyten ehe mit ElisabethaDorothea von Stein - Callenfels , Friedrich Bernhards vonStein - Callenfels und Felicitas Vogtin von Hunolstein toch-tcr, welche nachstehende kinder gebohren: Leopoldina Do-rothea Carolina, den 18. jan. an. 1722. Friedrich Lud,wig, den 12. mertz an. 1724. Louisa Elisabetha Philip-pina , den 22. jul. an. 172;. Gustav Ludwig, den i. sept.an. 1727. MSct.

Fürstenzell , ein reiches Cistercienser - kloster im Bißthum

Passau, und dem Bayerischen Pfleg-Gerichte Gricßbach, zwi-schen Ortendurg und Sarndach gelegen, soll einen PassauischenDom-Herrn, nahmens Hardewig, zum Stifter haben, dem aberHertzog Heinrich von Bayern , Oltonis bruder, viel Vorschubdarzu gethan. Chur-Bayern, p. 290.

Fürth , der Reichs-Hof-marckl, liegt in dem Anspachischen,eine kleine meile von Nürnberg , zwischen der Pegnitz und Red-nitz, von welcher ihn der berühmte Pirckheimer Frajectum ackKadianriam benennet. Seinen Ursprung hat der ort dem Kay-ser Carolo M. zu dancken, welcher einsmals in seidiger gegendsein nachl-lager gehalten, und weil er nebst des heiligen Dio-nysii religuien auch St. Martini Chor-kappe mrt sich geführet,zum anbencken des letztgedachten Heiligen, allda eine capelle er-bauet , nach welcher hernach das gantze land wallfahrten an.gestellt, zumal da von dem Päpstlichen Hofe sehr reiche undvollgültige indulgentien verwilliget worden, dahero man zu Ver-pflegung der pilgrimme Herbergen angeleget, dadurch der ortnach und nach sich mercklich zu vergrössern beginne, wiewolihn nachmals Leuthelff, ein söhn Ottonis M,, verheeret. Erhub sich aber bald wieder empor, und war dem Hause Bayern zuständig, von welchem er durch schenckung Kaysers Henri« ll.an. 1007. an Has Bambergische Hoch-Stift gelanget seyn soll.Die Voigtey über Fürth , und einige benachbarte örter gehör,ten anfänglich den Grafen von Cassel, von welchen sie an dieMarggrafen von Vohburg kamen < die zugleich Burggrafen inNürnberg waren. Da nun nach abgälig dieses Hauses erst-berührte Burggrafen - würde an die Grasen von Hohenzollern fiel, erhielten sie auch die Voigtey über Fürth . Gegen dasjähr izoz. hat Burggraf Conrad seinen antheil gleichfalls dembesagten Hoch-Stifte Bamberg geschencket, welches die ein»künfte durch einen dazu verordneten Amtmann verwalten läs-set. Jmmittelst bleibet doch Brandcnburg-Ansvach Territorial-Herr, welcher daselbst ein geleits-haus ausgerichtet, und dar,ein seine Beamte gesetzet. Die aufsicht über die kirche. wieauch die erfetzung der Pfarr-und Schul-dienste gehöret dem Ma-gistrat zu Nürnberg . Im übrigen hat dieser marckt unterschied-liche schöne freyheiten. Wie ihm denn Kayser Heinrich IV.,da vorher sein vatter stlchen jahrmarckt von Fürth aus ander-wärtig hin verleget gehabt, das recht müntze zu prägen und ei-nen zoll geschencket. Nebst diesen allen hat auch Fürth diesesprivilegium erhalten, daß, wann bey dem damals IM schwängegehenden faust - und kolben - recht ein kämpf - gerichte von demLand-Gerichte des Burggrafthnms Nürnberg angesetzet gewe,fen / die streitende parteyen nach Fürth gefordert, und daselbstder kamps-platz, angewiesen worden, da denn die Fürthcr alle-zeit die schrancken schlagen 'müssen. In dem dreißigjährigenkriege griff der König Gustav Adolph ohnweit hiervon die Kay.serlichen in ihrem Vortheil an, wurde aber abgeschlagen, daßer in ihr lager nicht eindringen mochte. Nach abzug des,nigs wurde Fürth von einer Kayserlichen partey ausgeplündert,und in brand gesteckt, und was diese etwa» noch übergelassen,äscherten die Croaten an. 1634. gar ein. Doch nach erfolatemfrieden ist dieser Hof-marckt nach und nach wieder angewachsen;wiewol an. 1680. durch eine feuerS-drunst desselben gröster theilin die asche geleget wurde, so aber wieder ansehnlich aufge-bauet. Ausser den Christlichen einwohnern hat sich ?,ne groffemengeMbenÄngehäuffet, welche sich auf etliche tausend seelenbelauft, ohngeachtet an. i;28. nur ein einziger Jude auf eTRegewisse angedingte zeit sich aufzuhalten erlaubnis gehabt, an.i;,8. aber ein reicher Jude, der Michael Iud genannt, daSerste Jüden-Haus gebauet. Heut zu tage haben sie zwey Haupt,und verschiedene Haus-synagogen, viel Haus-schulen, auch gareine Jüdische hohe schule nach und nach zu stiften sich unterfan.gen ; wie dann bereits zwey ansehnliche sogenannte tPY'Drf'.n3oder allgemeine lehr-häuser vorhanden , auch die menge der stu-direnden Juden - söhne, die von vielen fremden orten sich da-hin begeben, ihr vorhaben genugsam entdecket. So haben auchdiese Jüden ausserhalb Fürth , wo ehedessen der alte schind-an-ger gewesen, ihren begrädius-ort nebst einem dabey gebautenspilal , woselbst einige ihrer rariläten sehens - würdig sind.Zei er . & Pajior. topogr. Francon. LochNktS bericht VVN

Fürth. *

Fürth , ein feines wohl-verwahrtes Bayerisches städtlein imBißthum Regenspurg und dem Straudingischen Land-GerichtKötzing , an dem waffcr Cham, dem Bohmer - wald zu gele-gen , ist »ach absterben des Abenspergischen Hauses an Bayern gelanget, und hat guten wiese-wachs und getreyde-bvben. Chur -Bauern» p. 323.

Füssen, eine kleine an dem Lech in Schwaben gelegene stadt,welche zu dem Bißthum Angspurg gehöret, und ein paß inBayern und Tyrvl ist. Es ist hier eine berühmte Benedictiner«Abtey des heiligen Magni, so der erste Apostel der Teutschensoll gewesen seyn , wie auch ein Franciscancr - kloster, welchesan. 1629. der Bischvff zu Augspurg, Heinrich von Knöringen,dem heiligen Skephano zu ehre» gestiftet. Das Jesmter- Kol-legium ist an. 1627. von hier nach Kauffbeuern versetzt wor-den. Bucel. Germ. sac. Beffhr. des Schwab, kreis. Tromsd^

* Fufidius, ein alter Jurist, dessen in den Pandecten et-liche mal gedacht wird^ als I. ;. l. 7. ff. de aur. & argent.1 . 2;. ff. de manum. vind. woraus man siehet, daß er Li-

bros