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Fulginas, oder de Fulgines, (SigismunduS) 8 ecre-tarius Apostolicus , welcher die Historien seiner zeit beschrie-den , auch sonsten verse über den tod des Platina verfertiget hat.Er hat noch an. i3 n. gelebet. Baste.
* Fulginas , ( Gentilis ) ein Medicus zu Perugia , wurdewegen feines fleisses Speculator zugenannt, und starb an. i;io.da er über achtzig jähr alt war. Er hat einen Commentarium
in Avicenme Canones , Pavia 1510. Expositionem super Ga-leni üb. Microtechni. Venebig 7,26.15-;. Lyon 7384. tie Di-visione librorum Galeni, Venedig 1491. Consilia varia de pro-portionibus Medicinarum miscendarum & de ratione investi-gandi temperamentum earum & dosin; de Balneis und andersjnt&r geschrieben. Castellani vitae Medicorum.
FULGINATES, waren völckerin Italien , welche, nachdemihr vatterland korurn Flaminii ruinirt worden, die in dem Her«tzogkhum Spoleto befindliche stadt Fultgno oder Foligno ge-
bauet. Delic. del’Ital. 77 . p. 66 .
* Fulgosia, ( Constantia ) eine gelehrte Italiänerin vonPadua , lebte in ihrem vatterlande unter den Gelehrten in gros-sem ansehen, und war ihrer gelehrsamkeit wegen in solcher Hoch-achtung, daß die gelehrtesten männer sich an ihren discoursen zuergötzen pflegten, sie auch täglich besuchten. Paulus Gualdusin vita Pinelü p. ;6r. und 63. rühmet sie sehr und saget, daßder gelehrte Johannes Vincentius Pinellus sie vor andern hoch-gehalten. Iunckers centur. foem. illustr. p. 42. & 43.
' Hulgosus oder Fregosus, (Raphae!) ein berühmterRechtsgelehrter, lebte um das jähr 7438. Er war gebürtigvon Piacenza , wie sowol aus dem zeugnis der scribenten dieserzeit, als seinem epitaphio erhellet, obgleich die Genuesischenscribenten vorgeben, er sey in der stadt Genua gebohren. Weiler wegen seiner wissenschafft in geistlichen und weltlichen Rech-ten , wozu er den gründ unter anführung Nicolai Spinetti,und Christophen Castcllionis geleget hat, sehr berühmt war,berief ihn Johannes Galeacius, Hertzog von Mayland, nachPavia , woselbst er sechs jähr das Jus Canonicum gelehret hat.Von bannen kam er nach Piacenza , und endlich nach Pabua,woselbst er an. 7440. gestorben. Er hat auch dem Concilio zuCosinitz beygewohnt, und daselbst verschiedene proben seinergelindigkeit und klugheit abgelegt. Seine schristen sind: OperaBuleutica, seu Controversiarum Forensium , & QusestionumPracticarum , diversis Factorum & Consiliorum speciebus de-cisarum decades IV.; Consilia Posthuma , Criminalia , Feu-dalia, Testamentaria, &c. Commentarii in Codicem, it. inprimum & tertium volumen Pandect. &c. Trithemius, de script.eccles. Gesnerus , in biblioth. Foglietta, in elog. gen. Bizarre,histor. di Genoua. Ghilini, theat. Sopran , scritt. della Ligu ria . Forsterus , in bist. Jur. Rom. lib. VI. p. 668 . Freberus ,theat. Fancirol. de dar. leg. interpr. lib. XI. c. 83.
Fulgosus, siehe Fregostfche familie und Fregosus.
* FULGURITOiVi, also hiessen die Römer diejenigenorte und fachen, aus welche der donnerstrahl gefallen: quasisidgure ictum. Diese örtrr und fachen wurden dadurch ge-heiligt , das ist , es war nicht mehr erlaubt, sich derselbenwie anderer gemeinen fachen zu bedienen; man richtete als-dann dabey einen altar auf, man schlachtete zweyjährigeschaaft, weswegen auch diese orte Bidentalia sind genmnetworden. Die Griechen setzten an solche örter eine bedeckteurnam , worein sie dasjenige verwahreten, welches von demdonner - keil geruhret, geschwärtzsi, oder gebrannt wordenund übergeblieben ist, so die Römer auch nachgeahmet ha-ben. Die Augures waren über diese ceremonie gesellet, undverrichteten dieselbe. Es waren auch männer bestellet, dievon dem donner getroffenen bäume wieder zu reinigen , undwurden §trusertarii genannt. Die leichname derjenigen, soder donner geschlagen, borsten nicht verbrannt werden, wiees mit andern todten geschehen, sondern man begrub sie nachdem gesetze Numä an dem ncmlichen orte, wo sie gestorben, und.nach der Hand war es niemand mehr erlaubet, darüber zu ge-hen. Man machte aber einen unterscheid zwischen den donner-schlägen, die des tages, und denen, so zu nacht geschehen.Jene wurden dem Jupiter und diese dem gott Summanus zuge-schrieben ; wann es ^aber des tags und nachts an einander don-nerte , so hieß es ein Fulgur provorfum, und glaubten sie, daßalsdann die sämtlichen götter donnerten. Sie schlössen auchaus den donnerschlägen auf zukünftige dinge, und gaben ihnendaher verschiedene nahmen. Juvenal. sät. 6 . Plinius , lib. XV.Artemidorus, lib. II. Ammianus MarceB. lib. XXIII. Festus.Pausanias , in Eliacis. Lucanus , de bello civ. lib. I. ScholiastesPersei. Statius , in Thebaid. lib. X. Destd. Heraldi observat, adArnob. lib. II. Salmasius , ad Solin . Joseph. Scaliger , conject.ad Varron. &c.
Fulignatius, (Jacobus) war von Rom gebürtig, undbegab sich an. 1393. in die Societät JEsu. Nachdem er anunterschiedenen orten in Italien gepredigct, ward er PnescsCongregationis B .Virginis zu Rom , und starb daselbst an. 7633.in dem 76. jähre seines alters. Er hat vit. Bellarmini, BernardiRealini, Petri Canisii, St. Elisabethä, Königin in Portugall,wie auch Bellarmini Epistolas heraus gegeben. Sotreel, bibl.S. J. IVitt. diar. biogr.
Hülle, ein altes adeliches Braunschweigisches geschlecht, wel-ches sich in dem XVII. feculo auch in Meisten ausgebreitet, undHistor. Lexieon lll. Theil.
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die güther Marck-Kleeberg, Strömthak und Wolckwitz an sichgebracht. Ihr stamm-haus Fülle liegt in Nieder-Sachsen, un-weit Walsrode m dem Amte Rathen an der Fulda . Otto vonFülle war um das jähr 7473. Dom-Dechant zu Verben. Sta-tlus Hilmar hat obbesagte unweit Leipzig gelegene güther theilsdurch heurath an sich gebracht» und ist Chur -Sächsisther Kriegs-Rath und Oder-Land-LnmmiKiriu 8 gewesen. Seine söhne wa-ren, 7.) Stativs Friedrich, der an. 7699. Julianam Mariam,Gräfin von,Schonburg, aeheurachet, und etliche jähr hernachals Chur -Sachsischer Oberster gestorben. 2.) Stativs Hilmar,Königl. Polnischer und Chur -Sächsischer Cammer.Juncker undOber-Hvf-GmchtS-Allellbr zu Leipzig , der an. 7717. zu Franck-furtam Mayn aufdemKayferl. wahl-tage zum Ritter geschla-gen worden.
Kuller, (Nicolaus) ein berühmter Englischer Philologus,gedohreu an. 7337. ju Southampton , von Roberto Fullero,einem Franzosen . Nachdem er in dem Griechisch-und Lateini schen seine funvamente wohl geleget, ist er des Bischoffs vonWinchester R. Hörne, und auf dessen tod feines NachfolgersSecretarius worden ; weil er aber vielmehr Neigung zu den stu«dien , als dergleichen geschäfften hatte, hat er jenes amt verlas-sen , und die direction der studien etlicher junger Edelleutheüber sich genommen , mit welchen er deshalben an. 7384. alsTmor nach Oxford gereiset, hierauf wurde er in einen Aulamaufgenommen, Magister creirt, und als er sich in den OrdinemSacrum begeben, einer kirche zu Albtngton in Wiltonia auf sei-nes Patrons Waüop recommendation hin vorgesetzet; da hat ersich mit grosser application auf das studium Script. S. und Lin-guas Orientales geleget, und solche progressiv darin» gethan,welche selbiger zeit für etwas ungemeines gehalten wurden, ob«schon er wegen geringem einkommen mit der armuth zu känipfenhatte; cS sind ihm aber Rob. Abbot, Bifchoff zu Salisbury ,und Lanc. Andrews, Bischoff zu Winchester, sehr wohl beyge«standen , und haben ihm erstlich ein Canonicat zu Salisbury ,hernach das Rectorat zu Wallham conferirt. Er starb zu Al,dington an. 7 623. den 7 3. febr. Er hatte vor, unterschiedlichewercke an das taglicht zu stellen, als Concordant. Hebraic. ver-riet und mit notis versehen , und anders ; es ist aber nichts her-aus kommen , als sein berühmtes werck Miscellaneorum Theo-logicorum & Sacrorum , welches ihm zwar viel ehre zuwege ge-bracht , dabey aber auch I. Drnsii zorn gegen ihn erwecket.Dieser klagte ihn des Plagii , der undanckbarkeit und einigerandern fehler an, wurde aber von Fullero in dem AppendiceMiscellan. ziemlich scharf abgefertiget. A. Wood, ant. Oxon.& Fußen miscellan. *
* Huller, (Thomas) Doctor Theologie, war von Nort-hampron in Engelland gebürtig, hatte eine Präbende zu Sa lisbury , und versähe bey dem Könige Carolo II. die stelle einesCaplans. Er starb an. 7662. und hinterließ : Uistoriam Ec-clesiasticam a Christo natousquead an. 7630. Londen 163 3. insoll Terram Sanctam , ib. 7630. Commentarium in Ruth;in Matth . IV. 77. in Epist. ad Corinth. in Ebraos IX. 70. in2 . Petr. I. 10, de Christi Tent. U. st. M. Witte, diar.
Hullc» oder Gnapheus, walcker, (Petrus ) ein bekann,ter ketzer in dem V. feculo, war anfänglich ein Mönch und Aek-tester zu Chalcebon, und weil er gelegenheit hatte mit des Kay-sers Leonis schwieger-sohne, Zenone, bekannt zu werden, wußt«er sich bey demselbigen treflich zu insinuiren. Dannenhero,als dieser Zeno Comes Orientis wurde, und sich nach Antio«chien, als der Haupt-stadt seines Gouvernements , begab, be-gleite ihn Petrus . Er fand daselbst unterschiedene, die der ke-tzerey Äpollinarii zugethan waren, mit denen er sich wider Mar-tyriuni, den Bischoff zu Antiochia , vereinigte, wider welchen erden pöbel aufbrachte, ihn unter dem vorwande, als wenn er einNestorianer wäre, nach Constantinopel citiren ließ, und durchhülffe Zenonis dessen Bißthum au sich brachte. Er wurde zwarwiederum abgesetzt, weil er bey dem Kayser Zenone in Ungnadegefallen , indem er eS mit dem rebellen Basilifco gehalten hat-te ; doch blieb er in der stadt, und wird beschuldiget, daß seineanhänger den Bischoff Stephanum bey dem altar ermordethätten. Ja er wurde endlich an. 482. von Kayser Zenone,mit welchem er sich wieder ausgesöhnet, und dessen Deno-ticum unterschrieben, in diesem Bißthum bestätiget, nach-dem Calendion von Antiochien ins elend verwiesen worden.Hierauf nun soll er seine ketzerey an den tag gelegt haben,indem er in dem gesange : Heilig , heilig , heilig, istGOtt, der ftarcke, unsterbliche, rc. hinein rücken ließ,der um unsert willen gecreuyiget ist. Denn dieses letztelegte man so aus, daß er gelehret, als wenn die gantze hei-lige Drcyfaltigkeit gelitten hätte, und er sich dadurch zu denValentiniancrn , Sabellianern , Eutichianern und Apollinari-sten bekannt hätte. Die Orientalischen Bischöffe fiengen hier-auf an, an ihn zu schreiben und wider ihn zu disputiren. DerPatriarche zu Constantinopel', Acacius , verdammte ihn ineinem Synodo , und schrieb an ihn , desgleichen auch derRömische Papst, Felix III. , welcher drey briefe an ihn ab-gehen ließ , und ihn in dem letzter» verdammte. Allein,dieses alles war vergeblich , und kehrte sich Petrus wenigdaran, indem er sich auf die gewogenheit des Kaysers ver-ließ. Ja er unterstund sich die insul Cypern unter die bot,Mäßigkeit seines Bißthums zu ziehen, und ordnete Tenitam, sei-nen adhärenten, zum Bischöffe von Hierapolis , voy welchem
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