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man vorgiebt, daß er von geburt ein sclave, auch nicht getauftgewesen, und da ihm dieses vorgeworffen worden, soll Petrus geantwortet haben, baß die ordination ihm anstatt der taufedienen könnte. Er starb endlich an. 486. Evagrius , lib. III.c. 1 6. Theodoretus , lib. I. Nicepborui , lib. XV. & XVI. Ba-ronius , in annal . Gedeau , histor. ecclef. ArNSldS ketzer-hist»P. I. üb. V. c. 5. §. 32. Bajhage , bist. de l'eglis. liv. III. c. 5.§. 8. seqq.
* FuUonius, (Guil.) wird auch Gnapheus genannt, eingelehrter Holländer aus dem Haag im XVI. feculo , war erstdaselbst Schul - Rector , hernach Marggräflicher Brandenbur-gischer Rath, und schrieb in versen Iriumpbum Eloquentia- ,Cöln 1331. etliche comödien , als Acolastum, ib. Londen 154°·in 4. und Antwerpen 1360. in 8. MiPobarbarnm ; Hypocriiin,und anders mehr. Sjvertii Athen . Belg.
* Fulmanni, (William) gebürtig aus Kent, studirte in Ox ford , wollte kein amt haben, und starb an. 1688. Er hatAcademia Oxoniensis Notitiam heraus gegeben, und über daserste buch der Reformations - Historie des Burneti Lorrectionesgeschrieben, das andere aber, ehe es zUm Vorschein kam, revidi-ret. Wood.
Fulneck, eine kleine stadt, nebst einem vcsten berg-schlosseund einer dar;» gehörigen Herrschafft. Sie liegt in Mähren an den Schlestschen grentzen, in dem Preroer-kreis, eine wei-le von Wagstadt, und gehöret den Grafen von Würben zu.
Fulqutnus oder Folquinus, ein Mönch zu St. Berlin,und nachgehends Abt zu Lob, war zu den reiten Kaysers Lo-thar» berühmt. Von dieses letztem klosterS Aebten hat er eineigen werck geschrieben, gleichwie er auch die wunderwercke desheil. Ursmari, und das leben des heil. Folquini verfertiget.Einige wollen den Mönch Folquinum von dem Abt dieses nah-mens unterschieden wissen. Sigebert. in catalog. c. 138· STveri.in Athen . Belg. Voß'. de Histor. Latin. lib. III. p. 760.
pulsiern/ siehe Herborth.
Fulvia , eine Römische Dame, welche dem Ciceroni diezusammenschwörung des Catilinä entdecket, davon ihr Q.Curius, ihr galan, Nachricht gegeben. Saiiuß, in bell. Catilin.
Fulvia , eine gemahlin M. Antonii, eine sehr hochmüthigeund herrschfüchtige Dame. Sie hatte bereits vorhero 2. männergehabt, Clodium, einen geschwornen feind des Ciceronis undCurionem, welcher auf Cäsaris feite in Africa in der Pharsali-'schen schlacht das leben verlohren. Ihren letztern mann, M.Antonium, hatte sie dahin gebracht, daß er völlig nach ihremwillen leben, und ihr hochmüthiges vorhaben auszuführen su-chen muste. Doch entriß er sich dieser sclaverey, als er nachdem über Caßium undBrutum erhaltenen siege bey Philippis inThracier, nach Asien gieng, die fachen daselbst in guten stand zusetzen; wiewol er von Cleopatra sich neue fesseln anlegen ließ.Damit nun Fulvia ihren gemahl, M. Antonium, von Orientwieder zurücke bringen möchte, erregte sie durch seinen bruder,L. Antonium , ernen krieg, da zwar Fulvia sich selbst dasschwerdt angürtete, die losung unter die soldaten austheilte,und sie zur tapferkeit vermahnte; allein sie muste den siegrei-chen waffen Octavii zu entfliehen sich nach Griechenland reti-riren , darüber sie in grosse gemüths-kranckheit fiel, welche nochunerträglicher worden, als ihr gemahl, M. Antonius , sienicht einmal auf ihrem tod-bethe zu Sicyone zu besuchen wür-digen wollte, da sie dann bald darauf ihren herrschsüchtigengeist A. U. 714. A. M. ?944· A. C. 40. an dem gedachten orteaufgab. Im übrigen muste jederman, der etwas begehrte, sichihrer gnade versichern. In ihrem zimmer wurden gantze län-der und Königreiche feil geboten. Ciceroni war sie fo gram,daß sie seinen abgeschlagenen kopfbespeyete, ihm die zunge her-aus nahm, und mit stcck-nadeln stach, auch die heßlichsten re-den wider ihn ausstieß. Cicero , Philipp. SaUuß in bello Ca-til. Dio , üb. XLV 1 I. & XLVIII. Plutarcb. in Anton. Bayle.
Fulvia , war eine mutter Kaysers Septimii Severi, wieSpartianus in seinem leben berichtet.
* Fulvia, eine Römische Dame, nahm die Jüdische religionaufeinreden einer ihrer Schriftgelehrten an, welches der anlaswar, daß sie alle aus Rom und Italien verjagt wurden. Viertausend davon sind nach Sardinien ins elend verschicket worden,ein grosser theil wurde gar umgebracht, sonderlich die, so derKayserlichen ordre nicht gehorsam seyn wollten, worzu demKayser Tiberio folgendes nähern anlas gab. Ein Jude, wel-cher der schlimste aus seinem volck gewesen, und begangener la-sier wegen aus dem vatterlande entflohen , um den Händen desgerichls zu entgehen, verbände sich mit drey andern, welcheeben so lasterhafft als er waren. Sie machten ein gewerbc dar-aus , das gesetz-buch Mosis auszulegen, und da sie von natursehr beredt gewesen, so fiel es ihnen nicht schwer, viele vonden Heyden zu ihrem Judenthum zu bringen. Die obqemeld-te Fulvia, welche sie» für fromme leuthe hielte, war auch un-ter dieser zahl, ergriff ihre lehre, und übergab ihren lebens-wandel der sührung dieser böswichten; sie gab ihnen auf ihrbegehren gold und purpur in den tempel zu Jerusalem zuschicken, und anders was sie forderten. Allein die betrüget,anstatt die gefchencke nach den absichten der Fulviä anzuwen-den , behielten solche für sich, und bereicherten sich also durchihre und anderer einfalt. Da diese spitzbüberey Saturnino,der Fulviä mann, zu vhren gekommen, beklagte er sich darüber
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beydem Kayser Tiberio, welcher darüber erzürnet, die Judenauf obgemeldte weise bannisirte. Jofifhus , antiq. lib. xvm,
Fulvius. Das geschlecht der Fulviorum war eines derberühmtesten zu Rom , doch nicht Patritia, sondern klebenoder aus der gemeinen burgerschafft entsprossen, und hat sich inverschiedene äste getheilet. L. Fulvius Curvus war A. 11 . 7 »A. M. 1662. A. C. Bürgermeister mit Q. Fabiv MarimäRullmno, und erwarb sich einen triumph über dre qedemüw 7ten Samniter, wider welche er sich A. U. 437. A. m 3667 Ä C317. als Magister Equitum, oder Obrister über die reutcrev iin^ter dem Dictatore L. Acmilio Mamercino, nochmals lavier er'wiesen. Sein söhn, M. Fulvius Curvus Pätinus, kam an Ti iMinutii Augurini stelle, als dieser in seinem Bürgermeisterthum erschlagen wurde , A. U. 449. A. M. 3679. a e s«Ein anderer, Cn. Fulvius Pätinus , lebte um eben diese -eil .und hinterließ zwey söhne, Cn. Fulvium Cenlumalum undM. Fulvium Patinum. Der erstere wurde mit L. CorneliaScipione A. U. 4^. A. M. 3686. A. C. 298. Bürgermeister,erlegte die Samniter bey Bvvianum, und triumphirte übersie, wie auch über die Hetrurier. Sein söhn, gleiches nah-mens , wurde A. U. 490. A. M. 3720. A. C. 264. Dictator mit)A. U. 32;. A.M. 3755. A. C. 229. Bürgermeister. Er bezwängdie tnsul Corcyram, heut zu tage Corfu, und schlug die JllyrierSein söhn wurde A. U. 542. A. M. 3772. A. C. 212. BürgetMeister. M. Fulvius, obvermeldten Cn. Fulvii bruder, wur-de nebst T. Manlio Torquato zu der Bürgermeisterlichen wür',de A. ü. 4;5. A. M. 368?. A. C. 299. befördert. Er nahm Ne-quinum in Umbrien mit list ein. Sein enckel, Ser. FulviusPätinus Nobilior, bekam mit ihn, gleiche würde A. u. 499.A. M. 3729. a. C. 2S5. Dieser hatte sich durch viele rühmlichethaten , erstlich zwar in Sicilien, und bald darauf auch inAftica signalirt, als wohin er nach erhaltenem bericht von derNiederlage und gefangen-nehmung des Reguli samt seinem e<>l.lega M. Aemilio Paulo uberschiffte, die Carthagtnenser von derbelagerung Clupea abtriebe, und die Römische sachen wiederin ziemliche ordnung brachte. Allein, als er von dieser expe-dition wieder zurück nach Rom wollte, verunglückten bey na-he 200. schiffe durch stürm, und er selbst nebst seinem CvUe-gen , dem M. Aemilio Paulo, muste dabey das leben einbüs-sen. Diesen so häufig von seinen Voreltern abgelegten probender tapferkeit ahmte stin enckel , M. Fulvius Nobilior , nach.Er wurde A. U. 561. A. M. 3791. A. C. 193. als kneto, nachSpanien geschickt, da er gar grosse dienste seiner Republick er-wies. A. U. 56?. A. M. 3795 . A. Q. 189. gieng er als Bür-germeister , in begleitung des Poeten Ennii, wider die Ae-tolier, eroberte erstlich die insul Cephalonia, hernach die stadtAmbracien, und bekam darinnen die bilder der 9. Musen zurbeute, welche er dem Herculi geweyhet, in dessen tempel erauch die von ihm verfertigte fastos in Verwahrung gegeben.Seine beyden söhne, M. Fulvius und Q. Fulvius, bekamengleichfalls die höchste würde in ihrer Republick.
Der andere äst der Fulviorum hat sich den zunahmen Flaccusbeygelegt. M. Fulvius Flaccus war A. U. 490. A. M. 3720.A. C. 264. Bürgermeister, welcher die Vvlsinienser in Hetru,rien besiegt, und über selbige triumphiret hat. Sein söhn, <!n.Fulvius Flaccus, wurde ins elend geschicket, nachdem er inÄpulien von Hannibal geschlagen worden, und 16000. mannverlohren, er sich aber mit einigen ioo. reutern durch die fluchtsalvirt hatte, doch kam sowol sein söhn als enckel zur Bür-germeisters-würbe. Sein bruder, Q. Fulvius Flaccus, hatden rühm eines der grösten Capitains erlanget, und ist 4. malBürgermeister gewesen. Jmmittelst hat er die Gallier um May-land und Bononien sehr hart gezuchtiget, müssen er neben sei-nem Gollega, T. Manlio, die Römischen legionen zuerst überden Po wider die Jnsubrier geführt, und deren in einer schlachtgegen 23000. mann erschlagen. Er hielte fich auch nachmalsgegen Hannibal sehr wohl, trieb ihn von der belagerung Rom ab, nahm hernach Capua ein, und weil er für nöthig erachtete,die treulosigkeit dieser stadt zu bestrafen, so öfnete er die ihmvon dem Römischen Rath gleich nach einnähme der stadt zuge-sandte briefe und befehle (darinnen gnade enthalten war) nichteher, bis den von ihm zum tobe verdammten CapuanischcnRathsherren die köpfe für die söffe gelegt waren. Er halte3. söhne, unter denen Q. Fulvius über die Celtiberier A. U.374. A. M. 3804. A. C. 180. und nachgehends über die Liguriectriumphiret, auch ist er das jähr darauf Bürgermeister wor-den ; und M. Fulvius, welcher 2. söhne hinterlassen, davonder erstgcbohrne, M. Fulvius, A. U. 629. A. M. 3859- A.C.123. Bürgermeister worden, und die Ligurier überwunden.Allein, als er mit C. Graccho dem Zunftmeister grosse zer-rüttung in Rom anrichtete, es auch zur öffentlichen gemalt«thätigkeit auf dem berge Aventino ausbrechen ließ, wurdeer nebst dem Graccho und einem söhne barbey getddtet, undder andere seiner söhne , welchen er etwas zu traclirm anden Bürgermeister Opimium abgeschicket hatte, und der vonungemein schöner leids - gestalt und grosser Hoffnung soll ge-wesen seyn, ins gefängnis geworffen, und hernach gar dae-inn getödtet. Nachgehends, wenigstens währendem freyen Re«giment der Römer, haben wol einige Werber dieses geschlecht»von sich reden gemacht, von den männern aber hat sich niemandsonderlich hervor gethan, bi» unter den Kayftrn wiederum ei-nige zu den höchsten ämtern gelangt, von welchen felbflen
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