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«nstimmetc, und zu reiten des verstorbenen lob darzwifchenmachte. Die reichen wurden auf einem purpur-bethe getragen,die andern aber in einem geöfneten sarge; die nächsten anver-wandten trugen gemeiniglich das beth oder den sarg; bey garvornehmen leichen aber, als zum exempel der Kayser, Bür-germeister rc. trugen die Rathsherren, rc. je nachdem der verstor-bene vornehm war, die leiche. Die gar geringen aber wurdenvon den Velpilloiübus getragen, welches hierauf bestellte tod-ten-träger waren. Bey den Patriciis, vornehmsten Magistrats-Personen rc. wurden die zeichen ihres adels, würde und der-gleichen mit unter dem gepräng vorher getragen, als die Fascesden Coniulibus , dir Imagines der vor-eltern, in wachs boßirt,den Patriciis , und auch Plebejis , welche vornehme vor-el-tern gehabt haben; diese bildnisse wurden entweder auf pi-qurn getragen, oder auf wägen geführt. Darzu gehörten auchdie beute, so sie den feinden abgenommen, die kricges-cronen,damit sie wohlverhaltens wegen sind beehret worden; die frey-gelassenen des verstorbenen waren auch unter dem leich-gefol-ge. Die kinder und anverwandte folgten diesen nach, schwartzgekleidet, und zwar trugen die söhne einen schleyer auf demHaupte, die töchter aber folgten mit zerstreuten und über dasgesicht hinunter Hangenden haaren. Plutarchus thut hinzu,daß dieselben weiß gekleidet bey den leichen gegangen, wir manauch den todten anzukleiden pflegte. Über dtß waren nochWeiber zugegen, welche nichts zu thun hatten, als den todtenzu beweinen, sie wurden Praficas genannt, und wie besser siebezahlt wurden, je stärcker und ungehaltener sie den verstor-benen mit haar ausrauffen und heulen betraurten. Sie fien-gen auch trauer-lieder an, welche das volck nachsänge. Wannder tobte eine gar vornehme perfon gewesen , so trug man sei-nen leichnam, bevor er verbrannt wurde, auf einen öffentli-chen Römischen marckt-platz, wo sein söhn oder ein andereranverwandter ihm mit einer prächtigen leichen-rede parentir-te. Von dort wurde er erst an den ort getragen, wo seinrogus , oder der aus allerhand kostbarem und wohlriechendemholtz und weyrauch verfertigte scheitcr-hauffe (ihn zu verbren-nen) zugerüstet war, und das grab gemachet worden, wor-innen man ihn begraben sollte, ohne verbrannt zu werden,dann dieses oder jenes geschahe, je nachdem es der verstorbe-ne oder seine verwandten haben wollten. Servius meldet,daß man von ansang der Römischen Republick die todten ir-gendwo in ihren eigenen Häusern beerdiget habe; es sey abernach der Hand in den gesehen der XII. tafeln verboten worden,daß man die abgestorbenen weder in der stadt begraben nochverbrennen solle. Doch hat man seit der zeit eine ausnahmeaemachet, und wider das gesetz vielen vornehmen eines von bey-den in der stadt zu thun erlaubet. Die Kayser und Bestalischenjungfrauen waren insgesamt von diesem gcsetze ausgenommen.Doch blieb überhaupt das gesetz bis in die spätesten zeiten beynässten, wie man aus Theodosil und Justiniani gesehen ersehenkau. Und obschon erstgemeldte ausnahmen von der regul da-bey unterloffen , so wurde doch die ratio legis oder die ursach,warum das gesetz gegeben worden, beybehalten, welche theilswar, den gestanck des verbrennens nicht in der stadt zu ha-ben, und auch die tust durch die verfäulung der vielen tod-ten , welche etwan begraben wurden, nicht anzustecken, wel-ches bey so vielen Kuchen und an einem so warmen orte hät-te geschehen können , theils aber und sonderlich, dieweil dieorte, wo jemand begraben, oder auch nur die asche in ur-nen aufbehalten wurde, geheiligt gehalten wurden, und mandieselben zu keinem andern gebrauch anwenden dorfte. Umdieser Ursachen willen war es nicht wohl thunlich, in derstadt die leichen zu versorgen, sonderlich, dieweil durch dielänge der zeit endlich die gantze stadt wäre so geheiligt wor-den , daß kein ort mehr zu dem profan-gebrauch übrig gebliebenwäre, und folglich zuletzt die lebendigen eine andere stadtbauen, und den todten-begräbnissen hätten weichen müssen.Von diesem allen aber war bey den wenigen ausnahmenreines zu befahren. Die übrigen hatten ihre begräbnisse aufihren eigenen güthern, oder an den hohen strassen, welche beyden Römern sehr breit waren, und also platz genug zu der-gleichen gemeinen grabmählern gaben. Wann nun der leich-mam sollte verbrannt werden , wurde er -auf den rogum ge-legt , welcher gemeiniglich aus sichten, eiben, oder auch kost-barerm holtz, in der forme eines altars, aufgerichtet war.Der leichnam war mit einem langen mantel oder rock ange-than , mit den kostbarsten essentzen und balsamen angestrichen,und in einen sarg gelegt; das angesicht kehrte er nach dem Him-mel , und hatte einen silbernen pfenning in dem mund, wel-chen er dem Charon wegen der überfahrt über den Styx soll-te zum schiffer-lohn geben. Der sarg und der scheiter-Haussewar rund umher mit cypressen umgeben, die nächsten ver-wandten des verstorbenen kehrten ihm den rücken, und stecktenauch den Haussen rücklings mit fackeln an, und so bald eszu brennen ansienge, warfen sie die kleider, waffen und an-dere kvstbarkeilen, so der todte ehedesscn am höchsten gehalten,mit in das feuer. Vor zeiten geschahe eS auch, daß man diegefangenen den dergleichen bestattungen der Generalen opfer-te : in den spätern zeiten aber wurden an deren statt die gla-diatores oder fechtmeister aufgeführet, welche paar-weise bisauf den tod sich an Einander machten, und wurden wol auchzu zeiten gantze tragödien dabey gespielet. Wann endlich derleichnam verbrannt gewesen, wurdm die übergebliebene ge-
beinemit mich und wein gewaschen, und in eine mne der»schlössen. Der Priester, welcher dieser letzten ceremvnie be-wohnen muste, besprengte mittlerweile die umstehenden drevnmlmit wasser; der sprengwedel, wormit er dieses weyhwaffer an-rührte , und die lebenden darmit reinigte, war von olivm-zwelgen gemacht, zum zeichen des friedens mit den qöttern Qus letzt gab die vornehmste der obgemeldten Pncficarum derüaan-tzen volck abschied, und sprach ilicet, welches ohne nveffelire hcet sagen wollte. Die freunde aber antworteten darauf,und redeten den verstorbenen ungefehr mit diesen Worten an'Gehab dich wohl, gehab dich wohl, wir werden dirnachfolgen, wann die ordnung an uns kommt. Dieurne aber wurde samt den darinnen aufgehobenen aebeinenund asche an den ort des begräbnisses getragen, vor welchemein kleiner altar zugerustet stunde, worauf sie weyrauch undandere gewürtze zu ehren des verstorbenen, und zum bestenseiner seelen verbrenneten. Das gantze traur-gepräng endetesich mit einem danquet, welches man den verwandten undfreunden gab : Zu zeiten wurde auch bey solchen gelegenheilenfleisch unter das gemeine volck ausgetheilet. Die traue deranverwandten wahrere nur zehen monat, so lang das alleRömische jähr zu Romuli zeiten gewesen. Zu zeiten wurde steauch ehender unterbrochen , wann entweder der gantzen stadteine grosse freude zugefallen, oder dem geschlechte des ver-storbenen ein sonderbares gluck widerfahren. Rofim, Pit'ß ,und anderer antiquitates. Gutberius , de jure manium. Joh.Kircbmannus , de funerib. Romanorum.
Hunaerus, (Johannes) von Leiden gebürtig, lebte zu endedes XVI. feculi. Nachdem er zu Löven studlrt, trat er einereise nach Franckreich und Teutschland an, und machte sichin den sprachen ziemlich fertig. Nach der zurückkunft in seinvatterland wurde er Rector daselbst. Man hat von ihm:Symbolorum Ethicorum Explicationes ; de ConflagrationeMundi ; Etymologicum Triiingue &c. Vater. Andr. bibl.Belg. Sujjrtdus Petrt &c.
FURCA , ist ein arm der hohen Alpen » zu oberst in demWalliser-land, bey dessen fuß einer seitsdieAar, und andererseits die Rhone entspringet; er hat den nahmen von den ho,hen schnee-gebürgen, die sich allda gleich einer gadel mit r.zincken zertheilen; es gehet eine straffe darüber auf Urselen inden Cantvn Ury, da man 2. starcke meilen lang auf - undabsteigen muß, in dem Winter aber beschließen schnee und eisvöllig den paß. stumpf, lib. XI. p. 141. b. Scheuchzers B.R. tom. III. p. 90. Guter. Rhaet. lib. XIII. p. ro;. b, *
* Furconio, oder Forcone, Furcone, Forcomo, lat.Eutconium, war vormals eine berühmte Bifchöffliche stadt,in der provintz Sabina, acht meilen unterhalb Amiternv,und drey meilen von dem heutigen Aquila in Abruzzo olurim Königreich Neapolis gelegen. Sie muß aber nicht garzu alt gewesen seyn , weil keiner von den alten scribenlen ei-nige Meldung von ihr thut. Vorher war sie nur ein schlechtesdorf, und wurde erst damals, als es mit der Römischen Re.publick ein ende genommen , zu einer ansehnlichen stadt. Al-lein sie ist nach der zeit in solchen verfall gerathen, daß der Bi,schöffliche sitz nicht nur eingegangen , sondern auch die gantzeDioeces, nebst der von Amiterno , im XIII. seculo zu deinneu aufgerichteten Bißthum von Aquila geschlagen worden.Ugheli. Ital. iacr. tom. X. p. 105. seq.
Huretiere, (Antonins) von Paris , Abt zu Chalivoy, undPrior von Chuines, war ein Mitglied der Französischen Aca-demie. Nachdem er so wol in den geist-als weltlichen Rech-ten gute progressen gemacht, wurde er unter die zahl der Par-lements-Advocaten und Fiscal-Procureurs bey der KöniglichenAbtey zu St. Germain des Pres aufgenommen. Hierauf be-gab er sich in den geistlichen stand, und erhielt die Abtcy zuChalivoy nebst der Probstey zu Chuines. Sonsten hat er sichdurch verschiedene wercke, dahin absonderlich sein Dictionnai-re Universel pour la Langue Francoise zu rechnen, bekannt ge-macht. Doch starb er noch vor 'endigung desselben an. 1688.im 68. jähre seines alters. Auf seinem tod - bethe suchte ttauf alle weise die Mitglieder besagter Academie wieder mit sichzu verjuhnen, welche er vorher in seinen schriften, sonderlichdurch das Factum , so er aus anlas seines Dictionnaire , (bei-sen druck sie sich widersetzten, auch den Furetlere dessentwegengar aus der Academie stiessen,) ausgegeben, sehr scharf undhitzig angegkissen hatte. Mtmohres du tems. *
FURIE, sind gewisse Hölle»-göttinnen bey den Hevdni-schen Römern gewesen, welche von ihnen Alecto, Tilivhoncund Megära genennet worden, und nach ihrer rinbildung be,stimmt waren, die gottlosen zu peinig». Sie wurden abg^bildet, als wenn sie anstatt der haare schlangen auf dem köpfund Hangende brüste hätten. Virgil. üb. XII. iEneid. Smiu.Struvius , syntagm. antiq. Rom. p. l 8 r. seq.
FURINA . war gleichfalls bey den Heyden eine raach- göt.kin, welcher gewisse tempcl und Priester gewiedmek worden.Doch hat man bereits zu Varronis zeiten kaum ihren nah-men mehr gewußt. Varro, lib. V. de ling. Lat. Cicero,de natura Deor. &c.
urius Antias , ein alter Poet, dessen Macrobius undGellius gar rühmlich gedencken. Q.,Lutatius, CatuluSdas von ihm verfertigte buch von ieinem Burgermei-