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vet. Hispah. I. S. Bartb. ad Statium, ]. c. Fabricius, bibi. Lat.tom. II. p. 494· Fasttage, annal. ad st. C. 52. §. 9. seq.
* Gallio , (Marcus) soll nach einiger und sonderlichScallgers meynung die Libros de Aste Rhetorica ad Herenniumgeschrieben haben, welche unter Ciceronis wercken stehen, weilsein nähme vor einem allen mannscript dieser bücher zu Rom gefunden worden, aber von einer andern Hand wieder ausge-strichen war. Fabricius , bibi. Ladn. I. 8- Falßer. memor,obscur. P. I. p. 61.
* Gallio , eine ansehnliche familie, welche aus der stadtComo in dem Hertzogthum Mayland ihren Ursprung hat. Pto-lemäus Gallio, der, wie aus nachstehendem arlickul erhellet,von an. i;6;. bis 1607. Cardinal gewesen, kaufte von Phi-lippo II. Könige in Spanien , die in dem Mayländischen ge--legene Grafschafft delle tre Pievi, und scheuchte sie seinem ge»schlechte. Dieses Cardinals bruders söhn, gleichfalls Ptole-mäus genannt, führte den titul eines Hertzogs von Alvito,besaß auch die gedachte Grafschafft, und hinterließ von Bar-bara Porra folgende zwey söhne: i.) der längere, MarcusGallio , von dem ein eigner arlickul handelt, empfieng an.j68i. den I.sept. von Innocentio XI. den Cardinals-hut, undgesegnete an. 168;. den 24. jul. das zeitliche. 2.) Der ältere,Franciscus Gallio, Hertzog von Alvito, zeugte mit Justina,einer tvchter Renati Borromäo Grafen von Arona, Pcole-mäum Gallio , welcher sich mit Octavia , einer tochtcr des an.1657. verstorbenen Johannis Iacobi Theodori Trivulzio, Gra-fen von Melzo, vermählet. Dieselbe gebahr ihm ausser einertvchter, Flaminia , so dem vierten Hertzoge von Sora , Hie-ronymo Buoncompagno, beygelegt worden, zwey söhne:i.) Franciscum Gaüiö, Hertzog von Alvito. 2.) CaietanumGallio , welcher sich krafft des von seinem mütterlichen groß-vatter gemachten testaments Antonium Fürsten Trivulzio ge-schrieben , und mit Lucretia Maria, einer tvchter Renati Bor-romäo , Grafen von Arona, drey kinder gezenget, von denenAntonius Theodorus an. 1692. Octavia an. 1689. und Ju-stins Maria an. 169;. auf die weit gekommen. Imhof. geneal.ao, famil. Ital. p. 89. & 98.
Gallio , (Ptvlemäns) Cardinal lind Bischofs zu Ostia ,Ertz - Bischoff von Siponte, war zu Como den 2. jan. an.1509. gebohrcn, wiewol Ughellus feine geburt in das >ahri,r;. sitzet. In seiner iugciid kam er nach Rom , da ihn derCardinal Antonius Trivultius, und nach dessen tode der Car-dinal Thadäus Gaddius, zum Secretario annahm, worauf er indes Cardinals Johannis Angeli de Medicis dienste trat, welcherihn, als er unter dem nahmen Pii IV. Papst wurde, den 1;.sept. an. i;6o. zum Bischoff zu Martorano im Königreich Nea-polis, und hierauf den 6. jul. an. 1562. zum Bischoff zu Si-ponte machte, woselbst er einen Synodum, dessen constitutioneser selbst geschrieben, und in druck gegeben , gehalten, auch 2.Bischöffliche residentzen zu Siponte und Monte St. Angelo er-bauet. Eben selbiger Papst creirle ihn an. 156;. zum Presby-tero Cardinali , worauf er sich, nachdem er das Ertz - StiftSiponte resignirt, mit allem nach Rom begab, da ihn Gre.gorius XIII. zum Praefecto Congregationis s. Concilii , auchzum Protectore des Teutschen Collegii zu Rom machte. Erwar auch Abt zu St. Abanoio in Como , woselbst er die kirchefast von gründ auf restaurirte, und verschiedener allda gefun-dcner Bischöffe von Como gebeine an einen bequemen ort brach-te; auch richtete er daselbst ein Collegium auf, so nach seinemnahmen Gallium genennet wird, weshalben man ihn den Car-dinal von Como hieß. Er machte eine stiftung von 100000.cronen zu ausstenrung armer jungfrauen, und kaufte von Phi-lippo II. in Spanien das Hertzogthum Trepletti im Mayländi,scheu für seine familie. Er wohnte als Cardinal 9. Conclavi-bus bey, und half so viel Päpste, von Pio V. an bis aufPaulum V. erwehlen, war aber dem Cardinals - Collegi» garnicht angenehm, wie man denn dafür hält, daß, weil er beyPii V. und Gregor» XIII. regierung 19. jähr das PäpstlicheOber-Secretariak verwaltet, er sich viel zu feinden gemacht habe.v'Avila schreibet, daß er Gregorio XIII. bey dem er in grossemansehen gewesen, sehr widerrathen, die in Franckreich an. 1584.wider den König formirte ligue zu beschützen. Er wurde aus ei-nem Presbytero Cardinale S. Mariae de populo an. 1587. Cardi«val-Bifthoff zu Alba, an. 1589. zu Sabina , an. i; 91. zu Tu-sculo» an. 1600, zu Porto, an. lüo;. Cardinal - Bischoff zuOstia und Velitri, auch vecanus des Cardinals - Collegii.Nach Clementis VIII. tobe wollte ihn der König von Spanien und die Spanisch - gesinnten Cardinäle zur Päpstlichen Hoheitbefördert wissen, es war aber vergeblich. Indessen weil erbesorgte, daß der Cardinal Baronius mehr stimmen erlangenmöchte, zeigte er im Conclavi ein schreiben des Vice-Königs vonEicilien vor, der wegen des Baronii schrillen, darinnen erdem Könige von Spanien zu nahe getreten, mehr satisfactio»federte, welche fache doch diesem Cardinal Gallio , wie manin des Cardinals de Perron Ambassades lesen kan, wenig rühmbrachte. Er starb endlich zu Rom den 24. jan. an. 1607. undward in die kirche St. Mariä de Scala begraben. Ugheüus,Italia sacra. De Fotx, lettres. Aubery, bist. des Cardin. Petra ·tnellario. Cabrera.
* Gallio , ( Marcus ) ein Cardinal aus der obgedachtenfamilie, war von Como gebürtig. Alexander VII. sendete ihnHjstor. Lexicis» III. Theil.
als Nuncium nach Cöln. Unter Jnnokentio X. ward er B>«schoff von Rimini und Nuncius zu Neavolis, von dannen eraber um einiges Versehens halber unter Clemente X . zurück be-ruffen, und nach seinem Bißthum gewiesen ward. An. 168».machte ihn Jnnocentius XI. zum Cardinal, wollte ihm auchdie Legation von Bologna geben. Allein Galliv starb, ehe erdieselbe antreten konnte, an. aügz. im 71. jähre. Palatii fast.Card. tom. IV. Ugkellus, Ital. sacr. tom. II. p. 441.
Gallipoli, eine kleine wohlgebaute und bevestigte stadt istder Neapolitanischen landschafft Otranto , am Golfo di Ta-ranto, nebst einem guten Hafen und Bißthum, welches unterden Ertz-Bischoff zu Otranio gehört. Sie treibt starcke Hand-lung, liegt auf einer erd-spitze, welche gantz mit dem meeeumgeben, und nur durch eine brücke, welche ein vestes schloßbeschützet, an das land gehängt ist.
Gallipoli, auf Türckisch Gelbole , eine stadt nebst einemguten Hafen in Romanien , an dem Stretto di Gallipoli, hat;. Welsche weilen im umfang, ist aber mit keinen mauren um-geben. An. 1707. wurde sie sehr ruinirt, als das feuer einpulver-.magazin angriff. Ihre einwohner sind Griechen, JudenUNd TÜrcken. Gillius, de Bosph. Thrac.
* Gallis , (Peter) ein an. i6z;. gebohrner landfchaffts,Mahler, welcher, nachdem er seine kunst eine zeitlang zu Enck-huysen getrieben, sich nach Hoorn begeben hat, um allda dieaufsicht über eine lehne-banck zu übernehmen. Diese beschäff-tigung hinderte ihn doch nicht in seiner kunst immer weiter zu ge-hen. Erstarb an. ,697. Weyermann.
* Gallo, (Ich. Baptist«) siehe Gellius oder Gellus.
Gallois , (Johann) wurde zu Paris den 14. iun. an.16}2. gebohren. Sein vatter war Amdrosius Gallois, Advocatbey dem Parlement, und seine mutier Francisca de Launay.Weil er den geistlichen stand erwehlt, sich auch zum Priesterweyhen lassen, so waren seine vornehmste studien auf die Theo-logie , Kirchen-Historie, Kirchen-vätlcr, die heilige Schrift a»sich selbst, und auf die Orientalischen sprachen gerichtet. Da-bey aber machte er grosse progressen in der profan - Historie, inder Teutschen, Spanisch - Englisch - und Italiänischen spräche,den mathematischen wiffenschafften, der Physic und in der Me-dicin , w«e auch insonderheit in der erkänntnis von allerley gu.ten büchern. Die erste fchrift, so von ihm an den tag kam,war eine Lateinische Übersetzung des Pyrenäischen friedens-schlus.ses. Hernach, als Mons. de Salo , geistlicher Rath in demParlement zu Paris , ein Journal des Savans heraus zu gebenbeschlossen, nahm er dabey diesen Gallois zu seinem gehülffenan. Die allzu grosse freyheit zu censiren, welche sich Mons.de Salo bey dieser arbeit gab, verursachte, daß dieselbe nachden ersten ;. monaten des jahrs 166;. wiederum ins stecken ge-rielh; der Abt Gallois aber, welchen »»an von der Abteyde St. Martin de Cores, die er eine zeitlang besaß, alsonennte, nahm gleich das folgende, iahr die continuation einesso nützlichen wercks gantz allein über sich, und setzte es miteben so grosser Moderation als geschicklichkeit gantze 8. jähr fort,nemlich von an. 1666. bis 167;. Hierdurch ward er unter an-dern dem berühmten Staats - Minister Colbert bekannt, wel-cher ihm nicht nur an. 1668. bey der neuangehenden Academieder wiffenschafften eine stelle gab, nebst der function eines Se-cretarii bey derselben, so lange du Hamel abwesend seyn wür-de , sondern auch an. 167;. ihn gar in sein haus und an sei.neu tisch nahm; da er denn keine gelegenheit versäumte, dieneigung, so dieser Minister zu den Gelehrten hatte, zu derenbestem aus alle weise zu secundiren An. 167z. wurde er einmitglied der Französischen Academie. Nachdem an. 168;. Col-bert gestorben, machte ihn dessen söhn, der Marquis de Sei-gnelm, zum Verwahrer der Königlichen bibliotheck , und alsdie disposition über dieselbe in andere Hände kam , half er ihm,daß er in dem Königlichen Collegio die Profession der Grie-chischen spräche, nebst einer absonderlichen Pension empfieng.An. 1692. und 169;. brachte er die Memoires der neueinge-richteten Academie der wiffenschafften in ordnung, und in ei-nen reinern stylum. An. 1699. nachdem die jetzterwehnteAcademie gleichsam eine gantz andere form bekommen, er-wehlte er für sich die stelle eines Geometrae , und nahm sichvor, die Geometrie der Alten zu untersuchen, insonderheitaber des Pavvi mathematische collectimies , mit dem nochniemals gedruckten Griechlschen tept, und einer bessern Latei.Nischen Übersetzung zu ediren; dieser gute vorsah aber ist einblosses projcct geblieben. Wider die von den neuen angenom-mene Geometriam infinit!, oder infinite parvorum. setzte er sichöffentlich, und war überhaupt kein freund dessen, was neu war,und in der gelehrten welk ein allzu groß aufsehen machte. Imübrigen war er von einer sehr getunden constitution, von einemlebhaffren und muntern temperament, von einem wüthigengeist, fertig etwas, das zu seinem zweck diente, auszusinnen,arbeitsam, wo seine ehre intereßirt schien, in seinem wandel or-dentlich, und nichts weniger, als eigennützig. Die bücherwaren seine einzige beschäfftigung und Vergnügung; er hattesich deren über 12000. angeschafft, und die begierde, selbige zuvermehren, verlohr sich nicht eher , als mit seinem tode, wel.cher den 19. apr. an. 1707. erfolgte. Hiß. du remuveßementde l’Acad. des Sciences.
Kkk Z
* Gallois,