er nach der einnähme Narva die Major-stelle, und wenig zeithernach ward er Oberst-Lieutenant unter der garde. Da er-Schlüsseldurg eingenommen/ wurde ihm die Obrrsten-stelle gege-ben / worden ihin seine Kaystrl. Majestät noch ein schönes land-guth, und einen güldenen schaupfenning von jehr grossem werthveylegete. An. 170;. und 1706. hielt er sich in Polen sehrwohl, deswegen wurde er Brigadier und General -Major. An.1718. gewann er die schlacht beyDobrim und Lezmai, widerdie Schwedische armce, welche der General Löwenhaupt com-mandiret hatte. Für die erste erhielt er den orden von St.Andreas zur belohnung, und die zweyte brachte ihm die Ge-neral-Lieutenant-stelle zuwege. Der Czaar Peter I. machte ihmauch ein geschenck von seinem reich niit diamanten versetztenbildnis, und noch mit einem schönen Ritter-guth. An. 1714.war er in der schlacht wider die Schweden , bey Wose in Finn land , General en dies, worinnen er den sieg davon getragen,einen andern erföchte er an. 1720. zu wasser wider sie, wofürer von dem Kayser einen degen und einen commando-stab,beyde auf das reichste mit diamanten versehen, zum angeden-cken überkommen hat. In diesem see-treffen hat er sich durchhulffe seiner galeeren von 4. Schwedischen fregatten meisteraemachet. Da der friede nach der Hand mit Schweden geschlos-sen worden, begab sich der Printz Gaüiczin mit seiner flotte undgaleeren nach St. Petersburg , und erhielte von dem Kayserdas general - commando über diese stadt, wie auch über dieflotte und die Admiralität. Da der Kayser von seinem Per-sischen kriegszuge zurück gekommen, schickte er den Printzen indie Ukraine , um die trouppen zu commandiren, welche vasigeRußische grentzen von dem Astracanischen an, bis an dasSchwache meer bedecketen. An. 1724. kam er zu der stelle einesGeneral-Feld-Marschalln, welche durch den tod des PrintzenRepkin ledig geworden. Endlich, nachdem an. 17;°. die Kay-serin schon aufden thron gekommen, ward er zum Präsidentenin dem Staats-Kriegs-Rath und zum Reichs-Senatoren er-kläret , starb aber bald darauf zu Moscau den 21. dec. an. 17*0.seines alters 56. jähr. Seine grossen lugenden und die Ver-dienste , welche er dem Rußischen Reich über 40. jähr lang ge-leistet, und sonderlich seine aufführung während dem letztenSchwedischen kriege, wo er seinen helden-muth hat sehen lassen,machten, daß er von jederman bedauret wurde. Memoir. du
tems.
* Gallien «', eine baase Kaysers Galliens Vallemont hältsie für eine groß-tochter Gaüieni, des mütterlichen groß-vat-ters besagten Kaysers. Sie hat Celsum, einen der ;o. ty-rannen, der in Africa zum Kayser war aufgewvrffen worden,mit eigener Hand erschlagen , wie Trebellius Pollio meldet.Nach Vallemontii meynung hat Kayser GallienuS diese ihregroßmüthige that dadurch belohnet, daß er eine güldene müntzeprägen liesse , auf deren einen feite Kaysers Gallieni Haupt,mit der Umschrift: GALLIEN ® AUGUST®, auf der andernaber die Worte: UBIQUE FAX, zu sehen waren, wie danndiese müntze in dem Königlichen Französischen müntz-cabinet an-tutreffen ist.
GallienuS , (Publius Licinius) ein söhn Kaysers Vale-riani. Selbiger nahm ihn zum Consorten des Reichs an, mitwelchem er auch in die 8. jähr, und zwar, so lang er den vatternoch zu förchten hatte, ziemlich wohl und löblich regierte, wieer dann in dieser zeit sonderlich die Teutschen zu verschiedenenmalen soll geschlagen, und Gallien von deren einfüllen befreyethaben , daher ihm auch der titlil Germania Maximi gegebenwurde. Er änderte aber seine sitten und lebens-art von der zeitan, da sein vatter von der Perser Könige Sapore gefangen wur-de. Nach diesem wurde das Römische Reich den Barbarn zutheil, indem sich bis auf die 30. Tyrannen in verschiedenen pro-vintzen auswarfen. Odenatus nahm in Orient das regiment,Macrianus ließ sich bey der armee zum Kayser machen, hier unddar entstunden noch andere kleinere Herren. Da aber Macria-nus erschlagen war, brachte Odenatus fast alles im Orient aufseine feite, Gallienus aber, nachdem er den tod des Macrianivernommen, bekümmerte sich um nichts mehr, sondern lebte inRom gantz sicher und in allen Wollüsten. Mittlerweile siel auchEgypten ab, welches zwar nach Macriani tobe wieder an dasReich gekommen, aber gleich darauf unter Aemiliano von neuemabgefallen; am meisten gab es mit Gallien zu schaffen, aüwosich Postumus, nachdem er diese provintz lange zeit wohl verwal-ket und tapfer verfochten hatte, zum Kayser auswarf, also, daßGallienus auch deswegen mit Aureolo, der sich in Jllyrien zumHerrn aufgewvrffen hatte, frieden machen, und ferne völcker inFranckreich abführen lassen mustc. Gallienus war auch dabeyin so weit glücklich, daß er Postumum in einer grossen schlachtschlüge, hatte auch demselben allem ansehen nach in kurtzem dengaraus machen können,wo ihn nicht die botschafft von empörungeiner anzahl Thracischer soldaten,fo die stadt Byzantz geplündert,dahin gezogen, Aureolus aber in dessen abwesenheit dem Postu-mo, um sich wieder zu erholen, mit fleiß luft gelassen hätte. Jn-gleichen wurde Bithynien sowol als Griechenland von r. ver-schiedenen truppen der Scythen jämmerlich verheeret, und diemeisten und besten städte eingenommen, allwo jedoch zuletzt diefeinde tapfer sollen zurück geiaget und grösten theils erschlagenworden seyn, und zwar meistentheils durch des Gallieni Kriegs-Oberste, wie auch zum theil durch ihn felbsten, wie er dannnoch fleiß soll angewandt haben, die zerstörte städte wieder auf-
zurichten. Über dieses, daß die Gothen in Macedonien cina,.fallen waren, wurde das land auch durch pestilentz und ddLhart mitgenommen, wodurch viel tausend Personen ibrlb»eingebuffet haben, und viel städte versunckcn sind Mo d.-mTrebellius Pollio zu trauen, so müssen wir glauben, daßGallffnns dieses alles wenig geachtet, und nur gepflegt seinen spott ^mrt zu treiben, wenn ihm der abfall einer provintz verkündigwurde; in den Wollüsten macht er ihn so ersoffen, da« er &seines vatlers gefangenschaffc gar nicht soll zu hertzen gezogn.viel weniger an seine deyreyung gedacht, ja solches vielmehr «er-ne gesehen haben, weil er ohne dem dieses beschwerlichen Hof-meisters verlangst gern wäre überhoben gewesen. Allein Malle andere geschlcht-schreiber reden besser von ihm, und ist auchin der that nicht zu laugnen, daß dieser Kayser mehrmals selbstzu selbe gezogen, und vor dem feinde gar wunden emvsanaenhabe; und was seines vatters gefängnis betrift, so ist es «ndem tage, daß die in den nächst an Persien grenyenden pro-vintzen entstandene emporungen ihn, wann er es auch noch sogut im sinn gehabt hätte, doch nothwendig wurden verhinderthaben, bis dahin durchzudringen; wobey noch dieses gellenkan, daß eben Odenatus immer hat wollen angesehen seyn,als ob er für Gallienum seine kriege wider die Persern sühnteund selbigem die von ihnen gemachte vornehme gefangene meh-rentheils zugeschickt. Nachdem dann Odenatus die Perserziemlich gedemüthiget hatte, mit denen er wegen des gefangenenValeriani angebunden, trug ihm Gallienus das halbe Kayser-thum auf; und als dieser todt war, vermeynte Gallienus diegelegenheit in acht zu nehmen, die Morgenländische provintzenwieder unter seine gemalt zu bringen» und schickte deswegen He-raclianum mit einer armee dahin ; dieser aber wurde bald vondes Obenati wittib, der tapfern Zenobia , geschlagen, und diebotschafft, daß nun auch Aureolus sich in Rhätien zum Kayseraufgewvrffen, und bis an Mayland angerücket, zog Gallie-num neben allen seinen trouppen und Generalen dahin. Ersoll auch würcklich Aurcolum überwunden und zu Maylandselbst belagert haben, kam aber samt seinem söhn Galliens nochvor eroberung der stadt durch heimlichen auffatz der stinigen umdas leben, und zwar, wie einige wollen, solcher Personen, welcheAureolus durch falsch errichtete briefe glauben gemacht, daß ,ieder Kayser tödten wollte. Sonsten ist noch zu melden, daß Gal.lienus ziemlich gelehrt, und von einem durchaus treflichen in.genio gewesen, auch seiner zeit bey nahem die besten Lateinischeverse geschrieben, wovon auch noch einige sehr schöne muster vor-handen. Trebellius Pollio, in vita. Eutropius . Zßmus. ArnliuiVittor. *
Gallienus , (Saloninus) war des vorigen Gallieni söhn,und hatte seinen nahmen von der stadt Salona, in welcher er gc-bohren worden, oder, welches noch gläublicher,von seiner mutierCornelia Salonina . Er ward von seinem vatter an. 261. zumCaesar gemacht, nachdem jener den tod seines ältern sohns Cornc»lii Salonini vernommen, welchen die soldaten Posiumi zu Cölngetödtet hatten; konnte aber solcher ehre ebenfalls nicht längergemessen , als bis in das siebende jähr feines alters, da er nebenseinem vatter zu Mayland umkommen,wie davon in dem vorigenartickul nachzusehen. Trebellius Pollio, in vita. Eutropius , lib.IX.Aurtlius Vinor. Zonaras. Zoßmus. *
* Gallim, eine stadt oder flecken, 2. Meilen von Jerusalem in einem sumpfichten orte gelegen, dadurch die Assyrer reiferen,als sie Jerusalem belagern wollten, so Cellarius, nor. orb.ant. III. 1;. §. 166. zu Juda rechnet. Es geschiehet desseni. Sam. XXV. 44. und Es. X. 3°. Meldung, und wird an die-sem letzter» orte mit zwey andern städten des stamms Benjamin,Laisa und Anathoth zusammen gesetzt, daß es scheinet, Gallimsey, wo nicht in dem stamme Benjamin, doch gewißlich nichtweit davon entlegen. Hieronymus erwchnet eines Gallim, sonach diesem Accaron genennet worden, und folglich bey Beth.semcs gelegen , welches aber hiemit keine verwandtnis,hat.Aus diesem ort war der Palthiel gebürtig, dem der KönigSaul seine dem David vermählte tochter Michal zum weibe gab.1. Sam. XXV. 44-
Gallimcus, ein Exarchus zu Ravenna , succedirte an.MRomano. Er behielt das Erarchat 4. oderjähre, und übn»fiel ohnversehens des Lombardischen Königs Aigulphi eydamund tochter, welches einen krieg verursachte. Gregorius, üb. YILep. 100. Baro». Scaliger.
* Gallio , (Annäus) ein bruder des Senecä Philosophi, Oitfzuvor Marcus Annäus Novatus, nahm aber hernach dem Luci»Junio Gallioni zu ehren , der ihn adoptirt hatte, diesen nah-men an. Durch seines bruders recommendation erhielt er vomKayser Claudio das Gouvernement über Achaja , und damai»geschahe es, daß als der Apostel Paulus dahin kam, va«Evangelium zu predigen, und darüber angeklagt wurde, Gal«lion sich weigerte, diese fache zu entscheiden, weil es die ehreund ihr gesctz betraf, darüber er gar in den verdacht gerathen,als ob er den Christen nicht nngeneigt sey. Apost. ss>esch>ehttXVllL 12. Einige sagen, obwol mit schlechtem gründe, baßdurch diesen Gallion der Apostel Paulus mit dem Seneca infreundschafft und brief-wechsel gerathen. Er wurde zuletzt vondem Kayser Nerone zum tode verdammt,undEusebmslachrcm.meldet, daß er sich selbst umgebracht habe. Baronius. TactM,ann. XV. 71. Seneca, de vita beat. I. epiit. 104.sylv. II. 7. 15. 32. Lipfius , vitaSenec. c. ,. Antonius , bibl.