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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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komme». Catnpanile, dellArmi overo infegne dei Nobili & fa-miglie del Regno di Napoli. Hist. remarquen 1704. p. 204.

* (Aalluccius , (Carolus ) ein Medicus, war zu Mcßinain Sicilien den 24. jan. an. >6,;. gebohren, sein vatter aberwar aus einem Neapolitanischen geschlecht entsprossen. Erwurde an. 1656. Medicin« Doctor, und darauf ein Mitglieddes Loliegil Medici in seiner vatter - stadt, woselbst er auch an.1707. noch am leben war. Man hat von ihm Medicinam com-pletam ad Galenistarum mentem, davon der I. tomus slll, 1705.in 4. heraus gekommen. Mmgitoris bibl. Sicula.

* GaUura, war ehedessen eine provintz in Sardinien , wel-che ihre besondere Fürsten hatte, die den nahmen von Richternführeken. Nun ist es der östliche theil der provintz Logudori,wo noch einige gegende» GaUura heissen, welche den nahmenvo» der ehemaligen Galluraische» provintz behalten , und davondie eine Gallura ds Oominis, die andere aber GaUura de Po-sada genennet Wird. Baudrand.

Gallus, wird vor einen jüngling ausgegeben, den Marssehr werth gehalten, und allezeit mit sich genommen, wenn erder Venen eine heimliche visile gegeben, damit er unterdessen,da sie ihre liedes-händel mit einander trieben, auf der schildwachestehen, und verhindern möchte, daß sie nicht jemand, und beson-ders die sonne darinnen verstörte, und ohuversehens überfiel.Allein da Gallus einsmals über seinem wachen eingeschlafen,kam die sonne ohuversehens, entdeckte ihr geheimnis, und thatsolches dem Vulcanv kund, welcher sie darauf alle bevde nackendmein künstlich netz zusammen verstrickte, und den andern göt-tern zum gelachker darstellete. Dieses verdroß den Martem der-gestalt, daß er alsofort seinen jüngling in einen Hahn verwandelte,welcher hernach allezeit vor der sonnen anfgang mit seinem ge-schrey ein zeichen geben müssen. Diese fabet bedeutet die kraffkder planeren, die genaue gesellschaffc zwischen der liebe und lapfer-keit, die würckung der sonne und die sympathie zwischenihro und dem Hahne; wiewol andere haben wollen, baß da-durch angezeiget werde, welcher gestalt furcht und eifersucht alle-zeit böse thaten begleiten, wie auch, daß es gefährlich sey, der-gleichen geheimnisse jemanden zu vertrauen, wenn es auch diebesten leuthe in der weit waren. Homers Odyff. üvidiut, 11 . dearte. Nuta/is Comitis mythol. lib. II.

Gallus, ein fluß in Phrygien , welcher aus den bergen Ce-lsems entspringet, und sich in den fluß Sänger ergeußt. DasWasser dieses flusses soll die lügend haben, daß es, wo es mäßiggelruncken wird, das gehirn reiniget, wo man aber dessen allzuvielzu sich nimmt, den menschen rasend machet. Pimius. Ferrarius.

Gallus, (C- Vibius Tredonianus) ein Kayser, gebürtigaus der insul Meninr, heut zu tage Gerbes, war erstlich Gou-verneur in Mösien unter Decio, verursachte aber hinterlistigerweise dessen Niederlage und tod , da er ihm im krieg wider die Bo-then rieche, solche durch einen pful anzugreiffen, mit Versiche-rung , daß man ohne mühe durchkommen könnte, und der feint»leicht zu schlagen wäre. Wie nun hiedey Decius umkam,ließ sich Gallus von seinen unterhabenden trouppen, welche ermit fleiß gesparet, zum Kayser ausrüsten, wurde auch nebenseinem söhn Volusiano an. 251. von dem Rath bestätiget. Ermachte darauf mit dem feinde einen schimpflichen frieden, ließihn mit aller beule nach Hause ziehen, und versprach ihnen nocheinen jährlichen tribut. Doch kamen sie bald von neuem wie-der , verwüsteten gantz Thracien und Griechenland , und setztenendlich gar in Asien über; worzn den» noch eine heftige pcsti-lentz kam, welche fast aller orten im Römischen Reiche viel volckshinraffte. Sonst wurden auch die Christen unter dieser regie-rnng fehr verfolget. Als Aemilianus in Mösien sich auswarf,und Gallus neben seinem fohn Volusiano wider ihn zogen, wur-den sie, da sie kaum 2. jähr regiert hatten, um das jähr 254.bey Terni der Jnteramna in Italien von den ihrigen selbst um-gebracht. Eutropius , lib. IX. c. ?. Aureiius Viflor , de Caesar.Zoßmus, lib. I. Zonaras , tom. I. *

Gallus, ein söhn Constantii, eines bruders Constantini M.und des Iuliani Apostat« bruder. Obgleich ihn die Historiciimmer Gallum nennen, so heißet er doch auf den müntzen nieanders, als Flavius Claudius Constantius. Er wurde mitgrosser sorqfalk erzogen, vornemlich aber in der H. Schrift wohlunterrichtet, nahm auch nebst seinem bruder den geistlichenstand an, und vertrat die stelle eines Lectoris in den Versamm-lungen der Christen, war aber von gantz anderer Humor alsderselbige. Es wird erzehlet, baß, als sie zusammen vorge-nommen hatten, auf gemeine kosten dem Märtyrer Mammas zuehren eine kirche zu erbauen , des Galli theil gar bald fertig wor-den , das andere aber niemals zugenommen. Der Kayser Con-stanlius machte ihn an. 1. bey schlechtem zustande des Reichszum Cssare, und gab ihm seine schwcstcr , Constantiam , Anni-valliani wiltwe, zur gcmahlin. Bey antritt seiner regierungbezeugte er seinen eifer, indem er das Oraculum Apollinis, so inder vörstadt von Antiochien , Daphne genannt, befindlich war,aufhub, und damit er solches desto leichter zu stände richtenkönnte, die gebeme des Märtyrers Babylas dahin bringenließ. Er verbrannte der Iüden stadte, die rebellirt hatte»,soll auch sonst in Orient ziemliche ehre eingelegt haben, wiewenigstens einige Christliche scridenten, so ihm wegen demfür die religion bezeugten eifer sehr günstig sind, erzehlen;andere aber machen die fache sehr gering, und melden

vielmehr, daß dieser Gallus sonderlich zu Antiochien in Syrien ,wo er sich am meisten aufgehalten, grosse grausamkeiten , auchgegen wohlverdiente manner, verübt, und also dem Constantiomehr als zu viel ursach gegeben habe, ihn zu entsetzen und zutöbtcn. Die erstern aber wollen, Constantius wäre über das all-zu grosse ansehen Galli jalöux worden. Sein tod erfolgte in demvierten jähr nach seiner Wahl an. }S4· zu Poln , einer stadt inJstrten, oder zu Flanno, wie Jdacius will. Socrates, üb. 111 .So2omentis, üb. V, Tbeodoretus, lib. III. Amm. Marcel, üb.XXIV. Gregorius Nazianz. orat. I. in Julian. Jdacius, inchron. Pbiloßorg. *

Gallus, C Carolus) gebohren zu Arnheim in Geldern an,izzo. ward Prediger zu Devcnter in dem Hertzogthum Eleve,und folgends an. 1587. Professor Theolog!« zu Leiden, allwoer an. 1616. gestorben. Er hat einen Lateinischen Comment-,-,rium über die Offenbarung, und ein Teutsches buch wider dieAnabaptisten geschrieben. Vit. Pros. Leidens.

Gallus, (Iacobus) ein Rcchtsgelehrter, war aus eineredlen familie zu Neapolis entsprossen, und da er sich den ruhn»der gelehrsamkeit und frömmigkeit erworben harte, brauchteman ihn einige jähre zum lehren. Nachgehends zog ihn die Re-publick Venedig nach Padna, allwo er 16. jähr Professor gewe-sen, und im may an. 1618. seines alters 66. jähr, gestorben.Er hinterließ unterschiedene wercke, davon sein söhn AlexanderGallus einen theil ans licht gegeben. Derselbe war den ;. apr.an. 1579. gedohren, und studirte das Jus Civile und Canonicum.Da er in Franckreich und Italien reisete, hielt er sich einezcit^lang am Römischen Hofe auf, und gieng nachgehends nachNeapoli, daselbst ein theil von seines vatters büchern druckenzu lassen. An. i6;a. ward er Bischofs zu Maffa, und start»an. 164;. Tbomaßni elog. P. I.

Gallus, (Nicolaus) ward zu Köthen , einem städtgen inSachsen, an. ir»6. gebohren, studirte unter anführung Me-lanchthonis, und predigte nachgehends zu Mannsfeld und an-derswo. Sonderlich ward er an. 1542. als die stadt Regenspurgdas Evangelium angenommen, und Prediger aus Sachsen be-gehrte, von Luthero »eben dem Hieronymo Nopo dahin geschickt,und verharrele allda, bis man nach dem unglücklichen ausgangdes Schmalkaldischen krieges den Protestirenden aller orten dasInterim aufdringen wollte. Er kam also wieder nach Witten -derg , und weil er da sahe, daß Melanchthvn nicht alle artickeldes Interims gleicher Massen verdammte, schlug er sich alsobaldzu Flacio lllyrico ; und also machten von diesem an sie beydeihrem frommen alten Prasceptori bis an sein ende viel Verdrußund quaal. (Siehe Melanchthon.) Gallus kam nach etwaszeit gen Magdeburg , verharrete allda währender belagerung die-ser stadt, und half an den berühmten Centuriia Magdeb. mitarbeiten. Man berief ihn nachgehends wieder nach Regen-spurg; er ist auch um das jahr i5t8. Prediger in Steyermarckgewesen, und hat die Evangelische kirchen sowol in dieser pro-vintz als anderswo in den erblanden einrichten helffen. Er hat an-merckungen über die Epistel Pauli an die Galater, predigten, rc.geschrleben. Sleidanus, bist. lib. XXI. Cbytraus, Sax. chron.Gefaerus, bibl. Camerarius , vit. Melancht. Tbuanus, hiftor.Adam i, vit. Theol. *

Gallus, siehe Asimus Gallus, und Lestius.

Gallus, ( Poeta ) siehe Cornelius Gallus .

* Gallus, (Andreas) ein Medicus von Trient , welcherhe» Kayser Ferdinando I. als Leid-Artzt in diensten stunde, undFasse« de Feste & Peripneumoniapestilentiali geschrieben hat.

* Gallus, (Paschalis) ein gelehrter Medicus aus Poitou,storirte zu ausgang des XVI. und ansang des XVII. secuü, warProfessor Medicin« zu Pvitiers , und schrieb Ilibliothecarn Me*dicam &c. so zu Basel an. izyo. in 8 . gedruckt worden.

* Gt. Gallus, war ein Jrrländer, und des H. Columbantschüler. Er hat im VI. und VII. f«culo gelebt, und ist mitColumbano an. y66. aus Irrland gezogen, über das Britan-nische meer geschiffet, und in Franckreich angelandet, da eracht und vierzig >ahr gelehret und geprediget, und zu Tücken, ei-nem flecken an der Limmat , die götze» in den see geschmissen,und alle abgötterey, wo er hingekommen, zerstöret hataberan. 614. nach Teutschland, und daraus in die Schweitz gegan-gen , da er in einer einöde im Thurgöw eine kirche, und um die-selbe 12. eellen vor seine schüler soll gebauet, zuvor aber denteusel, welcher m selbiger gegend sonderlich sein spiel gehabt,und die häufig daselbst sich aufhaltende schlangen vertrieben ha-be» , welches der ansang zu der berühmten Abtey St. Gallengewesen. Er soll dereinst zum Bischoff von Costnitz seyn er-wehlel worden, daher ihn Bruschius unter die dasige Bischöffezehlet, und die eilfte stelle anweiset, er hat aber das angetra,gene Bißthum nicht angenommen, sondern einen andern, nah-mens Johannem, darzu vorgeschlagen , bey dessen weyhung erauch selbst eine rede gehalten , welche in Canisii lectionibusantiquis tom. I. p. 77t. edit. Bafnag. tom. I. append. p.edit. Ingolstad. zu lesen ist. Er starb den 16. oct. um dasjähr 646. im hohen alter, indem er bereits sein 9*. jähr er-reichet hatte. Seine lebens-beschreidung hat man von Wale-ftido Strabone, welche in Goldasti ssriptoribu« rerum Alle-mannic. P. II. p. 146. stehet, ingleichen auch von Petro deNatal. catal. SS. IX. 72. Man erzehlet viele wunderwercke

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