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in Peru , welcher landschafft sie vor zelten die Haupt - stadt ge-wesen. Sein vatter war ein Spanischer Edelmann, und heu-rathete eine frau aus dem geschlechte der Incas , welches dieFürsten dieses landcs gewesen. Deswegen sich der söhn auchAnca genennet. An. 1560. begab er sich aus Peru in Spanien ,da er seine schriften in spanischer spräche ausgearbeitet, wei-che sind: Historie der Pncas , Könige von Peru ; Historie dereinnchmung von Florida . Sie wurden schon an. i6;z. insFranzösische übersetzt von Ioh. Balduino, und zu PariS in 4.herausgegeben. Allein an. 1704. kamen sie in Holland verbes-sert heraus. Die beste edition ist ausgegangen an. m 7 · Am sterdam in 4. zwey tom. Bibl. Rah.
Aarda, siehe Garder - see.
Aarde, eine stadt in Grönland , worinnen sich ein Bischoffbefand , welcher des Ertz-Bischoffs zu Drontheim Sussraganeu?war. Sie lag an dem meere, und ist vor mehr als 200. jährenruinirt worden. Givers, von Grönland .
t^arde, (Antonia de la ) siehe Houlieres.
(f-ardeleben, Garleben oder Gardelegen , hieß ehedem,wie ewige wollen, Iftnburg oder Iftrnburg, von der gleichdabeo gelegenen ehemaligen vestling, nunmehrigem schloß, derervon Alvensleben, die es schon an. 1,4z. besessen, so noch heu-tiges tages die eiserne schnippe (das ist, fauces ferreae) genanntwird. Es ist eine Churfürstlich-Brandenburgische stadt in deralten Marck, ander Milde gelegen, die wegen ihrer vortreflichengärten und hopfen-baueS sehr nahrhafft, wie denn ihr nahmenund wapen daher entstanden seyn soll, welches letztere nebst ei-nem Halden adler drey mit Hopfen umgebene stangen vorstellet.Sie soll an. 924. von Henrico Aucupe wieder aufgerichtet , undhernach bis an. 1478. eine frey-stadl gewesen seyn. Weil sie seitan. 1547. etwas bevestigct, hat sie im dreißigjährigen kriege vielerlitten, indem sie bald von dieser, bald von jener partey ein-genommen worden. Von an. 164;. bis an. 1647. ist sie vonden Schweden aufs beste bevestigct worden ; Churfürst Frie-drich Wilhelm aber hat die wercke an. i6;g. wieder nieder,reissen lassen. Die vielen feuers - brünste haben gelegenheitgegeben, daß die stadt immer schöner aufgebauet worden, da-her sie jetzo an gebäuden fast allen in der alten Marck vorzu-ziehen. Von ihr hat die Gardeleber - heyde den nahmen,welche fast bis an die Elbe gehet, und viel tausend stück wildernähret. Das hiesige bier, der Garley genannt, ist sehr be-rühmt. Script. Brandenburg . Gchultz , tr. von der stadtGardelegen .
Gardensee, eine kleine stadt in dem Polnischen Preussen, inder landschafft Pomesanien, zwischen Graudentz und Marien-werder, an einem kleinen see gelegen.
(Narder - see, Italiänisch Lago di Garda , einer von dengrollen seen in dem obersten theil von Italien , dessen länge sichauf ohngefehr sieben, die breite aber auf zwey oder anderthalbe,und an etlichen orten auch kaum auf eine einzige Teutsche meileerstreckt. Den nahmen hat er von einem kleinen daran gelege-nen städtlein, welches zu dem Veronesischen gebieth gehöret.Dieses Veronesische terntorium umgiebt diesen see auf der ei-nen, gleichwie das Brescianische auf der andern feite» nur einstück von dem obersten theil ausgenommen, welches an das Tri-dentinische Bißthum grentzet. Man findet darinnen in grossermenge eine gewisse art von delicaten fischen, welche von denJtaliänern Garpioni genennet werden, ingleichen ziemlich vielforellen. Bey ungestümen Wetter ist sehr gefährlich daraus zuschiffen, und zu gewissen zeiten thut er durch seine ergiessungden benachbarten sehr grossen schaden. Im übrigen ist die gantzegegend nicht weniger anmuthig als fruchtbar. Vor alters hater Lacus Benacus geheiffen. Leand. Albert /, descript. Ital .Schauplatz des kriegs in Italien , p. $48. volckmanns
GARDES DU ROT, sind gewisse bestellte Officirer, soblos anf des Königs in Franckreich leib warten. Es werdenselbige in die Garde? in dem Louvre und ausser dem Louvre oderHof, wo sich der König immer aufhalten mag, unterschieden.Die erstem , welche nemlich in dem Königlichen pallast aufwar-ten , sind die Garde? du Gorp? , die 100. Schweitzer, und dieGarde?, welche im eingang des Louvre wache halten; frühe um6. Uhr von den Garde? du Gorp? die schlüssel des thors im pal-last überkommen, und ihr solche abends um 6. uhr wieder ein-händigen ; welchen auch die compagnie der Garde? de la Pre-vöte de l’Hotel beygefüget wird. Die Garde? ausser dem Louvresind die compagnie der leichten reuterey, das Französische regi«ment der Garde? zu fuß von zo. compagnie», das Schweitzeri-sche regiment der Garde? zu fuß von 12. compagnien» 2. com-pagnie n Grand - Mousquetaire? ■»’. pferb, und 100. Edellenthe,genannt au Bec de Corbin ; welche letztere an. 1727. von KönigLudovico XV. abgeschaffet worden. Etat de ta France. Soü-verainen von Europa , p. 66.
GARDES DU CORPS DU ROT, sind gewisse Offici-rer , welche des Königs Person wider alle diejenige, so widerDessen leben etwas unternehmen möchten, zu beschützen bestellet.Man liefet in der Historik von Tours, daß Knntramus, Königvon Qrleans, als er gesehen, daß seine zwey brüder, der eineKönig von Austrasien zu Metz , und der andere zu Paris restdi-
rend, gelobtet worden, seine person durch eine grosse omafiiOfficirer habe bewahren lassen, die ihn überall begleitet. M.lippus Augustus, als er in dem gelobten lande war, bestellte an1192. gewisse soldaten, seine person wider allerhand nächsteslungcn zu beschützen , welche man von dem selbiger zeit allbvuso beschrienen alten auf dem berge besorgte; wiewol er stg,nach diesem deren auch in seinem Reich, und nahmentlich an12,4. in der schlachl bey Bovines bedienete. Carolus Vifnahm verschiedene Schottländer unter seine garde, welche ihmder Graf Boucan und Duglas zugesührel hatten, um dieEngelländer aus Franckreich zu vertreiben. Sein NachfolgerLudovicus XI. richtete eine compagnie von 100. Lantzierern zuseiner garde auf, deren ein jeder 2. bogen - schützen haben sollte,wie er denn hernach aus diesen 200. bogen - schützen seine kleineleib-garde formirte. Eben selbiger König behielt auch auf re-commendation Carvli Vll. die Schweitzer in seinem dienst, undals er an. 1481. mit ihnen eine alliantz gemacht, nahm er einecompagnie von selbigen zu seiner ordinari leib - garde. Ca-rolus VIII. richtete an. 1497. eine neue compagnie von der gardeauf, und Franciscus l. stellece eine comp-gme von 60. bvgen-schützcn, welchen er ein jähr darauf 4t. beyfügte. Endlichsind alle diese compagnien von der garde auf den fuß, wie stejetzo stehen, eingerichtet; nenssich die 4. compagnien der Gar.de? du Gorp? , so aus Schottländern und Franzosen bestehen,und die 100, Schweitzer, so ebenfalls die ordinari garde desKönigs ausmachen. Wobey gleichwol noch in acht zu neh-men daß, ob zwar der ersten compagnie der Französischen Garde? du Gorp? allezeit der nähme der Schotten und derSchottischen compagnie bis anhent geblieben, die Edellenthedavon dennoch schon seit langen jähren nicht mehr aus diesernation, sondern alle von Französischer ankunft und gedurt sind.Der Capitain von der Französischen garde, welcher die auf-wartung hat, hält sich allezeit hinter dem Könige, er mag seynwo er will, und ist niemand vergönnet, zwischen ihn und denKönig zu treten, damit er selbigen allezeit im gesichte behaltenmöge. Er ist stets in des Königs gemach , und hac des nachtsdie schlüssel unter seinem Haupt - küssen. Wenn der König ei-nem fremden Abgesandte» audientz giebt, empfängt ihn der Ca-pitain bey dein eingang des saals, und führet ihn bis an dessencammer, allwo er bey den schrancken stehen bleibt. Wenn dieaudientz ertheilet, führet er den Ambassador wieder zurück bisan den eingang des saals der Garde?, welche alsdenn ordentlichin glieder gestellt sind. Sie müssen täglich für der Königlichenancicbambre aufwarten, und des nachts bewachen sie diethvre des Louvre, oder eines andern pallasts, wo sich der Kö-nig aufhält; wie sie denn täglich die thor - schlüssel des vor-nehmsten Hofes im Königlichen schloß durch einen Schottlän-dischen Brigadier holen lassen, und selbige von 6. uhr abendsan bis um 6. uhr des morgens behalten, alsdenn sie des tageSüber von der Garde de la Porte abgelöset werden. Wenn derKönig reiset, gehen sie hinter ihm, und treten auf beyden fei-ten der carosse, so bald der schlag aufgemacht wird. Diegarde von der Schottischen compagnie bewahret allein die kirch-thüren, worinnen sich der König befindet, und wenn der Kö-nig zu Wasser reiset, so gehet keine andere garde, als alleindie Schottländer mit in das schiff. Gregohw Tun», lib. VII.Du Tillet , etat de la Trance. Europäischer Herold, P. 11 .pag. 52. *
GARDES DE LA PORTE, oder thor - wache, sindKönigliche Officiers, welche des tags über in dem Louvre odereinem andern Königlichen pallast die wache haben. Sie bestehetaus 90. mann, von welchen 12. oder i z. einander alle vierteljähr ablösen; sie sind init einem carabiner und bantolier verse-hen, worauf 2. kleine schlüssel gestickt sind. Sie führen einenblauen rock, so flammen - weise mit sicher versetzt ist. Sonsientrugen sie einen trabanten-rock, gleich denen von der Garde de laPrevöte de i’Hotel. Sie werden durch einen Capitain comman-dirt, welcher 4. Lieutenants unter sich hat. Etat de la France.Europ. Herold, P. ll. p. 52.
GARDES DE LA PREVOTE' DE L’HOTEL,bestehet aus 88. mann, ohne die Officirer, welche der Grand-Ptevöt commandiert, und thun sie nur ein viertel iahr Wechsels,weise dienste. »Wenn der König aus seiner residentz gehet, odermit 2. vferden ausführet, so bleiben sie nur in zwey reihen aufder parade stehen, bis der König vorbey ist. Ihre Verrichtungbestehet vornemlich darinnen, daß sie die verdächtigen Personenaus Zden Königlichen Häusern schaffen, oder aber nach gestaltder fachen, auf gegebenen befiehl, gefangen nehmen. EMdt
la France.
GARDES, oder regiment der GARDES, werden in bicFranzösischen und die Schweitzer-Garde? eingetheilt. Das regi-ment Französischer Garde?, als das vornehmste, bestehet aus ;o.compagnien, und 2. compagnien granadiers, deren lebe in 120.gemeinen und 4. Sergeanten, ohne die Ober-Officiers bestehet,ük werden alle zusammen von einem Obersten commanbirl,und haben allezeit die wacht auf der rechten feite. Ihre Hauvt-leuthe tragen ein vergüldetcs drust-stück, anstatt daß der Offici-rer von der Schweitzer-garde nur übersilbert ist; auch haben sieihren eigenen Richter. Das regiment aber der Schweitzer-gardebestehet aus 12. compagmen. Der König Ludovicus XIV.machte den Hertzog von Maure zum General - Colonel darüber.Alle Officirer und gemeinen dieser beyden regimeiiter müssen