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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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breit, und i$. tag-reisen von des Ammonis tempel abgele-gen , wie Strabo bezeuget; es soll sich noch heut zu tage einestadt nahmens Garama darin» finden; nunmehro ist es einstück des Königreichs Borno , und die einwohner darin» sindtheils weiß , theils schwartz, aber dabey gesprächig und derhandelschafft ergeben. Die weider haben sie unter sich gemein,und fragen nichts nach der religion, dergleichen leichtsinnigkeitauch schon vormals den alten Garamantern ist angemerckel wor-den. P/tnius, üb. VI. c. 8. Strabo , lib. XVII. Virgilius , iEncid.Qluverus, üb. VI. c. 4.

Oaramas, ein berg in Asien , ist ein stück des Caucafi,an den grentzen von Jberien, aus welchem der siuß Phasis ent-springet. terrariur.

Eiarasse, (Franciscus) war von Angouleme gebürtig,und trat an. 1601. in die Societät JEsu. Er hat sich dadurchsonderlich bekannt gemacht, daß er wider die Libertiner, sowvlin der religion als Republick, wie nicht weniger wider die feindefeines ordens einen grossen eifer bezeuget. Er wurde wegen sei-nen äusserlichen gaaben zum predigen höher astimiret, wenn erauf der cantzel stund, als in seinen schriften ; denn was dieseletztere betrift, als er darinn die wichtige materie vornahm,wider die Libertiner zu schreiben , hat er nichts darmit ausge-richtet , als solche nur desto stchercr zu machen; theils, indemer die fache auf eine recht spöttische weise angegriffen, und seinbuch mit gantz lächerlichen erzehlungen und rechten harlequins-einfallen erfüllet, theils auch, indem er nicht sattfame gründebrauchte, und zum öftern falsch allegirte. Unter seinen-chern sind vornemlich bekannt: La Dodrine curieuse des beauxEfpits de ce tems ; les Recherches des Recherdies & autresOeuvres dEtienne Pasquier , weshalben er aber von des Pas-quicrs sühnen viel anfechtung gehabt; la Somme Theologique des Verites Capitales de la Religion Chretienne, welches buchdas fundament der hernach zwischen den Jansenisten und Jesui­ ten entstandenen streitigkeiten seyn soll; Rabelais retbrme undandere, so er ohne nahmen geschrieben. Er starb an der pestim Hospital zu Poitiers den 14. jun. an. i 6 ;i. seines altersim 46. jähre, nachdem er von seinen Obern erlaubnis erhal-ten , die an der pest daselbst liegende zu besuchen. Alegambe,

pag. 124. ßayle. *

Garatus, (Martinus) ein berühmter Rechtsgelehrter desXV. seculi, wurde von seinem vatlerlanbe Lodl , Laudensis ge-nannt. Er hat viel stachen geschrieben , als : Commentariuniad Feuda ; Tractatum de Bello & Duello ; de Cardinalibus;de Primogenitura ; de Castris & Castellanis; de Confoederatis.Panciroüus , de JCtis lib. III. c. 96. Villanova, in hist. Laudis. Pompejae lib. III. circa fin.

* Garbitius , ( Matthias ) ein Philologus aus Selavoniengebürtig , siorirte in der andern helfte des XVI. feculi , undwar Professor Graecae Linguae zu Tübingen . Man hat vonihm Interpretationen, & Schoüa in'Hesiodi Opera & Dies,ingleichen m Aeschyli Promerbeum , welche beyde zu Basel beyOporino heraus gekommen; und verschiedene Carmina. Cz-mit-tmgeri Hungaria ütterata.

* Emrcäus , (Johann) ein Lutherischer Theologus, wurdean. 1562. Lulperintendent zu Neu - Brandenburg , an. 1572.Dodor Theologiae zu Wittenberg , und starb an. IZ74. in dem4;. jähre seines alters , nachdem er tresTradatusdeTempore,Wütenderg r;6z - 6;. in 8. de erigendis Figuris Creü, Verifi-cationibus , Revolutionibus & Diredionibus, ib. 1556. in 8.Aleteorologiam, ib. r;68- in 8- Flarmoniam de Ratione Insti-tutionis Scholastic*, Thore» 1 588. und Astrologia : Methodum,Basel 1576. rc. geschrieben. Cottschling. Praecept. Neo-Bran-denb. Hyde.

* Earcäus, (Joachim) ein söhn Iohannis Garcäi, warerst Professor der Griechischen spräche zu Francksurt, hernachiLupcrintendent und Pastor Prirnarius zu Sorau , da er aberabdanckle, und endlich Passor und Superintendent in der Neu-stadt Alt - Brandenburg wurde, allwv er an. ,6;,. mit tvdcabgegangen. Er war ein sehr gelehrter und geschickter mann,und correspvndirte mit den vornehmsten Theologis seiner zeit,so gar, daß auch andere religions-verwandten seine gelehrsam-keit bewunderten, wie denn der Cardinal Closel bey seinerniit dem Kayser Matlhia an. i6ir. geschehenen anwesenheitin Sorau seine gelchrsamkeit, die er in einer mit dem Cardinalgehaltenen Unterredung sehen ließ, nicht genug bewundernkonnte. Allein er wich hernach in einigen stücken von der Lu-therischen lehre ab, und brachte sich dadurch viel haß zuwege.Gottschlmg. Praecept. Neo-Brandenburgenf. (Frosters Lauß-nitzssche merckwurdigkeiten , P. II. p. 29. und 8a. Schultze,de Claris Marchicis, diss. IV.

* Earcäus, (Zacharias) oder Garzäus, Garzenius, warzu Pritzwald in der Priegnitz gcbohren , und studirte anfangsin seinem vatterlande, und darauf zu Wittenberg , und bekaman. 1,71. die vocation zum Rectorat in seiner vatter, stadt,welche er zwar annahm, allein da er nach vier jähren lust be-kam , sich auf reisen zu begeben, legte er dasselbe amt nieder,befand sich aber genöthiget, da seine reisen wegen der öffentli-chen unruhen nicht nach wünsch von statten giengen, an. 157;.das Rectorat bey der schule zu Brandenburg anzunehmen, wor-auf er das folgende jähr an gedachtein Mt'Syndicus, und end-

Histor. Lexicon in. Theil.

ljch 8cabinns wurde. Vermuthlich ist er um das jähr I?8a.gestorben. Man hat von ihm : 8uccesstones Famiharum , acres geitas illuilriffimorum Praesidum Marchiae Brandenburgenlis,welche in Johann Gottlieb Krausens feint. hist. Marchix Bran-denburgensis stehen. Friedrich von Seidel hat in seinem epein,plar schone anmerckungen beygeschrieben. Siehe Petr. de Lm-dereig , reliqq. manufcript. tom. IV. appendie. Afla Erud -torum, 1.729. p. 460.

(Bstvceo, (Martin) Großmeister von Malta , war gebür-tig von Balbastro in Araqonien, und wurde Castellan voirÄmvosta in eben demselben Königreich, endlich aber an. i^-.fcen 8 may des Maltbeser-ordens Oberhaupt. Weil sein Vor-fahr, Hugo de Lvubeur Verbale, ingleichen dessen vorfahr,Johann de la Caßiere, sich unter andern bey «hren untergebe-nen Rittern dadurch sehr verhaßt gemacht, » sie vor sichzwey qaleeren, ausser den vier ordens-galeeren equippirt unter-halten, so unterließ er, dergleichen privat-galeeren, auszurüsten,und regierte im übrigen mit sonderbarer klugheit und Modera-tion Er starb an. i6or. zu ansang des febr. in dem 76. jähreseines alters, und bekam zum Nachfolger Adolphum vonViqnacourt. Thuan. histor. lib. CXXVI. Osat, lettr. 9.26. Amelot de la Houjsaye, dans fes notes für les dites lettres.Piasec. chron.

(fiatda, von Salcedo Coronet, ein Spanier , gebürtigvon Sevilien, und Ritter von St. Jacob, war Gouverneurvon Capua im Königreich Neapolis , und starb an. is,i. zuMadrid . Er hat über Ludovicl de Gorgora schriften einenCommentarium gemacht, und 2. theile seiner Poesien hinterlas-sen Er ist von einem andern gleiches nahmens unterschieden,welcher Leid - Medicus bey dem Könige von Pvrtugall, undRitter des ordens JEsu Christi gewesen, auch gleichfalls etwaSgeschrieben hat. Anton. bibl. Hifpanica.

* (jw c ia, (Alphonsus) ein Spanischer Jesuit im XVII-steculo gebürtig von Corduba , wurde in die Canarischen j-suln geschickt, und nach seiner zurückkunft zum Redor desCollegii in Ossuna erwehlet, worauf er an. 1618. da er ohnge-fehr jähr alt war, mit tobe abgieng. Er schrieb in Spa,Ntscher spräche Moralem & Naturalem Infularum CanariensiunzHistoriam ; ingleichen Historiam Urbis Cordubensis , welcheschriften aber bey seinem leben nicht heraus gekommen. Ale.gambe, bibl. fcr,pt. Soc. Jeiu.

* Aarcia, (Franciscus) ein Spanischer Jesuit, war zuValecasa, ohnweil Toledo an. 1642. gebohren, lehrte die Hu-maniora, Philosophie und Theologie, und ließ sich auch in Mis-sionen gebrauchen. Er hat in Spanischer spräche de Orationementali Ledione spirituali & Examine Conscientia:, inglei-cbeit die leben Jgnatii Lojolä, Francisci Borgia, Taverir,Ludovici de Medina, u. a. m. geschrieben. Die zeit seines to-des ist unbekannt. Alegambe, bibl. feipt. Soc. Jesu.

(Parties, eine stadt und Graffthafft in. Andalusien , iinStift Jaen gelegen , welche an. rür?. von Konig Philippo III.»u aunsten Don Hernando de Q'iesada Mendoza Toledo errich-tet worden. 5 . Martbe, EtatdelEsp. p. 269. *

(Rtirci - ssctfso de la vega, ein vornehmer Spanier , wel-cher zu ansang des XIV. faecuü unter der regierunq der beydenKönige von Castilien und Leon , Ferdinandi IV. und AlphonnXI in sehr grossem ansehen gewesen. Insonderheit brachte eres bey dem letzter», welcher noch bey gantz jungen jähren denthron bestieg, so weit, daß er nebst einem andern Cavalier,nahmens Älvar Nunne; Osorio, und einem reichen Juden,nahmens Joseph, sowvl mit den Reichs - geschafften, als mitder Person des Königs, nach feinem eigenen gefallen verfahrenkonnte, welches ihm noch leichter fiel, da er die wurde einesCantzlers erlangt hatte. Indem er aber dem Könige viel hef-tige , ungerechte und eigennützige rathschläge gab, auch vor-nemlich gegen die Grossen sich sehr feindselig erwies, so kam es zueinem öffentlichen aufstande wider ihn, und endlich ward er an.1,28 zu Soria in einem Franciscaner-kloster, als er eben messehörte, auf anstiften seiner feinde erstochen. Dem Könige gtenges zwar sehr nahe; allein er konnte es nicht rächen, und mustenoch darzu die andern beyden favvriten von seinem Hofe hin-weg schaffen. (Siehe Osorio.) Mariana , hist. de Esp.lib. XV. c. 16.17.18.19. ao.

(fictrcl - Lasso de la Vega, gebürtig von Toledo . Seinvatter gleiches nahmens, welcher bey dem Könige Ferdinando,und bey der Königin Jsabella in Spanien Staats-Rath undAmbaffador bey Papst Alexandro VI. gewesen, hatte ihn mitSancüa von Guzman, Frau von Batres, gezeuget. Er warmit Kayser Carolo V. erzogen, und folgte demselben m Teutsch-land, Asrica, und an. in Provence , allwo er ein ba-M°n commandirte. Er wollte daselbst einen thuen, welcheneinige land-leuthe besetzt hatten, wegnehmen, wurde aber miteinem stein dergestalt getroffen , daß er 20. tage hernach in dem,6 jähre seines alters zu Nizza sterben muste. Er war einmann von gutem verstände und ansehen, und hatte eine beson-dere neigung zu der poesic, wie denn seine getichte unter demtitul Obras de Garci-Lasso delaVega con annotationes, öfters^druckt, und von andern mit remarque» versehen worden.

Jovius, elog. Bembi epist. Schotte & Antonii bibl.

+ Garcilasso de la vega , ist gebohren um die mitte dessechzchenden Jahrhunderts, zu Cuzco , einer Bischöffstchen statt