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Astronomie vortresiich, legte sich darneben auf die sprachen,und suchte Epicuri Philosophie wieder hervor, weil ihm unterallen selten der Alten keine besser anstund ; wie er denn auchvon selbiger Philosophie drey düchcr geschrieben, nebst sechs an-dern , worinnen er seine Philosophie weiter ausführet. Er hatauch Tychonis de Brahe, Nicolai Copernici, Georgii Purba-chii, Joh. Regiomontani, und Nicolai Claudii Fadri Peiresciileben beschrieben , und andere schrislen mehr verfertiget, welchenachmals zusammen gedruckt worden. Fast alle gelehrte lcutheseiner zeit, sonderlich die sich auf die natürliche wissenschafftund Stern-kunst legren, waren seine freunde, und stunden mitihm in brief-wechsel, wovon der sechste band seiner schrislen,svwvl als auch der dritte und vierte, darinnen solche grösten-khcilsannoch vorhanden sind,.zu vielem nutzen der Gelehrtenein satlsames zeugnis ablegen können. Sorberms , de vita Gas·sendi ap. Wnun. in memor. Philos. dec. IV. Portneri lessusmortualis Petra Gaffendo cantatus. Ptt. Borell. observ. Phys.iiled. cent. 111. obs. n. *
Gaßion, eine berühmte adeliche familie in Franckreich, da-von auch einige in Aragonien und Engelland sich niedergelassenhaben. Die Französische hat ihren Haupt - sitz in der provintzBear ». In derselben hat sich an. 1499. Arnand de Gaßionsehr hervor gethan, indem er nicht allein die vestung Sauveter-re wider die Spanier tapfer vertheidigte, sondern auch bey derKönigin Catharina von Navarra einer von den vornehmstenMinistern war. Um eben diese zeit lebte Wilhelmus von Gaßion,Seneschall von Sauveterre und Oleron , dessen söhn Johannesin wichtigen affairen von dem Könige Henrico II. von Navarranach Spanien geschickt worden. Und als an. 1323. dieser Kö-nig zugleich mit Francisco I. in der schlacht zu Pavia gefangenworden , und man ihn gegen erlegung der abgeforderten ran-zion nicht los lassen wollte, bestach Johannes von Gaßion diegarde, und half ihm , daß er sich durch ein seil befreyete, daimmittelst einer von seinen Pagen sich in das beth legte, um dieandern von der garde, die nicht bestochen waren , zu hinterge-hen. Dieses Johannis brudcrsgohn gleiches nahmens , wardvon dem Könige Henrico 11 . in Franckreich , der Königin inSchottland zugleich mit einem corpo zu hülffe geschickt, davoner zuletzt das general-commando der cavallecie bekam, aber seinleben m einer action einbüßte. Michael und Hugo von Gaßionblieben in der bataille zu St. Quentin an. 1338. Hugo der II.war Gouverneur zu Nantes , aliwo er auch den Grafen vonSoiffons gefangen bekam. Johannes ward von dem KönigHenrico IV. in Franckreich, zur zeit, da dieser nur König inNavarra war, zum zweyten Präsidenten des Parlements vonBearn gemacht, und weil er der Reformirten reiigion beyge-than war, folglich nicht erster Präsident werde» konnte, ließder König ihm zugefallen, die erste Präsidenren-stelle ledig,wiewol andere melden , daß er würcklich erster Präsident gewe,sen. Sein söhn Jacobus folgte ihm in eben dieser würde, undzeugte mit Maria d'Esclaux fünfsöhne: i.) Johannem, dernach ihm gleichfalls Präsident des Parlements von Bearn,und nachmals Intendant in Navarra wurde, auch seinen söhngleiches nahmens , zu dessen gunsten der König die Baronie Ca,mou an.isüo. zum Marquisat unter dem titul Gaßion erhoben,auch wiederum zum Nachfolger in seiner charge hatte. 2.) Jsaa-cum,Herrn von Pondvli. 3.) Jacobum,Herrn von Bergere,derals Marecbal de Gamp an. 1647. starb. 4.) Johannem, Marsschall von Franckreich, von dem gleich jetzo ein eigener artickul fol-get. O Pelrum, Doctor in der Sorbonne, Abt zu Luc, und end-lich Bischofs zu Oleron . Genialo^ie de la maison de Gajjim ,ä la tete de l’hiltoire du Marechal de Gaifion. Anseime, bitt.geneat. de la Maison de France tom. I. p. 768.
Gaßion, (Johannes de ) Marschall von Franckreich, einsöhn Jäcobi de Gaßion, wie unter dem vorhergehenden artickulzu sehen , ward zu Pau, in der haupt-stadt der provintz Bearn,den 20. aug. an. 1609. gebohren. In der jugend führte er zumunterscheid seiner brüder den nahmen Hontas an statt Gaßion,und ward anfänglich zu den Jesuiten , hernach zu den Barna-biten nach Lecar geschickt, da er sich in den Humanioribus undder Philosophie ziemliche wissenschafft zuwege brachte. Dochließ er gleich in den iungen jähren eine gantz besondere Neigungzum kriege von sich blicken; und weil eben dazumal in Italien wegen des Veltlins unruhe entstünde, begab er sich an. 1625.an den Savoyischen Hof, da ihm alsobald der Marquis deVignoies , Feld - Marschall der Savoyischen trouppen , zudiensten vcrhalf. AIs aber kurtz hernach friede wurde, wollteHontas nicht länger an dem Turinischen Hof bleiben , obihm gleich der Printz von Piemont sehr gewogen war; sondernso bald er hörte, daß der Hertzog von Rohan in Franckreich zugunsten der Hugenotten die waffen ergriffen , trieb ihn nichtallein der reliqions-eifer, sondern auch vornemlich die kriegs-begierbe, daher an. 1627. sich zu seinen diensten anböte, wel-cher lhn auch als Lieutenant zu pferdc annahm. Hontas be-zeugte bey dieser charge in allen gelegenheiten so grosse tapfer-keit, daß ihm der Hertzog von Rohan selbst vor vielen andernden vorzug gab. Wie aber zu Alez mit dem Hertzoge friedegemacht wurde, hatten seine dienste wieder ein ende. Es ließsich aber eben zu der. zeit in Italien zu einem neuen krieg an.Dannenhero begab sich Hontas wiederum in Savoyische dienste.Bald aber muste er wieder nach Franckreich zurück gehen , weiles zwischen dieser Crone und Savoyen zu einer ruptur kam,Hlstyr. Lexieou HU Theil.
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und alle Franzosen unter den Savoyisthen trouppen abgedancktwurden. Er diente hierauf unter der Französischen armee ge-gen Savoyen als Cornet, und ließ insonderheit bey der bela-gerung von Pignerol grosse hertzhafftigkeit blicken , welche erauch in einem zweykampf mit einem Officier , nahmens Mar.cony, zu erkennen gab. Zu allem ungluck aber ward zwischenFranckreich und Savoyen in gar kurtzein wiederum friede; dan-nenhero wollte er zu den Spaniern gehen , welche in dem da-maligen kriege in Teutschland dem Kayser beystunden. Weilihm aber seine freunde abciethen, den feinden seines Königs zudienen , ergriff er die resolution , unter dem Könige in Schwe den , welcher eben damals in Teutschland angekommen, seingluck zu versuchen. Nachdem er auch mit noch einigen andernvon seinen freunden in desselben armee angelanget, ward ervon dem Könige nicht allein sehr wohl empfangen, sondernauch in kurtzem einer grossen Vertraulichkeit gewürdiget, weildem Könige seine munterkeil und courage lehr wohl gefiel, under sich vermittelst der Lateinischen spräche am besten unter seinenreise - gefehrtcn bey demselben insinuiren konnte. An. 1631.war er in der ersten Leipziger schlacht mit gegenwärtig, undempfieng etliche blessuren. Nach derselben erlaubte ihm derKönig von Schweden eine eigene compagnie zu Pferde von ge-bohrnen Franzosen in Franckreich zu werben , weil er aus uner-fahrenheil der Teutschen und Schwedischen spräche in des Kö-nigs armee nicht wohl dienen konnte. AlS er mit derselbenbey dem Könige angelanget, ward er zugleich bey der belage-rung der stadl Donawerth gebraucht. Er befand sich mit beyder Passage des Lech-flusses, allwo Tilly tödtlich bleßiret wur-de. Vor Jngolstadt ward er durch die erschülternng der erdevon eben der kugel , die dem Könige Gustav Adolph daspferd unter dem leib erschoß, niedergcworffen und beschädiget.Nichts destoweniger stund er eilends wieder auf, und war ei-ner von den ersten , die dem Könige zu hülffe kamen; wodurcher sich dergestalt bey demselben in gnade setzte, baß er von sol-cher zeit an immer um ihn seyn muste; wie er dann zu Mün chen die ehre hatte, daß der König ihn nebst einem Ministergantz allein mit sich nahm, als er mit den Jesuiten eine Unter-redung hielte, da er ihn auch mit einem l'acer in glaubens-sachen disputiren ließ. Er versprach ihm auch ein regimcnt zuschencken , und die erlaubnis zu lassen, sich in der ganyen ar-mee leuthe darz» auszusuchen, mit dem beysatz : daß er versi-chert scye, daß diß ein regiment seyn würde, wobey man sicherschlafen könnte. Er bekam alsobald drey compaqnicn reutercyzusammen, mit welchen er den trouppen entgegen gleng, die demKönige in Schweden von den Protestantischen Fürsten zuge-schickt wurden. Bey dieser expedition hakte er unter andern 200.Croaten von de» Kayserlichen gefangen genommen, gerieth abernicht weit davon an ein starckes feindliches corpo , welches ihmziemlich bange machte. Doch erdachte er eine list, stellte sich inPositur, und die gefangene nebst etlichen Teutschen Officiersvoran , welche sich vor Croaten ausgaben, wodurch er sich undseine wenige mannschafft errettet. Nach der zeit gewannen diesegefangene Croaten eine solche liebe zu ihm, daß zwey Officiersderselben ihm ihre töchter zur ehe anboten, und als er solchesausschlug, sich zu einem zweykampf ausforderten , weil jeder ingedancken stunde, daß der andere ihm darin« verhinderlich ge-wesen. In währender zeit, als der König m Schweden undWallenstein in ihren verschantzten lagern vor Nürnberg einan-der im gesicht stunden, wagte Hontas einen kühnen streich,und nahm ein grosses convöy, so von 400. reutern escortiretwar, mit einer inannschafft von 300. reutern, vor dem ange-sicht der feindlichen armee weg, und brachte es in das Schwe-dische laqer. Nach diesem ward er zu der erpedition gebraucht,da die Schweden des Wallensteins maga-jn zu Freystadt weg-nahmen. Als der ruf entstanden, das; Wallenstein decamvirenwollte, schlich er sich mitten in die feindliche armee, um dieWahrheit davon zu erfahren; weil man ihm aber bey seinerzurückkunft nicht völlig glauben beymessen wollte, gerieth erdarüber in einen zweykampf mit einem Schwedischen Officier,und wollte sich nicht zufrieden geben , bis der König selbst ihnbey der Hand nahm und zu ihm sagte: Ob ich gleich der einzigebin , dem ihr verziehen habt, will ich euch doch satisfaction ge-ben , und sage also , daß ich euch Monlieur Hontas vor einenbraven und aufrichtigen Cavalier halte, und solches vor dergantzen Welt bezeugen werde; worauf ihn der König noch mitseinem degen beschenckte. In einer bald hernach vorgefallenenaction mit Wallenstein verlohr er mehr als den dritten theilseines regiments, und weil sein pferd unter ihm todt gestochenwurde, muste er sich zwey reutern gefangen geben. Dochwährte dieses nicht länger als zwey stunden; denn er nahm diegelegenheit in acht, und stieß einen von den zweyen reutern, dierhn bewahrten , mit einem soorn , den er an statt des deqens inder Hand hatte, nieder, nahm ihm seinen degen , und schwungsich auf sein pferd, auf welchem er sich mitten durch die feindebis zu den Schweden salvirte. Auf dem Marsche nach Sach sen vermehrte ihm der König in Schweden stin regiment bis aufacht compagnicn , und würde ihm noch grössere gnade erzeigethaben , wann er nicht bey Lützen um das leben gekommen wä-re. Durch den tod dieses Königs wurde Gaßion in die äusserstebestürtzung gebracht. Der Hertzog Bernhard von Weiniarversicherte ihn zwar seiner proteclion, recommendirte ihnauch dem Cantzler Orenstirn, welcher sein regiment bis aufzwölf compagnlen verstärckte, und ihm geld auszahlen ließ,
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