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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Gassoigne t ( Thomas) ein Engellander, gebohren an.t4»z. hat ein Theologisch Dictionarium; das leben St. Hier»«nymi und einen band Predigten über die Evangelien, so abernoch im manuscript liegen, geschrieben, und ist an. 14^7- ge-storben. AuS erwehntem dessen Dictionario hat Thomas Hear-ne in der aufläge von Henningfords Historie von den irrthüm-mcrn des Rcgnault Peane, und zugleich von des Verfassersleben Nachricht gegeben.

Gafconius, (Johannes) ein Engelländer, war zu endedes XIV. feculi ein gelehrter Jurist, und einer von den Do-ttoren zu Oxford , welche die lehre des Wiciefs verdammet.Er hat auch denselben in schrifteu »viderlegt, und sonst desHieronymi leben beschrieben. Gesneri bibl. Pitfius, de script.Angl.

* Gastlich, Alarichs natürlicher söhn, ward gleich nachfeines vatters tobe als Koma erkannt, und nach der Hand vondem thron wiederum verstossen. Almarich der söhn Theutetusä,Älarichs tochter, ward an seine stelle gesetzet, und Theodoricusvon Verona zu seinem Vormünder und zum Regenten in deingantzen lande ernennet, vhngcfthr an. $ 17. ifidori chronicon.

* Gaspar Simconi, oder de Simeonibus, von Aquila

i lebürtig, in dem Königreiche Neapolis , und Canonicus derirche zu St. Maria Maggivre, Secretarius des Papsts Jnno«centii X. hat auf Latein einen band von Lyrischen getichten her-aus gegeben , und einen andern in Italiänischen versen, ohnevon einem dritten zn reden, wo er vermischte stücke in beydensprachen > und lvb-sprüchr einiger Helden seiner zeit zusammendrucken lassen. Er war unter den Gelehrten seiner zeit in gros.sem ansehen, und von seinen getichten kan man mit recht sagen,daß er getrachtet habe, in denselben den wahrhaffren geschmackder reinen Lateinischen spräche und ihrer poetischen art beyzu-behalten , welcher sonsten in Italien damals wie verbannt zuseyn schiene. Das beyspiel Simeoni erweckte einige andere, un-ter andern den Fabio Chigi , welcher nach der Hand Alexan­ der VII. genennet worden, und etwelche mehr, welche diePlejadas Latinas zur zeit des Papsts ausmachten, die Lateini.fthe spräche wieder in ihren alten glantz zu setzen. Seine versehaben krafft, und fehlet ihnen an der Harmonie und was manden numerum nennet nicht. Hippolytus Maracius , in bibl.Mariana . Leo Ällatius , in libro de apib. Urbanis , in elogioGabrielis Naudai, & ejüsdem Gaspari de Shneonibus .

Gasparinus von Bergamo , ein berühmter Grammaticus,wär einer von den Leilauratoribus Literarum, gebürtig aus ei-nem geringen flecken des Bergamenischen gedieths. Er hat erst-lich zu Venedig , hernach zu Padua , und endlich zu Maylanvmit grossem applausu die Humaniora gelehrt , auch zuerst dieEpistolas Ciceronis ad Q. Fratrem heraus gegeben. Er starban. 1428. Tritbemius , de script. eccl. Ausior dial. de repara-tione Lat. lingus.

* Gaspeste, eine Baye an dem ausflusse des grossen flusseSSt. Laurentii , in dem mitternächtigen America, sieben stun-den von der insul Perfea. Sie ist voller gebürgt, gehöltz undstein-klippen, das land ist gantz unfruchtbar, doch giebt esWilde, die dasselbe bewohnen, welche doch nicht fo unmensch-lich aussehen, und thun als andere ihrer benachbarten, u p,

le Clerc, relat.

* Gassarus, oder Gasserus, (Achilles PirminiuS) einMedicus, gebohren zu Lindau an. i?o$. den ?. nov. wurdean. i z 12. von Johann Fabro gefirmet, da er den nahmen Pir-minius bekam, gieng an. 1522. nachWittenberg, darauf rei-sete er nach Wien , und setzte sich daselbst unter Wolfg. Lazio inder Medicin veste, und gieng darauf an. 1*27. nach Franck-reich , allwo er an. 1523. zu Avignon Doctor, nachgehendszu Feldkirchen in Schwaben , und endlich zu Augspurg Physi-cus und Medicus Pestilentiarius wurde , da er alle monat hun-dert gülden besoldung bekam. Er wurde nicht nur in medici-nischen sondern auch in geistlichen und politischen fachen vonvielen Fürsten zu rath gezogen , half die Centurias Magdebur-genfes befördern , wie ihm denn auch der achte theil davon de-dicirt ist, hielt es mit Flacio in den von ihm erregten streitigkei-ten, und starb den 4. decembr. an. 1577. Seine schriften sind rEinfältiger und gegründeter bericht, wie männiglich sich in pe,stilentzifchem Übergang mit Artzneyen und anderer leibsnoth hal-ten soll, Nürnberg 1544. in 4. Aphorismorum HippocratisMethodus nova, St. Galt. 1544. in 4. Fpigrammata adDiofcorid. Euporistam Nonnum; Confutatio PropositionumSarmaticarum Medicarum Alex, a Suchten ; Curationes & Ob-servationes Medicinales , welche Hier. Welfchius in fyllogecurat. & observat. Medicin, heraus gegeben ; Collectanea pra-ctica , fo in ej. Welschii centur. Confli. Medie, exot. curat,stehen ; Epistola Medica ad Conr. Gesnerum , die in Gesneriex. Med. und historia de gestatione foetus mortui , so in Dv-dvnäi observat. Medicis ist , ZU sinden ; Prognosticon Astrologi-cum in annum 1544. L 1^46. Sciaterion pedarium; OttfridiEvangelia Gothica; ein knrtzer unterricht von den cometen undhaarigen sternen, so den sommer des izzz. jahrs etliche zeit zumorgens, darnach auch lang zu abends gesehen worden ist.Catalogus Regum omnium , quorum sub Christiana professio-ne per Europam adhuc Regna florent , Augspurg 1554. in 4.Catalogus Regum Hirofolymitanorum ; Historiarum & Chro-nicorum Mundi Epitome, Basti ISJ3. Annales Augustburgen*

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fes , welche in Menckenii scriptoribus rerum Saxonie tom tP-. 017. seqq. stehen. Sein leben hat Jacob Brückn um!handlich beschrieben, und stehet in Schellhorns ammni" £htter. tom. X. Cmßus, Schwäbische chronick P. 111 . üb XI,c. 23. p.;;8. sq.edit. Moser. Adami.y it.Medicor, FrehtrMencke. praef. ad tom. I. script. rer. Sax, Atta Eruditorpag. 288* m

Gassen , ein flecken in der Nieder-Lausitz , an dem wasserLuba unterhalb Sorau , eine halbe meile von 6ommeriXdem Adelichen geschlecht von Bünau, unter Sachsen-Molburgischer Hoheit, zuständig. Ehemals war es ein blosses bin?als aber nach dem Munsterischen frieden in den benachbartenSchlesischen Furstenthummern Glogau und Sagan die Restr'mation angienge, und viel leuthe deswegen entwichen,brauchte der besitzet solche gelegenheit, that de» ankömmlinaenalle» möglichen Vorschub mit holtz und andern dau-materialiewund legte mit LandeS-herrlichem constns einen flecken allbierGrossero Lausitz , merckw.

Gassendus, ( Petrus ) Canonicus und hernach Prob»der Cathedral-kirche zu Digne in Provence , war den 22 janan. i,y2. zu Chantersier, einem flecken in Provence , unterdie infpection und Amt Digne gehörig, von gar schlechten el.tern gebohren. Sein vatter war Antonius Gassendus, diemutier Francisca Fabri. Er fieng von kindheik auf an, sichnach dem gestirne umzusehen, studirte anfänglich unter Gvtho-fredo Wendelino zu Digne , allwo sich dieser dazumal in seinerrückrcise von Rom zu Unterweisung der jugend eme zettlang auf,gehalten , da er sonst aus Flandern gebürtig war, und alldorthernach als Dom-Herr des Stifts Tournay verstorben. Als erdaselbst guten gründ gelegt, schickte ihn sein schwager nach Air,um die Philosophie zu erlernen. Nachdem er daselbst zwey jährzugebracht, muste er auf seines vatters befehi zurück nach Chan.tersier kommen, als welcher ihn kurtzum zu seiner feld - arbeitziehen wollte; blieb aber nicht lange allda, indem man ihn inseinem stchzehenden jähre nach Digne berufte, um nach abgangseines ehemaligen lehrmeisters, eines Minoriten, nahmensFesai, die Rhetoric zu lehren. Nach verlauf dreyer jähre warder Professor Philosophie zu Aix , allwo cr gleich anfangs seineExercitationes Paradoxas schrieb, welche insonderheit dem duVair, ersten Präsidenten des Parlemenls von Provence , unddem Peirescio , welcher Rath in demstlbigen Parlemente war,sehr wohl gefielen. Diese trugen auch sorge, daß er von derschule zu einem Canonicat zu Digne befördert, und hernachProbst daselbst wurde, ob es gleich deshalben wegen widerst,tzung verschiedener Cunonicorum viel schwierigkeilen setzte. An.1628. nahm er mit Franeisco Luiller eine reise in Holland vor,weiches die einzige ist , die er ausser Franckreich gethan; dennobgleich einige vorgeben , er habe zu Ikom mit Athanano Kir-chero conferiret, sso ist doch nichts daran. Er schrieb aber inHolland wider Roberium Fludd , welcher von Marino Mcr-senno in dem weitläuftigen Commentario über die sechs erstencapitul des ersten buchs Mosis etwas scharf war widerlegt wer,den , aber denselben gleich darauf in seiner gegen-antwort nochviel schärfer angegriffen hatte; da denn Gastenbi seines freundesdes Mersenni partey mit ernst annahm, und, wie wenig guterund satter wissenschafft unter Fluddi dunckeln Worten verborgenläge, auf eine gar artige und geistreiche manier an den tag legte.An. 164z. ward er durch Vermittelung Alphonsi Richelieu, (desgrossen Cardinals Armandi bruder, und welcher ebenfalls Car-dinal , auch anbey Ertz - Bischoff zu Lyon war) KöniglicherProfessor Mathematum zu Paris , wiewol er solche stelle ungernannahm. Es überfiel ihn auch bey seiner etwas schwachenbrüst, und da cr in einem grossen Auditorio unter sehr vielen Zu-hörern, worunter jeweilen eine ziemliche «»zahl alter und gelehr-ter leuthe sich einsanden, lehren muste, nach kurtzem ein hefti-ger husten und entzündung der lunge; weswegen er zurück nachseinem vatterlande verlangte, hielt sich auch beständig bis an.iszz. zu Digne aus. Er kam in stlbigem jähre zurück nachParis , fiel aber gleich das folgende jähr in ein starckes fieber,wovon er zwar durch viele öfnungen der ader, welche damalszu Paris sehr im schwang giengcn, endlich befreyct wnrbe,doch so , daß er von dem an seine vorige kraffte und gesnnbhciknicht wieder erlanget, sondern bald hernach im herbst, an. -S;;.von neuem in gleiche kranckheit verfiel, und, als er da wieder-um auf die vorige art tractiret wurde, nach der dreyzehendenaderlässe verschied; weswegen mehrere gelehrte auslandcr, mi»sonderlich Petrus Borellus, über die Pariser art fieber zu cu»riren, sich bey diesem anlas sehr ungehalten erzeigt. Man mcr-cket an, daß Gassendus selbst nach dem neunten mal angefangenhierüber einen zweifel zu fassen, als aber der vornehmste unterden Aertzten mit seiner meynung bey den andern durchdrang,solches endlich geschehen lassen, und am ende ge^eu semcn ver-trauten de la Pokerst dieses urtheil gefällct: es Ware beyer durchdiese entziehung der kräffte sanft sterben, als durch die Heftig-keit des Übels, welche er,auf das zureden der Aertzte,bey mehrcrmgeblüt scheinet vermuthet zu haben, mit grosscrm schmertzenersticken. Starb also den 24. oct. an. i6;z., m dem haust b»berühmten und um viel Gelehrte sehr verdienten Henry Louis aeMontmor, Requetenmcister in Franckreich , welcher ihn uvcwerth und gantze zwey iahr in seinem Hause hielte, hat ihn auchin der kirche von St. Nicola des Champs zur erden bestatten ,und ein prächtiges epitaphium setzen lassen. Er war in ce^