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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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chern armer sich in ein treffen einlassen, und endlich, ungeach-tet einer tapfern gegemvehr, den kürtzern ziehen. Er ersetztesolches, da er nebst Francisco Sfortia , dem General der ober-wehnten zwischen dem Papst, Venedig und Florentz geschlosse-nen Ligue, den General Piccinnino bey Ten schlagen, Brescia von der feindlichen belaqerung bcfreyen , und Verona wiedererobern half. Zuletzt conjungirte er sich mit Micheletto Alten,dolo, dem Florenttnischen General , und erhielt nebst ihm ei.neu wichtigen sieg bey Anghiari wider den oft - erwehnten Pic-cinnino. Die hierbey ausgestandene starcke bemühung verur.sachte bald hernach eine so heftige kranckheit bey ihm, daß erdaran in dem jähr 1441. bey einem noch mittelmäßigen alter inPadua sterben muste; wiewvl Corio diesen tob schon in das jähr1439. gleich nach der wledereroberuiig Veronä setzet, und dieursach desselben der dabey ausgestandenen rauhen faire zuschrei»bet , welche auch sonsten viel soldatm aus beyden armem sollhinweg genommen haben. Man begrub ihn zu Padua , allwoihm zu ehren, auf befehl der Republick, durch Donatum vonFlorentz eine ehren-statue zu pferde aufgerichtet ward. Cho-

rio, hm. di Milano. Alipr. Caprioii, ritratti di cento Capit. il-lustri'p. 31. Pontan. Ich. III. c. 3. Egnat. Ich. VI. c. 9. Delle. deVital, I. p. i6r. *

(k^attinara, eine statt und Grafschafft in Piemont , soll vorreiten Catuliara geheißen haben, und ist des Kaysers CantzlerMercurin de Alborio (von dem hernach) zu gefalle» zur Graf»schafft gemacht worden.

Gattinara, (Mercurin de Alborio de) gebürtig von Gat«tinara, hielt sich anfänglich am Savoyischen Hofe auf, undwar daselbst Staats - Rath. Kayser Maximilianus I. machteihn zum Präsidenten in der Grafschafft Burgund, worauf ersich bey besten enckel Carolo V. in dünste begab, der ihn einigemal nach «Lpanien schickte, und ihn bald ch hoch zu halten be«gunle, daß er mehr galt, als der Herr von Croy . Er machteihn zu seinem Cantzler , und da ward er zu den wichtigsten ver»richlungen gebraucht. An. 1521. schloß er das geheime bünd-niS deS Kaysers mit dem Papst. Als der König in Franckreichdes Kaysers gefangener war , rieth er, ihn entweder ohne ent«geld oder mit leidlichen bedingungen los zu lassen , und da bey.des nicht statt fünde, weigerte er sich beständig, den Madriti.schen frieden zu unterschreiben , so, daß es der Kayser selbst thunmuste. An. i c ry> ward er Cardinal, da er den Kayser auf sei«ner reise nach Italien begleitete, starb aber gleich das folgendejähr zu Jnspruck. Er war ein ehrlicher und die gerechtigkeit lie-bender mann, welcher vor allem schein der tyranney einen ab.scheu trug , wie er denn den Kayser immer zur gclindigkeit inreligions - fachen vermahnte , und auf ein freyes Conciliumheftig gedrungen. Aubery , hist. des Cardin. Guicciardinus.Sleidams. Seckendorf. hist. Lutheran . Scriptores de vita Ca-roll V,

* Gattola, (Erafmns) ein berühmter Abt, ward an. 1662.zu Garta von adelichen eitern gebohren. An. 1673. zog er zuMonte Caßino die Mönchs - kleidung an ; nachgehmds wurdeer Prior und Vicarius Generalis, auch Ober - Aufseher des Casssinischen Archivs. Aber an. 1708. danckte er ab, und erwehle-te die ruhe. An. 1732. gab erlstoria di Monte Caffino heraus.Ausser diesem hat er sonst keine schriften hinterlassen. Doch warer überall im ruf und Hochachtung. Er starb den 1. may an.1734. zu Monte Caßino . AHa biß. eccles. tom. I. p. 399.

* (Satten, eine statt in der Engellandischen GrafschafftSurrey, in der gegend , Kai - Gate genannt, gelegen , jetzoist sie ein schlechter ort, ehemals aber war sie berühmt. Vonihrem alterthum können die daselbst ausgegrabene müntzen zeu-gen. Camdeni Britann. p. 133.

* (Sattus, vderGactus, (Johannes) war zuMcßina,wohin sich sein vatter Gerlandus aus Gergenti niedergelassen,um an. 1420. aus adelichem geschlechte gebohren. Es fetzetzwar Fazellus , in hist. Sicil. dec. I. üb. II. c. 2. und anderenach ihm das jähr 1440. welches aber mit dem verfolg der Hi-storie von Gatto nicht wohl überein zu treffen scheinet. Ernahm in seiner vatter - stadt im kloster St. Dominici den alsogenannten orden an, und setzte sich durch seine strenge lebens»ark und anwachsende gelehrsamkeit, wozu sein scharfes gedächt-nis nicht wenig beförderlich war, vor allen andern in ansehen,brachte es auch so weit darinne, daß man ihn nicht nur für ei.nen guten khiioiophum und Theologum, sondern auch als ei-nen trefljchen Mathematieum paßiren lassen muste; dabey ver,stund er ausser der Hebräischen, Griechischen und Lateinischenspräche auch das Jus Civile und Canonicum sehr wohl. Bey-des lehrte er nachgehends zu Florentz, Ferrara und Bologna .Unter andern befonderheiten, welche Maurolycus, hist. Sicil.V. p. 168. Facellus , 1 . c. Mich. Pins, P. II. lib. III. und Pir.rus, Sie. faer. notit. 3. p. 46c». von ihm erzehlen, führet derletztere auch dieses an, daß als Gattus einstens in der ordens-versammlung zu Rom , da pro & contra gestritten worden, sti-llen mann so geschickt als eifrig verfochten, der Papst Nicolaus V. welcher eben mit zugegen gewesen, den Gattum unterbro-chen und geftagt, ob er bereits zum Magister gemacht, undauf dessen verneinen ihn stehendes fusses öffentlich darzu erklärthabe. Weil aber unter Nicolao V. keine andere ordens - Ver-sammlung als an. 1451. zu Rom gehalten worden, so las-set sich daher leicht schliessen, daß Gattus nicht an. 1440. könnegebohren seyn. Er geriethe nach der zeit mit dem Cardinal Best

farion in vertrauliche bekanntschafft, und wurde durch dessmVermittelung um an. /469. Abbas Commendatarius von zweyklostern in Sicilien , worauf an. 1472. das Bißthum Cefaledifolgte, wozu chm König Ferbinandus II. beförderlich war. Die-ser schickte ihn hernach an. 1474. an Sixtum IV. ab, um diemit Pctro de Luna vorgegangene wähl zumErtz-BisthvffvvnMeßina zu behaupten, gestalten Sixtus zu solcher würde einenandern befördert wissen wollte. An. 1475. trugen ihm die Si-cilianischen Stande eine Legation in wichtigen angelegenheitenan eben den Sirtum auf, bey welcher gelegenheik dann tiefer fals währender zeit der Bischoff von Catanea gestorben , demGatto das erledigte Bißthum zutheilte. Weil aber König Fer-dinandus solches vor einen eingriff in sein Jus Patronats ansä-he , und deswegen sehr übel empfand, vecweigette er Gatt»den besitz beydes von dem Bißthum Catanea und dem zu Cefa-iedi, ja er erlaubte ihm nicht einmal, die grentzen feines Reichszu betreten. Endlich kam Gattus, der sich indessen zu Rom auf-gehalten , wieder zu gnaden bey Ferdinands, der ihm sodanndas Bißthum Celfaledi wieder gab, und an. 1479. eine noch-malige Gesandtschafft an den Papst auftrug. Als er daraufviel gutes in seinem Bißthum gestiftet, und auch das guth deFemino genennet, an selbiges wieder gebracht, danckte er we-gen alters ab, und begab sich in sein Profeß- Haus nach Meßi­ na , wo er an. 1484. starb. Es gedencket seiner Fontana, Lu-sicano und ausser vielen andern auch Ben. de Baffa Flumine,in orig. Eccles. Cephaled. Leon. Orlandinns, de laudib. Sicil.Steph. Maurns und Jvh. Bonfiliuö, beyde in fua Meffana ,welche Mongitor in bibl. Sie. wo er Gattum mit den vornah.men Johannes Andreas beleget, anführet, dabey er zugleichmeldet, daß in der Dominicaner - bibliotheck zu Palermo einmanuscript liege, welches z. Orationes, die Gattus gehalten,in sich fasse» als 2. vor Paulo II. eine vor Sirto IV. an. 147?.und r. bey beerdigung der Cardinäle Latini und Alani. Ecbuut ,bibl. Domin. tom. 1. p. 867.

Gau, Göw, Pagus, ist ein altes Teutsches Wort, welchesein thal, auch gewissen strich landes bedeutet, darein vormalsdie Fränckifchen und Teutschen provintzen eingetheilet wurde»,wie denn diese endigunq noch heutiges tages vielen landschaff-ten , als Hennegau , Thurgöw , Sundgau, Brißgau, Al,göw, rc. beygelegt wird. Meibom. de Pag. Sax. Paulmi, dePag. Sax,

* Gavantus, (Bartholom.) ein Mayländer, war zu Rom Pneposttiis Congregat. Clericor. regularium und Consultor Con.gregationis llituum , lebte UM die mitte des XVII. feculi, undschrieb Thesaurum Sacrornm Rituum in II. tomis, davon dererste zu Rom 1628. der andere zu Venedig 1634. gedruckt, undhernach zu Paris 1^40. in 4. wieder aufgeleget worden: Vitam& Res gestas Apostoli Pauli ; quod Bartholomsus Apostoiusfit iclem ac Nathanael 3 Manuale Episcoporum ; Praxin Visi-tationis Episcopalis ; Praxin Dioecesanae Synodi. H aller vor Lbibl. cur. Hyde.

* Gavassetius , (Mich.) ein Medicus von Novell««,schrieb de Rebus praeter Naturam , & de Indicationibus curati,vis seu de Methodo medendi, Venedig 1386. in 4. Exercita-tionem Methodi Anatomicae , Padua 1384. de Natura Caute-rii & ejus Accidentibus & dc Praeludiis Anatomicis seu de to-tius Medieinte Fundamentis, Venedig 1384. i» 4. Hyde. Merck·lin. Linden, renovat, p. 816. Coitring. introduci, in Art. Her-metic. 7. §. 2. Stolles hist. der medicinisthen gelahrtheit, II.§. 6. p. 706. seq.

(8au - Grafen, Göw - Grafen , waren zur zeit der Caro-linisthen Kayser Richter, welche über einen gewissen distnctlandes die iustitz im nahmen des Kaysers und des Reichs ver-walten musten. In ihrem bestallungs - briefe war unter an-derm absonderlich enthalten, daß sie die gerechtigkeit lieben, die,selbe befördern, der kirchen, armen, Wittwen und waystn rechtund gerechtigkeit schirmen , und sich derselben annehmen sollten.Zu kriegs - zelten war ihr amt, daß sie die Edle und Frey - bür-ger aufmahnen, dem Kayferlichen kriegs - Heer überliefern, unddes krieges endsthafft auswarten rnusten. Nebst ihren eigen-thümlichen güthern wurden ihnen zu erhaltung ihres standes vondem Kayser und dem Reiche sonderbare qüthcr, an wäldern,äckern und wassern samt deren gerechtiqkeiten zu ihrem nutzeneingeräumet, auch musten ihnen gewisse leibeigene selbige gu-ther bauen, bestellen und handhaben. Solches Grästiche amtund titul war nicht erblich, wenn aber ein Graf nach feinemtobe einen söhn hinterließ , der zu solchem amte geschickt war, 10bekam er solches vor andern. Lehman, chron. Spir. lib. II.

c. 17.

* Gaucourt, ein ansehnliches geschlecht in Franckreich, wel-ches , wie einige behaupten, von den alten Grafen von Clrr-mont in Beauvaisis herstammet; Raul I. Herr von Gaucourlund Argicourt in der Picardie, begleitete an. 1299. Blancamvon Franckreich, Königs Philipp! des schönen schwcster, nachTeutfchland , als dieselbe mit des Kaysers Alberti I. söhne, Rv-dolphv Ertz-HerlMe von Oesterreich , vermählet wurde, imdstarb an. 1303. Dein söhn Raul II. Herr von Gaucvurt undArgicourt, that an. 1314. in Flandern kriegs - dünste, undgieng an. 1333. mit tobe ab. Desselben söhn Raul III. .öerrvon Gaucourt und Argicourt, diente an. 1332. unter dem Mar-schall Gnidone von Nesle in Bretagne , und vcrehiichte sich mitJohanna vvn Porssy, Frau von Maifons-für. Seine. Dce