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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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gas g a t

Englischer jhrache ein schönes buch von der Wahrheit der Christ«lichen religion, so auch in die Teutsche übersetzt worden, undstarb an. »725. im dcc. lN hohem alter. Universal - Lexicon.

GASULI, ein Afrikanisches volck, welches um das gebürgeLaalem Gesula wohnet, in der provintz von Sus in dem König-reiche Marocco in Africa. Die Cherifs von Fez und Marocco haben sie, wegen ihrer treue und courage, zu ihrer leib - gardeausersehen. Marmorn Africa , üb. 111 . c. 30.

Gatakerus, (Thomas) gebohrcn zu Landen den 4. sept.1574. Sein vatter Thomas Gatakerus, Prasectus bey der kir-che zu St. Edmund , schickte ihn auf die Universität nach Cam-bridge , woselbst er in das Lollegium zu St. Johannis aufge,nommen, und bald hernach Magister wurde. Er hatte eine un,gemeine Neigung zum studio der antiquttäten, und las die schrif-tcn der Griechischen und Römischen Philofophorum, Oratormnund Poeten mit sonderbarem fleisse. Zur Theologie bezeugte eranfangs schlechte tust, jedoch erwehlte er solches stuäium aufcinralhen v. Ioh. Sterns, Bischoffs zu Londen . Denn als ihndieser einsten bey v. Guilielmo Agloso (dessen ältesten söhn er zujnformiren, und zugleich eine herrliche gelegenheit sich im He,bräischen zu üben halte) den kindern und geflnde das erste capltelder Epistel an die Epheser erklären hörte, und an ihm ein trefli-ches ingsnium verspürte , versprach er ihm die herrlichsten sub-sidia, wenn er sich zu diesem stuclio wenden wollte. Demnachbegab er sich mit vorbewußt seines ihm gesetzten Vormundes 0 .

t enrici Alveji wiederum aus die jetztgemeldte Universität zuambridge, und ward inkurtzer zeit vorgeschickt geachtet, inprivat s collegiis Humaniora zu dociren. Sonst hatte er gutegaaden zu predigen, weswegen ihn die Bisthöffliche stadt Lincolnzu sich in das Predig - amt zog , welche stelle er zehen jähr ver-waltete. An. 16 n. wandte er sich nach Rotherfield, in der pro,vintz Sussex, zu einer damals ledigen Parochie, und stund der-selben ; 5. jähr vor. Endlich wurde er nach Cambridge auf dieUniversität zu einer Präfectur bey dem Lollegio 88 . Trinitatisberuffen, allwo er an. 16,4. starb. Es ist merckwürdig, daß ersich nicht hat abmahlen lassen , noch zugeben wollen, daß manihm nach seinem tobe ein monument setzete. Unter seinen schrif-tcn sind die Adversaria Miscellanea und Note in Vitam M. An-reist die vornehmsten. Gatakerus , adversar. miscell. posth.p. 401 . & seq.

Gataria, siehe Guetarta.

* Gate, (Capo di) ein vorgebürge auf der insul Cypern,und zwar auf der seile gegen süden. Taverniers Persische reise,11. ö.

* Gateshead , von den Sachsen Gaetsheved, und des-wegen auch Capra: Caput genannt, ein vrt im Stifte Durham ,Newcastle gegen über an dem flusse Tyne, daher Eduardus VI.es als eine vorstadl zu Newcastle zog , Maria aber gab es demBischoff wieder. Es ist dieser vrt älter als Newcastle selbst,und der Alten Gabroscntum , wo die Römer zu beschützung der

S eine besatzung hingeleget hatten. In dieser stadt wurdeer Bischoff von Durham erschlagen, weil er als Grafüber Northumberland allzuscharf verfuhr. Camdeni Brit. 779. 8 ? 6 .

Gath, war eine stadt im gelobten lande, im stamme Iuda,an den grentzen Dan. Sie war eine von den fünf Herrschafftender Philister, welche zu Josuä zelten die Enakim oder Riesen in-ne hatten, von denen Goliath, so von Gath gebürtig, her,stammte. Zu Davids zeilen aber war es ein Königreich unterAchis regierung, vor welchem David seine geberden verstellte,als ob er nicht wohl bey sinnen wäre. Nachgehends als Davidzur Crone gelangte, eroberte er Gath mit allen darzu gehörigenstädten. Rehabeam devestigte diese stadt als einen grentz - ort;Hasael aber, der König von Syriezr, riß solchen dem Königevon Iuda, Joas , aus den Händen. Als er nun hernach vonden Philistern erobert worden, bekriegte sie Uzia , bekam Gathwieder, und riß die mauren davon nieder , oder , wie esnach dem gründ - text änderst kan ausgelegt werden, nahm diestadt mit gewalt ein. Jos. XI. 22. 2. Reg. XII. 17. & r.Cbron. XXVI. 6. Adricbomii theatr. tert. sanct. p. 22.

* Gathelus, Cecropis des Atheniensischen Königs söhn,oder nach anderer meynung ein söhn Argus, des IV. Königs zuArgos; nach dem bericht etlicher gcschicht - schreiber war er einSchottländer, und zwar der stifter dieser nation, nebst Scotader tochter Pharaonis, eines der Eayptischen Könige. Diesesabel wird nemlich auf folgende weise vorgetragen. Gatheluswurde genöthiget, aus seinem vatlerlande zu entfliehen, umden Verfolgungen seiner feinde zu entgehen; zu dem ende schiff-te er sich ein , und vertrauere sich mit einigen seiner besten freun-de , so ihm folgen wollten , dem meer; nach verschiedenen tha-ten und fchicksalen kam er in Egypten, und that kriegs - diensteunter Mofe, da Pharao mit den Aethiopiern feindlich entzweyetwar. Da nach diesem Moses Egvpten verlassen, ward Gathe-lus , der sich durch viele trefliche thaten bekannt, und bey demKönig Pharaone beliebt gemachet hatte, an Mosis stelle zumGeneral über die Kömglich-Pharaonischen trvuppen gefttzet;ja Pharao gab ihm seine tochter zur ehe. Neun und dreißigjähr nach diesem geschahe es , daß Gathelus, welcher durch et-liche Oracula, die den Untergang Egypten vorsagten , in sol-chen schrecken gefttzet wurde, daß er rathsamer fände, diesesland zu verlassen, und sich daher mit einer grossen anzahl Grie-

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chkn und Egyptier wiederum auf das meer wagte. Er thatauf dieser reise etliche versuche auf Africam , in der meynungsich irgendwo niederzulassen : es wollte ihm aber nirgends ge,lingen, und ward er also allemal wieder genöthigt sein glückweiter zu suchen. Da er lange genug in der irre herum ge«schwärmet, landete er einst in einem Hafen auf der westlichenkuste von Spanien an, welchem er den nahmen Portu8 Gatheligegeben, und daher das Königreich Portugall den nahmen be-kommen. Doch setzte Gathelus keinen vesten fuß allhier, seinglucks - stern führte «hn weiter hinan gegen Mitternacht; er hin-terließ in dem Porw Gatheli eine vflantz - stadt, und fetzte sichin einem lande, das nach der Hand auch seinem nahmen nachGathalicia, oder, wie es heut zu tage ausgesprochen wird,Gallicia genennet worden. Kurtz darauf nahm Gatheli söhnHiberus eine schaar fremdlinge zu sich, schiffete noch weiter ge,gen norden , und kam auf einer insul an, wo er eine neue

e - stadt anrichtete, und das land nach feinem nahmen Hi«nennete. Diese insul war damals noch wenig bewohnet,dahero waren die einwohner frohe diese fremdlinge aufzuneh-men , vereinigten sich Mlt ihnen , und nenneten sich zu ehrender Mutter Hideri, 8 cows. Wie sie aber hernach in Schott­ land hinüber gekommen, gehöret nicht hicher. Siehe Buch«,nanum in seiner Schvttlandischen Historie, der diese sabel wi-derleget , und Rapin Tboyrat , bist. dAngleterre tom. I. p.-JJ.

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Oatta, (Carolas dclla) Printz von Montestaraon, in demKönigreich Neapoli, welcher, gleichwie einer von dessen vorfah-ren , nahmens Wenceslaus , unter Francisco Sfortia gethan,sich durch die waffen berühmt gemacht. Er diente anfangs demKönige von Spanien in Flandern und hernach in der Lömbar-die. In dieser letztem landschafft nahm er auf ordre des Marg»grasen von Leganez, dem Hertzoge von Parma, welcher sich mitden Franzosen vereinigt hatte, Castel Sän Giovanni, Rottofred-do und andere ötter in dem Piacentinischen ein. NachgehendSwiderstund er dem Hertzoge von Crequi, als derselbe das May-ländische angriff, und eroberte Bremme in der landschafft Lu-mellino. Bey den Unternehmungen des gedachten Leganez wi-der Casal und Turin that er als General von der Neapolitani-schen reutercy sehr grosse dienste, und hielt sich wider die Fran­ zösische Generals Turenne und Harcburt sehr wohl. Als er dar-auf nach Neapolis zurück gekommen , schickte ihn der Hertzogvon Arcvs, Vice - König daselbst , nach Orbitello , welchen orter mit ungemeiner tapferkcik und nicht geringerm glück wider dieFranzosen vertheidigte. In währender rebellion, welche an.1647. Masaniello zu Neapolis angefangen, that er ein groffeszu deren Unterdrückung, und bekam das oberste commando überdie Königliche troupven ; da er denn die Franzosen , welche un-ter dem Hertzoge von Guife den rebellen zu hülffe kamen, nachunterschiedenen actionen nöthigte, nach Gasteü'a Mare di Sta-bia , und hernach auf ihre flotte sich zu retiriren. Der Königvon Spanien, Bhilippus IV. belohnte diese seine dienste mit eini.gen lehn - güthern und tituln , wie auch mit der würde einesMastro di Campo Generale in dem Königreich Neapolis. End-lich an. 1656. starb er an der pest, in der Haupt - stadt des jetzt,erwehnten Reichs, und ward dastlbst in der kirche 8an Domeni-co Maggiore begraben. Er hatte sonst keine kinder, als einennatürlichen söhn, welchen er in der belagerung von Orbitelloverlohr. Lor. Crajso , elog. di Capit. illustr. p. 289.

Gatta Melatha, ein berühmter General in dem XV. fsecu-lo. Er hieß eigentlich Erasmus, und war zu Narni von gerin-gen eitern gebohren, Massen sein vatter ein becker allhier gewesenwar. Als er von selbigem in wald geschickt worden, holte znhauen, soll er seine axl verlohren haben, und weil er sich deswe-gen vor seiner eitern zorn fürchtete, einem reuter, den er aufderstraft angetroffen, in den krieg gcfolget seyn. Zuerst diente erunter dem General Braccio, und hernach unter deffen Nachfol-ger , dem General Piccinnino. Darauf trat er in dienste beyden Venetianern , welche damals mit dem Papst Eugenio IV. und mit den Florentinern wider Philippum Mariam Visconti,Hertzog von Mayland, in einem bündnissc stunden. Weil nundieser Hertzog Baptistam Canneto, welcher Bologna besetzt hielt,secundirte, so sollte Gatta Melata nebst andern diesen ort wiedereinnehmen, allem die Mayländische troupven unter deö Piccin-nino commando schlugen bey Jmola die Venetianer und derenbundsgenossen. Gegen Nicolaum Fortebraccio , welcher denKirchen - Staat sehr beunruhigte, war er glücklicher, indem erihn bey Camerino schlug und tödtete. Unter dem ÄenetianischenGeneral , Carmagnuola, half er Brescia , Bergamo und Cre,ma erobern, auch sowol unter demselben, als unter dessen Nach-folger, Johanne Francisco, Marggrafen von Mantua , vielandere rühmliche thaten wider die Mayländcr ausrichten. In-sonderheit legte er damit grosse ehre ein, daß er einsmals, daseine soldaten den fluß Adda zu paßiren hatten, gantz allein denangriff der feinde abhielt. Nachgehends erwehlte» ihn selbstdie Venetianer zu ihrem General. In solcher function nahmer unterschiedene von dem Visconti eroberte örter wieder ein,setzte der stadt Cremona heftig zu, und schlug bey Rovado mitden feindlichen Generalen Gonzaga und Piccinnino, einen gan.tzen tag , ohne daß sie mit ihrer weit stärckern armee den gering,sten Vortheil hätten über ihn erlangen können; worauf er nochdarzu einiger in dem Veronesischen gelegenen Plätzen sich wiederbemächtigte. Bey Calvatone mu sie er abermal mit einer schwä-

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