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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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hrner flecken in derjenigen geqend von Süd-Holland , welche dasland von Pulten genennet wird , an den: auslauf der Maas indie Nord-see, der kleinen insul Blanckenburg gegen über.

Geest, siehe Marsch, Marschland.

* Geest, (Jan van) ein guter mahler von Antwerpen ,dessen epitaphium Johannes Voßius in Holländischen Versengcmachet hat. Mor. dHoll.

* Geest, (Wybrand van) ein unvergleichlicher historien-mahler, dem zu Rom , allwo er sich meisientheils aufgehaltenhat, wegen seiner ausnehmenden geschicklichkeit, der nähmedes Frießländischen Adlers ist beygeleget worden. Houbraken,

schilderbrck.

Gefäll, ein städtlein im Voiqtlande, ohnfern Planen, imAmte Planen gelegen; ist schon vor langen zelten zu solchem Amtund Herrschafft gehörig, deinnach auch bey dem Sächsischen Hause gewesen.

Gehan-Abad, die Haupt-stadt in der provintz Dehli, sovor zeileu den titul eines Königreichs führte, in dem Reiche desgrossen Mogols disselt des Ganges. Vormals war eine solcheDehli, sie ist aber gäntzlich ruinirt worden , seit dem Chage-han die neue stadt Gehan - Abad nahe dabey aufbauen lassen,nnd sie zu seiner residentz gemacht hat, weil die luft an diesemorte viel lempcrirter als zu Agra seiner vorigen residentz. Alleprivat-Häuser haben grosse vorhöfe, in deren mitten daswohn-Hans befindlich ist, damit niemand alsofort zu dem ortenahen möge, wo die weiber verschlossen gehalten werden.Die meisten vornehmen Herren halten sich wegen der bequem-lichkeit des Wassers ausserhalb der stadt auf. Des Königspallast hat eine gute halbe meile im umfange. Die mauren sindvon ausgehauenen steinen qebauet, mit zinnen , und zwar der-gestalt, daß allemal zwischen io. zinnen ein thnrn stehet. Diegrüben sind mit Wasser angefüllet, und auf dem boden mit ge-hauenen steinen gepflastert. Die Omrhas oder grosse Herren desReichs halten innerhalb des andern Hofs wache; der Divanoder audientz-saal ist im dritten Hofe, wird von ; 2. marmornenPfeilern getragen, und ist mit allerley gemahlten blum-wcrckausgeziert; zur lincken feite des Hofe, worinnen die Divan ist,stehet eine kleine Moschee , nebst einem gewölbe mit dley ge-deckt, so über und über starck vergoldet ist, sogar, daß einigevorgeben, es sey von maßivem gold. Darinnen pfleget derKönig sein gebät zu verrichten, ausgenommen freytags, da erin die grosse Moschee zu gehen pfleget, so ein unvergleichlichschön gebäude ist, welches auf einem höhern gründe stehet, alsdie Häuser in der stadt, und da man etliche stufen aufzusteigenhat. Die Königliche ställe sind auf der rechten seile des Hofs,welche mit den schönsten Pferden angefüllet sind, worun-ter dasallergeringste auf;o°o, einige aber gar auf 10000. rthl. zu ste-hen kommen. Selbige pflegen nicht etwan Heu und Haber zufressen, sondern des morgens werden sie mit einer maas vonwaitzen-spreu, milch und butter gefüttert, und wenn die zucker-röhre und der Hirse gut sind, giebt man ihnen davon etwas gegenmittag, des nachts aber ein maas von gestossenen und in wassergetauchten erbsen. Tavernier, voyage des Indes.

Gehan - Guir, ein König in Ost-Indien, fieng seine regie-rung an. 1604. an, und starb an. 1627. Zwey seiner söhne,Kosrou und Kourom, wurden seiner langwierigen regierungüberdrüßig, und suchten ihn dahero noch bey seinen lebzeitenvon dem throne zu stürtzen. Zu diesem ende brachte Kosrou einemächtige armee auf die beine, wurde aber geschlagen, undnebst den vornehmsten, so seine partey gehalten, gefangen ge-nommen ; worauf ihm sein vatter mit einem glüenden eisen dieäugen ausbrennen ließ, auf die weise, wie es sonst in Persien gebräuchlich ist, und war willens, das Königreich seinem en-ckel, Bolaki, des Kosrou ältestem söhne, zu hinterlassen; die-sem aber vorzukommen, brachte Kourom gleicher gestalt einegrosse armee zusammen, tödtete seinen bruder Kosrou ,.und ließsich Cha-Gehan, oder einen Rönig der weit, tituliren. Dar-auf marschirte Gehan - Guir seinem anfrührischen söhne ent-gegen , starb aber unterwegs, und recommendirte seinen enckelBolaki dem Asonfkam, seinem Generalißimo und vornehmstenStaats-Minister. Doch dieser, anstatt, daß er dem Bolakihelffen sollte, war vielmehr seinem schwieger-sohne, Cha - Ge-han beförderlich, sich auf dem thron zu bevestigen. Tavernier ,voyage des Indes.

Gehasi, war ein diener des Propheten Elisa, und ein zeugeMehrerer wunderwercke seines Herrn, wie nicht wenigerdessen, womit sein Herr den Syrer Naeman von seinem aus-sah befreyete. Weil er aber dem letztem, ohne des Elifäwissen, geschencke abforderte, und solches nachmals läugnete,so ward zu bestrafung seines geitzes und seiner lügen, nichtnur ihm vor seine eigene person, sondern auch seinen nachkom-men die plage deS ausfatzeä von GOtt zugeschickt, r. Reg. IV.12. & V. 20.

* Gehema, (Ianus Abrahamus) ein Polnischer Ritterund Königlicher Leib-Artzt, flonrte gegen ansaang des XVII.feculi, hielte sich meisientheils in Bremen auf, pflichtete denlehr-sätzen der Patholog,« seif« bey, und schrieb verschiedenebücher, als: der qualificirte Lcib-Medicus; die sorgfältige undgewissenbaffte Saug-amme; Aphorismos oder Gesundheits-rc-guln ; die eroberte Gicht durch die Waffen der Moxa; sonderlichaber machte er mit seiner schrift von grausamen Medicinischen

Mord-mitteln das gröste aufsehen, und verwarfdarinn an,?...

' aderlassen , clystiren rc. sonften hat er auch des fiHolländischen tractal de febribus ins Lateinische übersttz? °

Gehmen, Genien, ein flecken, nebst einem sch,oL««xdarzu gehöriger Herrschafft in Westphalen, an K ^nahe bey Zulphcn gelegen. Sie hat vor diesem egeneE^dieses nahmens gehabt, nach deren abgang sie bi?rdb l§nratbandre Grafen von Schaumdurg, und von denselben auN-ehe weise an die Grafen von Styrum gekommen, davon anluue »sicher residrret. Spe». hist. insign. üb. I. c 8 6 P {Luca Grafen-saal, p. 97;. Tmmsd. p ' i4S ·

Gehülffenberg, siehe Hülffenberg.

, (Martinas) wurde zu Leipzig , allwo sein dat-

ier ein raufmann war, an. 1614. gebobren. Als M Oa*/nas Cramer, welcher ihn privatim informiren müssen, nachTorgau m die schule beruffen ward, zog er mit ihm dahin, umseiner unterrlchtung ferner zu gemessen. Nach diesem (hS-r ru Leipzig, Wittenberg und Straßburg ! lmdtrichnebf?Theo logte die Orientalischen sprachen , worauf er ProfessorTheologi «, Archidiaconus zu St. Thomas, lind bald dar-auf Pastor und Superintendent in Leipzig , wie auch Lanonicu-zu Zeitz ivurde. Endlich erlangte er die stelle cineö SPredigers und Kirchen-Raths zu Dreßdcn, und starb zu Kren-bürg. an. r 68°. den ir.ftvt. Seine schriften sind: Commentrius in Pselmos, Proverbia, Ecclesiasten, Danielem ; de LuctuHebr«orum ; Zeit und Ewigkeit; Allgegenwart GOttes: Bust.Predigten, rc. Witte, memor. Theol. °

. .Geiger, (Johann Conrad) ein berühmter mahler vonZürich , welcher die kunst erfunden , mit öl-farben aufalas rumahlen, oder amalirte trefliche trinck-geschirre, auch auf w e-gel, die er so herrlich gezieret, daß sie als besondere curioßtatmdem Komge ,n Franckreich, Groß-Hertzoge von Florenb und derRepublick Venedig prasentirct wurden. Er legte dw aanseEydgenoßschaffl in gründ , welche hernach durch Conrad Meverso perfect in kupfer gebracht worden, daß darin» alle berge,thaler und walder gantz nach der natur gebildet vorkommen - sohat er auch andere Fürstenthümmer neben dem Zürich -qeb,erhdergestalt gemahlt, daß alle weyer und siege darin» erkannt-Uch sind, wie zu Zürich auf dem Rath-Haufe zu sehen ist.Sandrarts Academte, P. II. lib. III. p. 254. * ;

Geiler, (Johann) von Kayftrsberg, ward an. 144?.den iS.mertz zu Schaffhausen gebohren. Sein vatter, Jo­ hann Geiler , war ein Notarius , welcher sich nachgehends wAmmerschweir in dem Elsaß gesetzt, und als er da einen ba-ren , so die Weinberge verwüstete, jagen half, von dessen bißsoll gestorben seyn, nach welchem unglück dieser sein söhn,der damals nur ;. jähr alt war, zu Kaysersberq, ebenfalls indem Eliaß, von seinem Ahnherrn auferzogen ward, und daherden bekannten zunahmen erhielte. Er legte sich auf der Uni-versität Freyburg auf die Humaniora, studirte darauf zu Basel die Theologie, und nahm darinnen gar die würde eines Do-ctoris an. Als er hierauf erstlich zu Freyburg im Breißgangeprediget, hernach sich für einige zeit gen Würtzburg in Fran-cken begeben, wurde er an. 1478. zu Straßburg in der hauvl-kwche zum Predig-amt beruffen, welchem er ,2. jähr vorgestan-den. Er strafte der Geistlichen lasier scharf, und klagte überden zerfall der frommkcit, daher er sich ihren haß auf den halszog, und dafür hielt, daß eben durch ihren haß Johann vonWefalia an. 1479. wäre verdammt worden. Seine predialensoll er ex tempore, aber von Wort zu Wort concipirt haben, auchein liebhaber von guten büchern, und sehr freygebig gegen diearmen gewesen seyn. Sein tod soll ihm vorher von einer >ungfcrvon Augspurg, welche damals sich aller speise enthielt, schriftlichseyn prophezeyet worden, darüber er sich nicht entsetzet, sonderngewünschet haben soll, aufgelöset zu werden, und bey Christozu seyn. , Er starb den 10 . mertz an. i;io. Seine schriften sind:Postiise über die Evangelia, samt dein Quadragesimali ; Trost-spiegel ; Orationes vari« ad Clerum ; Sermones in OrationemDominicam, de decem Pneceptis, de septem Peccatis Morta-libus; Navicula Fatuorum & Poenitentium; Fragmenta Fasesionis und andere. Einige haben auch nach gewohnheit feinerzeit etwas wunderliche titul, als: der Haas im Pfeffer, wel-ches predigten sind über den sprach Prov. XXX. 26. Er hatauch Gersonis opera zuerst gesammlet und mit einander zumdruck befördert. Adami, vit. Theol. Freheri theatr. *

* Geilfuß, (Joh. Gvdofredus) ein geschickter HeßischerMedicus zu Butzbach , floriere in der letzter» helfte des XVII.setculi, stund bey dem Landgrafen von Hessen - Darmstadl alsLeib-Artzt in diensten. Seine schriften sind: Unterricht vomwisbade ; Tractat von der Laubachischen Terra sigillata;Unterricht von dem Sauer - und Brodel - brunncn zu Langcn«Schwalbach . Er hinterließ auch verschiedene Consilia Medica,von welchen der Doctor Valentin! seiner Praxi infalübili einigebeygefüget hat.

Geiling, siehe Gailing.

Geisenhausen , Gevsonhausen, ein marcktflecken m Un-ter-Bayern , an dem fluß Vils, welcher ein Lands - FürstlichPfleg-Gericht hat, und in das Rent-Amt München gehöret. Esist vor diesem eine Grafscbafft gewesen, davon der letztere be-sitzer Henricus an. 97;. Blschoff zu Augsvurg worden, undan. 981. oder 982. als er dem Kayser Otloni II. seinem vcr-^ wandlet»