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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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geb gee 701

* St. Gebhaedus, Bifchoff zu Costnitz, ein söhn des Gra-fen von Rhätien Uzonis oder Huozonis, wurde aus seiner inwährender schwangerschafft verstorbenen Mutter leibe geschnit-ten , darauf wohl erzogen, und fleißig unterrichtet, woraufihn der damalige Bifchoff zu Costnitz, Conradus, zu sichnahm, bey welchem er, wie auch bey dessen NachfolgerGaminvlpho, beständig blieb, und nach des letzter» tobeselbst im Bißthum snccedirte, wie ihm Conradus prophezeyethatte. Kayser Otto IN. welcher sein pathe war, schickte ihmdamals zur confirmation den Bischoffs - stab und ring zu, undhielt ihn jederzeit sehr werth. Nachdem er sein vatterlichcüerbtheil von seinen brüdern erst durch Processe hatte erlangenmüssen, fieng er an. 98;. im vierten jähre seines Bißthruns andas kloster Petershausen am Rhein zu bauen, --»»« lch e s erstan. yyz. fertig wurde, die kirche darinnen weyhete er demPapst St. Gregorio, und bekam erstlich vom Kayser OttoneIII. einen arm des H. Apostels Philippi darein geschenckt,worauf er nach Rom reisete, und von Papst Johanne, nebstgrossen Privilegien, auch viele heilige reliquien vor sein klostererhielt, worunter auch St. Gregorii M. Haupt war, welchesihm die Römer, als sie es erfahren, wieder abnehmen wollten,und ihn biS an den Po bey Piacenza verfolgten, allwo er aber,in crmungelung eines schtffes, seine znflucht zum gebät nahm,und also mit seinen reliquien trockenes fusses über den fiußhingienq, daher auch die Römer ihn zu verfolgen aufhörten.Er machte auch sonst in seinem kloster gute anstalten, undversähe selbiges mit reichen einkünsten. Einsmals begegneteihm ein lahmer mann, dem er seinen stock reichte, und ihm imnahmen des HErrn befahl, hinführe gerade zu gehen, wodurchjener alsobald zurechte gebracht war. Endlich wurde ?r kranck,und starb an. 995. im 16, jähre seines Bißthums, woraufman ihn in das von ihm erbauete kloster Petershausen in St.Gregorii kirche begrub, allwo durch ihn viel wunder geschahen,er auch nach der zeit dem Abt Periggero und andern mehr sollerschienen seyn. Univ, Lexicon.

* Gebhardus, (Johannes) war zu Cisterdingen, einemdorfe in dem Tübingischen district, an. 160;. den 22. jan. ge-bohrt», und studirte zu Tübingen , worauf er an. 1626. zuDurlach , denn an. i6;i. zu Badenweiler , und an. 16)9. zuBlansingen und Röteln Diaconus , endlich aber an dem letztenorte Pastor wurde, und an. i6«6. den 2. sept. mit tode ab-gieng, nachdem er beydes ein jubilseum ministeriale und raa.trimoniale begangen. Seinen tractat de 8ocero Mosis , undde Concilio Apostolorum, hat Fecht seinen Miscellaneis sacris,nebst einer weltlauftigen Nachricht von Gebhardi leben, einver-leibet. Grossens Evangelische Jubel-Priester-Historie.

Gebistorff, ist ein dorf in der Eydgenoßischen GrafschafftBaden, anderthalbe stunden von dieser stadt, gegen Windisch undBrück ju gelegen ; es ist alldort in der mauer des Pfarr-Hauseseine Römische inscription oder grab-stein an. 1693. bey dem zu-sammenffuß der Aaren und der Rüß gefunden worden, daraufeines Medici Leg. XXI. Claudia; Meldung geschiehet. *

* Gebola, eine kleine stadt in Syrien zwischen Alexandria und Tripolis , sie gehört den Türcken zu, weiche eine schöneund grosse Moschee daselbst haben. Man siehet noch Über-bleibseln von alten zerbrochenen statuen allda, woraus zu schlieftsen und auch anderswoher bekannt ist, baß eine von aussen undinnen wohl ausgezierte kirche daselbst gewesen, so den Christenzugehörte. Vor dieser heutigen Moschee ist ein grosser platz,und ein schöner brnnnen auf der mitte desselben, welcher voneiner reihe schöner grünen bäume, die darum gepflantzet sind,beschattet wird; die mauren von der neuen stadt sind viel en-ger und einqeschränckter, als die von der alten gewesen sind,welche groß und wohl gebauet-war. Es sind heutiges tagesnur etwa» zwölf Haushaltungen daselbst, welche noch muhegenug zu leben haben, und der geitz der Türcken trug vieles bey,diese gegend also zu entvölckern, wie es fast den meisten daherumgehet. Carre, voyage des Indes Orientales.

Gcbftett, eine Voigtey und dorf in Thüringen , zwischenSultza und Bultelstett, den Hertzogen von Sachsen-Weimar zuständig. Ehemals soll sie den Grafen von Orlamünda gehörthaben; nachmals ist sie an die Landgrafen von Thüringen ge-kommen. An. 1640. ist diese Voigtey zum Amte Weimar ge-schlagen worden. Beyeri geogr. Jen. p. 297. MuL'eri annal.Sax. Gregorii Thür. p. 78·

Gebweiler, ist eine kleine stadt in dem Ober-Elsaß, zu dergefürstelen Abley Mlirbach gehörig, zwischen den städten Mur­ bach und Ruffach gelegen. Die Aebte von Murbach haben indem allhier sich befindlichen schloß zu verschiedenen zeiten ihreresidentz gehabt, als aber dasselbe neben der stadt durch dieSchwedisch - und Französische kriege gantz ruinirt worden , hatder letzt-gewefene Abbe Commendaraire von Murbach, Fürstvon howenstein, das erstere sehr schön und prächtig wieder auf-geführet, vbwvl er dessen einbau vor seinem tode nicht völlig zuende bringen können. Merlan. topogr. Alsatias. *

* Gedweyler, (Johannes) sonst auch Scllatoris , aufTeutsch Sattler genannt, ein gelehrter Doctor Theol. undPros. zu Basel , war vermuthlich aus der kleinen stadt Gebweilerindem Elsaß gebürtig; vbwol einige sagen, baß er von Colmar gewesen sey. Er ward Pfarrer zu Türckheim im Eisaß; nahmden gradum eines Baccalaurei Thqol. an, und ist schon an.

Hist-r. Lexiem lll. Theil.

1*04. pro gradu Doctoratus zu Basel eraminirt worden: dahervermuthlich, daß er vor an. 1480. gebohren sey. Er ward aberdamals nur Lieentiatus, und nahm den Dortor- grad erst an.1507. an Clementis-tag an, in welchem jähr er auch anfiengdie Prokelstonem Theol. zu verwalten. Er ist an. 1517. Deea-nus seiner Faeultät, und an. 1507. wie auch an. 1522. RectotMagnificus gewesen. Er soll auch Canonieus bey der Cathe-dral-kirche gewesen seyn, und den Deeanatum Philosoph, zwey-mal geführt haben. Wenn er gestorben sey, hat man nichtgefunden. Manuscripta.

Gedalia, ein söhn Ahikam, wurde von dem Nebucadnezarzum Regenten über das in Judäa übrig gelassene volck gesetzt.Johanan gab ihm einen guten rath, daß er sich vor Jsmael, ei-nem Fürsten von Königlichem geblüt,vorsehen sollte; als er aberdiese erinnerung aus den äugen setzte, wurde er von demselbenverrätherischer weise ermordet, und zwar weil Jsmael hoffte,daß die zerstreuten Jüden, die sich zu dem Gedalia hielten, so-dann ihm anhangen würden , damit er durch deren hülffe mitder zeit mächtig werden, und den Chaldäern die spitze bietenkönnte. 2. Reg, XXV. Jerem. XL. XLI.

Gedalia, ein söhn Rabbi Joseph Jcchia, oder Jachja, einberühmter Portugiesischer Rabbiner, ist an. ryoo. zu Jmola inItalien , wohin sein vatter wegen der religion aus Portugal !geflohen, gebohren. Er legte sich auf die studicn, und er-langte in untersthiedlichen gattungen eine ziemliche wissenschafft;doch gieng seine geschicklichkeit sonderlich auf Jüdische fachen,von welchen er viel bücher, deren aber wenig dlshero im druckerschienen, verfertiget; was ihn fürnemlich bekannt gemacht,ist sein schon so oft gedrucktes werck:> 8 ehalsohelet haccabbala,oder Catena Traditionis genannt, in welchem die chronvlogieund Historie von Adam her bis auf seine zeit, neben einigen De.rasohot, oder Jüdischen discursen, rc. enthalten. Dieses werckhat er an. Chr. 1549. zu Äavenna zu schreiben angefangen ; be-treffend die Jüdische fachen , so folget er gemeiniglich dem Ju«chasin, doch also, daß er es weiter hinaus und bis auf seinezeit geführet; in fremden fachen aber, da er sehr viel fehl-tcitte thut, bediente er sich allerhand schlechter chronicken,darum ihn auch einige den grossen tugner geheissen. Bar.

tolocc. Wolf ,! Buxtorf bibl. Rabb. Sipbte. Scbalfcb. ejus ipsiusüber, *

Gediccus, (Simon) ist Doctor Theol. und Prediger zuMagoeburg'gewefen, und hat wider die kleine fchrift, darin-nen man beweisen wollen, daß die weibs-personen keine men-schen wären , eine antwort geschrieben. Bayk.

* Gediminus, Groß-Fürst zu Litthauen, war ein fohn desGroß-Fürsten Vitenis, von dem an seinem orte ein artickul ste-het, und folgte demselben an. rjit. in der regierung. Erführte den krieg in Polen , und mit den Teutschen Rittern,welcher schon bey seines vatters leben viel blut gekostet, be-ständig fort, konnte sich aber keines sonderlichen Vortheils rüh-men. An. 1)20. ließ er sich zum Groß - Hertzog von Reuffenausrüsten, nachdem er einige Rußische Fürsten bezwungen,und Kiow weggenommen hatte. An. 1)21. erbaute er diestadt Vilna , und an. 1)27. schickte er dem Könige in Polen ,Uladislao Loctieo, nicht nur wider Waldemarum von Bran-denburg hülfs - völcker, sondern that ihm auch in person widerdie Teutschen Ritter nicht geringe dienste, hatte aber das Un-glück, daß er an. i;* 8 . vor Welau sein leben einbüffele. Erhatte 7. söhne und 2. töchter. Von dicftn wurde Anna mirCasimiro III. Könige in Polen, Elisabeth aber mit Wenceslao,Hertzoge in Masovien zu Plvczko vermählet. Die söhne waren

1. )Monivid, Hertzog zu Kiernow , von dessen söhne gleichesnahmens unterschiedliche geschlechter ihren Ursprung haben.

2. ) Narimunlh, Hertzog zu Pinsko in Sendomirien, von demdas hauS Savieha abstammet. ;.) Olgyerth, von dem amgehörigen orte ein artickul nachzusehen. 4.) Keystuth, von demgleichfalls unten mehrere Nachricht zu finden. ;.) Lnbardus,

a og von Lemberg und Wlodomir, welche er mit seiner ge-in, des letzten Hertzogs von Wlodimir tochter, überkom-men , von dem unter andern die Hertzoge von Sanguszko ent-sprossen. 6 .) Jawnuta, welcher nach des vatters willen Groß-Hertzvg von Litthauen seyn sollte, aber von seinen brüdernOlgyerth und Keystuth vertrieben wurde, und mit Zaslau vor-lieb nehmen muste. 7.) Koributh, welcher in der taufe dennahmen Michael bekam, und als Hertzog zu Novogrodeck jungverstarb. DlugoJJus. Cromerus. Miecbovtus. Qagutnus.

Gedrosia, eine provintz in Bersten, so anjetzo Circan undMacran begreift, hat Carmanien gegen abend, die Herrschafftdes grossen Moqols aber nebst den ausflussen des Jndi gegenmorgen, und liegt am Indianischen meer. Gunius, üb. IX.c. 10. Plinius-, lib. VIII.

* (pjeel, (de) ein vortreflicher Niederländischer Mahler,von dem jedoch nur ein einiges stück anzutreffen ist. Hmbracken,schilderboek.

Geelmuvden oder Genemuyden, ist eine kleine stadt inderNiederländischen provintz Ober-Yssel , in der gegend, wel-che Sallandt genennet wird, zwischen Hasseit und Vollenhoven,wo der fluß Vecht in die VÜder-see fällt.

Geerlsberg, siehe Gerhardsberg.

Geervliet, ist ein schöner und mit vielen Privilegien verse .

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