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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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schriften sind bekannt p viökionarium guadrilingue; Notse inPlinium , Livium , Ammianum Marcellinum , Arnobium ,Traductiones Latin* Chrysoftomi, Phiionis, F.vagrii, Origeniscontra Cellum , Dionysii Halicarnassenfis , Appiani. CaliusSecund. Curio , prasf. in Appianum. Tbuanus , lib. XIII. adan. 1^4. Teißer, elog. tom. I. & III. Bay!e. *

* (Belesiotta, (Georgius) oder Galesiotta, ein Grieche ,hat eine Lcichen-rede aufTbeodorum Xantopulum geschrieben,war des Georgii Cyprii schüler, und wohl bey ihm gelitten.Man findet auch in der Wiener -bibliotheck Niceph. Blemmida

Orationem de Imperio, guarn paraphrasi clariore donaruntGeorgius Galesiotta &c. Lambecius , comment. de biblioth.Vindobonens. VIII. p. 22;. wo er anmerckt , daß er von demkloster Galesius benennet worden, wie Iosephus Galesiotta,welcher aus diesem kloster als Abt zum Patriarchen in Constan-tinopel erwehlet wurde.

(Belesuinte, siehe Galsuintha.

(Belida, (Ioh«mes) ein Spanier aus Valencia . Nach-deni er in seinem vatterlande die Philosophie begriffen, gieng ernach Paris , und weil er keine tust zu den scholastischen streitigkcitcn hatte, und sonsten von herrlichem ingenio war,legte er sich in dem 4vsten jähre seines alters auf die sprachen,worinnen ihn Iacobus Faber Stapnlensis wohl unterrichte-te. Er machte sich über den Aristotelem, und erklärte selbi-gen in dem Collegio des Cardinals le Moine sehr wohl. Vondar kam er nach Bourdeaux, allwo er in währender abwesen-heit Iohannis Goveani, welchen der König von Portugallnach Hause beruffen, um die Academie zu Coimbra zu öfnen,die inspection über däs Collegium führte. Goveanus wolltezwar Gelidam, Buchananum, Nicolaum Gruchium, EliamVinetum, Arnoldum Fabrum , und einige andere mit sichnehmen ; allein, als Gelida sich in Franckreich gewohnt hat-te , konnte man ihn nicht darzu bringen, daß. er daraus ge-gangen wäre. Er blieb dahero zu Bourdeaux, und erwartetedaselbst des Goveani rückkunft; allein als selbiger auf der reisenach Portugall starb, wurde Gelida in dieser stelle bestätiget,welche er 7. iahr mit gutem rühm verwaltete. Er starb den19. febr. an. 1^6. in grosser armuth, und hinterließ eine fraumit einer einzigen tochter. Man meynte nach seinem tobeviel verfertigte schriften bey ihm anzutreffen, allem es fändesich nichts, als einige briefe von ihm und Arnoldo Fabro,welche Iacobus Businus an. 1571. zu Rochelle drucken ließ.Tbuanus , lib. XVII. fin. Sohottus & Antonius , biblioth. Mi-raus, de script. fec. XVI. Teißer , elog. tom. I.

* (Belle, (Ioh.) einBenedictiner, gebohren an. 1644. zuChene le Populeux in Ober-Champagne, trat in die Congrega-tion St. Mauri, lehrte in den Abteyen St. Michael und St.Denis, und war der erste, der in seiner Congregation die Theo-logiam pofitivam dockte. Au Mont S. Michel schrieb er inLateinischer spräche die Historie dieser berühmten Abtey. Erwurde Prior in der Abtey Treport, und hernach zu St. Quin-tin, in welcher letztem er sich sehr um die bekehrung der Huge­ notten bearbeitete. Wegen seines kräncklichen leids kam er nachSt. Medard vor Soiffons, und war hernach lange zeit Supe-rior der Abtey St. Germain des Pres. Er wurde starck vondem podagra geplaget, gab aber doch an.1705. eine Französischeaufläge des geographischen Dictionarii des Baudrand, welchesdieser Lateinisch geschrieben, heraus, die er ansehnlich vermeh-ret, arbeitete auch an einer neuen aufläge des Ivonis Carno-tenfis, welche er im manuscript gantz zu ende gebracht, starbaber darüber in der Abtey St. Germain des Pres an. 172;.

den 6. tut. Univ. Lexicon.

(Bellhovn, ein uraltes adeliches und zum theil Gräflichesgeschlecht in Schlesien , welches aus Sachsen oder Thüringen entsprossen, und vermuthlich nach der an. 1241. mit den Tar-tarn veyLiegnitz gehaltenen schlacht in Schlesien gekommen ist.Man will , daß es seinen Ursprung von einem läger habe.Derselbe soll um das jähr y;i. bey einem Odristen in dienstengestanden, und da dessen regiment in einer schlacht zwischendem Kayser Henrico I. und den Ungarn die flucht ergriffen ,auf seinem jäger-horn so tapfer geblasen haben, daß durchdessen schallen oder gellen die flüchtigen bewogen worden ,sich wieder zurück zu ziehen, und den feint» aufs neue anzu-greiffen. Zu dessen andenckcn soll er den Adel und den nah-men Gellhorn erhalten haben. Georg von Gellhorn war an.1470. Hauptmann zu Ohlau und Nimptsch in dem Briti-schen. Wentzel ist an. 1546. der Schlesischen Stände Gene-ral - Steuer-Einnehmer gewesen. Melchior hat sich an. 1562.an dem Chur-Brandenburgischen Hofe aufgehalten,und ist mitdem Churfürsten Joachimo auf den Kayserlichen wähl - tagnach Franckftirt am Mayn gezogen. Hans von Gellhorn aufKuntzendorss und Kommerau war an. 1602. Hof-Richter zuSckweidnitz; dessen söhn Joachim kaufte an. 1622. das guthOelße von seiner gemahlm brüdern, Christoph und HansHeinrich von Hohberg und Fürstenstein auf Oelße. Friedrichvon Gellhorn aus Röqau, Alten-Grotkau, Weigelsdorff undGorau, starb an. i<5o,. und hinterließ von Hedwig , ge-bohrner Heydin aus dem hause Seiffersdorff, einen söhngleiches nahmens > von dem hernach. Christoph von Gellhorn,Kayserlicber Rath, wie auch Dom - Prälat und Scholalticusbey dem Dom-Stift zu St. Johann in Breßlau , starb an.

»1624. Friedrich von Gellhorn und Alten-Grotkau, des er-dachten Friedrichs söhn, Erb-Herr aufRogau, WeiaPeterswaldau, Mertzdorff, Peißkersdorff und d?r BurqsüSchwerdnitz, war Kay,crl. und Königl. Cammer-Rath mSciiös^N' wie mich der beyden Furstenthümer Schweidnitz undJau«Ober-Rechts-Srtzer undLandes-Aeltester. Er starb än.iezüPeterswaldau, nachdem er bey damaligem kriege in commMneu und Gesandtschafften dem land ersprießliche dlensic^leistet. Sein mit Mana, einer tochter Adam, von ReibMund Rathen auf Mertzdorff, Schmoltz und Peterswaldaugezeugter ,ohn , Ernst von Gellhorn auf Peterswaldau ,Kayserlicher Cämmerer und Obrister, erhielt von dem kLser Ferdinande III. die Freyherrliche, und von Leopolds d eGräfliche wurde. Er starb an. 1679. nachdem er mit derPrmtzeßin Augusta Sibylla zu Holstein-Sonderburq 2 sobn-gczeuget. Seine andere gemahlin , Anna Maria, Gest-Hermanns von Schweinitz und Crayn, Chur - SächsischenObrrsten tochter, die er sich an. 167;. beygelegt, gieng an1716. zu Liegnitz mit tode ab. An. 1717. starb Ernst Erd^mann von Gellhorn und Alten-Grotkau auf Briese, gewese-ner Furstl. Rath und Landes-Aeltester des Fürstenthums Oels'Ernst Julius, Graf von Gellhorn, ward bey dem Kayser (forolo VI. Cammer-Herr und Ober-Amts-Rath in Schlesien .Sinapn Schief, curios.

* Gellig, (IacobI von Utrecht gebürtig, war ein vortreffi-cher fisch-mahler, und stellte sonderlich die fische aus ffüssen sehrkunstreich vor. Als an. 1672. die Franzosen sich der stadt Utrecht bemeistert hatten, und er schlechten abgang seiner fische hattefieng er an Portraits zu mahlen ; es gerieth ihm aber diese ar-beit sehr übel, und sein gewinst nahm dadurch nicht zu, wie ervermeynet hatte, esonsten nennet man ihn auch Gillis, wieer sich dann auch öfters also geschrieben hat. Houbruken.

(Bellius, lAulus) ein Lateinischer Orammaticus , lebte mAthen um das jähr unter dem Kayser Adriane. Erhat ein werck, genannt Noctes Attics , in 20. büchern geschrie-ben , eine sinnreiche zusammen-lragung unterschiedlicher eriti.scher und philosophischer anmerckungen in sich haltend. Essind aber einige dieser bücher verlohren gegangen, und nurdie innhalt der capiteln annoch davon übrig. Einige, undsonderlich Voßius, behaupten, daß er Agellius hejsse, wel-ches Petro Lambecio Materie zu einer eigenen dissertalion ge-geben. Volatzrr, anthropol. lib. XVI. Vign.er, an. 128. V»}'-Jius , de analog. *

(Bellius, (Cneus) ein alter Uittoricvs, welcher Annales La-tinos geschrieben , und öfters von Aul. Gellio und DionysioIlalicarnallTO mit rühm angeführet wird. Flinius, lib. VII.c. ?6. Macrob. lib. I. Saturn, c. 16.

(Bellius Fuscus , ein Historicus , dessen Trebellius Pvlliogedencket. Es scheinet , daß er in dem 111. seculo gelebet.Einige nennen ihn Agellius , aber ohne gründ. FoUio, de ;o.tyrannis c. 2;. Voßus, de Hist . Lat. lib. II. c. 4.

(Bellius oder Gellus, oder auch Gallo, (Johannes Ba-ptista) war zu Florentz von arinen handwercks-leuthen gedoh-ren. Er selbst war ein schuster, und hatte in seiner niqendnicht studirt, brachte sich aber durch seinen grossen verstandund durch den hernach angewandten fleiß in solch ansehen,daß er vor einen von den vornehmsten auf der Academie zuFlorentz geachtet wurde. Er starb an. i;6z. oder, wie Tbua-nus will, an.i<;86. Er hat in seiner spräche Dialogos gefchrie-ben, auf die art, wie Lucianus, die wegen des darinnen her-vorblickenden Verstandes hoch gehalten werden; auch mgleichvon denjenigen fehlern rein sind, welche man sonst an Luciano zu tadeln pfleget, als da sind die allzu beißige, scharfe, unddann auch die gar zu freye, auch oftmals sehr garstige artzu schreiben. Er hat auch einige bücher aus dem Lateinischenübersetzt. Tbuanus , lib. XXXIV. fin. Teißer, elog. tom. I.p. 2t 1 . *

* (Bellius, ist der nähme eines patricischen geschlechts zuRom;Cn. Gellius war Pompeii Lieutenant in dem kriege wider diesee-räuber. In dem nemlichcn iahre, von erbauung der stadtRom 682. und 70. iahr vor Christi gebuyt, war Lucius GelliusBürgermeister zuRom mit CneioLentulo Clodiano; er warder vatter Lucii Gelln Poblicolä, welcher glerchfalls »cdstM. Cocceio Nerva A. U. C. 718. A. C. ?4- zu dieser er-sten Römischen Maqistratur erhoben worden. Von dieiem letz-ten Gellio spricht Dio, wie folget: " Ob er schon der zujain- menschwörung wider einige Grosie überführet worden, 10 wurde er doch nickt zur strafe gezogen; Brutus erwies ihm gnade, aus betrachtung des ansehens, in welchem er den ei- nigen seiner besten freunde gestanden , und der genauen freundschafft, die er selbst mit ihm gepflogen, sonderlich aber seiner genauen Verbindung wegen mit Mcssala, ftmcm,, bruder, und mir Caßio. Dieses verhinderte oder hielte Gel- lium dennoch nicht ab, sich auch an das lebm Caßn zu wa- gen , und zwar gieng es ihm wieder ungestrast hm. Palla, die mutter dieses verrärhcrs, entdeckte das geheimms dielcr,, anspinnnngen wider Caßium, und hintertrieb es » toeiis dieweil sie Caßium sehr werth und lieb hielte, tdnls auw um ihres eigenen sohns unglück abzuwenden,, welches am ihn wartete, sein widergesetzliches vorhaben mochte ihm gc-