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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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linqen oder mißlingen ; auch brachte sie es nach der entde- ckung dahin,daß sie dem söhn gnade und Vergebung seines fre- veln vornehmens erhielte. Aber auch hiedurch ließ sich Gel- lins nicht bessern, er verließ nochmals die partey seiner gut- thäter, und schlug sich zu der factivn Augusti und An-tonn, der Haupt-feinde seiner ehemaligen besten freunde.P/o, lib. XLVI 1 . t'lorus , üb. III. Cicero , in Pisonem & ad Qui-llt. post redit.

* Gettius, ein freund Marci Antonii, eines der Triumviro-mm; da er einsten wichtiger aeschäffte halben in Judäam ge-kommen, und Aristobuli und Mariamne ansichtig worden, warder durch ihre schönheit also gerühret, daß er Alexandram diemutier von beyden glücklich priese, solche kinder zur wett ge-bracht zu haben. Er riethe derselben auch sie beyde abschildernzu lassen, und M. Antonio die contrefaits zuzusenden, und solltesie nicht zweifeln, wann er sie gesehen, würde er ihro in allemwillfährig seyn. Alexandra ließ sich dieses gefallen, und da Gel-lius zurück nach Rom gekommen, strich er die schönheit dieserzweyen, Aristobuli und Mariamne, mündlich noch mehr aus,und zwar sprach er davon , daß sie ehender jungen gvttheitenals sterblichen geschöpfen und menschen gleich sähen, und vergaßnichts, damit er Antonio eine liebe gegen Mariamne erweckenmöchte. Aber Antonius gedachte, es würde zu hart heraus kom-men, von einem verbündeten Könige die frau abzufordern, undneben dem,daß er auch die eifersucht der Cleopaträ zu befürchtenhatte, begnügte er sich Aristvbulum an seinen Hof zu begehren ;Herodes aber, welcher sich von Antonio seiner macht und wollü-stigen Wesens halben alles zu beförchten hatte, schlug es best-möglichst unter einem höflichen vorwand ab. jofipbi antiquit.lib. XIV. c. 2.

Getto, war nach einiger Historicorum meynung, Rol,IvniS, des ersten Hertzogs von Normanbie, Vetter, und der er-ste Graf von Blois, dem Thibaldus Senior , sein söhn, succe-dirte. Diese meynung aber findet bey den Gelehrten keingehör, weil die autbores der Normännischen Historie von diesemGcllone nichts melden, und selbst Deniau, welcher die Histo-rie Rollonis genau untersuchet, gedencket dieses Gellonis mitkeinem worte. Er mercket blos an, daß Franco, Ertz-Bischoffvon Rouen , eine conferentz zwischen Rollone und CaroloSimplice zuwege gebracht, darinnen ausgemacht worden, daßNeustrien und Bretagne Rolloni bleiben sollten, jedoch mit die-sem bedinge, daß er ein Christ würde. Er gedencket aber wederdes Gellonis noch der Graffchasst Blois, welche nach denscribenten, so diesen Gello anfuhren , ihm damals soll zutheil worden seyn; welches er nicht würde vergessen haben,wenn jemand von diesen alten autbotibus davon Meldung ge-than hätte. Sonsten, wenn Thibaldus Gellonis söhn gewe-sen, wäre er nicht ein unversöhnlicher feind der Normänner ge-blieben, wie er war, und man hätte ihn nicht einen Fürsten V0M geblüt genennet. Bnnier, bitt. de Blois. *

* Gettone, oder Saint Guillem du Desert, eine berühmteBenedictiner-Abtey in der Diocces von Lodeve in Nieder-Lan-guedoc, welche an. 804. durch Wilhelmum, Hertzoa von Tou­ louse gestiftet worden. Sie stehet anjetzo unmittelbarer weist:unter dem heiligen stuhl , und hat die gerichtbarkeit überdie beyden kirch-spiele von St. Barthelemi und St. Laurcnt,welche sich in der dabey liegenden kleinen stadt St. Guilem be-finden. Hifloire de Languedoc .

* (Reimt, (Antonius) ein Italiäner, von Verona gebürtig,lebte m der andern helfte des XVI. seculi, und trieb das becker-handwerck, wobey er auch einen theil der zeit auf die Poesie ,wozu er von natur vortrefliche gaaben hatte, zu wenden pflegte.Man hat von ihm viele Sonneti, davon einige an. r;84. an-dere aber an. 1188. heraus gekommen, und worunter sich un-terschiedliche stücke befinden, die noch heut zu tage selbst vonden kennern sehr ästimiret werden. Stip. Maffh Verona illu-ftrata, üb. IV.

Gelnhausen , ist eine freye Reichs-stadt, von nicht sonder-licher grösse, an dem kleinen fluß Kintzig, in der Ober - Rheini-schen landschafft Wetterau, z. Meilen von Hanau , nord-ost«wärts gelegen. An. i;4y. ist sie von dem Kayser Carolo IV.dem Graf Günthern zu Schwartzburg und den Grafen zuHohnstein -Clettenberg verpfändet worden, welche darauf sel-bige, samt verbürg, an. 14,6. dem Churfürsten in derPfaltzund den Grafen zu Hanau.Müntzenberg vor 8000. fl. wieder-käuflich überlassen. Aus diesem fundament haben die beydeletztgedachte Häuser bishero gesucht, die stadt gäntzlich zu eximi-ren, wie es denn an. 1708. so weit kam, daß sie von ihnen or-dentlich bloquiret, auf interposition der benachbarten Ständeaber wieder befreyel wurde. Ob nun gleich diese einwendet,daß sie, der Verpfändung ungeachtet, eine immediate Reichs-stadt geblieben, so hat sie doch, währenden dieses streits, demReiche nichts contribuiret, ist auch der zu Nürnberg an. 1650.gemachten revartttion nicht inseriret worden. ES ist auch einadeliches geschlecht an dem Rhein , welches sich Forstmeistervon Gelnhausen nennet. An. 1716. den aug. starb zuBrcßiau Phüippus Benedictus des Teutschen ordens Ritterund Rathsqedielhiger Commendator zu Mergentheim undFreudenthai, wie auch Groß-Teutschmeisterischer geheimerRath und oberster Hofmeister. jum-ker. Geogr. med. ievi , tr? Winckelmanns befchreibung von Hessen , p. 18». seq.Humbr. v. R. A. Snrederi theatr. prsetens. p. 624.

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. Gelnhausen , (die bürg) ist ein bey der stadt Gelnhausen m der Wetterau gelegenes Reichs-schloß, den Ganerben vonGelnhausen zuständig, welches der Kayser Fridericus I. er-bauet, und um an. 1144. selbst einige zeit bewohnet hat. AISaber nachgehends gedachter Kayser nach Italien , und von darins gelobte land gezogen, ist diese bürg einigen adelichen ge«schlechtern, als den Schelmen von Bergen, Forstmeistern vonGelnhausen , und Küchenmeistern von Gelnhausen ihre Woh-nung darin«, zu haben übergeben, und ihnen ein bürg - friedeertheilet worden, wie sie untereinander leben, und das re«gtmenl sowol über die bürg, alS einige dazu gehörige Reichs-Ge-richte führen sollten. Welchem nach diese Ganerben berge,stall zugenommen, daß vor dem jährigen kriege eine grosseanzahl derselben gewesen. An. 1,49. ist diese bürg samt derstadt von dem Kayser Carolo IV. an das Haus Schwartzburgum den aus selbigem Hause Herstammenden Kayser Günthernzu befriedigen, zwar versetzet, doch bey allen freyheiten ge,lassen worden. Nach tiefem aber ist solche pfandschafftandas Haus Pfaltz und Hanau gekommen. Jnmittelst ist daSburg-regiment von den Ganerben oder Burgmannen anfäng-lich durch einen aus ihrem mitte! erwehlten Burggrafen , 2.Baumeistern und lo.Beysitzern also geführet worden, wie es beyder bürg Friedberg jedesmal Herkommens gewesen. Inmaffengedachter Carolus IV. an. i;66. die Burgmänner zu Gelnhau­ sen in allen freyheiten und rechten der bürg Friedberg gleich ge,macht, und war dazumal diese bürg mit ihren freygerichten beysolchem vermögen, daß sie höher in der Reichs-matricul als diebnrgFriedberg gestanden. So ist auch diese bürg so gar von demKayserl. Cammer-Gerichte, besage eines Cammer-Gerichls - ur.tels von an. 1472. befreyet «vörden. Nachdem aber dieselbein demjährigen kriege, weil sie Kayserliche besatzung innehatte, von der Schwedischen armee belagert und in gründverheeret worden, als sind dadurch nicht allein viel adelicbeaeschlechter in grossen abgang gerathen , sondern auch die zurbürg gehörig gewesene Reichs-Gerichte davon entzogen wor-den , und wenig von den gerechtsamen übrig geblieben. Undweil die anzahl der Burgmänner sich so sehr verringert, sowird nunmehr das burg-regiment nur durch 2. Baumeister undetliche Regiments-Burgmänner geführet. Lünigs R. A. part.spec. cont. 3. abth. 7. abf. Z. fortsetz. 2. von n. ,49. bis15;. winckelmanns befchreibung von Hessen , p. iso. ,8;.

Knipsch. de civ. Imp. p. 720.

(Belo, ein söhn Dinomenis, von geringer Herkunft. Er wardA. U. 2 6%. Olymp. LXXII. 2. A. M. *49?· A. C. 491. vonden Syracusanern wegen seiner lügend und leuthseligkeit frey-willig zum Fürsten angenommen, ward hernach denselben so-wol als der gantzen insul in allem sehr nützlich. Die Cartha-ginenscr, welche auf des Terxis beständiges anhalten, unterAmilcaris anführung, in Sicilien eingefallen waren, und all-bereit die stadt Himera in grosse noth gebracht hatten, über-fiel er durch eine sonderbare kriegs-list, indem er an stattder Selinuntischen hülfs-völcker, welche Amilcar erwartete,seine eigene trouppen anmarschiren ließ, und also die feinde un-versehens in ihrem lager, da sie eben über der feyrnng einesgrossen festes begriffen waren, durch selbige überfiele, zu glei-cher zeit auch mit dem übrigen volck aus der stadt rückte; dadann auf einmal Amilcar selbst erschlagen, seine schiffe ver-brannt , und fast die gantze armee, so sich über hundert undfünfzig tausend mann soll erstreckt haben, niedergehauen ward,Massen auch der kleine Überrest, so sich auf einen Hügel geflüch-tet , aus Mangel des Wassers das gewehr niederlegen muste.Gelo wußte auch diesen sieg sehr vernünftig zu gebrauchen,indem er sowol die gemachte reiche beute unter den Sicili-scheu städten, auch bestverdienten soldaten anstheilete, als fürsich die stadt Syracusa mit nützlichen und prächtigen gebäudenauszieretc; wodurch ihm alles je mehr und mehr zu freun,den gemachet wurde. Auch gab er den Carchaginensern frie-de , mit aufleguna zwey tausend talenten, welches sie derge-stalt freuete, daß sie auch seinem weibe der Damerete, einegüldene cron von hundert talenten verehrelen. Er hatte nachdem vor, den Griechen wider Terxem zu hulffe zu ziehen,als er von dessen grossen Niederlagen und gantzltcher veria->gung aus Griechenland bericht empfienge. Wie kerne gefahrmehr von fremden obhanden war, that Gelo etwas, so keinerin einem zuvor freyen volck herrschender, ohne ihn, niemalsunterstanden, und von seiner guten und nützlichen verwaltungden klaresten beweis geben kan. Er ließ alles volck bewaffnetzusammen kommen, begab sich alsdann ohne Waffen mutenunter sie, und legte von allen seinen Verrichtungen gleichsam ei-ne rechnung ab, wobey dann so fern gewesen, daß ieinand ausder gantzen zahl ihm begehret zu schaden, daß vielmehr alle mitfreudigem zuruffen ihm ihr sonderbares vergnügen über seinereaierunq zu erkennen gaben, denselben einen qutthäler und er-relter des vatterlands nenneten, rc. Auf solche weise war sein re,giment glückselig bis in seinen tob, welcher gesetzet wird inA. U. 276. Olymp. LXXV. z. A. M. 3$c6. A. C. 478. Dto-do us Siculut , üb. II. & XIII. Herodotus. PauJj»ias. *

GELONT, ein volck in dem Europäischen Scvthien, so andie Aqathyrsen grentzete. Sie lebten nur von milch, worun-ter sie blut von ihren Pferden mischten, bemahlten auch ihre lei-der mit mancherley färben, und konnten zu kriegs-zeiten lange

hungern.