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niglichcn Leib<Medicornm gefälltes urtheil bekräfstigten denargwohn eines beygebrachten gifts, weswegen der CardinalBriconet, als des Königs vornehmster Staats - Minister, sichzu dem Gemes verfügte , ihn Caroli VIII. beständiger gewo-genheil versicherte, und ihn wegen beforglicher todes - gefahrzum Christlichen glauben zu bekehren bemühete. Allein Gemesgab zur antivort: Er bäte, seinem Alcoran zu folge, den eini-en GOtt , Schöpfer Himmels und der erden , an, und weil erey feiner religion zu leben und zu sterben verlangte, so bäte er,ihin nichts weiter hiervon zu sagen. Wicwol einige, doch ohnegründ, vorgeben wollen , er habe noch vor feinem tobe die tau-fe empfangen. So bald der Cardinal von ihm geschieden war,beklagte er sich mit sehr nachdrücklichen Worten über des dama-ligen Römischen Hofs verrälherey, und starb nach zwey oderdrey tagen den 20. febr. an. 149z. Nach feinem absterben schickteKönig Carl, der zwey tage hernach, nemlich den 22. febr. fei-nen siegreichen einzug zu Neapolis hielt, den Ertz-Bischoff vonDurazzo, einen Albanefer von geburt, in Griechenland , mitdem vorsähe, selbige nation wider den Groß-Sultan aufzuwie-geln , doch weil ihm sein glück in dem eroberten Königreichegar zu bald den rucken kehrte, so wurden alle feine weit ausse-hende anschläge zu wasser. Hierauf wurde des GemcS cörpervalfamirt, und auf befehl des Königs von Terracina nachNeapolis gebracht, allwo er ihn in dem arfenal bewachen ließ.Nachdem aber der vertriebene Ferdinand von Aragonien , demder König von Franckrcich durch feine retirade platzmachte, da-selbst wiederum anlangte, so überfchickte er dem Sultan Baja-zeth den entseelten Gemes mit allen seinen bedienten, welche eruisgesamt begnadigte; so erfreuet war er über die angenehmetodes-zeiluug; weswegen er auch dem gefchlechte Borgia den ver-sprochenen lohn ehrlich entrichten ließ , wo man je in belohnungeines gottlosen dubenstücks einige ehrlichkeit beweisen kan. N«u.clerus , vol. II. gen. 90. p. 120?. I.eunc'avti an. Turc. adan.Heg. 88t· Sabtllirus, ennead. X. üb. VIII. p. 517. Jovius ,de reb. Turc. in Bajazethe. Cujpin. de Caesar, in Bajaz. II.p. 682. Guicciardin. üb. I. Rocaies , histor. de Gemes. Zie»
glers ladyrinth der zeit, p. 171.
(Bemieliiif, ein Cistercienfer-kloster in Schlesien, fo in demHertzvglhum Oppeln , die Landes - Fürsten von diesem nahmenund orl an. 1280. fundiret haben.
Geminianus, ein Priester aus Antiochien , hat in demHI. feculo unter Kayser Alexandra gelebt, und verschiedene fa-chen geschrieben. Hieronymus setzt ihn unter die scnptores ec-clesiasticos , und Baronius gedencket feiner ad an. 219.
Geminius , aus der inful Rhodis, ein berühmter Mathe-maticus , lebte zu Ctceronis , nicht aber zu Theodosii SeniorisSeiten , wie einige davor halten. Er hat verschiedenes geschrie-ben in der Astrologie, Sphaerica und Geometrie. Blancanus ,chron. Mathem. Brncaro, cat. Astrol. Petavius , not. ad Gemin.Vojlrts , de scient. Mach.
Geminius, (Victor) ein Africaner aus dem III. saecuIo,wurde nach seinem lobe von dem heiligen Cyvriano in den banngethan, weil er einen Priester zum Vormunde feiner linder ge-macht , und ihn dadurch in die weltlichen gefchäffte verwickelt
hatte. Cyprianus , ep. 66.
* Geminus, ein Römisches gefchlecht, aus welchem unterden Kaysern viele vortrefliche mannet entsprossen find. L- Ru,bellius Geminus und C. Fusius Geminus waren unter Tiberiozugleich Bürgermeister zu Rom , in dem jähr Christi 29. Tacit.annal. lib. V. c. 1. Sueton. üb. III. c. 51.
* Geminus Livius, ein Römischer Rathsherr; er war,seinem Kayser zu schmeicheln, weich genug, daß er eydlich undmit allen betheurungen wider sich und seine familie in dem öf-fentlichen Rath bezeugte, daß er die Prmtzeßin Drusilla nachihrem tobe gesehen habe, gen Himmel fahren , welches im jährChristi 40. öder 41. soll geschehen seyn. Sie war Caliguläschwcster und maitresse, und Geminus erdachte obgemeldte lu,gen, um des Kaysers widerrechtliche liebe nach ihrem tobe beydem darwider murrenden volck gut zu machen. Seneca ziehetihn dieser feigheit wegen durch, ob er ihn schon nicht nennte, daertuesatyram über die Äpotheosin oder Vergötterung des Kayrfers Ciaüdii geschrieben.
* Geminus picennius, ein Bürgermeister, welcher un-ter Nerone nebst Pompeio Paulino fubrogirt wurde; sie siengenihr aml im iulio an. Zu Galbä zeiten war Geminus noch ingnnsten, und dieser machte ihn zum Praefecto Romae, oder Gou-verneur über die stadt Rom in militar -sachen, an. 69. Er warauch m»l unter den zeugen, da Galba Pisonem adoptirt hat.
Onuphr. in fast. Tacitus , bist. üb. I.
* Geminus, ( VirdiuS) wurde von dem Kayser Vitelliowider Anicetum, einen freygelassenen des Königs Polemon ge-schickct, welcher in Asia unter den einwohnern des Ponti Unru-he gestiftet hatte, Trapezunt eingenommen , und die frechhcitgehabt, die schiffe, so dasiqe küsten bewahren sollten, zu ver-brennen , ja bis auf das veste land und in'die Mittelländische seehinein zu plündern und beute zu machen. Geminus aber sielihm im jähr Christi 68. aufden hals, und schlug ihn, so daß ersich nicht mehr erholen konnte, sondern bey dem Könige derSedochezen hülffe suchen, und sich zu ihm flüchten muste, wel-cher ihn aber bald darauf um geld verriethe, und der Römischengewalt übergeben hat. Tact. bist. üb. III. c. 47. & 4tz.
Histsr. Lexicott lll. Theil.
gem 709
* Geminus , C Antonius) ein söhn des Kaysers MarciAureiu, und em zwillmg und mit-bruder des Kayjers Commo-dl, kam auf die weit im jähr Christi i6i. und brachte darauf nurvier jähr zu , obschon die thörichten Wahrsager und zeichen-deu«ter ihm eine gleiche lebens-zeit mit seinem bruder CommodonmdCommodo eine gleich daurende zeit mit diesem vorher aesaakhatten. Herodianus , üb. I. ^
Gemisthus, (Georgius) mit dem zunahmen Plethon, ge-bürtig von Constantinopel, ein Platonischer Pbilosopbus undMathematicus, war an dem Florentifchen Hofe in grossem an-sehen. Er wohnte dem Conrilio zu Florentz unter Eugenio IV an. 1418. bey, und brachte sich durch seinen verstand und guteconduite in ansehen. Er schrieb einen tractat von dem unter-schied zwischen Aristoteliü und Platonis lehre, worinn er demletztern vor dem erster» einen sehr grossen vorzug zuschreibenwollte. Weil nun das ansehen Aristotelis selbiger zeit sehr großwar, verursachte diese schrift ein ungemeines aufsehen. Dreyberühmte Griechen, Georgius Scholarius, (so hernach unterdem nahmen Gennadij Patriarch zu Constantinopel worden)Theodorus von Gaza und Georgius Trapez-untinus, griffen Ple-thonem hierüber auf das heftigste an, der ihnen aber ebenfallsnicht viel schuldig blieb, wie dann auch B'essarion dessen lchr-junger, als er sich die streitende zu vergleichen bemühete, end-lich mit eingeflochten wurde; und was das allerschlimmste war,so warf man , Bessarion allein ausgenommen, von allen fei-ten mit groben und harten fchelt - Worten um sich, ohne diefach gründlich und vernünftig zu untersuchen. Solisten schriebauch Plethon einen Commentarium über Zoroastris Magie,und andere bücher mehr, worunter vornemlich libri II. de Ge-ftis Graccorum post pugnam adMantineam. Wie sich Plethondurch alle diese dücher grossen rühm erworben , so vcrschertzteer denselben letztlich auf einmal durch eine schrift, worinnen erdie lehren des Platonis von der religion, so in dessen werckenzerstreuet zu finden, gleichsam in ein 5 ystema zusammen fasse«te, und nicht undeutlich zu billichen und zu loben schiene.Er hielte solches zwar zurück, so lang er lebte, hauptjachlichaus forcht vor Gennadio , der indessen Constanlinopolitani-scher Patriarch worden war. Aber es ivard nicht so bald nachPlethonis tode, welcher erst bey einem hohen altsr in dem Pe-loponne,o erfolget , durch Demetrium Paläologum an daslicht gegeben, da Gennadius mit seinen bann-strahlen darauflos schog, und das buch als höchst ärgerlich zu dem feuer ver-dammte , ohne daß jemand von des auctoris freunden darüberdas geringste mißfallen bezeugen dorfte. Das buch selbst istnicht mehr vorhanden, allein, so man nach dessen auszügen,welche sich in einem brief des oftgemeldten Gennadii an Johan-nen, Erarchum finden, davon urtheilen darf, wie sie dann inder that nicht leichtlich falsch seyn können , so hat also freylichdieser thörichte eiferer und liebhaber Platonis die Christlichereligion in ein völliges Heydenthum verwandeln, die Vielheitder götter, so doch unter einem obersten gott Zh,'§ oder Jupi-ter stunden , einführen, allen gestirnen scelen zuschreiben, unddergleichen absurditälen mehr approbiren wollen. Bohm, me.moires de l’Acad. des bestes lettres. Vojjius, de Hist . Gnec.üb. II. c. }o. & de sectis Philos. c. 16. §. 6 . Allatii diatribe deGeorg. p. 285. *
Gcmma, (Reinerus ) Fristus genannt, weil er von Doc«cum aus Frießland gebürtig, war ProfessoFMedicina; zu Löven,und excellirte dabey in Marbest. Er wurde zum öfter« an denHofdes Kaysers Caroli V. begehret, weil er aber die ruhe lieb-te , schlug er es ab. Er starb an. am steine im 47. jähreseines altcrs, und ward bey den Dominicanern begraben.Tbuanus, lib. XVI. p. 141. Mireus , elog. Belg. Caßellanus,in vitis Med. Voffius, de sci«nt. Math. Adawi,vit. Med. Petri,de script. Frist Detselius, bibl. Belg. Blanean. chron. Math.
Gemma, ( Cornelius) des obbemeldten Reineri einzigersöhn, war an. 1 ?; zu Löven gebohren, wurde Professor Me.dicinae daselbst, und starb den 12. oct. an. 1579. an der pest.Er hat verschiedene sachen geschrieben, zumal von dem neuenstcrne, welcher an. 1572. in der Caßiopea erschien, weshalbenihn auch der Hertzog von Alba zu sich nach Nimwegen kommenließ; ferner de Näturae Divinis Characterifinis ; de Arte Cyclo-gnomica und Astrolabium. Tbuaxus, üb. LIV. Tal. Andr.bibl. Belg. Mir aus. Adumi,vit. Medic. Caftetlanus ,in vit.Med.
Gemmi, ist ein hoher berg in Wallis , darüber man ausdem Frutinger-thal auf Leuck und in das Leuckinger-bad gehet.Er ist mühsam zu besteigen, und sonderlich auf der Walliser -sei-tesehr gäh, so daher durch viel krumme, schmale, hier unddar in die felsen eingchauene, mit zwerch-balcken als mit brück-lein belegte und auch hin und .her mit mauerwerck unterfahrneweqe, geraden wegs in die hohe führet. Wer dem schwindetunterwörffen ist, darf solches steigen so leichtlich nicht wagen,sondern laßt sich in einem sessel durch sonderbar darzu bestelltemänner hinüber tragen. Er soll über noo. geometrische schu-he hoch seyn; zu oberst darauf ist der Dauben-see, neben wel-chem der weg hin gehet. Wagner, hist. nat. Helv.p 58. I Iac.^cheuchzers B.R.tom.III.p.i;9./»/K»r^.de Alpibus p.!2ick
Gemmingen , eine uralte adeliche und nunmehro zum theilFreyherrltche familie an dem Rhein , in Francken, und inSchwaben , welche ihren Ursprung aus der Römischen familieder Gcmimoruin herleitet. Aber da eigentlich in dem alten
O 0 0 Rom