Rom nie keine soiüerliche berühmte Gens, oder haupt-gesshlechtdieses nahmens gewesen, wol aber einige Genre«, als dieVeturia, Rubellia UUÖ sonderlich Servilia den zunahmen Ge-minus gebraucht haben, und noch ferner bey einem so hohenalterthum Mangel an sufficienten proben ist, so muß man vielesin seinem werth beruhen lassen, sonderlich da dieses hoch-adeU-che Haus so viel eigenen und gewissen rühm hat, daß ihm garnicht nöthig ist, sich um fremden und ungewissen zu beküm-mern. Der ältesie Herr von Gemminge«!, von dem man be-richt sindtt, ist Ulrich, der das schloß Gemmingen in der Un-ter-Pfaltz, welches seine vorfahren vermuthlich zu ihrem stamm-sitz erbauet, um das jähr 872. besessen, und das kloster Murhardreichlich beschencket. Nachgehends hat sich Bernolphus an. 968.ru Mcrseburg, Hcnricus aber an. 11-65. auf dem turnier zuZürich befunden; wann nur dieses falls des Rixners tur-nier-buch wohl zu trauen wäre, als welches noch andere diesesgefchlechts bey andern lurnicren aufstellet. Aus gewisser» Ur-kunden aber kan man noch vor dem ansang der ordentlichen ge-nealogie und nachfolge dieses Hauses anführen Ulricum undBernolfum, welche von Kayser Friderico Barbarossa auf demReichs-tage zu Mayntz an. 1182. in den Herrn-stand geselletworden, und in dem diplomate den 25. may datirt Dynastae& Viri Nobiles genennet werden. Gleich darauf an. 1191. warGottfried von Gemmingen Abt zu Schönau. Johannes warum das jähr 1259. Kayferlicher Landvogt zu Sinshcim imCreichgaw, und wird für den stamm-vatter aller noch lebendenHerren dieses gefchlechts gehalten. Von seinen hinterlassenendrey söhnen theilte sich das gefchlecht in drey haupt-äste, da zwarAlbrecht der älteste das stamm-haus Gemmingen selbst behalten,die übrigen zwey brüder aber, weil sie ihr recht darauf nichtwollten fahren lassen, nächst darbey zwey andere schlösser, nem-lich Schweicker, zugenannt velscher, das untere schloß, undDiether von Hoven das obere erbauet; doch sind diese zwey letz-tere äste im XVI. feculo wiedrnm erloschen, so daß nach abge-dachtem Johanne, ferner auch Albertus vor den Urheber desheutigen gefchlechts zu halten ist. Seit diesem werden diese vierfolgende haupt-linien gezehlet.
( i) Die Michaelfeldische, von einem Ritter-sitze also ge-nannt, ist an. 1613. abgegangen. Aus selbiger war entspros-sen Hans von Gemmingen, genannt Reckhans, Fauth zuGermersheim , welcher den Hertzog von Würtemberg gefangen,und an. 148°. gestorben. Seme söhne waren 1.) George ssD.D.und Dom-Probst zu Speyer , welcher an. 15*1. gestorben, undetliche Orationes de Machinis Bellicis , de Ratione Duelli, deCura Militum, &c. geschrieben. 2.) Uriel , der an. 1508.Ertz-Bischoff zu Mayntz worden, von welchem ein besondererarlickul unter Uriel zu lesen. 3.) Erph, J. U. D. Dom. De-chant zu Worms und Dom-Probst zu Speyer . 4.) Orendel,der an. 1520. als Chur - Mayntzischer Rath und Vitzdum imHennegau mit tode abgegangen.
(2.) Die Hagenschießtsche hat Dietrich, der an. 1598. ge--bohrm, angeleget. Von dessen nachkommen war Hans OttoBlschoff zu Augspurg, und starb an. 1598. Hans Conrad,Bischofs zu Aichstädt, gieng an. 1612. mit tode ab, dessen zwey-rüder, Hans Bleickard und Wolfgang Dietrich, Fürstlich-Badischer Rath und Oberst-Lieutenant, haben unterschiedenesöhne nachgelassen, welche ihren stamm fortgepflantzet. Eshat aber diese linie von dem walde Haqenschieß in der Marg-grasschaffl Baden den nahmen , als woselbst sie die Ritter-gü-ther Tieffenbrunn, Hornberg , Hohenwarth , Steineck undandere mehr besitzet.
(3.) Die Gemmingische hat von dem stamm-schlosse Gem.mingen den nahmen, und ist von Johanne dem reichen, deran. 1490. gestorben, errichtet worden. Seine beyde enckel,Wolfgang und Dietrich, waren Statthalter in der Ober-Pfaltz,
S iechen aber wegen der religions-änderung Luthert, welche siegefallen liessen, in grosse verdrieslichkcit. Von jenem stam-men in dem vierten grade her (i.) Hans Dietrich, der sichan. 1698. mit eurer von Lobenstein vermählet, und mit dersel-ben unterschiedliche söhne gezeuget hat. (2.) Friedrich Chri-stoph , der an. 1702. in der schlacht bey Hüningen geblieben,und drey söhne, Fridericum Casimirum, Reinhardum und Phi-lippum hinterlassen. Von dieser linie stammt ein äst ab , wel,cher zu Güttenberg florirt.
(4.) Die Bürgische oder Hornbergische, so die gütherBürck, Dreschklmgen, Bresteneck und andere besitzet, hatEberhard angefangen, der an. 1501. in dem 79. jähre seines al-lers, als Chur -Pfältzischer Cammermeister, verstorben. Seinurenckel, Reinhard, beygenannt der gelehrte , hat seinenstamm-baum in neun büchernabgehandelt, und an. 16,5. alsChur -Pfältzischer Rath, das zeitliche gesegnet. Von seinensöhnen hat Wolfgang, des Kayserlichcn Cammer - Gerichts zuSpeyer Assessor , an. 1648. als der Reichs - Ritterschafft inSchwaben gevollmächtigter Gesandter den Osnabrückischen frie-den unterschrieben ; Weiprecht aber, war der Reichs - Ritter-schafft in Francken Director , und hatte drey söhne, die wareni.) Uriel , so Joh. Adamum und noch einen männlichen erbenhinterlassen. 2.) weiprecht, der erstlich Baden - Durlachi-scher, nachgehends aber Hessen - Darmstädtischer gcheimerRath und Präsident gewesen, und an. 1702. mit tode abgegan-gen , nachdem ihm seine erste gemahlin , eine Freyin von Eck,an. 1685. Ernst Ludwigen gebohren. 3.) Reinhard, welcher
die stelle eines gcheimcn Raths, Hof-Marschalls und Präsiden,len zu Baden-Dmlach bekleidet, und an. 170z. verlo btnachdem er mlt einer von Neipperg vier söhne, ReinhardsEbcrhardum, Fridericum und Ludovicum aezeuqer hatt]6umb. vom R. Adel tabb.25.31. Spangenbergs Adels!»gel, p. II. Bucelm. stemm. P. 1. Lurgemeist. vom R. Delmd. Reinhard» von Gemmingen des ältern zu Lornber«und MichclfeldGemmischer stamm-baum inmanuscripk ' ^
* 6 LiVI 0 KIL SCALiE, oder GEMONII GRADUS wi,auch GEMONIIE allein , wobey allemal Seal* verstanden wer!den , ist eme benennung , darüber bis jetzo ein str it unter bmGelehrten ist. Selbst was den nahmen andetrsst, leitm e 2das wort von einem , der Gemonius soll geheissen haben - an.dere aber a Genutu, weil daselbst nichts, als seufzen und wehkla-gen wäre gehöret worden. Catius Rhodiginus, ant lect X ilDes orts wegen, wo solche gestanden haben, sind die authoresauch nicht einig. Etliche meynen, sie wären auf dem beraeAveiitinv gewesen , Panvinius, deseription. urb. Rom. Mai.lianus, topograph. IV. 4. Merula, coimogr. II.4. Baißirdu'topogr. urb. Rom. tom. I. p.15. Paunus, antiq. urb. Rom III1'und zwar bey dem tempel der Junonis Argiva: . so Camillus nach eroberung der stadt Veji gelobet und erbauet; dahingegenandere sie in das Capitolium neben das qefängnis Tullianum setzen. Ihre Ursache gründet sich unter ändern auf die werteValerii Marimi VI. 9. n. 13. Corpus ejus funesti carnificismanu laceratum in scalis Gemoniis jacens, magno cumhor-rore totius fori Romani conipectum est. Denn sagen sie, wanngleich eine gerade straffe von dem marckte auf den Avcntinumgegangen wäre, so wäre doch niemand so scharfsichtig gewesen,daß er den übel zugerichteten leichnam vom marckt aus hätte er-blicken können. Sie beruffen sich auf die Historien, so Di»lib. LVIII. von Seiano erzehlct, daß , als er im Laviwlio ge-opfert , und auf den marckt gegangen, seine knechte, die ihmnachfolgen sollen, wegen der grossen menge des volcks nicht hät-ten können fortkommen, wären sie von dem Wege abgetreten,und nach dem gefängnis zu gegangen, da sie gleichfalls vonder menge des volcks gedranget worden, und in diese Grasn«oder Sealas gefallen. Müste also folgen, daß sie beym Carcer,oder dem Crepidine Capitolii gewesen. Ferner sagen etliche,der ort dieses nahmens wäre erhaben gewesen, darauf man hättemit lritern steigen müssen. Donatus und andere halten ihn voreine tiefe grübe, in welche man auf stufen hinab gehen, >n,bdie hinein gesturtzten wieder heraus ziehen können. Damit nunaber gleichwol wissen möge, was man sich einbilden solle,wann es heißt: in Pcalas projici, abjici in gradibus Gemo.niis , horrescere Gemonias , apud Gemonias excamificariatque confici &c. so kan die meynung diese stylt: Unten andem Capitolio war das allgemeine gefängnis , davon hieß eintheil Robur, nemlich der oberste, der untere aber hieß lullia-num. Gegen dem gesangnisse über war ein steiler Hügel, obervielmehr ein seifen , aus dem gefängntsse und zwar aus dessenobersten theil ( de Robore ) gieng eine brücke bis auf beaseifen ; daran lagen leitern oder vielmehr treppen , damit die,so bey der execution seyn sollten, nicht erst in das greu-liche gefängnis gehen , söndern von aussen hinauf steigenmöchten. Es ist auch glaublich, daß man diejenigen, welchemanu breviffima ins gefängnis sollten, aufdicsen leitern dahingebracht habe, weil die brücke recht an die thür des gefänantffcsanstieß. Wenn nun ein Missethäter in den abscheulichen löchernentweder crcpiret, oder auch am leben gestraft war, wie gemei-niglich in den gefängnissen zu geschehen pflegte , so schlepteman ihn mit einem eisernen hacken über die brücke auf denseifen , und ließ ihn daselbst eine Zeitlang zum spectacul liegen.Dia, LVIII. Hernach sturtzte man ihn herab, und schlepte ihnniit eben solchen hacken in die Tiber , daher kommt die redcns-art, unco trahi. Juvenalis , satyr. X. 66. Suetonius , Tiber .61. n. 12. Vitel. 17. n. 2. Dio , LVIII. Pater , lernest. II. 9.Einige wurden aber erst zuvor auf den marckt gcschleppcl.Dia, LXXXV. Bisweilen geschahe solches auch an leuthcn, dienoch ain leben waren , wenn sie wider das gemeine beste ne.handelt hatten. Valerius Maximus , VI. 3. 5. Und ob gleichandere meynen , es sey in dem Robore ein loch in der maucrgewesen, dadurch man die verurtheilten gesteckt und gcstürtzckhätte, so beruhet diese meynung doch eben nur auf muthmai-
fungen. Grangaus, ad Juvenal . Faber, semestr. II. 9. tdietus,foro Rom. V. 14. Alexander ab Alexandro, dier. genial. I 1 L6. VI. 11. Tiraqueüus, ad l. c. Pttiscus, in Sueton . Tiber . «4.n. 3. I.exico antiq. Rom. voc. Gemoniie. Laurenberg. antiq.h. v. p. 194.
Gemünd , Gmünd , Gemünde oder Gemündcn, istder nähme unterschiedlicher örter in Teutschland. Es liegt ncm-lich eine stadt dieses nahmens (i.) an dem fluß Wohra in 9 ite*der-Hessen , drey Meilen nord-ost-wärts von Marpurg ; £dem Hertzogthum Jülich , an den grentzen des Ertz - Etlst»Coln, und derGrafschafft Schleydcn; (3.) inKämbte«,nichtweit von den Saltzburgischen grentzen, welche mit einem scho-nen schloß versehen ist; (4.I in Ober-Oesterreich an den Böh-mischen grentzen, bey dem fluß Traun, welche des salyes wegenberühmt ist; (5.) in dem Unter-Pfaltzischen Amt Kircbbcrg andem fluß Simmern , zwischen den stäbtcn Simmern un»Thaun, welche dem Freyhcrrn von Schmidberg gehöret.Or) In Schwaben , von welcher so fort.