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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Hielt er die Abtey NAtre-Dame de Claire Fontaine in der Vi'oe-«es vvnEhartres, und starb endlich zu Paris den i.febr. an.17;;. in einem alter von 78. jähren. Seine schriften sind Es-says du Regne de Louis le Grand; Histoire de France , welchein drey folianten , und auch in sieben duvdez-bänden gedruckt;Vie du Cardinal dAmboise , avec un parallele des Cardinaux «elebres , qui ont gouverne lEtat; und anders mehr. Vonseinem eigenen leben hat er fünf gantz unterschiedene beschrci.düngen aufgefetzt , worinnen viele besondere dinge enthaltenseyn sollen.

* Gmebaldus, Bifchoff zu Laon , war St. Remigii, desbekannten Ertz - Vifchoffs von Rheims , fchwester - söhn.Ob er schon verheurathet und seine fran noch bey lebenwar / so machte ihn doch erstbemeldter sein Vetter zum Bi-schoffe; ja ihm zu gunsten trennte er die stadt Laon und ihrgebiethe von Rheims ab, um ein besonderes Bißkhum darausaufzurichten. Also wurde an., 497. dieser theil von dem Ertz-Bißlhum abgerissen, und gehöret nun in prima instantia untersich sechsten, da es zuvor einen theil des Ertz - Bißthums aus-machte , und zu dessen Eviscopal - Diueces gehörte. Dieserjunge Prälat gab aber darum sein eheliches recht gegen sei-ner frauen nicht auf, und zeugte als Bifchoff noch zwey kin-dcr mit derselben , nemlich einen söhn, Latro genannt, undeine tochter, so er Vulpeculam zu heissen beliebte, in welchenbeyden nahmen der Bifchoff auf den heimlich und gleichsamgestohlner weife mit feiner gemahlin gepflogenen bcyfchlaf unddarauf erfolgte so zu reden surtive empfängnis zielte. Nach derHand aber bekehrte er sich, (ob er damals schon alt gewesen, istungewiß, ) und beichtete seinem vctter dem Ertz -Bifchoffden begangenen fehler. Der H. Remigius, welcher nicht ge-wöhnet war mit den kirchen - satzungen fchertz zu treiben, setztedarauf Genebaldum ab , und auferlegte ihm eine siedenjähngeKusse, nach verfliessung welcher zeit er ihn wieder in feinBißthum einsetzte. Genebaldus versähe hierauf sein Bißthumwieder etliche jähr, bis nach an. 549. und sein söhn Latro fol-gete ihm auf dem Äischöfflichen stuhl. Dann dazumal war dieordination, sonderlich in Gallien und Germanien , noch keineausgemachte Hindernis und förmliche trennuna der ehen, ob*schon die Priester-ehen verboten, und wider die rirchen-fatzungenzu lauffcn beglaubet waren; und folglich, dieweil das Sa-krament der ehe durch das Sacrament der ordination nichtaufgehoben worden, und das matrimonium ramm, vbschonnicht legirimum bliebe, konnte man dergleichen kinder als rechtgcbohren , und als solche, die auS einer wahren ehe erzeugetworden, ansehen, und die dispensation leicht erhalten werden :Ja es will verlauten, als habe Latro ohne solche dem vatternachgefolget. Doch wann dieses dem also , so geschahe es auchWider die canonischen reguln, und ehender per eonnivemiarn,als daß es keiner dispensation nöthig gewesen. Gregor. Turon.Mezeray, hist. de France. Beuüet , vit. Sanctor.

Genebrardus, < Gilbertus 1 Ertz - Bifchoff von Air inProvence , war von Riom aus Auvergne gebürtig, und wurdein der Abtey Mauzac ein Benedictiner, gieng von dar nach Pa­ ris , und hörte daselbst Adrianum Turnebum, Jacodum Ear-pentarium und Claudium Sanctium. Er nahm in den spra-chen und allerhand Wissenschaften dergestalt zu , daß er DoctorTheologie zu Paris , und Königlicher Professor wurde, auchdie Hebräische spräche prositirte. Gleichwie er aber vor dasWohlseyn der Catholischen religion sehr besorgt war, also wurdeer einer von den vornehmsten anhängcrn der Ligue, welche un-ter dem vorwand der religion wider den König krieg führte,und erhielt durch deren Vorschub das Ertz - Bißthum zu Aix inProvence , welches er im scptcmbr. an. 1593, in besitz nahm.Er redete in seinen predigten sehr heftig wider den König, undzog sich dadurch viel ungelegcnheit über den hals. Als aberdie fache nicht nach seinem wünsch gehen wollte, gieng er nachAvignon , und schrieb daselbst ein buch, unter dem titul: deSacrarum Electionum Jure ad Eccldiae Gallicanae Redintegra-tionem, welches, weil es wider die Französische kirche gerichtetwar, von dem Parlement in Provence auf des Königs besehtan. 159s. den 26. jan. zum seuer, er selbst aber zum exillo ver-dammt wurde. Jedoch vergönnete man ihm sich nach Semeurin Bourgogne zu retiriren, woselbst er Prior wurde, und deniz. mark. an. 1197. starb. Die vornehmsten Cardinäle, Bi-schöffe und Gelehrten waren seine besten freunde, und bedauer-ten sein Unglück. Unter seinen übrigen schriften sind TraductioUnd Commentarius in Psalmos ; Tractatus contra HaereticosAntitrinitarios; Chronologia Sandta ; Liturgia Apostolica ;&c. Er soll auch das buch unter dem titul: Guilielmus Rof-saeus de justa Reip. Christianae in Reges impios & haereticosAnimadverfione, heraus gekommen, verfertiget haben. Tbua·nus, Üb. CX 1 X. Sammartbanus , elog. lib. IV. p. 102. Teis.ßer , tom. II. & III. Natalü Alexander , siec. VI. & XVI. parteIII. dliiert. 11.

Genemuyden, siehe Geelmuyden.

Genep, oder Gennep , eine kleine bevestlgte stadt in demHertzogthum Eleve. an dem fluß Niers, wo sich selbiger in dieMaas ergieffet, zwey oder drey Meilen von Eleve gelegen , unddem Könige in Preussen gehörig. Sie hat ihren nahmen von ei-nem alten geschlechte derer von Gennep , (von welchen Wilhelman. i;4y. Churfürst zu Cvlu worden ) und ist vormals ein lehn

von Geldern gewesen, nach der Hand aber an die Herren donBrederode gekommen. In deren an. 141 ?. gemachten theil,in-fiel die halbscheid an Margaretham von Brederode, so an C V-hann von Jtinsberg vermählet wurde. Dieser hielt es mitdem Hertzoge, Wilhelmo von Berg, welcher mit Advlpho vonEleve krieg führte, wurde aber in der fchlacht bey Cleveffamvon diesem letztem gefangen, und gab die halbscheid von Gen-nep nebst aller gerechtigkett für seine ranzivn. Die übrige helsteerhandelte Advlphus von Gisdrrt und Reinhard von Brederodean. 1441. für 70000. gülden, daß es also gantz an ClevekamIn dem Niederländischen kriege wurde sie von den Spanietwan. 1641. aber von den Holländern wieder erobert. Bonbeschreibung von Eleve c. 12.

General bey den armeen wird eigentlich derjenige genannt,welcher über dieselbe das oberste commando führet, und diß-falls keinen über sich erkennet, als das souveraine Oberhaupteines landcs, oder die Vorsteher einer freyen Rcpublick, soihm dergleichen charge aufgetragen. Es pflegt aber auch derGenerals-titul den subalternen Häuptern einer armee, und zwarnach dem unterschied ihrer staffeln oder functionen, mit unter,schiedenen deyfügungen beygelegt zu werden. Bey den Kay-serlichen armeen steigt man von dem Obersten i.i zum Gene­ ral -Wachtmeister oder General -Major; 2.) zum General -Feld,Marschall - Lieutenant; ;.) entweder bey der infanterie zumGeneral-Feld-Zeugmeister , oder zum General von der cavallc-rte, welche beyde den rang unter sich nach dem alter ihrer char-ge habm; 4.) Wn General-Feld-Marschall; z.) zum Gene­ ral-Lieutenant , welches die höchste kriegs - bedienung ist, undnur einem allein conferirt wird. Bey den armeen der Teut.schen Reichs-Fürstcn, ingleichen bey den Nordischen Croncn,findet man ordentlich eben diese gradus , nur daß die würde ei,nes General»Feld - Marschalls die höchste ist, ingleichen daßman bey einigen auch noch Brigadiers zwischen den Oberstenund den General -Majors hat. Unter den Französischen trouv-pensind 1.)dieMarschäüe vonFranckreich , (denn die würdeeines Connetabels, so chedessen bey den armeen die oberste ge«wesen, hat man seit an. 1627. aufgehoben); 2.) vier Gene.ral-Colonels , nemlich der über die infanterie, welche von Fran.cisco I. in der Person des Monsieur de gast nachdem an. 154°.zuerst aufgerichtet, aber von Ludovico XIVl. nach dem todedes Hertzogs von Espernon, als des andern dieses Hauses, sodieses amt getragen , feit an. issi. fupprimirt ist, ferner derüber die leichte reuterey , zum dritten der über die Schweiyerund Graubündtner, und viertens der über die Dragoner;;.) die General -Lieutenants ; 4.) die Feld-Marschälle oder K».rechaux de Camp ; 5.) die Brigadiers, hernach die Ober.fien, rc. Auch auf den Französischen flotten ist das wort Gene.ral gebräuchlich. Denn nach den Admiralen und Vice-Admi,ralen folgen unterschiedene Lieutenants Generaux des armee*navales , cttif welche hernach les Chefs d'Efcadre , kommen.Über dieses hat der König von Franckreich einen General der ga.leeren , nebst einem unter demselben stehenden General -Lieute.nant. Der titul eines Gcneralißimi, welcher so viel bedeutetals einen, welcher über alle andere Generals ist, ist für denCardinal von Richelieu eingeführt worden, als er das com.mando per Französischen armeen in Italien übernommen. DieVenetianer pflegen zu kriegs-zeiten einen Generalißimum oderCapitain-Generäl über ihre see-macht zu erwehlcn. Ausser demhaben sie beständig einen General -Provediwr über die gantzeflotte, und, wenn krieg ist, einen General des Golfo, eine»General der galeazzen, ingleichen einen ausländischen Gene.ral, welchen sie General di Disbarco nennen, weil er die troup.pen zu commandiren hat, so man von der flotte an land setzet,um eine oder die andere eppedttion vorzunehmen. Sonstenwird auch noch das epitheton General zu einigen andernansehnlichen kricgs-bedienungrn gesetzt, zum excmve!, daß mansagt General -Audtteur, General-Kriegs-Zahlmeister, General .Adjutant, General-Kriegs-Commillarius, General-Quarlier.melster , und so weiter, buitonnahe de Trevoux. Etat de laFrance. Samt Didier & Amel. de la Houffdye, de la Rep.de Venife. Hiß. du Card. de Richelieu . Daniel , hist. de laMiüce Fr. *

General der galeeren in Franckreich, ist ein hoher be.dienter der Erone, welcher auch sonst den titul Admiral duLevant,führet. Er hat die aussicht über die galeeren, welche indem Königlichen Hafen zu Marseille aufbehalten werden, umselbige in dem Mittelländischen meer zu gebrauchen, dann diegaleeren für den grossen Ocean , wo ebbe und fluch ist, nie garbequem geachtet worden. Er hat unter sich den General -Lieute.nant der galeeren , die Commandeurs der efcadren, den Inve-stor und den Intendanten von den galeeren, der z» Marstllle bc.ständig residirt. Sein wapen bcsichek in einem anckcr, wel.chen er hinter dem schild führet. Andreas Doria, ein Genucsi.,scher vom Adel, wurde um das jähr rzum General der ga-leeren ernennet, er verließ aber an. i zrg. die Französische Par-tey , und gieng zu dem Kayfcr Caroio V. über, welcher ihnznm Printzen von Amalphi machte. AntoniuS von Röche,folducauo kam an feine stelle, welcher anfänglich Ritter der Ko.niglichen orden, Senefchall von Guienne und General - Lieuic,nant bey dem Gouvernement von Paris und der Isle de France war. Anlonius Efcalin, sonst der Cavitain Paulin genannt,Baron de ja Garde, Ritter der Königlichen orden, Lieutenant

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