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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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in Provence , wurde an. 1544. General. Er hielt sich im fol-genden jähre wider die Engellandische flotte wohl, wurde nichtsdestoweniger an. 1557. abgesetzt, bekam aber an. 1966. seinestelle wieder, und starb an. 1,74. Indessen erhielt Franciscusvon Lothringen , Groß - Prior von Franckreich, der vormalsGeneral über die galeeren von Malta gewesen, an. 1997. diesewürde, und nach ihm Renatus von Lothringen, sein brudcr,an. 1969. welcher aber an. i;66. verstarb. Carvlus von Gon-di, Herr de la Tour, Alberti von Gondi, Hertzogs von Retsjüngerer bruder, bekam an. 1574. die stelle, und starb in selbi-gem jähr. Albertus von Gondi, Hertzog von Rets, Pair undMarschall von Franckreich, führte dieses Gcneralat an. 1579.und starb an. 1602. Philippus Emanuel von Gondi, Grafvon Ioigny, Alberti söhn, wurde an. ,602. zum General dergaleeren und zum Ritter des H. Geistes ernennet. Petrus vonGondi, Hertzog von Rets, Pair von Franckreich und Ritterder Königlichen orden, erhielt diese stelle an seines vatters statt,danckte aber an. 16;;. ab. Ihm folgte Franciscus von Vigne-rot, Marquis von Pont-de-Courlay, und dicstm an. 1661,Franciscus, Marquis von Crequy. Als selbiger an. 1669. ab-danckle, erhielt Ludwig Victor von Rochcchouart, Graf vonVivonne, Printz von Tonnay-Charente , diese stelle , und nachihm Ludwig Joseph, Hertzog von Vendome, welcher hierzuan. 1694. ernennet worden. Bramöme , mem. P. Anselme ,bist. des grands Officiers de la Couronne. SoUveraiNM DOMEuropa, p. 226. *

Generals, von den geistlichen orde» nennet man diejenige,welche die oberste aufsicht und directivn über allein Europa be-findliche Mitglieder einer gewissen geistlichen Lwcielät haben.Die meisten werden auf den allgemeinen Versammlungen ihresordens durch die mehrcrn stimmen der anweftnden Deputirlenerwehll, und zwar theils auf «hre lebens-zctt , theils aber nurauf etliche jähre, doch daß jedes mal die Päpstliche bestätigungdarzu kommen muß. Ordentlich refidiren solche Generals zuRom . Diejenige, so ihre residentz in Franckreich haben , sinddie von den Clsterciensern, von den Carthäusern, von den Prä-monstratensern, von den Patribus Oratorii, von der Congrega-tion de la Alisslon, von den Feuillantinern, von St. Maur ,von St. Ruf de Valence, von Grammont und von St. An-tvtne de Vienne. DiHiov. de Trevoux.

* Generidus, ein Francke, wurde an. 409. von dem Kay-ftr Honorio zum obersten Feldherrn aller in Rhätien , Norico ,Dalmalien und Pannonie» stehenden Kayserlichen lrouppen er- ^nennet. Diese hohe bedienung verwaltete er eine geraume zeitmit vielem rühme, setzte sich auch dadurch bey dem Kayfrr inso grosse gnade, daß derselbe, Generido zu gefallen, ein ge-wisses kurtz vorher gegebenes gesetz wieder aufhob , vermöge des-sen alle diejenigen, welche nicht der Christlichen religion zuge-than waren, von öffentlichen bedienungcn ausgeschlossen wur-den. Dann weil Generidus ein Heyde, und auskerne weise zubewegen war, den Christlichen glauben anzunehmen, legte erdaher seine bedienung nieder. Ungeachtet nun der Kayser ihmwissen ließ, daß dieses gesetz ihn nicht angehen , sondern er da-von ausgenommen seyn sollte, so war er doch aus liebe vor seineglaudens-genossen aus keine weise zu bewegen, seine amls-ver-rsthtungen eher wieder vorzunehmen, biS der Kayser obiges ge,setz gäntzlich aufgehoben hatte. Zoßmm, V. 46. seqq. VonDunaus Teutsche Reichs-hist. P. I. üb. III. §. 16;.

* Eenesandus, soll ein Heerführer der Francken gewesenseyn, welcher unter dem Kayser Valentiniano die Francken ausihren alten Wohnungen an der Donau bey Thracien, an denRhein gesühret. Monachut Weingartenßs , de Guelfis Princip,apud Leibnit. rer. Brunsuic. tom. I. p. 781. Allein es sind diesesalte fabeln, die heut zu tage niemand mehr glauben will.

Genesius, ei» Märtyrer von Arles , war ein Cathechume-nus, als Kayser Diocletianus und Marimianus ihre Verfolgun-gen wider die Christen anfiengen , und bediente dainals die stelleeines Secretarii bey der Justitz daselbst. Als er einsten seinenamts-verrichtungen oblag, machte der Richter, auf Kayserl.beseht, eine Verordnung, daß alle Christen, welche den götternnicht opfern würden, sollten hingerichtet werden. Genesiuswollte solches nicht zu papier bringen, ließ dannenhero alles lie-gen , und machte sich aus dem staube, indem er sich der Märty-rer-crone nicht untcrwerffen wollte, weil er die taufe noch nichtempfangen hatte. Allein er muste dennoch darüber sein lebenlassen, denn die bedienten des Protons zu Arles verfolgten ihn,und als er durch die Rhone schwamm , paßten sie ihm aufderandern feite aus, und hieben ihm den köpf ab. Paulmus. Su-rius, tom. IV. martyrolog. Rom .

Genesius, ein Märtyrer von Rom , lebte zu des KaysersDioclelrani zeiten, und war seiner profeßion nach ein comö-diant. Er zog anfänglich die Christen auf dem theatro gewal-tig durch , und zwar dieses blos darum, damit er dem Kayserund dem volck gefallen möchte. Als er einsten ihre taufe vorstel-len wollte, und er selbst des täuflings person agirte, auch allesdarzu angestellet war, soll er ein gesicht bekommen haben, wo-durch er bewogen worden, das Christenthum würcklich anzu-nehmen. Wannenhero er sich öffentlich erkläret, er wolle vongantzem hertzen Christum anböten, und allen götzen-dienst ver-lassen. Man hielt solches anfänglich vor ein verstelltes wesen,Histor. Ltxkon III. Theil.

damit er nur seine Person besser spielen könnte. Es wurden alleceremonien gebraucht, er auch mit einem weissen rocke angezo-gen , hierauf kamen etliche soldalen, als wären sie von demKayser ausgeschickt, um sich feiner als eines Christen zu versi-chern, und führten ihn vor den Richter auf dem theatro, allwoeine säule der Venus aufgerichtet war, die er anbäten sollte. Al-lein Genesius erklärte sich abermals: er sey ein Christ, bäte denwahren GOtt an, nicht aber mit Händen gemachte götzen. Alsnun der Kayser sahe, wie Genesius solches aus rechtem ernst,als ein Christ, nicht aber als ein comödiant sagte, ließ er ihn vorallem volck wichtig abprügeln, schickte ihn hierauf zu einemProfecto, nahmens Plautianus , welcher ihn auf die tortuespannen und gar übel zurichten ließ. Ais er aber dennoch be-ständig blieb, schrieb er deshalben an den Kayser, welcher be-fahl , daß man ihm den köpf abschlagen sollte, so auch den 25.aug. an. 909. geschahe. Suriur, tom. IV. martyr . Rom .

* Genesius , (Joseph) ein Griechischer geschicht - schreibevaus dem IX. feculo , welcher eine Historie oder lebens - beschrei-bung der Constantinopolitanischen Kayser von Leone Armeno anbis aufBasilium Macedonem nachgelassen. Dieselbe befindetsich im manuscript auf der Pauliner - bibliotheck zu Leipzig ,und hat sie Bosius mit Theophanis Lhronographia , und Syn»cello, der sie mit Genesio continulret, Heraus geben wollen.Boßus, de Fl. Joscphi testimonio Jen. 1679. c. 2. p. 24. ErHatte sie an. 1692. schon abgeschrieben, und Reinesio communi-cirt, der auch einige kleine noten am rand gesetzet. DiefeSexemplar besitzet die Jenische bibliotheck, und die Leipziger Raths-bibliorheck besitzet ein anders von Th. Reinesio. Gott-fried Wagner hat sie auch nach ihm heraus geben wollen, wel-ches auch Ludolph Küster und Georg Schubart zu Jena ver-sprochen. Gottfried Olearius hat sie auch schon aus oberwehn-len Cod. manuscript. bibl. Paullinse Lips. abgeschrieben, Latei-nisch übersetzet, mit noten erläutert, auch sthon gäntzlich zumdruck fertig gehabt. Doch ist sie von allen diesen nicht zu ständegebracht worden. Hierauf erwartete man sie in der neuen Ve-netianischen aufläge der Scriptorum histor. Byzantina. Manfindet in Scylitä öod. manuscript. in proem. histor. apud Lab«beum Protrept. daß , da er bisher Josephus Genesius genennetworden, von Josephe unterschieden , und Genesius Ryzanti.nus , jener aber Josephus Byzantinus genennet werde. Dochist wol vermuthlicher, daß er Josephus Genesius geheissen.Warum er aber Byzantinus heisse , und ob Constantinopel seinvatterjand gewesen, ist nicht bekannt. Es scheinet, er ha-be daher seinen nahmen bekommen , weil er die üistoriam By.zantinam geschrieben. Fabricius, bibliothec. Grase. V. 5. n. 2;.p. 620. 621. Bibliogr. antiq. 8. p. 174.

* Genessano, oder Genezzano, ein flecken in CampaniaRomana, zwischen Frescati und Palestrina. Univ. Lexicon.

* Genest, (Carolus Claudius) ein Französischer Abt,undmitgited der Französischen Academie, war von Paris gebürtig,und besaß nicht allein in üumanioribus , besonders aber in derPoesie eine grosse geschicklichkeit, sondern übte sich auch mitgutem fortgang in der Philosophie, und wohnte deswegen sehrfleißig den phystcalischen conferentzien bey, welche bey dem be-rühmten Rohault gehalten wurden. Er war Abt zu ist. Vil,mer Augustiner-ordens, in der Dimces von Boulogne , inglei-chen ordentlicher Almofenier bey der Hertzogin von Orleans ,und 8 ecretaire des Commandemens bey dem Hertzoge vonMaine in der provintz Languedoc . In der Franzögschen Acade-mie succedirte er Claüdio Boyer an. 1698. und starb den 19. no-vembr. an. 1719. im 84. jähre seines alterS. Von seinenschriften sind zu mcrcken : Principe de Philosophie ou Preuvesnaturelles de lExistence de Dieu & de lImmortalite delAme , die er in netten Französischen Versen verfasset; Dissert.für la Poesie pastorale , ou de l'Idylle & de l'Eglogue , nebstdrey tragödien, die er Zenoltde, Penelope und Joseph betitelt.Bayle will ihm auch die Histoire de Charles VII. zueignen ,welche zu Paris an. 1696. in II. tomis in 12. heraus kommen:es ist aber gewiß, daß dieselbe von Joh. Baptista du Bos ver,fertiget worden. Baße, lettres ed. de Maizeau. Tito» dtt TU.let , Parnaff. Franq. Maupoint , bibl. de Theatres.

GENESTE, ist der nähme eines Ritter-ordens, sonst der or-den de la Gosse de Geneste genannt. Er ist durch König Lu-dovicum IX. in Franckreich an. 1294. nach seiner gemahlin crö,nung gestiftet worden. Dann was andere melden, der ordenhabe erst von Carolo VI. seinen Ursprung gehabt, wird durchdas zeugnis Guillelmi de Nangis, der nur 19.jähr nach dem tobeLudovici, und längst vor Carolo VI. aeschrieben, vollkommen wi-derlegt. La Geneste ist eine kleine staube mit einer gelben bllk-me und etwas langen hülsen, so im fruh-jahre und im herbsteblühet, wird in Ober-Teutschland Pfriemen, anderwärts auch

e . blumen geheissen. Konig Ludwig erwehkte selbigenbilde mit den Worten: Exaltat humiles; wodurch erdie demuth anmercken wollte, wiewol dagegen Menetrier will,daß bannn das einige Wort iamais sey geschrieben gewe-sen. Das ordens - zeichen bestund aus den hülsen dieser psingst-blume von schmeltzwerck , so nach der natur gemacht: dar«zwischen waren göldene lilien zu sehen, mit durchbrochenenrauten umgeben , so mit weissem schmeltzwerck ausgefüllet wa-ren ; dieses hieng an einer einzigen kette, an weicher untenein göidenes lilien - creutz zu sehen war. König Ludwig em-

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