auch von dem König in Preussen aufgerichtet worden. Pasqüier ,recherches de la France liv. II. c. i?· Memoires du tetns. ©Oll»veramen VO»Europa,p . 167. Da»r-/,bill. de la miliceFranq.*
dyenfct», ( Hanguiguen de ) war an Königs Caroli VI. vonFranckreich Hofe wegen seines Verstandes und gefchicklichkeilwohl angesehen. Er erfunde daS unglückliche ballet, genanntla Momerie des Ardens, welches im jan. an. i;y;. in dem saaledes Königlichen pallastes zu Paris von lauter menschen, ,tu« inleinwand gekleidet, und mit werck oder flachs als wilde überzo-gen waren, getantzet, und darüber der König, als dereinst un-gefehr feuer unter die täntzerkam, gantz blödsinnig wurde, (sieheCarolus VI. I Gcnfan selber, der mit getantzt, muste iu zweytagen darauf sterben.
* Genselius, (Joh. Adam) von Oedenbnrg in Ungarn ,ward allda in dem iahr 1679. gebühren. Sein vattcr war Cor-nelius Genselius, erster katridus, die mutter aber Judith vonZuanna. Da seine eitern einen ungemeinen geist bey ihm ver-jpürten, wandten sie allen fleiß an, um ihn in den studien wohlunterrichten zu lassen, wie er dann in seinem 17. jähre schon indem stände war, auf Universitäten zu gehen, allwo er sich erst-lich auf die Philosophie, die Historie, die Antiquitates und dieOrientalischen sprachen , nachwärts mit gleichem eifer auf dieTheologie legte, nach der Hand aber durch seine schwache com-plerion veranlasset wurde, die Artzney - kunst zu studiren, inwelcher er auch in kurtzer zeit sich ungemein hervor that. Hier-auf begab er sich in Italien , und hielt sich zwey jähr zu Padnaauf, da er dann nicht nur in der zergliedcrungs - kunst grossenrühm erwarb, sondern auch in dem Hospital mit eigener Handviele chirurgisthe operationes mit glücklichem fortgang verrichte-te. Als er endlich wieder in sein vatterland gekchret, ist er mitallgemeinem beyfall zum Stadt - Physico ernennet worden. DieKöniglich - Preußische Societät der wissenschafften , wie auchdie Leopoldinische Academia Natura Curiosorum haben sichs ei-ne ehre geschähet ihn aufzunehmen. Sein ohnunterbrochenerfleiß schwächete endlich seine gesundheit gäntzlich, und stürtzeteihn in die lungensucht. Von solcher zeit an ist er nur mit geist-lichen betrachtnngen umgegangen, und hat sich selbst nächste,hendcs epitaphium aufgesetzet:
Alultos olira juvandos antidotis juvansFati neceflitate nondum occupatos,
Se vero eadem praventum juvareNoluit, debuit, non potuit,
Ortus , Mortuus, Oriturus.
Er starb an. 1716. in der blüthe seines alters. Man findet ver-schiedene stücke von ihm in den siimmlnngen der Natura Curioso-ium. Joh. Mauritius Hofmann hat seine lobrede gehalten.Mannet, biblioth. icriptor. Medicor. lib. VII.
Gensericus, König der Vandalen in Spanien , ein söhndes Gunderici, von einer concubine gezeuget. Er gieng im mo-nat may an. 428. mit einer armer von 80000. mann in Afri-cam, um dem Grafen Bonifacio , welcher ihn dahin beruffen,beyznstehen; selbiger änderte sich aber nachmals, erklärte sichwider ihn, und ward überwunden. Kayser Thcodosius Juniorschickte wider ihn eine sehr starcke armee unter des berühmtenGenerals Aspar anführung, seidige wurde aber gantz ruiniret,die meisten Generals - Personen gefangen, und Gensericus bliebmeister von gantz Africa. Durch dieses glück ward er fast un»erträglich. Gleichwie er aber von dem Arianisino profeßionmachte, also wollte er auch solchen in seinem neuen Königrei-che einführen, wannenhero er viel grausamkeit wider d e Ortho-doxos verübte, die seinen Meynungen nicht beypflichten woll-ten. Unterdessen ward Carthago, die Haupt - stadt, welche sichbis anhcro gut gewehret hatte, an. 419. überrumpelt, da sichder Kayser Valentinianus dessen am wenigsten versehen .hatte.Gensericus plünderte die stadt gantz aus , und that den bürgernallen überlast an, so gar, daß er auch der kirchen nicht schöne-re , blos damit er seine authorität dadurch vest setzen möchte.Die meisten kirchen brauchte er zu andern dingen, in der Haupt-kirche aber kamen die Arianer zusammen, dergestalt, daß nachPanli Diaconi aussprnch, es schwer zu erkennen war, ob ermit GOtt oder den menschen krieg führte. Er ließ sich aberhiermit nicht begnügen, sondern segelte in Sicilien über , wo-selbst er erschrecklich hausete. Es wurde auch selbige insul durchdiese bardarn gäntzlich seyn verwüstet worden, woferne nichtdie zeitung eingelauffen wäre, daß Sebastianus, Graf Boni-facii schwieger - söhn , mit einer starcken armee in Africam ein-gefallen wäre, welches ihn bewog, seine rückkehr zu nehmen.Er verglich sich zwar im ansang mit ihm, ließ ihn aber hernachhinrichten , weil er ihn nicht bewegen konnte, daß er ein Aria-ner wurde. Valentinianus wurde gcnöthiget , frieden mitdiesem Vandalischen Fürsten zu machen, welcher bey diesemsonderbaren glücke sich von tag zu tage schlimmer bezeugte, zumalwider die rechtgläu bigen. Theodosius schickte zwar eine see - ar-made wider ihn, unter Areobindis, Anarrlis und Germani an-führunq; es richtete aber selbige wenig aus, weil üe sich aufde» füllen von Sicilien allzu lange verweilete. Indessen da Va-lenlinianus den 17. mertz an. 45;. durch Maximum umgebrachtworden, und dieser sich des Reichs demeisterte, auch dessen hin-terlassene witlwe, Eudoxiam, sich mit gemalt vermählen ließ,rüste selbige Gensericum m Italien , um den tvd ihres vorigengcmahls, welcher Genserici allirrter gewesen war, zu rächen,und sie aus der sclaverey, darin» sie unter Maxime stack, zu ret-
ten. Dieser jammlete eine grosse armee, gieng darmit in Ita lien , eroberte Rom , und plünderte selbiges in 14. tagen gantzaus, schönere auch der kirchen nicht, und schickte allen schätz inAfricam, auch die gefässe, welche von dem Tito aus dein tem-pel zu Jerusalem waren mitgebracht, und bis anhero mit groststm fleiß verwahret worden. Eudoria wurde mit ihren beydentochtern Eudoxia junione und Placidia in Africam gefangen ae«führet. Die ältere ließ er mit seinem söhn Hunnerico vermah-len , und nach vielem bitten schickte er die jüngere mit ihrer Mut-ter nach Constantiuopel. Als er in Africam zurück kam, fienger wieder an , wo er es gelassen, gieng sehr grausam mit denOrthodoxen , und zumal mit den Bischössen , um, deren er vielhinrichten ließ. Zum öfter» ließ er auch schiffe auslauffen, baldan die Italiänischen küsten, bald in Apulien , bald in Dalma-tien, bald in Epirum t bald in Sardinien. Nachdem er mitden Occidentalijchen landern fertig war, that er einen streif inJllyrrcum, Peloponnesum, Griechenland und andere insnln deSArchipelagi , welche er gantz verwüstete. Der Kayser Marcia-nus kam im may an. 46c». in Africam, um die Vandalen anzu»greiffen; allein Genseric verzückte ihm das concept, indem ervon ;oc>. schiffen sich bemeisterte, die er zu Carthago gelassen hat-te , um in Spanien zu gehen. Leo, sein Nachfolger, schicktean. 468. eine armee von 100000. mann und eine flotte von 1000.schiffen, unter Basilisci anführung, wider ihn. Allein Gen-seric bestach den General, daß diese grosse armee zu gründegieng. Er brachte auch Olybrium dahin , seine partey widerden Kayser Anthemium in Occident zu ergreiffen. Endlich starber an. 476. Die Historici preisen ihn sehr glücklich, daß er zweystadte eingenommen , so damals die berühmtesten in der gantzenweit waren, nemlich Rom und Carthago. ViHor Uticenfis , deperscc. Vandal. lib. I. & II. Procoptus , de B. Vandal. üb. I.Paulus Diaconus .
Gensfleisch , (Johann ) wird vor einen domestiquen Jo-hann Mentels gehalten, welcher nach einiger meynung die buch-drucker - kunst erfunden. Diejenigen, so es davor halten, sagen,daß Mentel solche dem Gensfleisch vertrauet, dieser aber ohneseines Herrn wissen solches ^em Guttenderg offenbaret habe.Weil sie aber solche kunst zu L-traßburq nicht zu stände richte»können, wäre Guttenberg und Gensfleisch nach Mayntz gegan-gen , allwo man gar bald eine grosse anzahl bücher gedruckt hät-te ; Gensfleisch aber wäre darüber blind worden, und eineStraßburgische chronick saget, daß solü-cs eine strafe von GOttgewesen. Andere aber, welche viel wahrscheinlicher diese kunstdem Johann Guttenberg zuschreiben , sagen, dieser Johann Gensfleisch sey kein anderer, als der sonsten Johann Faust genen-net wurde, mit welchem und durch dessen vorschuß Guttenbergdie buchdruckerey vollends zu stände gebracht, und sey selbigerendlich, wegen vieler arbeit und vor alter blind worden. Dieletztere meynung gründet sich darauf, daß dem Gensffeich in sei-nem epitaphio zu Mayntz die erfindung der buchdruckerey zuge-legt wird, da doch die Mayntzer solche sonst niemand als ihremFaust zuschreiben. Mentel, de typogr. origine. ssentzel, vonerfindung der buchdruckerey p. 67.
* Gensui, lat. Gensuius Fluvius, ein grosser fluß in Nato-lien in Asien , der sich nicht weit von Marasch in den Euphrat ergiesset. Man hält ihn vor der Alten Melas, dessen StraboXIV. p. 984. UNd ZvsiMUs V. 16. gedencket. CeUarius, not.orb. ant. 111 . 6 . $. iz.
Gent, Ganda oder Gandavum , die Haupt - stadt der Graf -schafft Flandern , nebst einem Bißthum, so unter dem Ertz-Bi«sthoff von Mecheln stehet. Es fliesscn viele flüsse hindurch; diegrosse Scheide, die Lis oder die Leye, die hohe Schelfe, undsehr viel canäle, welche die stadt nebst der darum liegenden ge-gend in verschiedene insuln theilen. Der umfang von Gent istsehr weitläustig, daher sie eine der grösten städte in Europa ist.Fünfzig tausend einwohner haben sie wol ehemals zu des KönigSPhillppl Valesii und Caroli VI. zelten ins seid stellen, und sichdadurch bey den benachbarten sowol als ihren Ober - Herrenformidabel machen können. Ihre anführer, Jacobus und her-nach Philippus d'Arteville, vatter und söhn, waren mächtigin Flandern , auch ehemals überaus geneigt zu revoltiren. Siegeben vor, ihre stadt sey durch Julium Cäsarem erbauet, alsselbiger zu Terouanne gewesen , und halten einige dafür, daßdie Gorduinl , von welchen Cäsar redet, in seidiger gegend ge-wöhnet. Papst Paulus IV. stiftete auf anhalten des KömgsPhilippi II. in Spanien ein Bißthum allhicr, und Cornelius Jansenius , der erste Prälate, hielt an. i^o. einen Synodumdaselbst. Aus der Abtey St. Johannis wurde die Haupt - kir-che zu St. Bavon, weil Carolus V. an dem orte, wo St. Ba«von gestanden , eine citadelle bauen ließ , und davon den nahmenund die einkünfte nach St. Johann verlegte; es wurden auch dieMönche secularisirt und zu Ganonicis gemacht. Ausser dieserHaupt - kirche finden sich daselbst viel Pfarr - kirchen, viel klöster,Hospitäler, und andere Gottes - und waysen - Häuser, die Abteyzu St. Peter, rc. Man sagt, sie wären durch die predigte»Amandi, Bisthoffs von Tongern , zum Christlichen glaubenbekehret worden. Hertzoq Johannes von Burgund hat daselbstan. 1409- die Landes - regierunq angelegt, auch eine Rechts-Cammer vor die Vasallen. Der Printzen - Hof ist ein altes gedäu-de, welches so viel gemächer als tage im jähre hat. Man verwah-ret da auch die höltzerne wiege Kaysers Caroli V. welcher daselbstgebohren. Der Belfort ist ein sehr hoher thurn, worauf eine