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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Olad - Ghiatu, sein bruder, folgte ihm auf dem throne, undhinterließ das Reich feinem foh» Abusaid, einem prächtigenund mächtigen Printzen, der aber neben feiner tapferkeil auchsehr wollüstig gewesen, und sich der bürgerlichen Reichs - ge-schaffte nicht viel angenommen hat. Erstarb an. i;;9..undnach seinem tobe zertheilte» die Grossen im lande das König-reich , und die adkömmlinge Hulacu behielten nur den leerentitul: endlich wurde ihr geschlechl gäntzlich hinunter gebracht,und Cara - Mehemmed, der Turcomannische Printz, sturtzetedieselbe vollends, an. Christi 141°· DHerMot. Petis de laCroix , hist. du Grand Genghiscan I. Empereur des anciens Mo-gols, &Tartares, Paris 12. 1710.

* Genialis, der erste Hertzog in Gafcogne, ward von Thco-dorico, Könige von Burgund , an. 60s. zu dieser würde erho-ben , und nebst den städten Oleron , Bayonne , Acqs, Aire,und dem lande Bear», mit denen an den Spanischen grentzenvon ihm eroberten geqenden , Pampelona, Nieder - Navarra ,Bassan und Labour belehnet. Ihm folgte Aighinan an. 626.Marca , hilt. de Bearn I. 24. von Bunaus Teutsche Reichs-historie, P. I. Üb. II. p. 164.

GENIUS, eine von den Heydnifchen gottheiten . Der näh-me ist hergenommen von dem alten Wort gen» oder gigno , weildavor gehalten wurde/ entweder daß dieser gott alle dinge herfur-zubringen geschickt sey, oder daß er insonderheit die zeugung dermenschen zuwege bringe / oder daß er zugleich mit einem jedennienschen gleichsam gezeugt werde, oder daß er die mensche»/ sobald sie aus die Welt gekommen , in seinen absonderlichen schütznehme. Daher hatte man zu ehren des Genii bey Hochzeiten le-ctum genialem ; der geburts - tag ward genialis dies genannt/und vitam genialem agere oder genio indulgere hieß so viel / alssein leben auf eine recht vergnügte art zubringen. Die Griechengaben das Wort Genius mit J'ctifMiv, Die Vorstellung dieser gott -heil geschahe entweder unter der gestalt einer schlänge, oder un-ter dem bilde eines knabcn oder mägdleins, oder auch unter derfigur eines alten mannes, welche man mit blättern von einemplatano oder Maßholder - bäum (der dem Genio sonderlich ge-wiedmet war) gecrönet. Die opfer/ so man ihm / und zwarvornemlich an eines jeden geburts - tage , brachte / bestunden inblumen und Honig; es wurde auch weyhrauch und ein speis,opfer / mola salsa genannt / dabey gebraucht. Über dieses sollman bisweilen ein schweln geschlachtet haben; wiewol Censori-nus schreibt, daß man dem Genio kein blutiges opfer zu brin-gen pflege , damit nicht an dem tage / da man selbst das lebenempfangen, andere creaturen solches verlieren musten. Dasaml der Geniorum sollte darin» bestehen / daß sie (auf eben dieart / wie eine jede weides - Person eine Innonem um sich hättetder manns - Personen beschützer und Wächter von der wiege anbis in das grad wären , auch bey den höher» gottheiten gleich-sam ihre dollmetscher und mittler abhaben. Weil sie nun beyallen menschlichen angelegenheiten prasidiren sollten / so hat mansie auch Praeftites genennet. Es glaubten aber die Heyden , daßein jeder mensch 2. Genius immer bey sich hätte , einen gutenund einen bösen , oder / nach dem Horatio , einen weissen undeinen schwachen , deren jener zu der lügend , dieser aber zu denlästern antriebe. Von M. Bruto wird er;ehlt, daß ihm einemenschliche figur / von einer ungeheuren grosse, und schwachenfärbe, kurtz vor seinem unglücklichen ende erschienen, und aufbefragen ihm geantwortet: er sey sein ober fein

böser Genius . und er werde ihn bald in den Philipplschen feldernsehen. Den guten Genium nennen die Teutschen des menschenschütz - enge!; und unter den Christen finden sich nicht wenig ,welche glauben / daß GOtt einem jeden menschen / gleich bey sei-ner geburt / einen absonderlichen Engel zu seinem schütz zuord-ne. Von dem gedoppelten Genio der Heyden scheinen die Wortedes Virgilii: quisque suos patimur manes , zu verstehen seyn.Im übrigen ist noch dieses hierbey zu mercken / daß die Heydennicht nur einzelen Personen / sondern auch gantzen ländern, ihreGenios zugeeignet / welche letzter» Nomina locorum bey ihnenhiessen. Ja auch den Häusern, thüren, stallen und fetter - heer-den hat man dergleichen absonderliche schutz-götter gegeben, Au-gußin. de C. D. lib. VII. Cic. 2. de Or. & 2. de invent. Cenfo-rm. de die natal. 3. IßUor. VIII. etym. c. ult. P/ato, in Cratylo.Plutarch. in M. Bruti vita, & de orac. des. it. de Is. & Osir.Perßus, sät. 9. 6. Horat. P.II. ep.2. lib.III. carna. Calph. eccl. 9.Polit. miscell. c. 89 · Arian. inEpict. Martian. 12. de nupt.Val. Max. lib. I. Virgil. VI. VII. JEneid. Prud. in Symmach.Pomey, panth. myth. p. 222. seq. *

Gennadius I. war erst Presbyter, fuccrdirte hernach an.458. Anatolio / und wurde Patriarch zu Constantmopel. Indem folgenden jähre hielt er einen Synodum von 7;. Bifchöffenm Constantinopel , um die streitigkeiten, so sich wegen desChalcedonensischenGoneilii in denOrientalischen landen geäusserthatten / beyzulegen, ließ sich auch angelegen seyn , die simo-nie und andere mißbräuche abzuschaffen. Er starb an. 471.Die Griechen halten sein gedächtnis in ihrem Menologio den25. aug. als eines Heiligen. Gennadius referiret ihn auchunter die scriptores eccldiasticos, und meldet , daß er verschie-dene homilien / und einen Gommentarium über den Danielemgeschrieben, so aber nicht mehr vorhanden. Tbeodorus LeHor ,Üb. 1 . p. 394. Nicepber. üb. XV. c. 2Z. Gennadius , de script.G. Cave , p, 254.

Gennadius II. siehe Scholarius , (Georgius.)

Gennadius, war Presbyter , nicht aber Bifthoss mMarille, wie einige vorgeben, und lebte zu ende des v V -7I,. Es machen ihn einige zum Pelagianer; allein er hat Sallein wider Pelagium geschrieben, sondern wird auch !?»dem Papst Hadriano unter die SanctissimosVseftet 7 ,"eilt buch geschrieben cie Scriptoribus Ecclesiasticis wovonglaubt / daß die letzter» Capitel von einem ander» anqesüaetden, zumal diejenigen , worinnen Honorii Mallil!ensis und sffner eigenen schriften gedacht wird , welches auch um desto m brglaublich , weil insgemein dafür gehalten wird, daß er an 4.IIoder 493. gestorben. Man hält auch dafür , das buch de Fideoder de Dogmatibus Ecclesiasticis , welches sonst dem Auauilin»zugeschrieben wird, sey von ihm gemacht worden. f 4 V«/,U«

Strabo , de divinis off. c. 20. Vojjins , hist. Pelag. lib. I. c. 10Mir aus , bibl. eccl. Labbeus , de script. eccles. tont. I. n ,,sCave , p. 266. ' 1 '

* Gennaro, ein berg in dem Kirchen - Staat ohnfern Ti-voli. Man siehet allda die Überbleibseln des alten städtgens Cor-niculum. Maty.

* Genobon, oder Genobaudes, ein Fränckischer Könia,führte mit den Römischen Kaysern Diocletiano und Maximia-no etliche jähr blutige kriege , und beunruhigte solche zeit überdie an dem Rhein gelegene provintzcn durch öftere einfalle nichtwenig. Doch an. 288. unterwarf er sich nebst einem andernFränckischen Könige , nahmens Atoch oder Eschatech, demKayser Maximiano, und wurde vermittelst dieses friedens, zu-gleich in sein Reich, davon er durch seine eigene landes - leuthewar vertrieben worden , wieder eingesetzet. Mamnt. panegyr. I.10.II. 5. Bucbertus , Belg. Rom . Vll. z. §.9. p. 225. Val·.ßus , rer. Francic. I. p. 11. seq. Scbatmius , hist. Westphal. III.

p. i8°. Von Bünaus Teutsche Reichschist. P. I. lib. II. p. 399.P. I. Üb. III. 5. 107. P . 790. Ein anderer FränckistherFürst/des nahmens Genobaudes , siel nebst Marcomir und Sunno ,zur zeit des Kaysers Theodosii des grossen , in Gallien ein.Gregorius Turonenßs , II. 9. Masco» , geschichte der Teutschen,VII. 32.

* Genoels t (Abraham") ein berühmter mahlet, mit dembeynahmen Archimedes genannt, war zu Antwerpen a». 1640.gebohren. Sein erster lchrmeister war Jacob Backereel, un.ter dem er von dem n. bis in das 19. jähr gestanden. Niko-laus Firelans von Hertzogcnbusch hat ihn in der Persvecliv-kunst unterrichtet. Er fieng an. 1699. an zu reisen, und kamerstens auf Amsterdam , von dar er sich nach Dicppe wandle.Nachdem er sich gen Paris begeben, ward er von LaurenlioFranck, einem vortrestichen und ihm verwandten Anlwervischcnmahler aufgenommen, und arbeitete eine geraume zeit bey ihm,Der berühmte Herr le Brun, dem er von seiner arbeit gewie-sen , verschaffete, daß er in die Mahler - Acadcmie aufgenom-men ward, da er dann zu den landschafftcn in den so berühm-ten stücken von der Historie Alexandri IY 1 . gebraucht warb. DerKönig sandte ihn nachwärts in Brabant, um allda den riß vondem ohnfern Brüssel gelegenen schloß Marimont zu verferti-gen , damit solcher in ein stück von tapeten könnte gebracht wer-den. Bey dieser gelegenheit besuchte er Antwerpen , um alldaseine freunde und verwandte, wie auch die damaligen mahlerzu sehen, und nach seiner zurückkunft zu Paris verfertigte er indreyen tafeln die gemählde von den dreyen seilen, von welchener das schloß Marimont entworffen halte. Kurtz hernach ver-ließ er die Königlichen dienste, und kehrete nach Antwerpen ,all wo er verschiedene gemählde verfertigte, welche für den Gra-fen von Montcrey, damaligen Gubernatorn der Niederlande ,in tapeten sollten gebracht werden. An. 1074. trat er in gcstll»schafft verschiedener kunst - verständiger eine reise nach Rom an,und machte sich allda durch viele vortrcfliche stücke einen grossennahmen. Nachdem er etliche jähr zu Rom zugebracht halle,kehrte er wieder gen Antwerpen , und starb allda den 8. dcc. an.

1682. Houbraktn.

Genoßammen , also werden die theile , in welche derEydgenoßische Cankon Uri abgetheilt wird, genennet, maßscn selbiger in zehen dergleichen theile oder Genoßammen ver-theilt , und aus deren jeglichem eine gewisse anzahl in den Rathgegeben wird.

GENS D'ARMES, gehören unter des Königs in Frank­ reich garde. Es ist eine compagnie zu Pferde, welche aus roo.mann bestehet, die von viertheil jähren zu bicrtheil jähren ab,wechseln. Es bestehet ihre gage in 680. psund, imd ihr Cavitainist der König selbst, welcher einen Capltain-Lieutcnant, r. Unlcr-Lieutenants und andere Officirer unter sich hat. Sie führen mihrer standarte blitze, die voin Himmel fallen, mit der aufschrill:quo jubet iratus Jupiter. Es giebt auch unter der armec gewissecompagnien von der Gendarmerie, welche aber dem König »icbtzur leid - garde dienen. Solche bestehen anjctzo in 16. compir-gnien, darunter 10. absonderlich Gens darmcs , die 6. übrigeaber Ghevaux-Iegers gencimet werden, und hat eine jede von lan-dern oder provintzen ihren besondern nahmen , als Ecollois,Anglois, Bourguignons, dAnjou , de Berri , dOrleans, auchde la Reine , Dauphins , &c. In der alten Französischen hlliorrie ist nichts so berühmt unter den trouppen, als diese Gens d ar-mes , und bestunden solche auch damals IN lauter vornehmenEdelleuthen. Hingegen ist eine leid - wache von Gen« darmer