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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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Gentius, (Georg) wurde an. iSig. zu Dahme qebohren ,allwo ftin vatter anfangs ein schmied und gast - Wirth war ,nachgehends aber unter andern das land-guth Glinick an sichkaufte. Nachdem er unterschiedliche Universitäten in Hol­ land , Enqelland und Italien besucht , und sich in den spra-chen, in der Mathematic und in der Artzney-kunst vest gesetzthatte, fand er zu Amsterdam eine gelegenheit, mit nachConstantinopel zu gehen. Daselbst wußte er sich bey demMuffti dermassen zu insinuiren , daß er ihm nicht allein al-len Vorschub that, fast den gantzen Orient zu besehen, son-dern auch letztens, da er an. 164;. mit dem KayserlichenAmbaffador wieder zurück nach Deutschland gieng, ein recom-mendations-schreiben an den Kayser Ferdinandum III. mitgab.Hierauf hielt er sich bald jli Hamburg , bald zu Amsterdam auf, bis ihm der Churfürst zu Sachsen , Johannes Geor-gius II. die charge eines Raths ertheilte, und ihn bey den Ge-fandtschafften als einen dollmetscher gebrauchte, inmassen er La-teinisch, alt und neu Griechisch, Hebräisch, Chaldäisch, Syrisch,Persisch, Arabisch, Türckisch, Sclavonisch, Svanisch , Englisch ,Holländisch, Französisch und Italiänisch vollkommen redenund schreiben konnte. An. i6;8. befand er sich mit unter demChurfürstlichen comitat aufdem wahl-und crönungs-tage Kay-fers Leopoldi zu Franckfurt am Mayn, und hatte die ehre,daß er dem Abgesandten von der Ottomannischen Pforte, aufdessen an den Kayser abgelegte gratulation, in Türckischer sprä-che antworten muste. Er stund nicht allein bey gedachtemChurfürsten in grossen gnaden, sondern behielt auch seine be-stallung bey dessen Nachfolger Johanne Georgio III. wiewol er,da sich bey herannahendem aller eine kleine Verwirrung desHaupts an ihm äusserte, und seine aufführung etwas seltsamwar, in ziemliche Verachtung gerieth. Endlich, als er an.rüg?, mit der Chur-Sächsischen Gesandtfchafft, welche bey demKayser die lehn empfangen sollte, nach Wien gehen wollte,wurde er unterwegens zu Freyberg kranck, und gieng daselbst,nachdem er 4. Wochen bethlagerig gewesen, mit tode ab, da erdenn auf des Raths und IN. Bayers, eines Predigers zu St.Nicolai, kosten begraben worden ; fället also Morhofs nachrichthinweg, daß er zu Berlin betteln gegangen, und daselbst in grö-sser armuth gestorben sey. Man beschuldigte ihn, daß er denMahometanischen glauben angenommen , welches er abernoch auf seinem tod bethe gegen erwehnten Prediger von sichablehnte. Er hat unterschiedliche schriften, und unter anderndas buch 8ebebet Juda,Tribus Judse, so er Historiam Judaicamnennet, und das Persische Rosarium policicum Musladini Sadi,in die Lateinische spräche übersetzt, und beyde an. I6;i. zu Am­ sterdam drucken lassen. Das letztere hat er mit anmerckungenversehen, und dem Churfürsten zu Sachsen , Ioh. Georgio l.dedicirt.

Genua, Franz. G£nes, ist eine Ertz-Bischöstliche stadt inItalien , und zugleich eine souveraine Republick am Mittellän-dischen meere. Sie ist die Hauptstadt von dem lande, lo 8ta-to della Republica di Genua , oder la Riviera di Genoua ge-nannt, welche sich von dem flusse Bar an, bis an den fluß Ma-cra erstrecket, und ungefehr 160. Italiänische meilen in der län-ge , 26. aber in der breite austräget. Gegen mittag flösset esan das Mittelländische meer, gegen morgen an das Groß-Her-tzogthum Florentz, gegen Mitternacht an die HertzogthümmerParma , Mayland und Montferrat, und gegen abend an dieGrafschasst Nizza . Das gantze land wird in la Riviera di Po-nente den westlichen, und Riviera di Levante ben östlichen stricheingetheilet. Genua , als die Haupt-stadt, liegt recht in der mit,ten. Die innerste gegend des landes ist etwas bergicht; diesee-küste aber überaus fruchtbar und lustig. Jedoch übertriftder westliche theil dißfalls den andern, als welcher mit citro-nen-und pomerantzen-bäumen starck besetzet ist. Die vornehm-sten städte selbigen Staats, ausser Genua , sind: Savona , Sar-zana, Lerice, Älbenga, Noli, rc. Genua ist also gelegen, daßdie mittägige feite an dem ufer des meers stehet, theils auf ei-ner ebene, und theils auf Hügeln, die an das Apenninische ge-bürge stossen. Es ist die vornehmste handels-stadt in gantzItalien , hat ohngefehr 5. oder 6 . meilen im umfange, undist mit starcken maüren, einem guten walle, und schoren ge-gen Westen versehen, welche insgesamt mit grossen stücken be-setzet sind. Der Hasen von Genua war vor zeiten gefährlich;allein man hat zu dessen Versicherung mit grossen lösten weit indie see hinein gebauet, wodurch die anfurth sicher gemacht, undder gefahr gröstentheils defreyet worden. Die gebäude derstadt sind so prächtig und regulär, und die stadt mit so vielenherrlichen pallästen angefüllet, daß sie allerdings den zunahmenla Superba oder die stoltze verdienet. Der pallast des vorneh-men geschlechts Doria rst der alleransehnlichste, welcher sichvon der see an bis an die spitze des berges erstrecket. Die darin-nen befindliche zimmer sind überaus groß und prächtig , diemeublirung kostbar, und alles, was man nur davon siehet, istein zeuanis grosser darauf gewandter kosten. An den manrenstehet diese inscription: durch GOttes und des Rönigsgnade gehöret dieses alles dem Herrn des Hauses. Eswird gesagt, daß diese Worte nicht blos aus Hochmuth daraufgesetzt worden, sondern nur einen Gouverneur von Maylandschamroth zu machen, welcher zu einer Königin von Spanien ,so darinnen logiren sollte, sagte, die vornehmsten meublenwaren nur zusammen qeborget. Auf der neuen straffe ,welche dir schönste in gantz. Genua ist, stehen nichts als lau»

ter palläste und prächtige Häuser ; die vornehmsten ha«bliquen gebäuden sind folgende' der Pa,moTT Z £Königliche pallast, wormnen allemal der Doge residir,» 7Casa Irnperiale das zeug-haus, ,2. Pfarr-kirchen 'w u», ;sonderlich der Dom oder die.St. Laurcntii-kirche, merckwü !ist, wormnen sich erne schussel von einem einigen 22befindet, von welcher man sagt, daß Christus dasAbendmJdarinnen gehalten ; die kirche dell Annonciada : die kircbe^,Ambrosii, so den Jesuiten zustehet, und die kirche dertiner zu St. Cyr genannt, nebst einigen andern mehreinwohner sind jedesmal gute see-leulhe gewesen, haben a»auch bey verschiedenen geleqenheitenwohl hervorgethan Ktreiben starcke handelschafft und manufacturen, und ma»sagt, daß mehr als 20000. familien mit etosse? und seidenzeug umgehen. Die Republick unterhält viel galeeren au»haben viel particular-personen dergleichen. Es giebt darinnenzwcyerley gattungen von adelichen familien, die'alken und dieneuen. Der erstern sind an der zahl 28. unter welchen die/vornehmsten sind , die Grimaldi , Fieschi , Spinola und Doria. Die 24. übrigen sind, die Galvi, Cattanei, Centurioni"Cibi , Cigala, Fornari, Franchi, Giustiniani, Grilli, Genltilli, Imperiali, Interiani, Leicari, Lomellini, MariniNegroni, Pallavicini , Pinelli, Proraontorii, Sauli, Salvagi , Vivaldi und Veso di mare. Die andern adelichen qx.schlechter, welche sich an der zahl auf 4)7. erstrecken, sindgleichsam ein anhang der vornehmsten 28. und haben mitab-lequng ihrer vorigen nahmen einige der erst-berührten geschiech-ter nahmen annehmen muffen, zu der zeit, da AndreasDoria in dem XVI. seculo die alte freyheit wieder herstellle,und das stadt-reqiment von neuem einrichtete. Es ward aberalso für nöthig befunden, um dadurch die eifersucht der qe-schlechter wider einander, als die einige ursach aller blsheri-gen zerrüttungen und Unruhen, aus dem gründe aufzuheben-hat auch in der that bisher eine ziemliche würckung gehabt!Es finden sich unter selbigen etliche, die so reich und mächtigsind, daß man ihnen auch kein Gouvernement anvertrauenwill, aus beysorge, sie möchten sich gar darvon Meister ma-chen. Es haben sich indessen zu allen zeiten viel grosse Ge-nerale und Admirale unter dem Genuesischen Adel gefunden.Die stadt ist sonsten ziemlich alt, und man findet deren vormehr als 1900. jähren in den Historien gedacht; es ist abergantz unrecht; wenn man deren nahmen von dem Jano her-führen will, als welcher daselbst nie gewesen. Sie ist erst,iich den Römern, hernach den Longobarden, auch einigezeit den Kaysern Unterthan, und vielen innerlichen unruhenunterworffen gewesen, dergleichen man wol bey keinem landevon Italien sonst findet. In der regierung hat sie viel Verände-rung gehabt, zumal von an.i494. bis 1523. indem ihreRegentenbald Grafen , bald Bürgermeister, bald Podestä, bald Capitainsund Gouverneurs, bald Lieutenants, bald Rectores des volckS,bald Abbates des volcks, bald Resormatores, bald Hertzoge ausadelichen oder bürgerlichen familien gewesen. Heut zu tage istes eine Aristocratie, deren Haupt Doge genennet wird, welcheraber solche würde nicht länger als 2. jähr nach einander besi-tzet. Es ist auch nicht zu vergessen, daß diese stadt viel zu dencrcutz-fahrten beygetragen, und daß sie den Saracenen Corsi-cam, Sardinien und Cypern, nebst der insul Meteline undChio abgenommen; inglcichen daß aus selbiger stadt;. oder4. Päpste, und sonsten viel vornehme leuthe gekommen sind.Die Italiäner sagen von Genua : Man habe daselbst leutheohne treu und glauben, ein meer ohne fische, gebürge ohne hoitz,und frauenzimmer ohne schamhafftigkeit Die vorerwehntenVeränderungen in der regierung belangend, so dienet zu wissen,daß sie ohngefehr von an. 1099. bis an. 1257. durch Bürger-meister regieret worden, so lange bis Guilielmus Boccanegravon dem volcke zum Präsidenten oder Hauptmann erwehltwurde. Er blieb in solcher würde bis an. 1262. da der Adelsich des gouvernements wiederum anmassete, welches bis an.i;;9. währte. Es erwchlete hierauf des volcks faction Si-moncm Boccanegra, unter dem titul eines Hertzogs. Selbi,ger wurde an. 1344. vertrieben, und an seine stelle Johann sieMnrta erwehlet, welcher bey ablauf des jahres i;;o. verstarb.Johann de Valenti wurde an seine stelle erwehlet, dancketeaber den 9. oct. an. 1;;;. ab, und die Genueser unterwarfensich dem Iohanni Visconti, Ertz-Bischoff von Mayland, gantz,lich, welchen sie schon vorher zum beschützcr angenommm,aber ohne daß der tractat sonderliche würckung gehabt hatte.Dißmal aber wurden die Genueser zu diesem entschluß gebrachtdurch verschiedene grosse Niederlagen zur see, welche sie von denVenetianern erlitten, sonderlich in der letzten, die den 28. aug.vor den Sardinischen küsten war gehalten worden. Obfchonsie nun hierauf durch hülsse dieses Visconti, welcher ihnen denMarchefe Guilielmo Pallavicini zum Gouverneur vorgestellt,ih-re fachen in bessern stand gesetzet, und fürnemlich dic,Venctia>ner gleich darauf in einer grossen schlacht erlegt; so schüttelten siedoch nach einigen jähren , da der Ertz,Bischoff Ioh. Viscontigestorben war, und 2. söhne seines bruders Bernabo und Ga-leazzo an seine statt regierten, die Mayländischc hcrrschafft vonsich, und restituirten den Simon Boccanegra. Dieser entwaf-nete den Adel, relegirte die mächtigsten davon, kriegcte mitdenen Visconti, wurde aber von feinen eigene» leuthen auf einerMahlzeit an. 1 ; 6 z. mit gift hingerichtet. GabrielIbornus fue«bitte, und blieb bis an. 1370.» Dominicus ssregosiis om

Camho-