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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Campofregosus kam an dessen stelle, welcher die Rcpublich inguten stand brachte, und an. 1378. vertrieben ward. Hierauffolgten 11. andere bis auf das jähr 1396. da sich Genua unterFranckreich begab, und Carolus VI. daselbst seine Gouverneurssetzte, deren der letzte war Johann Maingre, Boucicaut ge-nannt, zu dessen zeit das volck die Franzosen an. 1409. massa-crirte, und sich von an. 1409. bis an. 1413. unter den schützder Marggrafen von Montferrat begab. Nachgehends er-wehlten sie gewisse Hcrtzoge, unter welchen Thomas sichden Hertzogen von Mayland unterwarf, welche gleicherge-stalt gewisse Gouverneurs über sie setzten. An. 1433. den 7.aug. gewannen die Genueser für Philippum,Hertzog von May-land, die grosse see-schlacht vor der insul Pontia, worinnenAlphonfus, König in Aragonien , dessen bruder Johannes,König von Navarra , sodann Henricus ihr dritter bruder undGroßmeister des ordens St. Jacob, der Mce-König von Si-cilien, und noch mehr als 120, andere vornehme Herren aus«vicilien und Aragonien gefangen worden. Wie aber Philip-pus solche also gleich zu sich bringen ließ, auch nach gejchlos,senem bündnis mit Älphonfo ohne der Genueser die geringsterechnung zu tragen, auch mit nachlassung aller ranzion losliesse, verdroß es diese heftig, daß sie gleich darauf unter an-führung Francisci «spinola zum gewehr griffen, Opicino Al-zato des Hertzogs Gouverneur tödteten, Ludovtcum undEras-mum Trwulzi, deren letzter des Opicini stelle zu bekleiden kom-men war, gefangen nahmen, und sich von neuem in freyheitsetzten, mit hertzhaffter Verweigerung, die übrige Spanischegefangene, so Philippus ebenfalls von ihnen abgefordert, her-auszugeben. Von selbiger zeit an hatten sie ihre eigene Her-tzoge biS an. 1438. da sie sich unter dem Könige Carolo VlI.den Franzosen unterwarfen, welche sie aber an. 1461. wieder-um vertrieben. Man zehlet darauf 7. Hertzoge, bis an. 1464.da diese stadt sich dem Francisco Sfortia, Hertzoge von May-land , unterworssen. An. 1478. verjagte man die Mayländer,und Baptist« und Paulus Fregosius wurden nach einanderHertzoge. Ludwig XII. gewann Genua an. 1499. sie revol-tlrten aber, und das jähr darauf wurde die stadt wieder ero-bert. Francifcus äs Roche-Chouart, welcher davon Gouver-neur war, wurde an. 1312. verjaget, und den 29. junii er-wehlte man einen Hertzog, Johann Fregofum, weichen dieFranzosen den 23. may des folgenden jayrs abfetzten. Hin-gegen liessen sie Antonium Adorno zum Gouverneur zurück,welchen aber das volck den folgenden 10. jun. vertrieb. Octa-vianus Fregosus, welchen man zum Hertzoge machte, unter-warfdie stadt von neuem den Franzofen, welche ihm das gou-vernement davon liessen. Er gouvernirte mit sonderbarerklughcit bis auf das jähr 1322. da die stadt von des KayfersCaroli V. armee, unter dem commando des Marggrafen vonPefcara, geplündert, und Antonius Adorno wieder zum Her-tzoge gemacht wurde. An. 1327. eroberte sie Francifcus I.wieder. Allein bald darauf, nemlich an. 1328. schüttelteAndreas Doria das Französische loch von ihrem halse, undbrachte ihr wiederum ihre vorige freyheit zuwege. Da denn,wie schon droben gemeldet, nur 28. von den alten familienbehalten, der übrigen und darunter auch der Adorner undFrcgoser nahmen unterdrücket, die Personen unter die beybe-haltenen gerechnet, Adel und gemeine aber überhaupt miteinander vermenget wurden. Der Präsident im Rath führtedamals die regierung, bis an. 1347. die grosse verräthereydes Grafen Fieschi ausbrach und gedämpfet wurde, da mangleich nach gestilltem tumult Benedictum Gentilem zum Dogemachte. Von selbiger zeit an sind die Genueser stets von ih-ren eigenen Hertzogen regieret worden , so alle 2. jähr erweh-let werden, und 8. Rathsherren gleichsam zu ihren collegenhaben, welche man Govematori nennet. Ausser diesen aberist noch k part das Concilium oder Raths - Collegium von400. pcrsonen. Die Genueser thaten in dem sogenanntenheiligen kriege so trefliche dienste, daß sie von Balduino III. ein theil von den see-stabten im gelobten lande bekamen, undals die Abendländischen Kayser den Morgenländischen Constan-tinopel wegnahmen, waren sonderlich auch die Genueser dar-innen mit intereßiret, wie sie denn deswegen Per« erhielten.Sie besassen damals Lesbos und Chio, nebst verschiedenen an-dern insuln auf dem Archipelago mehr, desgleichen Cassa andem Schwartzen meere in der Crimmifchen Tartarey. Allein,da sie an. 1207. den Venetianern auch Creta wegnehmen woll-ten , zogen sie sich dadurch groß ungemach über den hals, wel-ches so bann, nebst den innerlichen zwistigkeiten, ihren fallverursachte. Die Könige von Spanien haben selbige Repu-olick durch eine besondere politic in ihr interesse gezogen,indem sie von selbiger grosse geld-fummen, und insonderheitPhilippus 11 . an die 12. Millionen geborget, welche man aberniemals wieder gegeben, um die stadt noch desto mehr zu en-gagiren. Eben selbige Könige haben sie auch dadurch an sichgezogen, da sie ihnen verschiedene länder in dem Staat vonMayland, in dem Königreiche Neapolis und in Sicilien ver-kauft , oder verpfändet, die sie zu Grafschafften, Marggras-thummern und Hertzogthümmern gemacht, welches den Spa-rern mehr vertheil gebracht, als die herrschafft über die stadtselber. Es befindet fich daselbst eine Academie äe 011 Adormen.tat:, genannt. König Ludwig XIV. schickte seine flotte an. 1684.vor diesen ort, unter dem verwand, daß sie die Neutralität zwi-sthm Franckreich und Spanien nicht genug hielten, über die ga-Histor. Lexietn III. Theil.

leeren, welche sie vorher für den König in Spanien gehalten,noch mehrere zu der Spanier diensten ausrüsteten, dem haustFiefchl wegen seiner im Genuesischen gelegenen und längst ein-gezogenen Grafschafft von Lavagna kein recht hielten, rc. undließ ihn boiudardiren. Durch diese action wurde der Hertzog -liche pallast, nebst vielen andern vortreflichen Häusern der stadt,in die.asche geleget, und ungläublicher schaden gethan. End-lich nöthigte sie der König, daß sie ihren Hertzog nebst 4. Raths-herren an seinen Hof schicken musten, um sich vor ihm zu demü-thigen. Die lanbschafft von Genua ist von natur überausfruchtbar, und wird durch den fleiß der einwohner noch frucht-barer gemacht. Man siehet darinnen so viel dörfer und schönegebaude, sonderlich gegen Genua zu, daß es scheinet, als ob al-les zusammen nur eine stadt wäre. Foiuu & Bhari Kitt. Ge-nuensis. Interiani , ristretto delle Kitt. Gen. Bonjadii ann. Ge-nucnses. Corio, Kitt. di Milano. Bartboh Facii Kitt. fui tempo-ris, lib. IV. Bracellus , de B. Gen. Theatrum Europ. tom. XII.f. 761. Zieglers schau-platz, f. 323. Europ. Herold. *

Genua , (Marcus Anton.) war aus der vornehmen familieder Passerinorum , die ehemals zu Mantua und Modena dieoberste gemalt gehabt, aber wie sie sich nach Genua begeben, denzunahmen Genua oder de Janua angenommen. Dieser Mar­ cus Antonius wurde bey gantz jungen jähren Professor kKilo-ibphia; zu Padua , da er der erste gewesen, der den Aristotelemaus dem Griechischen text erkläret. Er zeigte fowol im lernenals lehren einen so. herrlichen verstand und gedächtnis, daßviel glaubten, er müsse einen spiritum familiarem haben. Erhat die grösten PKilosopKos gezogen ; als er aber im alter we-gen Mangel der zähne eine undeutliche aussprache bekam , er-klärte ihn der Rath zu Venedia zum Emerito , und vermehrteihm dabey, wegen seiner grossen meriten, die besoldung. Erstarb an. 1664. tm 72. jähre seines alters. Man hat von ihmCommentarios in Aristotelis libros de Anima , in libros Phy-sicorum , in libros de Coelo & Generatione , in Metaphysi-cam , contra Antonium Bernardum Mirandulanum , librumde Intellectus Humani Immortalitate. Thomafim elog. virorumillustrium. Kraußi notae ad epistolas Manutii.

* Genua , (Clemens ü) ein Dominicaner aus Genua , da-her er auch seinen zunahmen erlanget, lehrete zu Urbino dasHebräische, und hernach zu Bologna die Thomistische Theolo-gie, wurde darauf an diesem letztern orte Rector , welche Char-ge er an. 1689. mit grossem rühm verwaltete. Er hat, wieRovetta ad an. 1689. erzehlet, verschiedene schriften des Tho- ä Kempis ins Italiänische übersetzt, benanntlich de Imi-tatione Christi; de Liliorum Valle ; de tribus Tabernaculis;Hortulum Rosarum; Soliloquium Anima;; de^olitudine acSilentio; Sermones ad Novitios; Orationes varias; Vitas va-riorum Beatorum, und Tractatus ejusdem ä Kempis caeteros,ob sie aber gedruckt, oder noch im manuscript liegen , ist nichtdabey gemeldet. Ecbard, bibi. Domin. tom. II. p. 720.

* Genua , (Nicolaus) ward zu Padua von einem Edelmannausser der ehe gezeuget, und legte sich mit solchem eifer aufdie erlernung der Rechte, daß er in kurtzem ein berühmterPracticus in denselben wurde. Der daher allenthalben ent-standene rühm seiner geschicklichkeit veranlassete den Rath zuVenedig , ihn zu leqitimiren, und ihm eine stelle in dem Col-legio JCtorum bey dasiger Universität einzuräumen. Er starbaber an. 1613. im 31. jähre seines alters, und hinterließ einetrefliche bibliotheck, welche er in seinem testament zu öffentli-chem gebrauch wiedmete, die aber von seinen erben innerhalbeinem monat verkauft worden. Seine schriften sind : Com-ment. in Institutiones ; Conciliatio Legum ; de Scriptura pri-vata & Verbis enunciativis &c. Tbomafini elogia. PapadopoliKitt. Gymn. Pat. tom. II.

Genzeno, ein altes städtgen in dem Päpstlichen gebiethe,zwi-schen Rom und Veletri, an dem see Nemi, gelegen, davon die fa-milie der Cesarini den Hertzoglichen titul führet. Memorab.

Ital.

Geofano, lat. Geofanum, oder Jovis Fanum , _ eine:lische sta! ' ' .

u _, , .1 Jta-

änijche stadt'im Principato citra im Königreiche Neapolis,nter deren gebiethe der berühmte Poet und Astronomus, Lu-is Gauricus, in einem dorft, daher er seinen zunahmen rr-maet, gebohren gewesen, und welcher von Elemente VII.usgewürcket, daß die stadt an. 133-. den 6 . may mtt einemZißthum versehen worden. Weil aber die ernkunfte nicht ;u-eichen wollten , ist selbiges nach der zeitzu dem Ertz-BlßthumZalerno gezogen worden. Der erste Bischoff ist Jnnlcus Da-olos, und nach ihm der Cardinal Hippolytus de Medicis ge-lesen. llgbeOus, Ital. sacr. tom. X. p- II0 ·

* Geographie, ist eine wissenschafft r welche von der figur>nd grösse der erde, und ihren daher rührenden elgenschafftenwandelt. In diesem verstände machet sie einen theil der Mathe-natic aus. Auf eine andere weise ivird die erde von denjem-en betrachtet, welche die vielerley Stande und regierungen be-nercken, in welche sie zu verschiedenen zelten eingetheilet gewe-M Dieses wK die politische oder historische Geographie ge->ennet. Auch die Naturkündiger haben eine besondere art derBeoqraphie, nach welcher sie den natürlichen zustand der erde^schreiben. Weil man aus astronomischen und andernfünden erweiset, daß die erde rund, ^und mit den wassern^bey

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