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nahe eine kugel ausinache; so pflegt man solche unter der ge-stalt eines Globi vorzustellen, auf welchem durch allerhand Go-ckel die theile der erde abgebildet werden. Hierauf betrachtetdie Geographie ein jedes stück von der/äche der erd-kugel be-sonders , wodurch sie dasjenige ins grössere bringet, was aufder erd-kugel im kleinen ist verzeichnet worden. Daraus werdendie sogenannten land-charten, welche entweder grosse oder kleinetheile der erde vorstellen, uud daher theils general-und allge-meine, oder special - und besondere land-charten genennet wer-den. Diesen theil der Geographie nennet man Chorogra-phie,aus welcher die Topographie entspringet, wenn nurallein einzele örter abgebildet werden. Von allen diesen thci,len ist die Hydrographie unterschieden, welche die wasserbeschreibet, und zum gebrauch der schiffenden besondere see-charten verfertigen lehret. Die Geographie ist anfänglich, wiealle andere wissenschafften, gantz einfältig eingerichtet gewesen.Es ist wahrscheinlich, daß nachdem die menschen einige grün-de der Mcßkunst ausfündig gemacht, sie angefangen haben, ei-nige kleine stücke landes auszumessen, und in rissen vorzustel-len. Wenn mehrere dergleichen zusainmen gesetzet wurden, sokamen endlich die abzeichnungen von gantzen ländern zu stände.Man findet, (a) daß Anaximander von Mileto , welcher unge-fehr ;6o. jähr vor Christi geburt gelebet hat, die erste land-charte gemachet, welches aber ohne zweifel nur von den Grie-chen zu verstehen, indem gläublich ist, daß man wol eherbey andern völckern dergleichen gebraucht habe. Einlge zeithernach brachte (bl Aristagoras aus eben dieser stadt eineeherne tafel nach Sparta , worauf der umfang der gantzenerde, mit den meeren und flüssen gestochen gewefen. Unter dieerd-besthreiber rechnet man den Homerum selbst, als welcherin der that in feinen getichten die beste Nachricht von Griechen land und den angrentzenden ländern gegeben hat, daher auchdie folgende schreibet vieles aus demselben gezogen. Durch rei-sen, wie auch durch die kriege, ist diese wiffenfchafft nachgehendsvermehret und verbessert worden. Es ist bekannt, daß die Romerin ihren triumphen die abbildungen der länder und städte ge-pflegt haben öffentlich vorzutragen. Agrippa , (c) der berühmtegünstling des Kaysers Augusti, hat dergleichen tafeln, auf wel-chen die erde beschrieben wurde, zu Rom in einem bedecktengange öffentlich angehänget. Hierauf kamen verschiedene Ge-lehrte, welche theils aus diesen hülfs-mitteln, und aus lesungder geschicht-bücher, fürnemlich aber aus eigenen und aus an-derer reisen die länder beschrieben haben. Die vornehmste derAlten, deren schriften noch übrig, sind Strabo , Pomponius Mela , Plinius in dem III. IV. V. und VI. buch seiner hift. nat.Claudius, Ptolemäus , Dionysius Periegetes , Stephanus By-zantinus, welcher ein sehr nützliches geographisches Lexicon zu-sammen getragen. Hieher gehöret auch neben andern die Ta-bula Peutingeriana, welche in der bibliotheck Conr. Peuttngerigefunden worden. Alles dieses ist noch sehr unvollkommen,und mit vielen fehler» vermischet. Da aber die wissen-schafften nach den einfüllen der Barbarischen völcker grostentheils zu gründe qiengen, wurde auch die Geographie in denOccidentalischen ländern fast gäntzlich in vergeß gestellet. Pa-tzer ist es gekommen, daß man auf eine zeit diejenige für ke-tzer angesehen, welche vorgaben, die erde sey rund, und es fin-den sich leuthe, welche unsere Antipodes könnten genennetwerden. Bey der Verbesserung und Wiederherstellung andererwissenschafften ist auch die Geographie hervor gekommen.Sie nahm insonderheit zu, nachdem gegen dem ende des XV.saeculi die schiff-fahrten gegen Westen und osten starck getriebenworden. Ein berühmterTeutscher,Martin Behaim (d) genannt,hatte schon um an. 1492. eine erd-kugel gemacht, welche nochzu Nürnberg gezeiget wird. Die menge derer, die nach diesemüber die Geographie gearbeitet haben, ist unzehlich, auch istdieselbe nun in einem vortreflichen stände, erhält auch täglichmehrern Wachsthum, (a) Strabo , lib. I. (b) Herod. lib. V.(c) Plinius , hist. nat. lib. II. (d) Doppelmayrs Nürnb.künstler. Morbof. Polyh. tom. II. lib. IV. Stoües hift. dergelehrth. lib. I.
* La (peole. Also wird von altem her ein ländgen in derFranzösischen provintz Isle de France genennet; es liegt darin-nen ein gutes städtlein mit manren ziemlich wohl versehen,so auf einem Hügel angebauet ist, und Dammartin heiffet.Es führet noch den titul einer Grafschafft, und hat ein schloß ,so den Printzen von Conde seit dem tode des letzten Hertzogsvon Montmorency, welcher an. i6;r. gestorben, zugehoret.Das land sechsten hat seine alten grentzm verlohren, nnd bleibtihm nichts mehr als der zunähme übrig, und wird auch Valde Gallie, oder nur schlechthin la Gallie genennt. Auf derfruchtbaren da herum liegenden gegend sind die dörfer und fle-cken , de Crespiere, de Viroslay, de Reyne Moulin , und deTrianon, an welche alle man zuweilen den erstgedachten zunah-men du Val de Gallie anzuhcncken pfleget. Davity , descript.du Royaume de France. Thomas Corneille , Dictionnaire Geo-graphique.
* Geometrie, ist eine wissenschafft von ausmessung der er-tcnsionen oder ausgedehnten dingen; eigentlich aber dem nah-men nach nur der erde. Man pfleget sie gleich wie andere wif-senschafften in die theoretische und practische abzutheilen. Je-ne leitet aus gewissen vestgesetzten gründen die eigenschafften der
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linien, flächen und cörpcr, so sie an sich haben, her,stnrt sie. Diese aber bemühet sich, die euttecften eiaeS^fften in der natur selbst anzubringen, und deren gröffen8nem gewissen angenommenen masse zu bestimmen, sw rwmeine hat einen grossen nutzen nicht allein in ansehunqausubung, sotibctn auch überhaupt zu Verbesserung des ° !stands und gejchicktmachung desselben, in Untersuchung M,'rer wissenschafften desto glücklicher fortzukommen. Die altenWeltwelsen haben diesen nutzen wohl gewußt, und daher nick,leichtlich einen in ihre schule aufnehmen wollen, der nickt ,n-vor die gründe der Geometrie gefasset hätte. Bey unsern »iten hat man den nutzen davon also eingesehen, daß saii 'derman in seinen schriften sich der geometrischen Methode de'dienen will, vbwol dieses von vielen mit grosser unaelckickiickkeit geschiehet. Die practische Geometrie hat zu ihrer arbatgewisse Instrumente nöthig , und wird nach art derjenigen binge, mit denen sie umgehet, in verschiedene theile abgetheilet,als da find : Longimetria, Planimetria, Stereometria und Geo.dadia. Dahin gehöret auch die sogenannte Geometria suhter-ranea , auf Teutsch, die kunst, welche die klüfte und qänaein den bcrgwercken abzumessen lehret. Aristoteles hält da-für , die Geometrie sey von den Egyptischen Priestern er-funden worden. In diesem lande gab die jährliche Über-schwemmung des Nil-flusses anlas, die Geometrie immer mehrzu üben, weil man sich genöthiget sahe, vermittelst derselbeneinem jeden wiederum seine felder, deren grentzen waren un-kenntlich worden, auszumessen. AuS Egypten hat Thales vonMileto die Geometrie um das jähr $84. vor Christi geburt inGriechenland gebracht, und einige neue ersindungen selbst her-vor gebracht. Pythagoras hat hernach darinn fortgefahren,und verschiedenes neu hinzu gethan, wie er sich denn über ei-ne gewisse erfindung, die er gemacht, also erfreuet hat, daß erden göttern zur danckbarkeit 100. ochsen aufgeopfert. Anara-gvras, Plato , Archytas , Theätetus , Aristoteles , Theophrastus und andere haben in dieser bemühung fortgefahren. Endlichhat Euclides der vorigen ersindungen gesammlet, in vrdnnnggebracht, und vermehret. Dessen Elementa dienen noch heulzu tage zu den anfangs-gründen der Geometrie. Fast hundertjähr darnach ist Eratosthenes und Archimedes berühmt gewe-sen , von welchem letztern noch viele hieher gehörige schriftenvorhanden sind. Nach diesen kamen Apollonius Pergaeus , Hjp-parchus,Menelaus,Theodosius , Ptolemäus , Divphantus, wel-cher die Algebra erfunden, Nicomachus , Serenus, Proclus undPappus, anderer zu geschweigen. Solcher gestalt ist die Geo-graphie von den Alten getrieben worden, bis deren fortgangdurch die Wanderungen der mitternächtigen völcker gehemmet,aber doch nach und nach wieder in aufnahm gebracht worden.Endlich haben Vieta und Cartesius durch die verbesserte AI.gebra derselbigen um ein grosses aufgeholffen. In dem XVII.feculo ist sie durch die herrliche ersindungen des Calculi dif-ferentialis und integralis , darüber insonderheit Leiblich inTeutschland, Newton in Engelland, und Johann Bernoulli in der <2chweitz gearbeitet, auf die höchste staffel ihres Wachs-thums gekommen. Aristoteles , Metaph. lib. 1. I. Atta Ex*,dit. Lips. &c. Stoüii hist. littcr. P. I. c. 7.
St. Georg, war ein Märtyrer, welcher unter dem KaystrDiocletiano nach schwerer gefängnis hingerichtet worden.Selbiger wird allezeit abgemahlet geharnischt zu pfcrde sitzend,und daß er einen drachen, den er unter sich hat, mit einemsperre umbringet, weil von ihm gesaget wird, daß er durch der-gleichen action eine jungfrau von einem drachen befreyet habe.Es scheinet aber, als wenn unter diesem gemählde etwas an-ders stecke. Denn Baronius will unter der jungftauen einestadt oder provintz abgebildet wissen, welche dieses Märtyrershülste wider den teufe! ausbittet. Andere aber führen es vonden Arianern her, als selbige an. ;z6. Athanasium von seinemBißthum Alerandrien gebracht, und einen andern, nahmensGeorgium mit gemalt eingesetzet. Es soll also der geharnisch-te Ritter diesen Georgium bedeuten, welcher mit bewehrterHand Bischoff worden; die jungfrau, darum er gekänwftr,die kirche zu Älexandrien; der drache, den er erstochen, Alha-nasium, welchen die Arianer den drachen nenneten. Hm-schenius , welcher die acta St. Georg» zusammen getragen,will es daraus ziehen, daß zu des Kaystrs Diocletiani seilen ei-ner das sehr heftige edict wider die Christen zerrissen, wmonauch Lactanlius saget. Baluzius aber in seinen anmemun-gen widerleget Henschenium, und zeiget, daß dieses aus dmRitter St. Georgen nicht könne gezogen werden. Die-ses ist gewiß, daß er von den alten zeiten her venenrct, undsein gedächtnis auf den rz. april verlegt worden. Absonderlichist er bey den Ängel-Vachsen in sehr grosser veneralwn gewesen,dahero ihn die Engelländer zum Patron ihrer gantzen nanonangenommen. LaHantius, de mort. Perfec. c. 1?. 'Stcepmus ,hist. eccl. lib. V 1 H. c. 19. Jacobus de Vorag.-ne, deSanstis. Hfr-fpinianzis , de festis. Earonius y martyr. ad 2;. april. Moltnduuin clypeo fidei. Sandius , hist. eccles. Seldenus , tit. hon.c. S- Henfibenius, act. Sanct. Harnii hist. eccles. Datt. vo.nov. rer. Germ. üb. II. c.n. 6;.
St. Georg , ein Ritter-orden, welcher an. 147°. durch dmKaystr Fridencum III. aus dem Oestermchnchm Haustgellwlet worden. Man sagt, die Ritter seyen obligirt gewesen, die