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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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74° Ser

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läuffet, und etliche meilweges unterhalb Erfurt in die Unstrutfällt. Dieser fluß ist, wenn man die Saale ausnimmt, welcheohne dem nur ein grentz-fluß des Thüringer-landes ist, der grostein Thüringen . Einige wollen daher den nahmen Germanusdavon herleiten, und sagen, Germani wären männer , die umden Ger gewöhnet. Hieronym. Bruckner. progr. de voceGermanus & Germania , Jena 1709. ttt JlUNckevS anleit.zu der mittlern geograph. II. p. 9;. Topp'ms , ap. Olear. syn-tagm. rer. Thuring. tom. I. p. 1.

Geraldi, (Hugo) Bischofs zu Cahors . Clemens V. erhubihn an. l3 12. zu solcher würde, und gab ihm noch darzu loooo,goldqülden. Nachgehends aber wurde er so vieler laster über-zeuget, daß Johannes XXII . ihn an. 1317. öffentlich absetzte,und durch Berengerum Fredoli, Cardinal und Bisthoff zu Tu-sculo, den weltlichen gerichten überantwortete, welche ihm ,odann dieses urtheil sprachen: daß er erstlich sollte geschunden,darauf zum scheiter-hauffen geschleifet, und alsdann verbranntwerden, welches auch imaug. an. 13 17. zuLimoges geschehen.

Sammartb. Galt. Ciacconius.

* Geraldinus, oder Gerardinus, (Alexander) von Ame-lia in Uinbrien gebürtig, war anfangs um an. 1496. Bischoffzu Volturara und Monte Corbino, hernach aber der ersteBischoff in der Ost-Jndianischen insul St. Domingo, undstarb an. 1524. den 8. mertz. Er hat unter andern ein Itins-rariurn Indise Orientalis geschrieben, welches Honuphrius Ge-raldinus, ein Rechtsgelehrter, der an. 1650. gestorben, nebstdes authoris leben zu Rom i6;i. in 8. heraus gegeben. Ja.ttbilli bibl. Umbr. Ugbellus , ltal. sacr. tom. VIII. p. 592.

* Geraldinus, oder Gerardinus, (Angelus) war ausAmelta gebürtig, und suchte nach zurück gelegten studien seinglück im kriege zu machen, wandte sich aber nachgehends wie-der zum studiren , und legte sich vornemlich auf die Historieund Rechte. Nachdem er einige zeit Rector am Gymnasio zuPerugia gewesen, ward er unter Nicolao V. Abbreviator undRegens S. Pcenitentiark. Calixtus III. machte ihn zu seinemSecretario, und schickte ihn Wider den General Jacobum Pic-cinium, welchen er in Orbitello belagerte, und zu einem frie-den nöthigte.Hierauf schloß er mit dem Hertzoge von Mayland,Francisco Sfortia, ein neues bündnis, und stillete die aufruhrzu Viterbo ; vermochte auch die Bologneser dahin, daß sie demBischoff die abgenommenen städte restituirten. Nach seiner zu-rückkunft nach Rom , ward er von Pio II. zum Datario undProtonotario ernennet, und als er die streitlgkeiten, welchedie Savoyer mit den Hertzogen von Mayland lange zeit gehabthaben, beylegen helssen, muste er nach Marseille gehen, umzwischen Renato von Anjou und dem Könige von Neapolis ei-nen frieden zu stiften, den er auch glücklich zu stände brachte.Als er hiernächst die Grasschafft Venaißin nebst der stadt Car-pentras und Avignon zum gehorsam gebracht, kam er nachRom zurück, muste sich aber ohne Verzug nach Neapolis bege-ben, dem Könige Ferdinando bey seinen innerlichen troublenbeyzustehen, auch darauf zu desto mehrcrm dehuf die Floren-tiner auf dessen feite ziehen. Nachdem solches ins werck ge-richtet , schickte ihn der König Ferdinandus als seinen Gesand-ten an Pium II. dem er den weissen zelter zum jährlichen tri-but überbringen muste, welches auch das folgende jähr nem-lich 1462. zu Pienza geschahe, dagegen er das Bißthum Seffabekam. Er gieng darauf ins Bolognesifche, und verjagte dieMalatestas, die sich wider den Römischen stuhl empöret hat-ten , nahm ihnen auch alle vestungen und städte, ausser Ri-mini weg, und wurde Gouverneur vom gantzen lande, musteaber bald hernach wider die ungläubigen einen creutz-zug vor-nehmen, während dessen Pius II. zu Ancona starb, und weiler bey dessen Nachfolger, Paulo II. weniger Zuneigung und ver-trauen fand, gieng er nach Neapel , wo er vom Könige mitallen freuden empfangen, und in verschiedenen Gesandtschaff-ten gebraucht wurde. Unter Sixto IV. kam er wieder nachRom , der ihn zwey mal zu seinem Legaten nach Franckreich,und auch zum Vice-Legaten von Avignon machte. Er starb an.1486. den 3. aug. in dem 74. jähre feines alters. Sein leich-nain wurde nach Amelia gebracht. Ugbellus , ltal. sacr. tom.VI. p. 541-

Gerania, ist eine alte stadt in Mösien gegen Thracien unddem berge Hämo zu,welche vor alters, wo wir den Poeten glau-ben wollen, von einem gefchlecht der sogenannten Pygmeer istbewohnt worden, von denen man vorgiebtzdaß die größte personunter ihnen kaum einer ellen hoch gewesen; desgleichen auch,daß selbige von den storchen angefallen , überwunden, und auSihrem lande verjagt worden. Ihre weiber sollen im ;ten jähreihres alters kinder gebohren haben, und wenn diese leuthe dasSie jähr ihres alters erreichet, sollen sie vor gantz alt und übel-mögend gehalten worden seyn. Plinius , bist. nat. üb. IV. c. 11.

* Gerar, eine stadt in Palästina, welche zwischen den zweywüsten Cades und Sur, und wie Hieronymus berichtet, 25.weilen mlttaqwärts von Eleutheropolis gelegen war. Zu Abra-hams und Jsaacs zeiten stund sie unter der Philister bolmäs-sigkeit; nachgehends aber fiel sie, wie es scheint, den Mohrenoder Arabern, so an der mittäglichen grentze des landes Ca-naan gewöhnet, in die Hände, indem Assa, König in Juda ,als er der Mohren König Serah überwunden, dessen kriegsheer

bis nach Gerar nachgesetzt, und zugleich alle umherliegendestadte eingenommen. Der Samaritanlsche Bibel-überlebmutz sie mit der stadt Ascalon vor einerley gehalten haben tu-dem er gemeiniglich diesen letzter» nahmen setzet, wo im fv"bi-mschcn dcr stadl Gcrar crwehnung geschiehet; wie denn auchSyncellus berichtet, daß verschiedene dieser meynung maetkangewesen. Genes. XXVI. 17. 26. 2. Chron. XIV. 13.' H,ermltuus , in onomäst. Syncellus , in chron. p. 100. CeUarii not.orb. ant. I. 3. c. 13. Relamii Paladt. 1 .3. p. 804.

* Gerardus, (Carolus) war ein ur-enckel Gilbcrti Gerat-dl, eines Ritters aus dem alten geschlechte der Gerharden »ottBrin , in der Engellandischen Grafschaffc Lancasiec. Er istvon jugend auf zu den Waffen auferzogen worden, und bie tsich damals meistens in den vereinigten Niederlanden aus- erwartete Carolo I. dem unglücklichen Könige in Engelland mShrewsdury auf, kurtz nachdem er die Königliche sahne uNottingham aufgerichtet hatte; bald daraufwarb Gerhard emregiment zu fuß auf seine eigene kosten, wie auch eine com-pagnie reuterey, und führte sich in verschiedenen gefährlichenumständen sehr tapfer und männlich auf. Zuerst that er sichin der schlacht bey Kyneton hervor, und empfieng darinnen ver-schiedene wunden: nach diesem wohnte er mit grosser standhaff.tigkeit verschiedenen andern treffen bey, als in dem scharmützelbey Nottingham-Bridge, in der ersten schlacht bey Newdury,bey der einnähme der stadt Lichfield, beydem entsatz bey Ner-vac rc. Alsdann diente er als General des Printzen Robertin dem südlichen theil des Fürstenthums Wallis , wo seine ta-pferkeitund klugheit in den sicghafften schlachten bcyCaerdif-fe, bey Kidwelly, und bey Caermardhin , ihn als den bestenGeneral bekannt gemachet haben; auch that er bey diesem selb-zuge gleichsam wunder, theils durch die schleunige belagerun-gen und darauf erfolgte einnehmungen, theils durch die listi-ge Überraschungen der schlösser und städte Cardigan, Emblin,Langhorne, Röche, und sonderlich der damals sehr vestcn stabt

t mverfordwest, und der zwey starcken schlösser, Picton undarren. Er hatte auch zwey sehr tapfere brüder, Eduardum,einen Obersten über ein infanterie-regimenhund Gilbertum Ge-rardum einen Ritter. Auch waren feine zwey oheime, GildertGerard, ein Ritter und Gouverneur zu Worcester, und RatliffeGerard, Oberst-Lieutenant, sehr bekannt. Ratliffe hatte z. söh-ne i.) Ratliffe, 2.) James, welchen Cromwel hat umbrin-gen lassen, und 3.) Gilbert Gerard, Barvnet. Alle dreyhaben der schlacht bey Kyneton und den meisten treffen wäh-rend den innerlichen Cromwellischen unruhen, auch da esam hitzigsten zugegangen, beygewohnet. Carolus Gerardward zur belohnung feiner getreuen dienste zum General-Lieu­ tenant über die cavallerie gemachet, wie auch zum Lord oderReichs-Baron, mit dem titul Lord Gerard von Brandon,in der Grasschafft Suffolk. Nach der Hand erhöhete Carl II.seinen Adel -stand, und machte ihn zum Grafen von Maccles-field. Dugdale. Imbof. Pares Angliae.

* Gerasa ,, oder Gergesa, eine stadt,welche an dem Todtenmeer ostwärts liegt. Einige setzen dieselbe in Syriam Cavam,andere in Arabien, noch andere aber in Decapvlim. Suidas meldet von Aristone dem Redner, daß er von Gerasa gewesen.Jamblichus, welcher Gerasa ohnsern Bostra in Arabien se-tzet , will behaupten, daß diese stadt also genennct worden,dieweil Alexander Magnus seine alten ausgedienten invalide»daselbst zurückgelassen. Origenes sagt, es seyen zwey Gerasa ge-wesen , eines in Arabien, das andere in Judaa an dem sie,in welchen Christus die fchweine gestürtzet habe , bey demArabischen Gerasa aber sey kein sie gelegen ; der ort aber,wo Christus erst-gemeldtes verrichtet, habe eigentlich Gergesageheissen, und sey an dem Tiberiadischen meer gelegen geivc«fen. Relandus hingegen mercket an, daß Origenes ych betrü-ge , wenn er behauptet, es sey kein see bey Gerasa gelegen,und beweiset das gegentheil aus Jostpho. Nach diests Indi-schen geschicht-schreibers berichte, lagen Gerasa und Philadellphia an den grentzen von Pcräa gegen osten, anderer ftils stopfeten sie an Pella und Scythopolis; doch erhellet aus Ptolc-mäo, daß es 3z. Meilen distantz von Pella nach Gerasa gewe-sen. Übrigens erstrecket sich das land der Gerasenier oder Gcr-gesener gegen abend an den Tiberiadischen see; AmmmnusMarcellinus nimmt diese drey städte, Bostra, Gerasa , unsPhiladelphia zusammen, als die ohnferne beysammen gelegen.Endlich hat man noch Medaillen, worauf folgende inscription zulesen : aptemis ttxh rEPASßN , und in den actis Con-dliorum Episcopalium wird auch der Gerasenier Meldung gttthan. Re/andi Pakstina, üb. III.

* Geraffelten, ist der nähme zweyer Würtembergischer Itocken, deren der eine an dem fluß Rcms liegt , und in rarSchorndorffer-Amt gehöret, auch guten weinwachs hat. Mandere wird insgemein Gerffetten genannt, und hat einenmarckt und zwey kirchen. Er liegt auf dem Albuch »n demHeidcnheimer-Amt, ist von dem kloster Elchingen an WurteM'derg gekommen, an. 1635. abgebrannt, und stll übrigen--ehedessen viele gerechtigkeiten gehabt haben. Mfit. woeinem gewissen Würtembergisthen Proceß wegen Gcrajiciicahandelt Moser, in der forrfetz. der Schwab, chroiuck crupu ,