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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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g e r

(Betrat!/ istein strich landes zu der Ober-Grafschajst Tatzen«rüenbogen gehörig/ darinnen Darmstadt die Haupt-stadt ist. Esliegt zwischen dem Odenwakde/ dem Rhein und der Wetterau ,und wird von dem städtlein Gerau, nahe bey Darmstadt amSchwartzbach gelegen,dasGerauer-land genennet. Es ist sonstendieOber-Rhingau genennet worden, und ist sehr fruchtbar. Vordiesem hieß es die GrafschafftBißingen von dem städtlein Bißin-gcn, welches an. ioi;. an das Reich verledigt, und von demKayscr Henrieo II. an das Stift Würtzburg, zu beylegung ei,nigcr zwistigkeiten mit dem neuen Bißthum Bamberg gege-ben worden. Nach diesem haben die Bischöffe von Würtz-burg selbige Grasschafft den Grafen von Catzenellenbogen ver-liehen / von denen ste an. 1470. nach absterben des letzten die-ses geschlechts an die Landgrafen von Hessen als ein Würtz-burgisches lehen gekommen. Fries Würtzburg. thron, axucl

iMilrmig p. 457. Topogr. Hajs. p. 42.

Gerauische vertrag, ist ein pactnm des Hauses Branden-burg, so an. 160;. zu stand« gekommen, dessen innhalt in demleben Joachim Friedrichs, Churfürsten zu Brandenburg , aus-führlich erzehlt worden.

* (Berbais , lat. Gerbasius, (Ioh.) gebürtig von Rupais,in der Dio-ces Rennes , ward an. 1661. Doctor Theologie ,und ein Mitglied der Sorbonne, zwey jähr lang ProfessorEloquent,« Regius zu Paris , und starb daselbst den 14. avrilan. 1699. im 70. jähre seines alters. Nächst dem, daß er dendir. Hallier an herausgebung der Reglemens du Clerge deFrance hülfliche Hand geleistet, hat man noch von ihm: Tr.de Caulis majoribus ; du Pouvoir des Rois für le Mariage ,Paris 1690. in 4. surla Dorure desFemmes; für la Come-die &c. Du Pin , bibl. Pelletier, bibl. des hommes illustresde Bourgogne.

(Berbeltus, (Nicolaus) ein RechtSgelehrtcr, gebürtig vonPfortzheim. Er war in den sprachen und in Jure wohl erfah-ren , welches letztere er zu Wien in Oesterreich prvfitirte , zuStraßburg aber lehrte er die Historie, und starb daselbst imhohen alter den 20. jan. an. 1960. Er hat verschiedenes ge-schrieben , worunter feine Deicriptio Graeci« ; Vita utriusqueTzetzis ; Vita Johannis Cüspiniani; de Anabaptistarum Ortu& Progreffu. Pantalean, lib. III. prosof). Tbuanus, lib. XXVI.sub finem. Adami, de vitis JCt. Teijjter, elog. tom. I. p. rio

* (Berber, (Christian) ein Lutherischer Prediger, gebohrenzu Gornitz nicht weit von Bvrna , allwo sein vatter Predigerwar. Er studirte zu Zeitz in der schule, gieng an. 1679. nachLeipzig , insormirte darauf einige zeit in Dreßden linder, wur-de an. 1684. zu Wittenberg Magister , an. 1689. zu Schön-berg, und an. 1686. zu Lockwitz Pfarrer, war dabey ein hal-ber Medicus, und turirte die land-leuthe oft glücklich, nahmdann und wann junge leuthe zu sich, die er in den Humaniori-bus unterrichtete, kriegte wegen seiner schristen mit Dr. Ioh.Friedr. Mayern, Dr. Schwerdnern, dem Superintendenten zuRegenspurg Serpilio, und den Verfassern der unschuldigenNachrichten Verdruß, und starb an. 17;!. den 24. mertz. Sei-ne schristen sind: Geheimnisse des Reichs GOttes, oder Pre-digten über die Evangelien; Geistl. Himmels-wagen gottsel.Alten, oder Gebät-duch ; Evangel. Firmung, Dreßden 1711. in8. Unerkannte Sünden der Welt, in 8. Unerkannte WohlthatenGOttes, in 8> Univ. Lexicon.

(Berbergis, Königin von Franckreich , Ludoviei IV. wel-cher sonst llltramarinus genennet wird, gemahlin. Sie wardes Kaysees Henriei Ancupis tochter, und wurde erst mit Gil-berto, Hertzoge von Lothringen , und nachdem sie einige zeit imwlltwen-stande gelebt, um das jähr 940. mit dem gedachten Kö-nige von Franckreich vermählet. Weil aber ihr gemahl gefan-gen wurde, ließ sie sich dessen befreyung auf das äusserste an-gelegen seyn, und da fein söhn Lotharius ihm an. 954. sueee-dirte, führte sie die regierung einige zeit bey dessen annochminder-jährigem alter mit grösser sorgfalt. Sie hatte nebstLothario noch andere Printzen, namentlich Carolomannum,Ludvvicum, Carolum und Henrieum. Der erste starb alsgeissel zu Rvuen, der andere zu Laon vor seinem vatter, derdritte zu Orleans im gefängnis, und der letzte sehr jung. Ih-re töchter waren Mathildis, des Königs Conradi I. in Burgun-dia Irans jurana gemahlin, und, wie einige wollen, Albrade,so mit Rcnaldo, Grafen von Rheims und Ronci, vermähletwar. Sie hat noch den r. febr. an. 968. gelebet, und ist end-lich in dem chor der Abtey St. Remi zu Rheims begrabenworden, wie es ihr epitapbium mit sich bringet. Fkdoardm,

in chronico. Mir aus, not. eccl. Belg. S. Marthe, bist. geneal.de France. :

(Berbergis, aus Lothringen , Caroli, Hertzogs von Lo­ thringen tochter. Sie wurde mit Lamberto II. Grafen vonMons und Lösen, aus Brabantischem stamm, vermählet.Siehe Larolus von Franckreich, Hertzog von Lothringen .

(Berberon, (Gabriel) war aus der provintz Maine gebür-tig , und begab sich an. 1649. da er 21. jähr all war, zu Ren-ncs unter die Benedictiner von der Congregation St. Mauri.Nachgehends erhielt er die stelle eines Sub-Prioris in der Ab-tey zu Cordte, und fetzte sich durch feine gelehrfamkeit undfrömmiqkeit in besonderes ansehen. Dem ohngeachtet beschul-digten ihn einige unruhlge köpfe unterschiedlicher irrlhümmer,

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And brachten eS dahin, daß ihn der König wollte arrestiren las-sen, weswegen er an. 1681. mit Vergünstigung seines Prioris, inHat Niederlanden feine sicherheit suchte. Als er daselbst vieljuhre mit studiren zugebracht, wurde er auf beseht des Ertz-Bifchoffs zu Mecheln , der ihm langst gehätzig gewesen, an.170;. in ein hartes gefängnis gesetzt, das folgendejähr auf das schloß zu AmienS , und nach 9. jähren auf daSschloß Vincennes bey Paris , gebracht. Endlich erließ manihn an. 1710. seiner gefangenschafft, und schickte ihn in daskloster des heiligen Dionysii bey Paris , allwo er an. 1711.sein leben endigte. Seine schristen sind Apologia pro Ru-perto Tuitiensi ; Marii Mercatoris Acta cum notis ; 8. Ansei-mi Cantuarieniis Episcopi Opera , nec non Eadmeri MonachiHistoria novorum & alia opuscula; Examen general de tousles etats & conditions, & des pechez que lon y peut cotn-mettre ; Histoire de la Robe sans couture de notre Seigneur,qui est gardee dans le Monastere dArgenteuil , avec unabrege de lhistoire de ce Monastere ; le Miroir de la BieteChretienne. In dem von dem Ertz-Bischoff zu Mecheln wi-der ihn angestellten Processe, so an. 170z. gedruckt worden,hat man ihm noch viel andere schristen beygelegt; mit wasvor recht aber , lässet man dahin gestellt seyn. Pez. bibl.

Bened.

(Bcrberoy, lat. Gerboredum , eine stadt in der ProvintzBeauvaisis , 4. oder 9. meilen von Beauvais , an den grentzender Picardie gelegen. Es ist eine Herrschafft,, welche dem Bi-schofs besagter stadt gehöret. Sie ist berühmt wegen einerschlacht, so die Franzosen daselbst wider die Engelländer an.1499. gewonnen. Saintrailles und la Hire, 2. Französische Capitains , wollten selbigen ort fortificiren, welches die En-gelländer zu verhindern trachteten; sie verlohren aber 800.mann darüber nebst dem Grafen Arundel, welcher an einerblesslir starb. Du Cbene, recherche dantiq. Mezeray, bist. deFrance.

(Berbes, eine Africanifche inful in dem Mittelländischenmeer, welche unter das Königreich Tripoli gehört, und vondem vesten lande nur durch eine kleine meer-enge, über welcheeine brücke gebaut ist, abgesondert wird. Von den Arabernwird sie Zerbi genennet, von Ptvlemäo Lvtophagitis, von Dli-nio und Strabone Meninx, und von Polybio Mirmer. DieSpanier waren Meister davon, bis sie an. 1960. von den un-gläubigen heraus geschlagen wurden. Die Türcken haben einschloß darauf. Tbuan. lib. XXVI. p. 957.

(Berbeville, ist eine kleine stadt in Lothringen , an dem siußMortagne, ungefehr 6. Teutsche meilen von Nancy , sud-ost-wärts gelegen.

* (Berbier, (Balthasar) ein mahler von Antwerpen , wardgebohren an. 1992. Er mahlte mir wasser-farben enmignatu-re, und seine arbeit gefiel Carolv I. König in Engellandsowohl, daß er ihn an seinen Hof beruffen ließ ; der Hertzog von Buckingham lernte ihn bey dieser gelegenheit kennen , undda er viel verstand an ihm wahrgenommen, redte er dem Königeso viel gutes von ihm, daß er ihn darüber zum Ritter schlug,und hernach gen Brüssel schickte, wo er eine lange zeit alsKöniglich - Britannischer Agent sich aufgehalten. De Piks ,abrege de la vie des Peintres .

(Berbrand, (Johannes) ein Carmelit, gebürtig von Lei-den, starb zu Hartem an. 1904. Man schreibet ihm eine chro-nick der Bischöffe von Utrecht , der Grafen von Holland , undeine Historie seines ordens zu. Trithem. de vir. illustr. Lucius ,bibl. Carmel. Andr. bibl. Belg. Meurßus, Ath.

(Berdauen, eine kleine stadt, nebst einem schloß und Amte,in dem Brandenburgischen Preussen, an einer fee, darauf sicheine schwimmende insul befindet, welche sich in theile gethei-let, und gute vieh-weyde hervor bringet, preuß. Staats-geoyr. P . 1 . p. 8r.

* (Berdes, (Balthasar) ein Rechtsgelehrter, war zu Greyphs-walde, allwo sein vatter Friedrich Gerdcs J. U. D. und derConsistorii Director war, an. 1680. gebohren. Nachdem eserst in seiner vattcr-stadt die Humaniora und Philosophie er-lernet, und so dann die nöthige gründe in der Rechtsgelehrsam-keit geleget, hörte er auch zu Halle einige der vornehmsten öf-senlllchen Lehrer, und wendete sich darauf nach Rostock , da ersich bey einem seiner vettern eine zeitlang in der praxi übte.Nach seiner Wiederkunft in Greyphswalde erlangte er nicht nurdie freyheit zu advociren, sondern ward auch Doctor, undnach Palthenii tobe, an. 1710. Professor der Moral, und Hi-storie, an. 1719. Professor Juris, ingleichm an. 1720. Assessor,4. jähre aber darauf Director Consistorii, und endlich an.1794. Director des Königl. HoftGerichts in Pommern undRügen. Er starb plötzlich, und zwar, da er sein gebät in derkirche kniend verrichtete, den 21. oetobr. an. 1796. Seineschristen bestehen aus lauter akademischen abhandlungen, de-ren er eine ziemliche anzahl nachgelassen. Neue Zeitung, vongelehrten fachen, 1797.

* (Berdesiuö, (Friderieusl ein Doctor ,Iuris, war Pande-ctarum und Codicis zu Greyphswalde Professor Ordinarius, wieauch des Consistorii daselbst Assessor, schrieb unter andern deDecoctoribus ; de Mandatis Avocatoriis, ingleichm juristischeDssputationes de Majore Parte ejusque Prterogativa ; an Prin-ceps legibus sit alligatus &e. und starb an. 1696.

* Gerdesius,