* Gerdesius, (Johannes) war in dem städtaen Bergen a.<fder insul Rügen an. 165;. den ;o. sept. gebohren, findigezu Greyphswalde, und wurde an. 1687. Archidiaconus dase'Igr.Er starb an. 172;. den 16. jul. und ließ unter andern 8p^i.men Halcyoniorurn Gedanensium Wider die Chiromantie.Hildebrands verzeichn, der Prediger zu Stargard .
* Gerecz, ein schloß in Sclavonien, wo Kayscr Ferdinan-dus l. an. ii;8. von den abgeordneten der Königreiche Croa--tien und Sclavonien empfangen worden. Es ist das stamm-haus des alten geschlechts Gereczi von Gerec; in Croatien , vonwelchem Adamus Antonius, Herr zu Biszag, Neu - Orth,Ladomer und Visell, an. i?n. als letzter von Herfamilie ge-storben , und von Christina von Sarkany, des Ertz-BischoffSzu Gran, Emeriti Esterhast fchwester tochter, eine einige roch-ier, Elisabetham, hinterlassen. Seine fchwester, Theresia , istmit Balthasare, Freyherr« von Patachich und Ziezda, Erb-herrn zu Verbovecz und Xakovecz, Ober-Gespan zu Virovitic-za und des hohen Ungarischen Raths zu Wien würcklichemHof-Rath und Beysitzer vermählt worden. Es hat auch sonstdas Gereczische haus mit vielen vornehmen Häusern verwandt-schafft. Denn Stephanus von Gerecz, des letzten vatter, warmit einer Freyin aus dem alten geschlechte von Gattalocz, auswelchem Matthias an. i?h. Kayserlicher Ungarischer Hof-Cantzler gewesen ist, vermählet. Georgius von Gerecz hatteJudltham, eine Gräfin von Petther, aus welchem Hause Jo-hannes an. 15;,. oberster Land-Mund-Schenck war, zur ge-mahlin. Georgii einte fchwester Margaretha ward mit Petro,Freyherrn von Keglevich, die andere mit Honorio Alberto,Freyherrn von Glogach, verehlicht. Matthias von Gereczwar mit Susanna, der einigen tochter Stephani, Freyherrnvon Kastellamffy, und Margarethä von Stumberg, vermählt,dagegen dieses Stephani bruder, Petrus Kastellamffy, So,phiam von Gerecz zur gemahlin hatte. Gegenwärtig ist vondem Gereczischen geschlechte sonst niemand vorhanden, als dieoben gedachte Elisabetha, und die descendenten von weiblicherlinie, nemlich die Grafen von Keglevich, und die Freyherrenund Herren von Patachich. Univ. Lexicon.
* Geree, (Johannes) ein Presbyterianischer Prediger, ge-bürtig aus Iorckshire , hat Vindicias Ecclesiae Anglican® ,Astroiogo-Mastiga ; Vindicias Psedobaptismi ; V0M gesundheit-trincken, und anders mehr, meist in Englischer spräche ge-schrieben, und ist an. 1649. gestorben. Sein bruder, Ste-phanus, ein Puritanischer Prediger, der noch an. 1656. gele-bet, schrieb de Doctrina Antinomorum , Casus Conscienti®circa Sacram Ccenam &c. Wood.
(Feren, (zum) ein Amt, mit einem flecken gleiches nahmens,an dem Thüringer-walde, bey den Hennebergischen grentzen,nicht weit von Ilmenau und von Schwartzburg. Es stehet un-ter Schwartzburgischer gemeinschafftlicher regiernng, und hatgute eisen-bergwercke.
Gerenna oder^Ierenna, ein Spanischer flecken, nichtweit von der stadt «sevilien, in Andalusien , bey dem fluß Gua-diana. Bey diesein ort bewundert man sehr viel grosse steine,welche unordentlich über einander liegen, und halb in die erdehinein geschossen sind, so daß man fast meynen sollte, es wäreein regen von dergleichen steinen gefallen. Es soll aber durchein heftiges erd-beben geschehen seyn, durch welches zu Se-vilien und zu Cordova viel Häuser niedergerissen worden. Coi-
menar, delic. de l’Esp. p. 445.
* Geresto , vor alters Gerästus, ein vorgebürge in Negro-ponte, bey dessen fusse eine kleine stadt und ansehnlicher Hafenwar, dem Attischen vorgebürge Sunium gegen über, die vonGeresto, einem söhn des Jupiters, den nahmen soll bekommenhaben. Homerus , Odyss. I. 177. Schoiiaß. h. 1 . Stepbanus.Strabo , X. p. 682. Plinius , hist. natur. IV. 12. Livius , XXXI.45. Nonnus, Dionys. XIII. 161. Cafaubonus, in Strabonis 1 . c.Hier ist der Myrtillus gestorben, von dem das Mare Myrtoumseinen nahmen führet. Tzetzes , ad Lycophronis Alexandr.156. Cellarius, not. orb. ant. II. 14. n. 40. Schwarz, ad h. l.
Hier haben die Böotier den Lattamyam und die Thebaner am
des Monats Hippodrom« oder Hecatomb®onis geschlagen.Plutarcbus , Camillo 1 .1;8. Sie war dem Neptüno heilig,dem zu ehren sie auch die Gerestia feyerten. Schoiiaß. Arißoph.
\it-rt. y;8.
Gergan, ein Metropolit oder Bischoff zu Arta, einer stadtin Epiro. Er lebte im XVI. feculo, und nachdem er mit denProtestanten einiges cornmercimn gepflogen, verfertigte er ingemeiner Griechischen spräche einen Catechismum, so mit ihrenlehr-sätzen angefüllet war, welches den Caryophilum bewog ,solchen weitläuftig zu widerlegen. Seine refutation ist in ge-meiner Griechischer, auch zugleich in Lateinischer spräche ge-schrieben , worinnen auch der innhalt deS bemeldten Catechif-mi zu finden. Solche ist zu Rom an. i6;i. gedruckt worden.
Gergeau, Gergoleum oder Gergobeum , eine stadt inFranckreich an der Loire , 4. meilen über Orleans , wobey einebrücke über den gedachten fluß gehet. An. 1420. eroberten siedie Engelländer; allein das nächst-folgende jähr nahm sie derHertzog von Alengon wieder mit stürmender Hand weg, und be-kam darinnen den Grafen von Suffolck nebst andern Engel»
ländischen Generalen gefangen. Du Chine , villes de France
Mezeray, hist.
Gergenthal, ein lust-schloß in dem Marggrafthum An.spach, m dem so genannten Munchs-wald, 2. stunden von pCtzenhausen gelegen, welches an. 17°;. von MarggrafGeoaFriedrich erbaut worden. Mfi. Geogr. a
Gergenti, sonst Agrigentum genannt, eine stadt imtba,di Mazara, in Sicilien, nebst einem Bißlhum, welches ehemalsunter das Ertz-Btßlhum Syracusa gehörte, jetziger zeit ab£unter dem von Palermo stehet. Es hat selbige ihren nahmenvon dem berge Acragas, dessen Virgilius Meldung thut, mieBochartus weitläuftig dargethan , Bayle aber führet sokchen von dem fiuffe Acragas her. Sie wird von Strabone füreine Ionische colonie gehalten, ist aber vielmehr aus der stadtGela , welche von den Doriern herstammte, geführt wordenAelianus versichert, Plato habe. gesagt, die einwvhner felbhqer stadt hätten gebauet, als wurden sie niemals sterben, undqastmahle zugerüstet, als würden sie eine gantz kurtze zeit le,den; wodurch er ihren pracht sowol in dem bauen, als bcnden Mahlzeiten zu erkennen geben wollte. Phalaris machstsich A. U. 187. Olymp. LI. 2. A. M. u> 7 · A. C. 567. zum Ty-rannen von Agrlgent, und erhielte sich ohngefehr 16. jähr darin-nen. Alcamon wurde meister über die stadt nach dem Phala-ris , und hatte zu Nachfolgern Alcandrum, der ein frommerFürst war, Theroncm und Thrasideum. Nachmals ist selbigestadt in der XCIII. Olymp. A. U. 347 - A. M. 5977. A.C.407.von den Carthaginensern, da sie in Sicilien gelandet, unter ih-ren Kriegs-Obersten Jmilcv und Hannibal mit; mal hunderttausend mann belagert, und dennoch von ihren bürgern, de-ren macht und reichthum damals am grösten war» so langbeschützet worden, bis sie endlich, nachdem sie durch zaghajftigkeit oder verräthcrey ihrer anfuhrer verschiedene gelegen-heiten, dem fcind noch in zeiten abbruch zu thun, versäumet,durch Hunger gezwungen, den schluß fassen musten, sich un-ter begleitung aller ihrer streitbaren mannschafft mit Weib undkindern, was nur immer folgen konnte, nach Gela zu reli-riren; welches auch ohne weiter» anstoß geschahe; und sindhernach diese einwvhner in die stadt und gegend der Seli-nuntier vertheilt worden. Die Carthaginenser blieben hernachdes orts meister, bis sie in den Römischen kriegen darausgejagt wurden; wornach sich die Römer darinnen, wie mgantz Sicilien, vest setzten. Zuvor war sie eine der vornehm-sten städte in Sicilien, schön, groß und sehr vvlckreich. Derort, so ihr zur vestung diente, soll durch den berühmten baumei-ster Dädalum, nach zerstörung der stadt Troja, seyn aufge-richtet und so wohl bevestiget worden, daß er durch z. oder4. mann können defendirt werden, welches auch den KönigCarolum bewog, daselbst zu residiren, und seine schätze dahinbringen zu lassen. Äiodorus Siculus hat in seinem izdmbuch, ebenda er dieser stadt Untergang beschreibet, dero un,gemeinen pracht, Herrlichkeit und reichthum, sonderlich aberder tempeln und anderer öffentlicher gebäude, ausführlichbeschrieben. Cicero redet von des Herculis tempel, welcherdaselbst im hohen werth gehalten ward, und von dessen stalue,als einem der schönsten wercke, dessen lefzen und kinn aberwegen des häufigen küssens, so diesem bilde aus veneration wi-derfuhr, fast gantz weggeleckt worden. Sonsten ist dieser ortauch durch die geburt des Empedoclis, eines Philosoph! undPoeten, Carcini eines Tragischen Poeten, Acronis eines Me-dici , Metelli eines Musici , und anderer berühmt. Es hatsonsten diese stadt durch die streifereyen der Saracenen in Ci-cilien viel erlitten, und nachdem selbige aus der inful vertrie-ben, ist sie andern Regenten unterworssen worden, so darinnengeherrschet haben. Ob sie gleich heut zu tage nicht so groß,noch auch so berühmt ist als sonsten, ist es doch eine anfehnn-che stadt. Plinius redet von dem saltz daselbst, daß es imfeuer fliesse, im waffer aber hart werde. Auch giebt es allbasonderbare seen von saltz-wasser, in welchen alle menschen,wenn sie auch des schwimmens unerfahren, als ein holtz oben-auf schwimmen. Polybius, lib. IX. c. 7. Virgilius, ihn. v. 7-4Strabo , lib. VI. Plinius , lib. XXXI. C. 7. Thucydides , lib.VlDiodorus Siculus , lib. XIII. & XV. Js/iunui, lib. II. c. S:t.phanus Byzantinus. Livius , lib. XXIII. Alberti, descr. ItalicCluverius, descript. Siciliae. Falcandus , histor. Sicilia . *
Gerhard, (Balthasar) hat sich durch ermordung PrintzWilhelms von Oranien bekannt gemacht. Er war von Ville-fans aus der Grafschafft Burgund, und ließ sich durch die Spa-nische bann-schrift, worinnen Printz Wilhelm in die acht erklä-ret, und demjenigen , der ihn lebendig oder todt in Spanien liefern würde, dritthalb tonnen goldes nebst einem abel-bnefeversprochen waren, zu dieser that bewegen. Er kam hieraufan des Printzen Hof, nennete sich Franciscum Guion, unbgab vor, sein vatter, Petrus Guion wäre ehenials in Franck-reich um der religion willen hingerichtet worden , dabey ersich denn äusserlich sehr gottselig anstellte, fleißig in diebat - stunden gieng , und gemeiniglich ein psalm - buch, ge-bär - buch oder Bibel in der Hand hatte. Er sagte ferner, da»er bey Peter Ernsten, Grafen von Mannsfeld, geheimer Cam-mer-diener gewesen wäre, bey dem er aber der religion halber msolchen verdacht gefallen, daß er entweichen müssen, immiNelflhätte er seidigem Grafen einige geheime briefe entwendet, die er