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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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von dem Papst Gregorio IX. hart gedrückt wurde, und gar lnaefahr stunde, sein Sicilien zu verlieren, berufte er einkriegs-heer zusammen , und wollte damit dem Papst auf denleib gehen. Allein die Grafen von Hohenzollern , Lupfe, Gun-delfingen und Riffe, wollten in solchen zug, als der wider diekirche angesehen, gar nicht willige», daher der Kayser mitgavalt auf sie ansetzen wollte; sie baten aber, der Kayser solltees auf den unparteyischen ausspruch der Stände des Reichsankommen lassen, welchem sie sich gern unterwerffen wollten.Derohalben rüste derselbe die Fürsten und Churfürsten nachRothweil zusammen , welche auf des Kaysers angeben dieGrafen zu dieser strafe verdammten, daß sie auf ihren bodenein kloster vor 72. jnngfrauen der Mutter GOtres zu ehrenbauen sollten. Hierzu erwehlten nun die Grafen das darfOffenhausen , .welches wegen seiner sehr Übeln lebens-artohne das in bösem ruf war. Weil aber dasselbige in der Graf -schafft Lupf im Hegöw gelegen, so wurde der Grafen vonLupf bewilligung besagtes dorf auszureuten hauptsächlich er-,ordert; daher auch die stiftung des klosters von den geschichc-schreibern den Grafen von Lupf fast allein zugeschrieben wird.Die zeit, wenn es geschehen, fetzt Crusius in das jähr 12,0.Er war dieses kloster vor altem sehr reich, wie dann die fle-cken Bernloch , Mittelstetten , Klein-Engstigen, Holtzelfingen,Kolstetten, Oestetten, Zizelhausen, Eümadingen, Offenhau-sen , der grosse zehnden zu Minsingen, dieselbe Vogtey mitforst-jagd-und fisch-recht dem kloster zuständig gewesen; istaber nunmehr fast gäntzlich ruinirt. Nur dieses ist zu mer-ckcn, daß man dieses kloster Gnadenzell nicht mit dem Reichs-freyen kloster Gutenzell an der Rot nicht weit von Münchrot,Ochsenhausen und Memmingen gelegen, vermische, wie dochsolchen irrthum Limnäus, eom.1V. addit. ad üb. IV. J.P. c. 7.§. 1;. pfeffiNger ad Virriarium lib. I. tom. XV. p. izrr. unddie continuation des Itinerarü Germanici begangen. VideMenun. topogr. Suevix voce Gutenzell . Jenes das klosterGutenzell ist eine stadt des Reichs, Gnadenzell aber nicht. Cru-fius, annal. Suev. tom. II. lib. III. c. 8. Besold, monum. &docum. virg. sacr. p. 490. sq. *

* (Fnapheus, oder Eullo , (Wilhelm) war zu Grafen-Haag an. 149;. gebohren, und studirte mit so gutem fortgang,daß er um das jähr 1522. Xeckor der dasigen schule wurde.Weil er sich aber hierauf von der Catholifchcn zu der Prote-stantischen kirche gewendet, zog er sich dadurch viel ungemachauf den hals, und muste nicht allein zu Delft zwey jähr imgefängnis zubringen, sondern fiel auch bald hernach an. 1*25.den Inquisitoren zu Löven in die Hände, weiche ihm aufer-legten , daß er drey monat lang in einem kloster bey bier undbrodt busse thun muste, weil er sich unterstanden, an einenseiner freunde ein schreiben von dem Mönchs-leben abge-hen zu lassen. Nach diesem hielt er sich einige jähre hier undda im verborgenen auf, bis er endlich nach Preussen kam ,da er von dem Marggrafen von Brandenburg, Alberto, zumRath ernennet, und folgends auch der schule zu Elbingen vor-gesetzet wurde. Nachdem er aber dieses amt 6 . jähr verwal-tet hatte, und der Bischoff zu Dantzig erfuhr, daß er verheu-rathet sey , bekam er deswegen an. 1542. seinen abschied.Nicht lang hernach erlangte er eine gleiche stelle zu Königsberg ,wo er aber an. 1944. mit den Theologis, insonderheit mitJsindero, und dem bekannten Frid. Staphylo, in grosse strci-tigkeiten gerielhe, und dahero, ungeachtet man wider ihn mit.bestand nichts aufzubringen vermocht, an. 1547. auch wiederentlassen wurde. Hierauf wendete er sich endlich nach Ost-Frießland, und wurde allda durch des Ioh. a Lasco Vermitte-lung anfänglich Informator der beyden jungen Grafen Christo-phori und Iohannis, nachgehends aber Bürgermeister zu Nor-den, in welcher würde er auch am Michaelis - tage an. 1568.mit tobe abgieng. Seine Driften sind: Lolloguium interTobiam & Lazarum, um dessen! willen der buchdrucker, dersolches zum ersten mal an. i;zo. ohne sein vorwissen ans lichtgestellet,am leben gestrafet worden: Vita Joh. Piltorii /Wcer-densis ; Encomium Civitatis Emdanae , in Versen ; einige La-teinische Comödien rc. Cremi animadv. Philol. P. VIII. Ar-nolds kirchen-und ketzer-historie, P. IV. fest. II. n. $0. Hur.kenroth, in bibl. Bremens , clais. VIII. fksc. 1.

Gnapheus, siehe Fullo.

Gna;;i, siehe Anazzo.

Gnefactus, von andern Technatis, oder auch Neocha-bis genannt, war ein König in Egypten, und vatter des klu-gen Bocchoris. Afticanus macht ihn zum Könige vor, SaiS,Plutarchus hingegen scheinet denselben gen Theben zu versetzen.Er marfchirle einstens mit seiner armer in Arabien, woselbst erin der wüsten Mangel an Proviant litte, und daher genöthigetwurde zu essen, was er bey dem landmann antreffen konnte.Diese art von speisen gefiel ihm dermassen wohl, daß er sichentschloß, ins künftige nichts anders als solche gemeine speisenzu essen, und dabey dem ersten Könige in Egypten Menes, daßer unter die Egyptier die schwelgerey und kostbare speisen ein-geführt , alles böse auf den hals wünschte. Damit er auchdessen gedächtnis recht verhaßt machen möchte, so ließ er sol-che fluche und Verwünschungen auf eine säule graben, undselbige zu Theben in dem tempel des Iovis aufrichten, wor-burch er denn ein vortreflich exempet der vergnügsamkeit lindHistor. Lasiern UL Theil.

Mäßigkeit in speise und tranck seinen Nachfolgern hinterließ.

Plutarchus , de lüde. Alex'ts, apud Athenajum in Deipnos. Üb.X. Diodorus, hist. lib. I. Marsbamus, can. chron. ixe. XVI.p. 481. seq. *

* Gneissenau, ein in Ober-Qesterreich in dem sogenanntenMühl-Viertel gelegenes schloß, welches allem ansehen nach vondem abgestorbenen geschlecht der Netssen erbauet worden. An.1124. haben es die Perckhaimer, und nach deren abgang dieNeitharte besessen. Von denselben ist es durch heurarh an dieHerren Marcken und von diesen auf gleiche weise an Sigts-mund Hager, endlich aber durch kauf an Carln Fuger ge-kommen. Hoheneckö beschr. von Ober-Oesterreich, tom. I.

p. 104.

(Fliesen, Ictt. Gnesna , ist eine Ertz-Bischöffliche stadt in Po­ len , worunter auf gewisse weise alle übrige Bißthümmer die-ses Reichs gehören. Sie liegt in der Woywodschafft Kalischin Nieder - Polen , zwischen Posen und Thoren. Anjetzo istnichts, welches diese stadt merckwürdig machet, ohne allein, daßsie die residentz des Primatis von Polen ist. Vor zeltenwar Gnesen die Haupt-stadt in Polen , und giebt man vor, daßLechus, der erste Herr des landes, selbige bauen lassen; so istauch eine gemeine traditivn, daß sie daher den nahmen er-halten, weil man in deren fundamenl ein nest adler gefun-den, welches in Slavonischer spräche Gnesdo genennet wird.Die haupt-kirche von St. Adalberto ist mit vielen reliemienangefüllet, wie denn auch Sigismundus dem Adalberto ei-nen gantz silbernen wohl ausgearbeiteten sarg machen lassen:allein an. 1613, gieng sie im feuer auf. Der Ertz- Bischoffvon Gnesen und Prtnias von Polen ist Legatus natus desStuhls zu Rom , adininistriret nach des Königs tode die re-gierung , und ertheilet den fremden Abgesandten audientz ,ausgenommen zur zeit der wähl nicht. Er beruft den Reichs-Rath zusammen, bestimmet den tag zur wähl, träget darbeyalle fachen vor, die man in bcrathschlagung ziehen undentscheiden soll, crönet die Könige und Königinnen, undverrichtet die ceremonien ihrer leich-degängnisse. Zur zeit desInterregni, da an. 15 94· Sigismundus III. in Schweden gieng,wollten die Stände seine macht ein wenig beschneiden; alleinSigismundus Karnkowiski, damaliger Ertz-Bischoff, wider-setzte sich ihrem beginnen, und machte es zu wasser. DiesePrälaten werden als die vornehmsten Printzen consideriret,wollen auch den Cardinälen nicht weichen, wie denn dessenverschiedene erempel in der Polnischen Historie vorkommen.Als, da an. 1451. Nicolaus Oporow, Ertz-Bischoff von Gne­ sen , dem Cardinal Sbignee d'Olesniki und vornehmstem Mi-nister auf dem Land-tage zu Petrikow den rang dtsputirte, mli-sten sie miteinander alterniren. Er hat auch wider gewohn-heit anderer Bißthümmer seinen Cantzler, Marschall und ande-re bediente, und wird ihm durch den Marschaü öffentlich einstab vorgetragen. Die alten Ertz - Bischöffe haben verschiedeneConcilien daselbst gehalten, deren decreta Papst Martinas V.an. 1417. approbiert hat. Nachmals haben die Bischöffe auchin den letzten zwey feculis einige andere in selbiger stadt, oderdoch in felbiger Dioeces gehalten. Cromerus , hist. Pol. Tbua.nur, lib. LYI. p. HZ2. Staravotfdus, Polonia p. Cellarii Po-lonia. Dlugoß hist. Pol.

(Fnidus, eine stadt, siehe Cntdus.

^ (Fninski, eine adeliche familie, siehe Trach.

* (Fntvho, (Marcus Antonius ) ein berühmter Grammati-cus . war von geburt ein Gallier, der zwar frey gebohren, aberausgesetzt worden war. Als ihn nun ein autthatiger menschan kindes-statt angenommen, und erzogen, ließ er ihn von derknecktschafft, die er ihm hätte leisten sollen, los. Er war vonunaememer qedächtnis-krafft, und sowol in der Lateinischenals Griechischen spräche nngemein bewandert. Seine erste le-ctionen hstlt er zu Rom , in dem pallast des Julii Cäfaris,der damals noch sehr jung war, und nach dresem in ftnwmeiaenen Hause, da er die vornehmsten Herren, insonderheit Ju-lium Cäsarem selbst, und Attejum khilologum zu Hörern hatte.Cicero, ober gleichPr-tor war, lreß sich seine geschaffte nichtabhalte,,, seine lectionen über die Rhetorzc öfters zu besuchen.Sein applausus nahm endlich also zu, daß er m seinem hau-st nicht mehr räum hatte, sondern auf öffentlichen platzeden Nundinis declamiren muste. Er warst unlntereßirt, daßer von seinen schillern kein geld verlangte, dagegen sich aberdiese mit freywilligen geschencken erkan», l,ch erwiesen. Er istüber die s°. jähr nicht alt worden. QumuUanut mst. orat.ii... chr hat Commentarium ad Vxrgiln Georg, unddeLatino Sermone Volumina duo geschrieben , Die nebst an-dern stbriften, die aber von seinen schulern unter semem nah-men alisaegeben worden, verlohren gegangen. Suetomus, deXstr Grammaticis 7 . Macrob. Saturn. 12. igelest.II 1 c n. Paltner. spicileg. p. 814. Faljter. memor. ob-scur P. I. p. 17 · Fabncius, bibüoth. Lat. V. 8 - 778 .

* tsznodalius, (Petrus ) hat eine Historie des bauren-kriegs»u Basel an. 157;. in fol. heraus gegeben, welche auch inSchardii stript. rer. Germ. tom. II. zu finden»

(finoiert, ein Amls-städtlein in der Herrschafft Rostock, zwi-schen Suite und Dargun ohnweit den Pommerischen grentzena, einem kleinen wasser gelegen. Topograph. Sax.