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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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goa gob

und gelindigkeit gegen den Remonstranten vermahnte; es er<gieng ihm aber, wie I. Halcs , weicher dem Synodo zugehö-ret, so bald er aber wieder in Engelland angekommen , seinensinn verändert , und öffentlich ohne Hindernis dre von dem Sy-node verworffene Armtniamsche lehre getrieben. Dieser hoch-geschätzte fheologus starb in dem ang. an. 1Ü38. Afta SynodiDordr. Stimulus orthodoxus , live Goadus redivivus. Memoir.litter. de la Gr. Bretagne, tom. V. & X. Le Neve, Fasti Angl. *

St. (Boctr, war aus Aquitanien gebürtig, speisete täglichviel arme, und ward daher der schwelgerey beschuldigt. Alser deswegen nach Trier citiret ward, und seine anklägcr mit ihmgiengen, so wurden sie unterwegs so hungerig und durstig, daßsie verschmachten wollten. Der heilige Goar aber rüste aus demwalde eine Hindin, die gab so viel milch von sich, baß sie alledadurch gesältiget wurden. Zu Trier brachte er den Ertz-Bl-schoff durch wunderliche cntdcckung seines unehelichen lindes,von dem Ertz-Bißthum. (Siehe Rusticus.) Es sollte auch derheilige Goar an dessen stelle Ertz-Bischoff werden; allein er batGOtt um eine kranckhcit, damit er sich entschuldigen könnte,und bekam auch alsbald ein fieber, welches gantze 7. jähr an-gehalten , unter welcher zeit das Ertz-Bißthum besetzt worden.Nach diesem hat er sich zu Trichere im Trachgau in Hessen auf-gehalten, und daselbst an. 600. eine kirche gebauet. Es hatgedachter ort nachgehends den nahmen von ihm St. Goar be-kommen, allwo dessen bildnis noch heut zu tage in einer kirchein stein gehauen, nebst dieser beyfchrift: 8 . Goar MonachusGallus obiit DCXI. soll zu sehen seyn. Seine wunder-werckefind von Wandelberto, M. Gysone von Nastätt an. 1489. undvon Surio inspcc. hist. lib. XXIII. c. 13. beschrieben. Dreßer.P. IV. ilag. Jac. Scopper. P. III. chorogr. Germ. c. 6. lh)tn-ckelmamiü Heßische beschreibung.

Goar, (Jacobns) ein Dominicaner von Paris , wurde alsMcmarius ,n Levante gcschicket , wobey er alle gewohnheitender Griechen aus dem fundament crlernele, welches er nachmalsin dem Euchologio Graco dargethan , daß er sowol nach dengedruckte» cxemplarien als manuscripten, so er mit grossem fleißzusammen gesuchel, zu Paris an. 1647. in Griechischer und La-teinischer spräche drucken lassen. Er hat diesem wercke gelehrteanmcrckungen beygefüget , worinnen er die lehre und geivohn-heilen der'Griechen wohl erläutert hat, ist aber jetzo sehr rar.Er hat auch einige Seriptores Historiae Byzantinte mit anmer-ckungen edirct , allein die Critici haben angemercket , daß erNicht alle Passagen wohl verstanden. Richard Simon .

* Goar , ein König der Alanen, führte um das jähr 4°6.

wie man meynt , auf Stiliconis Veranlassung einen grossenschwärm dieser völcker nach Gallien , blieb aber daselbst , ob-gleich ein anderer Hausse Alanen unter dem Respendial nachSpanien gieng, mit den seinen stehen, und schlug sich zu denRömern. An. 411. trug er nebst dem Burgundischen KönigeGundicario das meiste bey , daß der Römische BefehlshaberJovinus sich in Gallien zum Kayser auswarf, woraus einigeschliesset, wollen, daß Goar von dieser zeit an sich zu den Bur-gundiern geschlagen. Sambida, ein König der Alanen in Gal­ lien , dessen in den folgenden zeiten Meldung geschiehet, wirdvon einigen vor einen söhn dieses Goars gehalten. GregoriusTuronenjii , histo.r. II, 9. Ornfius , VII. 58· & 4°· BU-

naus Teutsche Reichs-Historie, P. I. üb. III. §. 138. p. 86 ?.sq. p.l. lib. II. p. sog. Mascou, gcschichte der TeutschenVII. iv p. 347·

* Gobarus, ( Stephanus ) ein ketzcr von der secte der Fr>.theitarurn und Eutychianorum , hat etwan im Vj. la:etilo ge-ledet, lind ein theologisches buch , so aber längst verlohrengegangen , unter dem titul : de Patrum repugnantibus Sen-tentiis geschrieben. Photius , excerpt. Fabric. bibl. Grsec. V.38. n. 9. P- 486.

Gobat, (Georg) war in dem Stift Basel an. itzso. geboh-ren, und begab sich an. 1618. in die Societät JEsu , darinnener 20. jähr die Theologiain Moralem gelehret. Er starb gegenausgang des XVII. feculi zu Costnitz , nachdem er an unter-schiedenen orten Rektor gewesen. Seine schrtftcn sind : Experi-mentalis Theologia ; Quinarius Tractatus Theologico-Juridi-cus; Alphab. quadruplex ; Alphab. militare. Sotvoel, bibl.

(ftobbo, (Petrus Paulus) von Cortona , einer Florentini-schen stadt, gebürtig , war ein berühmter mahler, der vortref-lich schöne landschafften, sonderlich aber recht natürliche früch-te mahlen konnte, so, daß er es hierinnen auch dem Zeuxi zu-vor gethan haben soll, indem dieser nur die vögel mit seinen ge-mählden betrogen; da hingegen des Gobbo gemahlte fruchte je-derman vor rechte natürliche angesehen. Füibien , vies desFeintres.

GOBELINS, ist ein bekanntes Haus in Paris in der Vor-stadt St.Marcel, welches vor diesem berühmte wollemfarber be-flissen. Unter denselben ist der vornehmste Gilles Gobelin , derunter Francisci I. regierung gelebt, und das geheimnis denscharlach zu färben erfunden haben soll, welchen mai» nach sei-nem nahmen den Gobelmischen-scharlach gencnnet. Auch dasHaus bekam von ihm seine benennunq , ingleichen der allda vor-bey lauffende ffuß, so ehemals Bievre hieß, und dessen wasser zusolchem gebrauch überaus geschickt ist , hat ictzund daher dennahmen : la Riviere des Gobelins. Die Holländer haben sichHistor. Lexicon III. Theil.

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äusserst bemühet, solch geheimnis zu erforschen, aber vergeblichweil sie dergleichen wasser nicht haben. Änjetzo ist dieses hausmit den vortreflichsten tapezcrey-macheris, goldschmieden undsolchen perjonen, die in kostbaren steinen arbeiten , und Fran-zösisch holtz schnitzen, angefüllet, die immerfort allerhand zier-rathen vor die Königlichen Häuser machen, und den Ober-Auf-seher der gebäude, künste und manufticturen dieses Königreichszu ihrem Inspectore haben. Siehe Bievre. Erice , descripdotide la ville de Paris.

Gobelinus , (Johannes) mit dem zunahmen PerFona, Vi-carius von Bonn , und Pii II. Secretarius, welcher auch stchonvorhero lang am Römischen Hofe bekannt gewesen, ehe er dieletzt-gedachte charge erhalten. Man findet unter seinem nahmenGornmentariorurn de rebus a Pio II . Papa , seu potius sub illiusPapatu ab an. I4S8- ad an. 1464. geftarum libros XII. wclchcSwerck vor das Haus Piccolomini gar vortheilhafflig geschrieben.Es halten zwar einige davor, Pins II. habe es selbst verfertiget»und unter Godelini nahmen edirct. Es hat aber GuilielmusCave aus dem Platina wohl dargethan , daß zwar Pius II. daswerck zu schreiben angefangen, weil er aber darüber verstorben,habe selbiges Gobelinus übersehen, vermehret und heraus gege-ben. Es kam durch Vermittelung Francisci Bandint Piccolomi-näi, Ertz-Bischoffs von Siena , am ersten zu Rom an. iz84.in 4. und nachmals mit einem Commentario,Jaeobi Piccolomi-nLi zu Franckfurt an. 1614. in fol. heraus. Voßus , de Rist.Ladn. lib. III. c. 10. Cave, hist. litter. app. p. 96.

* Gobinet , (Carl) ein Mitglied der Sorbonne zu Paris ,war von St. Qucnlin in der Picardie gebürtig; nachdem erzu Paris die voctor-würde in der Theologie erlanget, wurdeer um das jähr 1653. Principal des Gollegii du Pleßiö , undmachte sich nachhero um dasselbe auf verschiedene weise sehr ver-dient , bis er endlich den 9. dec. an. 1690. in dem 77. jähre sei-nes alters gestorben. ^ Seine fchristen sind : Instruktion de laJeuneffe; Addition ä lInstruction &c. Instruktion für la Pe-nitence & für la Ste. Communion ; Instruktion für la Veritedu 8. Sacrement ; Instruktion für la Religion; Instruktion fürla mattiere de bien etudier, &c. Journal des Savans.

Goblerus, (Justinus) ein bekannter Rechtsgelehrter ausTeutschland. Es haben zwar unterschiedene vorgegeben, daß ernicht nur zu Goslar den gründ seiner studien gelegt, sondernauch von dannen gebürtig gewesen; allein es bezeugen nicht nurGesnerus und Simlerus, daß er in der Heßischen stadt St. Goar gebohren worden ; sondern er selbst nennt auch öfters inseinen fchristen diesen ort sein vatterland , und sich selbst Goari-num. Nachdem er den gradutn Dost. Juris angenommen »kam er nach Franckfurt am Mayn, allwo er der stadt grossedienste geleistet, bis er endlich im aprtl an. 1567. gestorben. Erhat verschiedenes geschrieben, worunter sein tractat de Odin«Judiciario ; Speculum Juris; Profopographiarum libri IV.; Vi-ta Petri Mofellani ; Condnuatio Sleidani; brevis Narrado deBello Hildeshemienft gesto inter Ericum Ducem Brunfvicen-fem & Johannem Epifc. Hildesh. ejufque complices an. 1519.welche in Schardii collection tom. II. p. 949. & feq. eingerü-cket ist , und die verteutschte Novellen. Puntat. profopogr.Gefneri bibl. vitae JCt. Simler.Frehcr. Sagittar. *

Gobrias, einer von den 7. Persianern, welche mit Danaconfpirirten, die stlagos zu vertreiben , die sich nach Cambysistod der höchsten gewalt im Königreiche angemasset hatten. Erhat durch seinen guten rath das werck am meisten zum stän-de gebracht, war auch zu des vatterlandes besten bereit,sein leben zu lassen. Herodotus , Üb. III. Vakrius Max. lib.III. c. 2. 11. 2.

* Gaby» eine Africanische provintz in dem Königreiche Lo,pango, zwischen dem lande Sete und dem Capo de Lopez-^on-salves gelegen. Es wird dieselbe von verschiedenen ffüssen undseen durchschnitten, worauf sehr viele kleine fahrzeuge zu fah-ren pflegen , und welche allerseits sehr fischreich sind. Es befin-den sich unter andern darunter so gar auch Rippopotami, wel-che Aelianus in seinen variis historiis beschreibet. Der vor-nehmste ort in dieser provintz liegt eine tag-reise von der küsteftab. Die viel-weiberey ist hier so erlaubet, daß, wann ein freundden andern zu besuchen kommt, und bey ihm übernachtet, derHauswirth ihm feine frau zur gesellschaffl anerbietet, wovonnoch ein eremvel in einer gewissen insul aufdcm Weissen meeeanzutreffen ist, wo der mann für einen groben und mißgünsti-gen kerl, die frau aber für eine lieblose und unmenschlichecreatur gehalten wird, so entwederes diesen freundschaffts-dienstdem fremdling-nachbar anzubieten und zu erlauben unterlasset.Sonst hat auch Goby noch dieses mit Moscau, einem andernnördlichen lande, gemein, daß ein mann nicht ein rechter haus-vatter, noch seine frau ihm lieb zu seyn glaubet, wann er sienicht etliche mal wacker abgeprügelt hat, theils seine männlicheober-herrschafft zu Hause dadurch zu beweisen , theils auch sei-ner lieben Hausfrauen zu zeige»;, daß, ob er sie schon nicht ohn-fehlbar glaube, er doch dafür halte, daß ihre fehler verbej-serlich seyen, nnd er sie ihrem bösen Wesen noch nicht über-lasse , sonder» züchtige, und liebe. Die Kobyer sind fastallezeit mit ihren Nachbarn in krieg verwickelt, sonderlichmit den Commesern , welche zwischen ihnen und dein Cavo Lo-pez-Consalve; wohnen: ihre Waffen sind die Zagaye, der bogenn»id pftile. Die Holländer haben ihnen auch die feuer-rohre

. Tx x ; samt