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dem, was den tag über zu thun war, dictirte. Er hat auch diegeschichte seiner zeit beschrieben, undei» buch von der Pflicht ei-nes Feld-Marschalls verfertigt gehabt, die aber beyde verlohrengegangen. In der religion war er so gar elfrig nicht, denn ober es zwar mit den Catholischen hielte, verdachte man ihn dochals einen Hugenotten, daher es nicht viel gefehlct hätte, daß ernicht in der Parisischen blur-hochzeit nebst andern wäre massa-crirel worden, wofern,er sich nicht in die BastlUe retiriret halte;da er denn einig geschütze aufführen ließ, und dadurch die an-schlage , so man bey selbiger gelegenheit wider ihn mochte indem sinne gehabt haben, bald verschwinden machte. Von sei-ner gemahlin und klndern siehe den geschlechts-artickul. Thun.kus , üb. GUI. lirantöme eloge du Marechal de Biron. Me-ier ay. Dupleix , hist. de Henri 111. D’Avila. Montluc. Go-dofredus. Bayle. *
Gontaut, (Carolus, Hertzog von Biron,) war des vo-rigen Armandi söhn, und einer der grösten Kriegs-Helden leinerzeit. In seiner ersten jugend ward er in der Resormirten reli-gion bey seines vatters fchwester, Madame de Brisambourgerzogen, bezeigte aber nicht die geringste lust zum studlren , da.her ihn /ein vatter zeitlich zu sich nahm, und ihn sowol zum kriegeals zur Catholischen religion anhielt. Er brachte es auch inden Waffen bald hoch, inmassen er denn an. is8°. im fünfteshenden jähre seines alters, als sein vatter auf einem gewiffenrüge mit dem pferde einen unglücklichen fall gethan hatte, mitvewilligling der andern anwesenden Officirer das ober-comman-dvüber dessen völcker kriegte. An. iz8y. half ihm sein vatter,daß er General - Feld - Marschall ward , und, weil er in dieserVerrichtung noch nicht recht erfahren war, that er selbst vor ihneine zeitlang die gehörigen diensie. Er setzte sich indessen durchseine sonderbare tapferkeit,, die er in den meisten haupt-gelegen-heitcn erwies, bey dem Könige in solche gnade, daß er ihn an.i5yr. zum Admiral von Franckreich machte, wiewol er an. 1594.'diese stelle dem von ViUars abtreten muste, welcher selbigeschon vor dem unter Henrico III. gehabt, und nun unter ,dembeding seinen frieden mit dem Könige geschlossen, und mit über-
f '>ung Rouen von der I.igue zu dessen parrey getreten war.
icwol nun Biron zu ersttzung dieses Nachtheils zum MarschallvonFranckreich undGouverneur inBurgund ernennet ward,blieber doch immer mit diesem Wechsel sehr übel zufrieden, sonder»lich, als ihm der König auch das Gouvernement von Laon versagte. Derselbe fuhr aber dennoch fort, ihm grosse probenseiner liebe zu geben , gestalt er ihn an. 1*98. .zum Hertzog undDair von Franckreich machte, auch nach Brüssel in Gefandt-schafft schickte, daselbst von dem Ertz-Hertzoge die beschwörungdes Äervinischen friedens anzunehmen. Gleichwol ließ sich daseinmal aufgebrachte gemüche des Biron nicht bändigen , son-dern ward vielmehr durch die listigen schmeichcleyen der Spa-nier auf dieser reist noch mehr verdorben, dergestalt, daß ervon derselben zeit an allerhand anschlage wider den König schmie-dete , öffentlich von seinen eigenen grossen thaten redete, undhingegen des Königswerrichtungen niederschlug. ^ Diß allesward bey der anwestnheit des Hertzogs von Savoyen inFranckreich an. 1600. vermehrt, indem dieser verschlageneHerr den Biron durch zutragung einiger verkleinerlichen redendes Königs immer in grössere Verbitterung setzte, und es zu-letzt so weit brachte, daß Biron mit ihm und den Spaniern einheimliches bündnis machte, vermöge dessen das KönigreichFranckreich zergliedert werden, und er davon das HertzogthumBurgund nebst einer Spanischen oder Savoyischen Printzeßin,und zu deren mitgift die Franche-Comte haben sollte. Wie-wol er nun in dem kurtz darauf erfolgenden Savoyischen krie-ge dem Könige aus eigener ruhm-bcgierde noch gute dienste lei-stete , auch dereinst demselben, als er merckte, daß Henrtcus ei-nigen wind von seinen anschlägen habe, solche mit verstellter reuefrey bekennte, und davor völlige Vergebung erhielt, setzte ernichts destoweniger feine verrätherische Handlungen mit den fein-den des Königs in möglichster Heimlichkeit fort, zumal er aber-mal darüber, daß ihm der König das Gouvernement vonBourg en Bresse nicht geben wollte, mißvergnügt ward, unddas ansehen des bey der armee befindlichen Lesdiguieres mitscheelen äugen ansähe. Währender zeit schickte ihn Henricusan. isoi. in Gesandtschafft an die Konigin in Engelland , we-gen des Vorhabens , so fie beyde zu erniedrigung der Oe-sterreichischen macht im sinne hatten. Er ward von der Kö-nigin sehr prächtig unterhalten , was aber hier einige ge-schicht-schreiber melden , als ob ihm die Königin den auf demTour aufgesteckten köpf des Grafen von Esser, zum Vorspiel sei-nes künftigen falls gewiesen, ist allen umständen nach falsch,weil Elisabeth die gantze zeit über, als Biron in Engelland ge-wesen, nicht nach Londen gekommen. An. 1602. gieng er alsGesandter in die Schweitz , allwo er das bündnis der Cantonsmit der Cron Franckreich erneuerte, und sich noch zu guter letztsehr prächtig aufführte; aber bald nach seiner rückkunft giengfein Unglück an. L-ein vertrauter Lafin war ihm untreu wor-den , und hatte sich mit verschiedenen schriften von BironsHand, welche die vorgehabte verrätherey betrafen , zum Königebegeben , dem er den gantzen Handel entdeckt, dabey sich dennBiron so sicher machen ließ, daß er meynte, Lafin könne un-möglich etwas offenbart haben, daher er sich auf erfordern,ungeachtet vielfältiger Warnungen seiner freunde, nach Hofebegab , auch daselbst dem Könige , der ihm gerne gnade erwei-
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sen wollte, und ihn mit deren Versprechung zu dreyen unterschie-denen male» gantz allein befragte, nicht nur nichts gestehenwollte, sondern sich noch wol gar erzürnt anstellen dorfte. Des-wegen ward er endlich, als er das letzte mal aus des KönigScabinet gieng, zu Fonlainebleau in verpafft gcnonlmen, und indie BastlUe gesetzt. Wie er nun durch eigenhändige bliese undviele zeugen sattsam überzeuget, gehalten ward, sich auch unterden defragungen durch unbeständige aussagen selbst verdächtiggemacht, so mochte »ym die späte Zuflucht zur Königlichen gna-de , und die entschutdlgung, daß sein verbrechen nur m wertenbestehe und zur that niemals gekommen , inglelchen, daß er al-les aus überellung und lächzorn gethan, und seit der ersten Kö-niglichen Vergebung, die aber der König jetzv wrderrufle, zumwenigsten nach des Dauphins geburt, seme vorigen anfchlägegäntzlich fahren lassen, mchtv helssen, sondern er ward zum ro-de verurrhedt, unb diesem nach den ;i. >ul. an. 160a. ui demhose der Bastille enthauptet, bey welcher Vollstreckung des Ur-theils er sich halb rasend angestellt, und noch viele drohungenvon sich hören lassen. Er war e«n überaus chrgeitziger man»,der auf alle andere, die was rühmliches thaten, auch so garauf den Kömg selbst eifersüchtig war, von deusselben oft mit Ver-kleinerung , und von sich inll vieler ruhmrüthigkelt redete, wie-wol man' nicht läugnen kan, daß er in tapferkeit wenig scmesgleichen gehabt, deswegen ihn auch der König, in dessen dlen-sten er wunden empfangen , lehr hoch hielt. Von der reli-gion hielt er nicht viel, stellte sich aber doch, wie man meynt,den Spaniern zu gefallen und des volcks liebe zu gewinnen , biszum aderqtauben eifrig in dem Catholischen gotleöbieuske. Demfpiele war er sehr ergeben, gestalt er wol ehe des jahrö fünf ton-nen goldes verspielt, auf andere Wollüste des leides hingegenhielt er desto weniger. Thuunus. Mezeray. Cajtelnau, niemoi-res. Aubigne , hüt. univ. Vierre Matthieu, hist. de la I'aix.Dupleix , hist. de Henri IV . Cayet, Chronolog, septen. Singu·iaria hist. Gallicie p.482. BaJJ'ompierre , memoires tom.l. Bayle.
* (gontaut, ( Judith Charlotte de) Gräfin von Bvnneval,ward gebohren an. 1696. Ihr vatter ist der an. 1741. noch le-bende Hertzog Armandus Carolus von Biron, Marschall vonFranckreich, und die mutter Maria Antonra von Bauten,des Grafen Armand» von Nogcnt tochter. Sie wurde den 7.mertz an. 1717. mit Claudia Alexandra, Grafen von Bvnneval,der sich damals als General in Kayserlichen kriegü-diensten be-fand , vermählet, mit welchem sie aber keine vergnügte ehe ge-führet, sondern meistens von ihm abgesondert gelebt. Er istnach der zeit, wie aller wett bekannt ist, zu den Tmcke» nber-aeqangen, bey welchen er sich noch befindet; jedochsoll er »e-u,weilen briefe mit ihr gewechselt haben; wie sie dann nur nochzwey tage vor ihrem ende von ihm einige erhallen haben soll.Sie starb den 20. april an. 1741. zu Paris im fünfund vierzig-sten jähre ihres alters. Genealogisch-Historische Nachrich.ten, rom. II. p. 967.
* (Bonierius, (Johannes) ein Jesuite, gebohren zu Tu-rin an 1S62. war deö Collegii zu Bezrers erster Rector, undthat sich sonderlich durch predigten und controversten hervor,wie er denn mit dem berühmten Refornnrten Lehrer, PetroMolinäo , insonderheit viel zu thun gehabt, und wider denjel-ben unterschiedene tractate geschrieben, in denen er zuweilenden nahmen Philothei angenoinmen. Er starb zu Paris an.rüiS.den 6 . nov. in dem 54. jähre seines alters. Aiegambe.
* Gontharis, ein Tyrann in Mauritanien zur zeit des Kay-sers Justimani Magni, welcher, als Salamon Magister Miü-tum in Aftica, und Areobindus seinädsunökus war, die beydeim krieg unerfahren, gelegenheit genommen , die Mauritanierund Römischen soldaten wider den Kayser aufzuwiegeln. Ererschreckte dadurch den Areobindum so sehr, daß er vor angst mein kloster lief, darinnen er sicher zu seyn vermeynte, alleinGonrbaris ließ ihn durch den Bischvff Reparatum bereden, daßer sich ihm ergebe, wie er aber zu ihm kam, wider alle treuund glauben ermorden. Weil nun dieses aufrichtigen und ge-rechttakeit liebenden leuthen nothwendig mißfallen muste, ,0beredeten sie Attabanem dieses manns unichuldigen tvd zu rä-chen. Dieser gab kurtz darauf beseht, ihn, da er eben auf ei-nem schmause sehr bezecht war, nieder zu stossen , welches dennan. 546. geschahe. Brccopiiu, II. 28. De Luderng, Vita JustunianiM. 8-p· Z76. not.
(Bontccttt, ein General, siehe Bofo Gontranus.
(fiojwart , ein kleiner ort in dem Hertzogthum Mantua ,nicht weit von Guastaüa, den man vornemlich beswegeinnerckr,weil er den geschlechts - nahmen der Hertzoge von Mantua führt, und wol gar, wie einige davor hallen, das stamm,haus dieser familic ist. Schaupl. des kriegs mjtal p. ;o6.
Gonzaga, ist eine alle und berühmte famiiie in Italien ,woraus viel vornehme Herren entsprossen. Es wird deren Ur-sprung von einem vornehmen Italiänischen Herrn, nahmensHugo , hergeführet, welchen einige zu des Königs Lotharii en-ckel und des Kaysers Lotharii vorenckel machen wollen. Dessengemahlin ist eine qebohrne Gonzingin, Longobardischer nation,gewesen, dahero auch der zunähme Gonzaga dem Hause erblichworden. Hugonis söhn, Gerhard Gonzingi, oder Gonzaga,hat an. 1009. als ein unmittelbarer vasaü des Reichs, die lehn er-langet. Von diesem Gerhard stammet im eilften grad der nie.
Z i i 4 -erste».