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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ches Joachimus Baudiffus zu Leipzig , an. 1,70. in 8 . zuerstheraus gegeben ; ingleichen de Ingeniis curandorum Morbo-rum; Liiium Medicin® , Venedig 1494. in fol. Paris 1*42.in 8 . Lyon J$S9. in 8. geschrieben. Conring. introd. in art.Hermet. c. ?. §. 28. p. 103. Mercklin. Linden, renov. p. 129.Grolles hist. der medicinifchen gelahrth. k. I. c. 1. i 128.p. 119. Fremd, hist. Med. ed. Lat. p. ;;c>. Fabricius ,bibl. Gr. VI. 9. n. 4. p. 102.

*Gorellus, oder Gregorius, war zu Arezzo in Tofcanaaus dem adeiichen geschlechre der Sinigardi entsprossen, undbekleidete in der andern helfte des XIV. feculi das amt einesNotarii in seiner vatter-stadt, welches damals vor sehr ansehn-lich gehalten wurde. Man hat von ihm: Cronica intomoä i fatti della cittä dArezzo , in Italiänischen Versen , wo-von die poesie gar schlecht, die Historie aber, weil er das meisteselbst mit angesehen, sehr wohl zu gebrauchen ist. Sie ent-hält insonderheit die geschichte von an. 1310. bis 1384. und istvon Muratorio in feinen lcriptor. rer. Italic, tom. XV. auslicht gestellet worden. Muratorius, in pr$f.

Gorgias, Leontius genannt, weil er von Leontium gebür-tig, so jetzo Lentini heisset, einer stadl in Sieilien. Er war einberühmter Advocat, welcher aber sowol schlimme alS gute fa-chen führte. Als die Leontiner mit den Syracusanern einigestreiligkeiten hatten, schickten sie ihn mit dem Tista an die Athe-nienser, um fuccurs von ihnen zu suchen, so in der LXXXVIII.Olymp. A. U. ,27. geschehen seyn soll. Gorgias erhielt, was ersuchte, und man sagt, er habe ic>8. iahr gelcbel. Cicero, de fin.Üb. II. c. 1. Diodorus Siculus , lib. XII. Thucydides. Athenaus,

Plutarchus.

* (gorgias, ein berühmter Capital» unter den trouppen An-tiochi Epiphanis. Er ward von Lysia mit Nicanore in Judäamgeschickt, und hatte damals 40000. mann zu fuß,und 7000.zu pferde, ohne die freywilligen, zu commandiren; über diß hatihm der König Antiochus befohlen, das gantze land zu verhee-ren. Alldieweil Antiochus jenseit des Euphratis war, fielen die-se zwey Generalen in Judäam ein, und drangen durch bis nachEmaus. Judas Maccabäus , der damalige Jüdische schutz-gotk, säumte sich seiner seits auch nicht, und sammelte von-den zusammen, was er konnte, welches gleichwol eine kleinearmee ausmachete. Mit dieser marschirte er auf die Syrerlos. Gorgias nahm sich auf diesen bericht hin vor, Macca-bäum heimlich zu überfallen, und schickte deswegen ;ooo.mann zu fuß, und looo. pferde zu nachts in aller stille ansihm entgegen; Judas Maccabäus aber wurde dessen benach-richtiget , wiche dem gewitter in aller eil aus, drehete seinenmarsch, und überfiel, anstatt überfallen zu werden, den unvor-sichtigen Nicanor, welchen Gorgias in seinem lager mit dergantzen armee zurück gelassen halte, und machte einen grossenschrecken unter ihnen, und da er sie aus ihrem eigenen lagergejaget hatte, besetzte er es mit seinem volck. Gorgias, derfeit immer Judam aufgesuchet hatte, kehrte wieder zurück, daer ihn nicht finden konnte, war aber gantz bestürtzt, die He-bräer in seinem eigenen lager zu finden , und da er es nichtwagen dorfte, sie anzugreiffen, oder heraus zu schlagen, kehrteer zurück einen andern weg. Zwey iahr hernach wurden Ju­ das Maccabäus und Gorgias in Jdumäa mit ihren armemhandgemein, und etliche wenig Jüden blieben auf dem platz.In diesem scharmützel fehlte es einem gewissen reuter , Dosi-theus genannt, wenig, daß er Gorgiam nicht lebendig gefan-gen genommen hätte. Es war aber ein Thracischer zu pferdenahe dabey; dieser hieb Dositheo, da er eben Gorgiam greiffenwollte, den rechten arm mit seinem säbel herunter, und er-rettete also seinen Generaln, welcher sich sodann nach Maresaflüchtete. Gorgias hatte auch sonsten viel mit Juda Maccadäound seinen brüdern zu thun < zumal da er Statthalter in Jdu-mäa und zu Jamnia, und übrigens in kriegs-sachen sehr erfah-ren war, so daß sie mit aller ihrer tapferkeit sich seiner alle-zeit zu erwehren hatten. Doch zog er meistens den kurtzern mitihnen. Vid. Josephum & D. Culmet , Dict. Geogr.

* (gorgo , war eine frau Leonidä, eines Lacedämoniers,von der man einen nachdencklichen spruch zum lobe der Spar-tanischen tapferkeit beym Plutarcho Lycurg. p. 4;. Tu/am.-rtayytX/u. p. 145. Aa.xmiK. aTHXp&ty/x. p. 227. findet. Alex.ab Alexandra, genial, diar. IV. 8- Sie war Cleommis einesLacedämonischen Königs tochter, Herodot. v. 48. und erzehletPlutarchus a*x<«iW d7r*cp$iy{x, p . 40. von ihr viele denck-würdige sprüche, und auch unter andern, wie sie dem Aristo-garä von Miletus siarck widersprochen, als dieser ihren vatterwider die Perser zu selbe zu gehen, und den Joniern zu helffen,unter Versprechung einer starcken summe gelds überreden wol-len. Herodntus , V. 51. Aus den andern merckwürdigen redensiehet man, daß sie auf gut Spartanisch eine harte und männ-liche aufführung geliebt, hingegen alle zärtlichkeit und weibi-sches Wesen gehastet habe. Auch leuchtet ihr kluger verstandaus folgender geschichte, die Herodot. VII. 239. erzehlet, her-vor : Als Demaralus, der sich in Susis aufhielt, den Lace-dämoniern den rathschlag Terxis, Griechenland zu bekriegen,kund thun wollte, doch so, baß die brieftträgcr nichts davonerfahren möchten, nahm er eine höltzerne tafel, und schriebselbige Nachricht darauf, und überkleibte es mit wachs. WieHistor. Lexicon in. Theil.

nun dieser brief nach Sparta kam, wußte niemand selbigenzu öfnen oder zu lesen » allein diese Gorgo ließ das wachsherunter nahmen, und auf diese art die schrift eröfnen.

(gorgona, lat. Margarita, eine insul auf dem Genuesischenmeer, zwischen den Florentinischen küsten, und der insul Cor«sica. Sie gehört dem Groß-Hertzoge von Florentz.

* (gorgona, eine insul auf dem Mac delZur in Süd-Ame--rica, an den küsten der landschaffl Popayan . Sie ist zwey wei-len lang und eine breit, und liegt vier weilen von der land-schafft Popayan.

* (goraone, oder Gorgona , eineAfricanische stadt, welchegleichsam der mittel-punct des Königreichs Dambea in Abys,sinien ist. Die Jesuiten schlugen daselbst ihre wvhnung auf, umdem Kayser, welcher nahe dabey sich zu Dancas oder Danca-tion aushielte, naher zu seyn; dieweil aber dieser ort niederliegt, und ungesund ist, so hat man ihnen seithero das neueGorgona eingeräumet, welches drey stunden von dem altenabliegt, und damit nicht zu verwechseln ist. Dieses neue Gor-gona machet eine halb-insul auf dem Dambeischen see, undkan man darein nicht änderst als durch eine sehr schmale land,enge kommen. Der Kayser Seltan Sequede hat einen pallastfür die Jesuiten daselbst angelegt, und ihnen ein Seminariumgestattet, welches er sonderlich dem Jesuiter-kater, Petro Pays,den er sehr hoch achtete, zu gefallen gethan. Dieses neue Gor-gona liegt von Ganea de Jeru nur zwölf Französische weilen

ab. Descript. delErnpire du Prete-Jean. Thomas Corneille ,Dict. Geograph. P. Lobo , Nachrichten von dem AbyßinischenKayserthum , tom. I. p. 146.

GORGONES oder GORGADES, sind die insuln desgrünen vorgebürges auf dem Atlantischen meere , gegenAfrica und besagtem grünen vorgebürge oder Gabo verde zu.Es sind deren 10. und gehören dem Könige von Portugall.Siehe Hesper. Baudr.

GORGONES , werden vor 3. schwestern gehalten, deSPhorci und Cetä tochter, deren nahmen Medusa , Euriale undStheno gewesen. Sie hatten ihre Wohnungen bey den Hesperi-schen gärten,und verwandelten alle leuthe,die ihnen in das gesichtsahen , in stein. Perseus aber überwand sie, und tödtete dieMedusam durch der göttin Minervä beystand. Alles dieses sollnach der Mythologorum erklärung seine absicht auf die würrckung der tapferkeit haben, als welche auch die grösten gefahr-lichkeiten überwindet. Virgilius , lEneid. VI. Ovidius, metam.lib. IV. Diodorus Siculus , lib. III. Apoüodorus, de orig. Deor.lib. II. p. 74. Hat alt s Comes, lib. VII.

* (gorgonilla, eine kleine insul deS mittägigen Americä 'liegt gegen der küste von lerra krma, in dem Mar del Zur.Sie ist nicht weit von den küsten von Peru , und nur 25. bis;o. weilen von der insul Gorgona entfernet. Deiule, carte duPerou &c.

Gorgonius. Man findet 3. Märtyrer dieses nahmens:Der erste wird in dem Galendario Romano angemercket; derandere von Elisebio, der dritte von Basilio. Eusebius , hist. eccl.lib. VIII. c. 6. Baßltus, tom. I. hörn. 20.

(Forgonsola oder Gorgonzoia, eine kleine stadt im Her-tzogthum Mayland, welche dem Fürsten von Trivnltio gehört.

Gorgophone, war Persei tochter, von der Andromeda .Nachdem sie ihren ersten gemahl überlebet, verheurathete siesich zum andern mal an Cebalum, und war die erste weids-per,son, die sich zum andern mal vermählte, weil solches sonst da-mals noch nicht üblich gewesen. Aus der ersten ehe hatte sie2. söhne, Aphareum und Leucippum; aus der andern einensöhn, nahmens Tyndarum, einen vatter der Helenä, und einetochter, nahmens Arenam, welche des Apharei stau war. Apha-reus ließ einen söhn neben sich zu Mersena regieren, behielt sichaber die oberste gemalt bevor. Er baute eine stadt, die er nachseiner frau Arenam nennte, Gorgophone aber wurde in ihremvatterlande zu Argos begraben. Paufanias, üb. II. Bayie.

* Gorguo , ein Grieche aus Messenien, Eucleti söhn, wel-cher in den wett-spielen der alten Griechen zu Olympus indem Pentathlo überwunden. Paufanias, VI. 14. Man kannicht wissen , ob es eben derjenige Gorgus aus Messenien sey,der als Messenischer Gesandter an Philippum, den Macedoni-schenKönig, zurzeit, da Lycurgus Messencn belagerte, undalso Philippum von der belagerung der stadt der Palacenser ab-zuhalten gedachte, diesem Philippo rieth, Lycurgum eiligst, undehe er sichs versehe, zu überfallen. Polybius , histor. V.

* (gorgus, oder Gortus , ein söhn Chersis, war einer vonden vornehmsten See-Admiralen, so wider Griechenland zuselbe giengen. Herodotus , VII. 98. Es mag wol eben der-jenige Gorgus seyn, so Konig zu Salami« in Cypern gewesen,und der Perser partey wider die Ionischen Griechen hielt. Erhatte aber einen bruder, so der jüngste war, mit nahmen One,silus, der die Jonier noch mehr wider die Perser aufwiegelte,und nachdem er seine zeit ersehen, feinen bruder Gorgum vondem Reiche ausschloß, als er sich ausserhalb der stadt Salami»aufgehalten. Hierauf begab er sich zu den Medern, um beyihnen hülffe zu suchen. Allein nicht lange hernach wurde seinaufrührischer bruder Onesilus von den Amathusiern enthauptet,dadurch ihm, Gorgo , denn der freye weg zu seinem Reiche

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