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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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hei Raths beydem Grand-Conseil, begab sich auf feine güther,und aieng an. 1677. mit tode ab. Von seinen söhnen, die ermit Anna Cousinot gezeuget, ist Renatus du Guesclin, HerrvonBeauce, zu mercken. Derselbe war an. 1647. gebohren,that von an. 1667. bis an. 11576. als Lieutenant kriegs-dienste,und starb an. 1714. Er hat eine Historie von seinem Hause ge-schrieben , und von Maria Sourkrille, Frau von l'Efcoubiere,unter andern folgende zwey söhne hmterlassen: r.) Der jünge-re , Renatus Olivier du Guesclin , so an. I6y;. gebohren,verehlichte sich an. 1727. mit Maria Anna Juigne. 2.) Derältere, Gabriel BertranduS du Guesclin , Herr von Beaucö,Auvers , du DeffayS, la Brochrrie und I'Ejcoublere, so an.1692. gebohren, und einige jähre in Spanien als Officier ge-dienet, vermählte sich an. 172;. mit Maria Anna Phelypeaux,welche ihm an. 1726. Bertrandum Ludovicum , und an. 17,1.Oliverium gebohren. Anselme , hist. geneal. tom. VI. p. i8>-aoo: tom. IX. p. 460.

Guesclin , (Bertrandus von ) Connetable von Franckreich,ertzog von Molina, Graf von Burgos und Longueville, ausretagne, Guilielmi von Guesclin, Herrn von Broon undJohannä von Malemains und Sace, söhn, an. r;i4. geboh-ren. Er trug im 16. iahre seines alters aus einem turnier zuRennes, worbey er sich wider seines vatters willen befunden,den preis davon. Von selbiger zeit an hat er sich stets in denWaffen geübet. In den kriegen unter dem Könige Johanne II.in Bretagne zwischen Carolo von BloiS und Johanne von Mont-fort, hielt er die partey des erster«, und ward von den Engel-ländern , die dem letzter» beystunden, sehr gefürchtet. Erüberrumpelte das schloß zu Fougerny, nöthigte den Hertzogvon Lancaster die delagerung von Rennes aufzuheben, über-wand auch zu eben selbiger zeit in einem scharmützel Wilhelm,von Blambourg, einen Engelländischen Cavalier. Nach die-sem , als er zu Dinant war, überwand er Thomam von Can-torbie, der sich in einem selbe verschantzet, weil derselbe mittenjm stillstände des Bertrandi bruder, Olivier Guesclin, gefan-gen genommen hakte. Er nahm den Engelländern verschiede-ne piätze ab, und erhielt das Gouvernement von Guinguant.Als der König Johannes nach der schlacht bey Poitiers an.i;z6. gefangen war, arbeitete man an einem frieden in Breta­ gne , worbey er einer von den geisseln war, die dem Grafen von Montfort gegeben wurden. Als sich diese tractaten zer-schlugen , und die geisseln wieder gegeben wurden , behieltMontfort den Guesclin zurück, der aber bald aus der gesan-genschafft entwischte, und dem Dauphin Carolo, Hertzoge inNormandie , und damaligem Regenten in Franckreich, zu hülf-fe kam. Gleich anfangs that er ihm grosse dienste, als erMelun und verschiedene andere örter den Engellänbern wiederabnahm, und die Seine frey machte, weshalben ihn Earolus,als er an. 1364. zur regierung kam, zum Gouverneur von Pon-torson machte. In eben selbigem jähre den 2;., may gewanner auch die schlacht bey Cocherel, wlder den berühmten Engli­ schen General, Johann de Grailli, Captal von Buch in Ga-fconien , und ward davor zum Grafen von Longueville, undMarschall der Normandie gemacht. Nachmals commandirteer die avant-garde in der schlacht bey Auray den 29. sept. wur-de aber darinnen gefangen. Als er wieder durch eine ranzionvon 100000. ftancken, welche der König in Franckreich, derPapst, Henricus von Castilien und andere nach und nach fürihn bezahlten, los kam, führte er die hülfs-völcker, welcheenrico, Grafen von Trastamare» wider Petrum Crudelem,önig von Castilien , zugeschickt wurden, und hielt sich sehrwohl, wurde aber durch den Printzen von Wallis , Eduardum,welcher Petri CrudeLis partey hielt, an. ich?, geschlagen undgefangen. Er wurde endlich gegen eine sehr grosse caution, wel,che wiederum von andern, auch so gar seinen feinden selbst,aus grosser estime für ihn bezahlt wurde, losgelassen, woraufer sich wieder zu selbe begab, und an asten Vortheilen, welcheHeinrich wider Petrum erhielt, theil hatte. Das wichtigstewar der sieg bey Montiel den 14. mertz an. 1,69. darin» Pe-trus Crudelis selbst umkam, und welcher Henrico die Croneversicherte. Dieser, um seine erkenntlichkeil zu bezeugen, mach-te hierauf den Guesclin zum Connetable von Castilien , zumHertzog von Molina, und Grafen von Burgos . Als der Kö-nig in Franckreich Carolas V. in eben diesem jähre mit den En-gelländern wiederum in krieg verfiel, berufte er ihn nach hause,und machte ihn an. 1)70. zum Connetable in Franckreich.Nach diesem wohnte er allen feldzügen wider die Engelländerbey, und that viel darzu, daß ihnen die provintzen Poitou,Rovergne und Limosin, nebst verschiedenen andern platzen inder Normandie und Bretagne wieder abgenommen wurden.Als er an. i;8°. das neue schloß zu Randon in Bretagne be-lagerte, erkranckte er, und starb den;. jul. im 66. jähre seinesalterS. König Carolus V. ließ ihn mit ungenieiner pracht inder Königlichen grust zu St. Denys neben seinein eigenen gra-be beysetzen ; Carolus VI. ließ ihm gleichfalls an. >;89. ein sehrprächtig begängiilS halten; es findet sich auch zu St. Denyseine lampe, so den nahmen von ihm hat, und stets brennet.Er halte zur ehe Tiphanam Raguenel, und nach deren tode Jo-hannam von Laval, hatte aber mit beyden keine kinder, hin-terließ also nur einen einzigen natürlichen soyn, nahmens Mi-chael von Guesclin. t'roijjitrd. Monjirelet. Du Titlet. Menar-dus. Du Cräulet, vie du Guesclin . Mezeray & Daniel, tom,II.sub Carolo V. Bayle.

Hjstor» Ltxteen lll. Theil.

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, *J a ® ue3le ' ein Französisches gefchlecht. Franciscnsvon«i Guesle war Gouverneur von Auvergne , und stund bey derKönigm Catharina von Medicis, Henrici II. gemahlin, in sol-chem ansehen , daß sie ihn zu ihrem Maitre dHotel erklärte.Erhalte 2. söhne: 1.) Anlonium, welcher sein leben nichthoch brachte. 2.) Johannen,, welcher, wie aus seinem artickulz,i ersehen , an. 1588. gestorben , nachdem er mit MariaPowct fünf söhne gezeuget. Dieselbe waren 1.1 Jacobus vonlu Guesle, von dem hernach. 2.) Franciscus von la 'Guesle, wel.cher an. 1579. Ertz-Bischoff zu Tours worden, und an. 1614.den v>. oct. mit tode abgegangen. ?.) Alexander von la Gues-le, Marquis von O, der als Oberster bey dem regiment vonChampagne ohnverehlicht gestorben. 4.) Johannes von la Gues,le, Hcrr von la Chaux, welcher 8vndicus des Adels von Au,vergne gewesen, und von Margaretha de Beraut eine einzigetochtcr, Mariam, die an. 1628. mit Renato von Vienne, Gra,fen von Chatcauvieux, vermählt worden, nachgelassen. <;.)Ca,rolus von la Guesle, welcher an. rzyz. bey der bclagerung vonDreux das leben eingchüsset. Oberwehnter Jacobus von laGuesle, von dem ein eigener artickul folgetAvar General-kro>curator in dem Parlemente ZU Paris , und hinterließ bey sei,nem an. 1612. erfolgten tode, von Maria de Rouville, Frauvon Chars, zwey töchter, Mariam von la Guesle und Mar-garetham, Marquisin von O, davon jene mit Henrico von I»Chastre, Grafen von Nancey, diese aber mit Petro Seguier,Herrn von Sorel, verheurathet worden. Blanchard , hiit. duPariern, de Paris . Sammarth. Galt.- Christ.

Guesle, (Johann von la) Präsident des Parlements zu Pa­ ris , war in dem XVI. fecnlo sehr berühmt. La Guesle ist eingewisser strich lankes, so in der Grafschafft Auvergne gelegen,worvon diese familie, welche eine der ältesten in selbigem lan-de ist, den nahmen hat. Franciscus von la Guesle hatte daSgouveruement darvon, welcher nachmals bey der Königin Ca-tharina von Medicis Hofmeister war, und von selbiger in be-sondern gnaden gehalten wurde. Franciscus hatte 2. söhne,Antonium und unsern Johanmem. Dieser war anfangs zu demgeistlichen stände gewiebmet; als aber sein ältester bruder starb,brauchte man ihn in civilen Verrichtungen, welches er auchwohl verdient, indem er unter den berühmtesten leuthen seinestudien mit gutem succeß getrieben, auch, als er Parlements-Rath §u Paris wurde, grossen verstand, nebst einer sonderba-ren frommigkeit von sich spüren ließ. Die Königin Catharinavon Medicis machte ihn zum obersten Präsidenten deS Parte-ments von Bourgogne , und König Carolus IX. ihr söhn, brauch-te ihn in verschiedenen Verrichtungen, welchen er allen mit son-derbarem fleiß abwartete, daß auch selbiger König, weil erihn gern nach Paris haben wollte, ihn an. 1570. zu seineinGeneral-Procurator des Parlements machte. Caroli bruder undNachfolger, Henricus III. bediente sich auch seiner, und mach-te ihn an. i;8)> zum Präsidenten deS Parlements. Als an.i;88. den 12. may die stadt Paris belagert wurde , und selbigercvoltirte, wurde der König genöthiget, sich nach Chartres zuretiriren, weshalben das Parlement, welches wider die Urhe-ber solcher Unruhe sehr ungehalten war, diesen Präsidenten anden König abschickte, um ihr mißfallen darüber zu bezeuge»,welches er auch sehr wohl ausrichtete. Allein weil er den da-raus erfolgten innerlichen krieg leichtlich zuvor sehen konnte,begab er sich in sein Hans Laurea» in der provintz Beausse, ohn-fern der stadt Efpernay, und starb daselbst an. 1589. etliche mo-nat darnach. Er hatte von Maria Poiret, Frau von Lanreau rc.

söhne. Der älteste war Jacob von la Guesle, General-?ro.curator bey dem Parlement zu Paris , welcher den ;. ja», an.1Ü12. starb, und 2. töchter hinterließ, Mariam von la Guesle,Henrici von la Chastre, Grafen von Nancey, aeiiiahlin,u»d Mar,garetham, Marquisin von O, so an Petrum Seguier, Herrn vonSorel, vermählet. Der andere war Franciscus von la Guesle,Ertz-Bischoff von Tours, welcher den ;o. oct. an. 1614. zuParis in währender Versammlung der Geistlichkeit verstarb.Blanchard., histoire des Prelid. Bulliot, trist, du Pariern, dcBourg. Sammarth. tom. I. Gall. Christ, de Arch. Turon. & inelog. Gall. doct.

* Guesle, (Jacobus von la) General-Procurator in demParlemente z» Paris , war der älteste söhn Jvhannis, lind folg-te demselben in dem amte eines General-Procuratons. Er thathenrico III. gute dienste, und begleitete diesen König, als eran. 1588. wegen eines aufruhrs die stadt Paris verließ , hatteaber an. rz89. das Unglück, daß er dessen Mörder, JacobumElement, zu ihm ins zimmer führte, und den bösewicht nachverübter mordtbat auf der stelle erstach, welche Übereilung ei-nige auf schlimme gedancken brachte. Indessen verfertigte erim nahmen der verwittibte» Konigin an Henricum IV. eine re-montrance wegen dieses Mordes , und blieb, ob er gleich derCatholifchen religion zugethan war, diesem Könige beständiggetreu. Er starb endlich an. >6 2. den ;. jan. zu Paris .Man hat von ihm unter andern einen dricf von der ermordnng/>enrici III. welcher dem Journal dHenri III. beygefüget ist;inqleichen unterschiedene die Grafschafft St. Paul betreffendeschrisren, welche nach seinem tode an. 16,4. und i6;z. anslicht gekommen. Von seiner gemahlin und kindern siehe denaeschiechts-arlickul. l a vtritah <· satulitt de S. üoud. D Au.hutom. ÜI. liv. II. c. 21. Le l.ong, , bdbl. historique.

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