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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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942

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Pstantzet.Güßing,

Güsi von Gussenberg, ein Freyherrliches geschlecht inSchwaben , von welchem Friedrich an. 942. zu Roterwurg an-er Tauber, Johannes aber an. 108°. zu Augspurg Turmer-Köniq gewesen. Theobald war um die mttte des XV^Leukdes Teutschen ordens Comthur zu Veldkirchen, und hatte er«neu brnder, nahmens Georg , welcher sem geschlecht fortge-Lacius , de migr. gent. p. 66. Busei. stemm. r. 1.

siehe Gießing.

Güstrow , eine Mecklenburgische residentz, und Haupt-stadtdes Güstrowischen antheilS, in dem Furstenthmn Wenden, andem fluß Nebel gelegen, hat ein sehr schönes schloß, auch eineseine kirche, der L. Caciliä gewiedmet, so ehemals eine Stifts-kirche gewesen, welches Stift Henricus Burewm II. Herr zuMecklenburg an. 1226. angerichtet. Topogr. fti*. mf p. 108.

(Mikron,, geschlecht. Als an. i;;2. der Hcrtzog zu Meck-lenburg, Heinrich der friedfertige (somit seinembruder Al-brecht VI. dem schönen, die vätterliche lande getheilel halte)mit tobe abgieng, .und sein söhn Philippus, der blödes Verstan-des war, auch n»uqe jähre hernach folgte , ohne erben zuhinterlassen, so entstund zwischen gedachten Alberti VI. beydensöhnen Johann Albrecht I. und Ulrich ein streit wegen der thei-tung , der endlich dergestalt beygelegt wurde, daß die gesamtelande unter beyde gleich getheilel wurden, worauf Johann Al­ brecht I. ,p Schwerin , und Ulrich zu Güstrow ihr sitze nah-men. Jener verordnete nachmals in seinem testament , daßda der Güstrowische antheisan seine posterität verfallen wurde,derselbe gleich allen übrigen landen jederzeit dem erst-gebohrnenallein vermöge des Primoaenitur-Rechts verbleiben sollte. DochHertzog Ulrich und sein jüngerer bruder Caroluö hatten nichtdarem gewilliget, und da der letzte jenes antheil hernach erb-te , aber selbst keine kinder hatte, folglich der Güstrowische theilan die Schwerinische linie fallen sollte, bewog er des obgedach-ten stifters dieser linie Johann Albrechts I. zwey enckel, AdolphFriedrich I. und Johann Albrecht II. die unter seiner vormund-schaffl stunden, daß sie es bey der bisher eingeführten zwiefa-chen regierung in Mecklenburg verbleiben liessen, und an. 1609.iüi>. und 1621. solche dergestalt veralichen, daß Adolph Frie-drich den Schwerinischen, Johann Albrecht II. aber den Gü-strowischen theil bekamen. Zu diesem letztern nun gehörten diestädte: Güstrow , Tetrow , Malchin , Brandenburg , Fried­ land , Woldeck, Röbel , Lage, Krakow ; und die Aemter: Gü­ strow , Schwan, Ribnitz , Gnoyen , Dargun , Neukalden,Stavenhagen, Stargard , Broba, Fcltberg, Wesenberg ,Boitzenburg, Plane, Strelitz , Fürstenberg, Goldberg , Wcr-denhagen, Wantzke und Jvenack. Es währete aber diese thei-luna gar nicht lange. Denn an. 169?. gieng des stifters dieserGüstrowischen linie Johann Albrechts II. einiger söhn, Gustav Adolph , ohne männliche erben, als welche noch vor ihm ver-storben , mit tod ab; worauf wegen der erdschafft zwischen denagnaten aus der Schwerinischen linie, Friedrich Wilhelm undfeines vatters bruder Adolph Friedrich II. ein streit vorfiel, derum soviel schwerer war, weil zu eben der zeit auch wegen derfucceßivn in dem Schwerinischen antheil selbst wegen des testa-nients Adolphs Friedrichs I. von an. 1654. darin« auch even-tualiter von dem Güstrowischen anfall disponirt worden, undwegen der gültigkeil und dem rechten verstände dieses testamentszwischen denselben gestritten wurde. Endlich verblieb der Gü-strowische theil, die in dem Fürstenthum Stargard gelegeneAemter ausgenommen , der ältesten linie Hertzog FriedrichWilhelms zu Schwerin , vermöge eines zu Hamburg an. 1701.getroffenen Vergleichs, davon in dem artickul Mecklenburg einmehrers. Spener. syllog. p. 72 ;. Imhof. N. P. lib. IV. c. §. 7 .& >8. Europ. Her. P. I. p. 494. Thomas^ analect. Güstrov.Lünigs Reichs-Arch. P. VII. p. 595.

* (Butt 1 (Jacob Joseph du) ein Priester der Cathokischenkirche, und berühmter Schrisl-steUcr des XVII. und XVlll. se-culi. Er war gedohren zu Montbrison in Forez den 19. dec.an. 1649. kam sehr jung in die Congrcgation des Oatorii, underivarb sich darin« viel ehre, sowol durch seine gute unlerrich-tung in der Weltweisheit, als durch die öffentliche confcrentzen,die er zu St. Magloire über die Psalmen hielte. Da er mitden Prälaten und Theologis, so der lehre St. Augustini an-hiengen, einer meynung war, und gute freundschaffr unterhiel-te , konnte er sich nicht in das joch schicke», welches der Ertz-Bischoff von Paris Harlay dem Oratorio ausiegen, und mitdem Gartsstanilrno den sogenannten Haianifmurn und Janseni-smum vertreiben wollte. Er begab sich deswegen an. 1685. »achBrüssel , und war bey Nr. Arnauld und dem P. Quesnel. Nach-gehends gieng er zu dem Präsidenten de Mnars, in dessen Hau-se er }o. jähr lang ein stilles und arbeitsames leben führte. Erwurde dennoch von vielen leuthen um rath gefragt, und seinertiefen einsicht wegen der sehende genannt. An. 171z. wurdeer wegen der Constitution Unigenitus beunruhiget ; deswegenbegab er sich nach Tanieres, einer Bernhardiner-Abtey in demlande des Königs von Sardinien. Nach dem tode Ludovici XIV.gieng er wieder nach Paris . An. 1724. muste er sich wiederaus dem staube machen, weil er an den Bischoff von Mont­ pellier eine» sehr heftigen drief, wider die unbedingte unter-schrelbung des Formularii Alerandri VII. hatte abgehen lassen.An. 17,0. kam er in Holland , kehrte aber in dem folgenden jährenach Franckreich zurück, und starb den r;. vct. an. 17;;. zu

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£.1 yiu vi» un um rnve vie rrayre keines qeisics,vlieinen grossen eifer für die appellation wider die bekannte stov-stitution behalten. Er besaß auch ein erstaunliches qedächiMeine grosse wissenschafft, und eine unqeineine geschicklichkeikwohl zu reden, und zu schreiben. Seine schriften sind: Trai!ks/ur la Pnere publique; für les Difpoiitions requises poutotfrir les S. Mysteres; Lettre contre Ic Systeme de Mr. Nico.le ; für les Devoirs des Evdques ; Regles pour Plntelligencede I Ecriture S.; Tr. des Scrupules ; Conduice dune DameChretienne ; trois Disl'ertatirtns; Jesus crucifie ; sechs bändeüber die Genefin, und vier über den Hiod; sieben überPsalmen; Explikation des cinq derniers chap. du Deutero!nome &c. und endlich sieben bände briefe. Moreri.'

Guette, (Gerard de la ) gebürtig von Clermont in Au.vergne, war von geringer Herkunft, wurde aber unter KöniaSPhilivpi Eongi in Franckreich regierung Oder-Anffeher überdas finanz-wesen. Er erpreßte viel gelb , und führte schwereanstagen ein; wannenhcro er bey ansang der regierung des,nigs Caroli Puleb» auf die tortur gelegt wurde; weil er abersolche matter nicht ertragen konnte, starb er darüber, da dennsein leichnam durch die gaffen gcschleppet, und hernach zu Mont,faucon aufgeheuckl wurde. Mezeruy, an. 1522.

Guevara, (Velez de) eine von den ältesten Spanischenfamilien, deren stamm-haus Guevara in Biscaya liegt, undden titul einer Marggrasschafft führet. Zu ihrem stamm-vat-ter wird gesetzt Latro Guevara, der um das jähr 10;;. j» qros.sem ansehen gelebet, und den titul eines Fürsten von Nävar-ra geführet hak, welchen ihm der König von Navarra , Gar-sias, aus danckbarkeit, daß er ihn zum König erwehlen helffen,soll beygelegt haben. Daß er aber diesen Konig aus dem lei-be seiner mutier, da dieselbe von den Mohren auf einer reisetödllich verwundet worden, geschnitten , und dahero den »ah.men Latro erhalten, scheinet einer fabel ähnlich zu seyn. Ergab seinem liebsten söhne Vela, Grafen von Navarra , die Herr-schafft Onnate, samt dem stamm-schlosse Guevara, und mach-te die verordnung, daß alle seine nachkommen diese güther den-jenigen von ihren söhnen, so sie vor andern liebeten, vorausgeben sollten. Beltranus oder Berlrandus erhielt von demKönige Henrico II. die in der Grafschaffl Onnate gelegene Herr-fchafft Leniz, und hinterließ z. söhne, die waren 1.) Carolus,Bilchosszu Salamanca; 2.) Bellran, welcher die linie derHerren von Escalante angefangen , von dem unten; ;.) Pe­ trus , welcher den äst der Herren von Onnate fortpflantzle,und ;. söhne nach sich ließ, von denen der mittelsie, Jnnigo l.ein Urheber der Grafen von Ariano und Potenz« in dem,uigreiche Neapolis worden , siehe unten. Der jüngste stifteteden zweig der Herren von Morata, welche Herrschafft unweitToledo gelegen; es ist aber dessen posterität bald erloschen, undihre güther, als Monteagudo und Centi, durch heurath andas Haus Fajardo gelanget, wiewol heut zu tage das Haus Gnz-man den Marggräflichen titul von Morata führet. Der äl-teste, Petrus II. zeugte Jnnigo II. welcher zum ersten Grafenvon Onnate ernennet ward, und an. 1500. mit tobe abgieng.Von dessen z. söhnen stiftete Petrus III. die linie der Herrenvon Salinillas; Carolus und Victor aber setzten den äst derGrasen von Onnate bis an. 159;. fort, worauf deren güthersamt dem titul mit des letztern Grafen tochtcr, Catharma, anihren gemahl Jnnigo III. Herrn von Salinillas , gekommen.Dieser zeugte unterschiedliche kinder < (wie aus folgendem ar-tickul zu ersehen) von denen ihm Jnnigo IV. succedirt. Der,selbe erbte zugleich wegen seiner groß-mutter, Maria»« de Ta-xis , die Grafschaffl Villamediana, und das damit verknüpfteGeneral-Postmeister-aml m Spanien, nachdem Juan de Taßisauf Königliche ordre sein leben durch einen pistol-schuß an. 16«.emgebüsset. Er hatte auch die ehre, daß ihm der König diecharge eines Vice-Königs in Neapolis anvertraute, worauf eran. 16;8. ohne männliche erben das zeitliche gesegnete. Sei-ne älteste tochter, Calharina, heurathcte Beltranum, ihresvatters leiblichen bruder, wodurch derselbe Gras von Onnateund Villamediana wurde; er erhielt auch den titul eines Marg-grafcn von Camporeale, welcher aber nachgehends mit der wür-de eines Marggrafen von Guevara verwechselt worden. Vonseinen beyden söhnen ward der jüngere, Beltran Emanuel,Gommendator de los bastimentos del Campo de Montiel indem Ritter-orden St. Jago, General über die Spanischen ga-leeren, und durch heurath Hertzog von Najera . Er hinterließnur eine einzige tochter, welche nebst ihrer mutier unter Phi-lippi V. regierung, wegen allerhand beschuldigungen in ein har-tes gefängnis geleget wurde, darinnen die letztere an. 1710. ih-ren gcist aufgegeben. Der ältere söhn, Jnnigo Emanuel,Grand von Spanien und Ritter des güldenen Vliesses, starban. 1699. und ließ nach sich Diego Casparum, welcher nochan. 1714. als der eilfte Graf von Onnate und Villamediana,Marggraf von Guevara, Grand und General-Postmeister inSpanien , wie auch Ritter des güldenen Vliesses, gelebet.

Die linie der Grasen von Escalante fieng odgcdachter Mas-sen Bellran von Guevara an. Dessen enckel waren 1.) An,tonius, Bischoff zu Mondonedo , von dem ein absonderlicherartickul zu finden. 2. > Johannes, ein groß-vattcr Joseph'i , deran. 1591. als Vice-König und Gcneral-Capitain von Navarra gestorben. Dieses Josephi enckel Ludovtcus, erster Gras vonEscalante, hat seine Urne beschlossen, worauf seme güther und