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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sie nebst andern weibs-versonen, deren anführerin sie war,die feinde zurücke, da die männer aus Müdigkeit und schreckensich würcktich in Unordnung auf die flucht begeben hatten, in-dem sie dieselben durch steine und ein gewisses aus bley undharö gemachtes kunst-feuer abhielte. Einen Burgundier,der die gemachte brefchc erstiegen, und feine standarte daselbstaufstecken wollte, schmiß sie von der mauer herunter, undnahm ihm die standarte. Wegen dieser sonderbaren thatwird ihr gedächtnis in Beauvais werth gehalten, wie dennchr bildnis auf demRathhause stehet,und ihre nachkommen nochbis auf diese stunde von allen auflagen Der tag

dieser erlüsung, nemlich der io. julii, wird jährlich durch ei-ne solenne proceßion gefcyert, in welcher die weiber den Vor-gang haben. AIs Hachette noch am leben war, gieng sie beydergleichen solennität mit ihrer standarte vor denselbigen her,welche anjetzo bey den Jacobincrn daselbst aufgehoben wird,diese gesthicht überhaupt wird von allen Historicis dieser zeitknehlet, doch nennen nicht alle die Ieanne Hachette mit aus-gedruckten Worten. Favin, hist. de Navarre. Mezerai. *

Hacke, eines der ältesten und ansehnlichsten abelichen Häu-ser in Thüringen und Meissen , welches Biltzingslebcn, Can-newurff und Krumpe, als ein altes stamm - Haus im AmteFreyburg unweit Merseburg gelegen, besitzet. Es Hat sich invorigen zeiten wegen harten streitigkeiten mit dem Grafen vonBeichlingen , meistcntheils aus Thüringen in andere länderbegeben, und sich hierauf in Meissen ausgebreitet. An. zro.soll einer dieses nahmens, so ein Sächsischer Oberster gewe-sen, mit ioo. mann die vestuna Scheidingen überstiegen, undalle darinnen befindliche Francken niedergemacht haben. Manwill auch, daß derselbe das schloß Sachsenburg auf lebens-zeit innc gehabt , und dabey ein Haus, die Hackenburg ge-nannt , erbauet habe, so noch heut zu tage diesen nahmenführet. Friedrich und Johann haben an. 14°). dem turnierzu Darmstadt beygewohnt. Vorhero aber an. 1209. hat sich«in Hacke von Suhl «, (vermuthlich, weil er zu Suhla im Hen,nebergischen gewöhnet) auf dem turnier zu Worms mit be-funden. Just Hacke, ein tapferer kriegsmann, führte in demSchmalkaldischcn kriege den grossen Hugo von Mannsfeld desnachts aus seinem schlösse gefangen weg , und ließ ihn nach2. zahren, nach erlegter ränzion von etlichen 1000. gülden ,wieder frey. Er blieb endlich an. 155 z. in der schlacht beySievershausen, l eckenß. theatr, Sax. pag. 306. Span-genbergs Mannsf. thron. & Adel§-spiegel, P. II.

-Hacke, eine uralte adeliche familie in der Marck Branden-burg , welche daselbst das Erb-Sche»cken-cm,t besitzet, und an926. dahin gekommen seyn soll. Weil sie mit den Hackentn Thüringen und Meissen einerley wapen führet, kan es seyn,daß sie zu gedachter zeit von denselben abgestammet. Einigegeben vor, iviewol ohne gründ, sie hätten vor zeiten Blissenoder Dlissel geheißen, und den nahmen Hacke von einer be-sondern begebenheit erst zu Marggraf Waldemars zeiten er-halten. Joachim Hacke hat an. 1430. die Rittcr-güther Stans-dorff und Stolp an die von Skrohband verkauffet, und zuSvandau gewöhnet. An. i;88. war Otto Hacke auf Bergenund Briefen, als Cbur-Brandenburgischer Amts-Verweser zuCotbus bekannt. Wieaand diente an. >6,4. dem Chur -HauseBrandenburg als Oberster. An. 1690. besaß Heinrich diechar-ge eines Cantzlers bey dem Fürsten zu Änhalt-Köthen , undErnst Ludwig auf Machenow, (unweit Berlin gelegen) giengan. 171z. als Königl. Preußischer General-Mayor und Com-mendant zu Berlin mit tode ab. Man findet auch, daß vorzeiten adeliche geschlechter dieses nahmens in Holstein, Schwa­ ben , und andern ländcrn florirt. Von denen in Schlesien ,siehe den artickul Hocke, Augen Märck. thron. p. 39- 46. 210.Pechen ff, theatr. Sax. Knaut. prod. Miso . Crußui , annal.Suev. P. III.

Hackeborn, eine von den ältesten und ansehnlichsten adeli-chen familien in dem Magdeburqischen,' deren stamm-hausdieses nahmens 1. meile von Grüningen unter Croppenstadtnach dem Hackelwalde zu gelegen, hat ehemals zum theil denGräflichen und Freyherrlichen titul geführet, und sich vonGOttes gnaden geschrieben. Ihre rcfidentz hatte sie zu Hel-pede bey Eisleben, und besaß zugleich Wippra ; anjetzo aberbesitzet sie in dem Magdeburgischen in dem so genannten holtz-kreise Bahrendorf, Stasfurt und Suhldorf, rc. Schon an.979. wird der Edlen Herren von Hagen oder Hackeborn ge-dacht, welche den Hackeborn zu Halle erbauet. Ludolph vonHackeborn ließ an. in;. in der schlacht bey dem Welphs-holtze seine tapferkeit sehen. Bruno florirte an. n,;. Vondessen nachkommen haben an. 125;. Albrecht II. und Ludwigdas in dem Fürstenthnm Halberstadt befindliche CistercienscrJungfer-Stift Hadersleben gestiftet. Ludwig zeugte mit seinerersten gemahlin Albertum, mit der andern aber, so HertzogsBolcslai Lalvl zu Liegnitz tochter war, und an. 1278. starb,Frideritum. Jetztgedachter Albertus zeugte nebst einem soh,ne Johanne, eine tochter, nahmens Beatrix, welche an Bol-conem I. zu Schweidnitz vermählt worden. Um das jähr1280. lebte Mechtild von Hackeborn, welche das buch geistli-cher gnaden und offenbarung geschrieben, und canonisirtworden. An. 1364. ward Elisabeth Aebtißin zu Quedlinburg ,und starb an. iz??. Friedrich hat um das jähr 1,70. gelebt,und zuletzt den Grafen -stand geführt. Um eben diese zeit wa-

ren Atom und Ludwig bekannt, die an. i;?8. das schloßBeyer-Namburg in Thüringen vor 8000. breite schock an dieLandgrafen Friedrich Balthasar und Wilhelm verkauft, undnur den Adel -stand geführt haben. An. 14-8. war MechtlldPrbbstin zu Quedlinburg . Albrecht Friedrich und Hans vonHackeborn auf Sorn und Sercha bey Görlitz machten an.1426. anspruch auf das schloß Pribus, und geriethen deswegenmit dem Hertzoge zu Sagan in streitigkeit. An. 1711. wareiner von Hackeborn Königlicher Preußischer General - Majorund Envoye an dem Rußischen Hofe, und wurde an. 1712.General -Lteutenant. Oiearii halygraphia, p. izi. Leuchfeld.antiqu. Kaltenborn. p. 106. ZjeglerS schaupl. p. in. Grosssero Laus merckw. P. I. p. ii}. Kettner . antiq. Quedlinburg .PoppenroU» staMMb. p. Z7-

Hackelman, (Leopoldus) wurde an. 1558. zu Stade an dcrElbe in dem -Hertzvgthum Bremen gebohren. Nachdem erdie ersten fundamenta in der schule gelegt hatte, schickte manihn nach Helmstädt auf die Universität, allwo er eben wiezu Leipzig die Philosophica getrieben, nach der Hand aber sichzu Jena auf die Jura gelegt, worinn er unter gelehrter män-ner anführung vermittelst des zu seinen gaaben gesetztennatürlichen fleisses treflich zugenommen; so bald er nachge-hends voÄor worden, hat er so lange der stndirenden jugendcollegia gehalten, bis er an. i;8;> die Prüf. Juri« extraord.und nach absterben Danielis Eulenbecii die ordinariam bekom-men. An. i z8y. wurde er als Magdeburgischer Räch von Je­ na nach Halle beruffen, und hat solche stelle zum grösten vergnü-gen seines Fürsten i;. jähr bedienet; inzwischen wurde er vondem Chur-Sächsischen Hofe an Petri Heigii, eines berühmtenJuristen platz berussen, schlug aber solche vocation aus einehöfliche manicr aus, und nähme an. 1612. an deren stelle dieihm von Leipzig aufgetragene Pros. Juris an, wurde auch da-selbst bald darauf Ailessor Curix Provincialis supremx und Ca-nonicus zu Merseburg . Er starb an. 1619. und hinterließfolgende schrlften : Qua-stiones Juris illustriores; Quadlioneiselectiores ex Jure Pontif. & Dil'putationes varias in Pandect.&Jus Feudale. Baitb. Gualtber. in parentat. Jense habita.

* Hackemann, (Io.) von Peina, war erst auf der Univer­ sität Rinteln Professor Logices , hernach Pastor und Superin-tendent, letztens Abt des klosters Eluß, und starb den >6. oet.an. 1676. m seinem 47. jähre. Er hat verschiedene Disputatio-nes Ethicas; ingleichen von der Güte GOttes; von dem letztenEndzweck der menschlichen Verrichtungen; von dem allgemei-nen und Particular-Gerichte rc. geschrieben. Sein söhn warProfestor Politices zu Helmstädt, und schrieb ein buch: ReineckeVoß mit dem Kocker. Er wurde hierauf abgesetzt, gieng nachWien , und gab daselbst unterricht von der Rechlsgelehrsamkeit.Witte, diar. Hartnberg. hist. eccl. Gandesh. dipl. diff. XII.§. 11. p. 10;;. seqq.

Hacker, (Jacobus) war Professor IheologiX zu Freyburgim Brißgan zu ansang des XVII. streust. Er schrieb einentractat de Pra-destinatione, wurde aber von einem Minoriten,Andrea Urciano, unter dem nahmen Dan. Ncidingeri ange-grissen, wiewol er sich hierwider wohl zu defendiren wußte.Er hat auch 2. volumina über den Thomam de Aguino ge-schrieben. Bayle.

packet, (Wilhelmus) war ein schwärmer in Engelland ausdem XVI. streulo. Anfänglich diente er einem von Adel, nah-mens Hussei, welchem er seine treue durch eine sehr brutaleaction erwies , indem er einen von seines Herrn feinden hin-terlistig anfiel, ihm die nase abbiß, und damit sie nicht wiederkönnte angeheilet werden, solche hinunter schluckte. Er heura-thele nachmals eine reiche wittwe, brachte aber ihr guth balddurch. Er hatte nichts studiret, war aber von vortreflichemgedächtnis, welches er dergestalt mißbrauchte, daß er bey lusti-gen gelagen die predigten wieder hersagte, welche er zu keinem,andern ende anhörte, als nur seinen spott zu treiben. Erliebte den wein und die weider gar heftig, und schändete einejungfrau, die zu ihm gekommen war, seines raths zu pflegen.Endlich warf er sich vor einen Propheten auf, und verkündigte,daß Engcüand mit z. land-plagen, krieg, Hunger und pest wür-de heimgesucht werden, wofern nicht die kirchen-disciplin da.selbst wieder eingeführet würde, und daß es mit dem Papstnichts mehr würde gemein haben. Den ansang seiner prophe-zeyungen machte er in der proviiitz Uorck und Lincoln, wurdeaber deswegen öffentlich gestäupet und ins elend verwiesen.Es kam ihn gar leicht an, alsofort ein gebät mit den auserle-sensten Worten zu GOtt zu machen, welches denn bey dem volckglauben machte, es sey eine gaabe des H. Geistes. Er machteso viel Wesens von seinem gebät, daß er auch zu sagen pflegte:wenn gantz Engelland um regen, und er gantz allein um gutWetter bäte, würde es doch nicht regnen. Er betrog auch durchsolche falsche wege und seinen scheinheiligen wandet den Ed-mund Eoppinger, und Henricum Arthington, welches ein paargelehrte männer waren, daß sie sich zu ihm schlugen, der erstezwar unter dem titul eines Propheten der barmhertzigkeit,der andere unter dem titul eines Propheten des gcrichts.Arthington wollte versichern, daß sie von GOtt ausserordent,sich geschickt wären, und daß nach JEsu Christo niemand ei-ne grössere gewalt hätte, als Hacket; Eoppinger aber wolltebehaupten, Hacket wäre der einzige Konig von qantz Europa .Sie giengen endlich gar so weit, baß sie ihn mit Christo verglei-chen