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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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chen wollten, worwidcr sich Hacket nicht setzte, sondern vielmehralso zu bäten pflegte: Vatter, ich weiß, daß du mich lie-best, wie dich sechsten- Als sie ihn aber salben wollten, gaber es nicht zu, vorgebend : der heilige Geist habe ihn schonim Paradiese gcsalbet. Indessen erklärten sie sich, ihm allen ge-horsam zu leisten, weshalben er ihnen den 16. jul. an. 1592.befahl, dmch alle gassen der stadt Londen zu gehen, und auszu-ruffen : daßIEsus Christus gekommen wäre, die weit zu rich-ten, logirte in einem gewissen wirths-hause, und würde ihnniemand tobten können. Welchem defehl sie auch in solcher ge-schwindigkeit nachkamen, daß Arthington sich nicht einmal zeitnahm, seine Handschuh zu holen z sie setzten auch noch dieseshinzu : Engelland thue busse, Engelland thue busse. Sie brach-ten durch ihr geschrey einen solchen zulauf von dem volck zu-wege, daß, als sie auf den grossen platz gekommen waren , sienicht weiter fortkommen konnten, sondern auf einen leeren wa-gen steigen, musten, den sie eben antrafen, allwo sie ihre com-mißion ausrichteten. Als sie wiederum zu ihm kamen, und ihniahen , schrie Arthington vor allem volcke: das ist der Königder erden. Sie gaben von ihm vor, daß Christus dem gcistenach in dem Hacket mit wett grösserer Masse als bey einemandern wohnte; daß er der natur verklärter leider theilhaff-tig wäre; er sey der engel, welcher vor der Welt ende kommensollen ; er führe den hirten-stad, um die schaafe von den-cken zu scheiden; er würde den fatan unter die füsse treten,und das Reich des Antichrists von gründ aus zerstören; werihn sehen wollte, würde ihn in dem wirths-hause sinden, undwer diesem Könige von Europa nicht gehorchen würde, sollteumkommen, und die Königin Elisabeth von dem throne gestos-sen werden. Hierauf wurden sie insgesamt vor den Richtergefordert, und ihnen ihr proceß gemacht. Das urtheil brachtemit sich, daß Hacket sollte gehangen und geviertheilt werden, soauch den 28. jul. an. 1592. vollzogen wurde, wiewol er sich vordem Richter gar ungeberdig stellte, auch vor seinem tobe vielgotkslästerliche reden ansstieß. Coppinger hungerte sich imgefängnls todt, Arthington aber erhielt gnade, weil er sich seineböse thaten gereuen ließ. Hacket war der Königin Elisabeth imgeringsten nicht gM, daß er nicht allein vor sie nicht bitten wollte,sondern auch sein Vorsatz war, ihr mit der Cron das leben zunehmen, und die gantze form der regierung zu ändern. Er ge-stund vor den Richtern, daß er der Königin Hertz mir einem ei-sernen griffet durchstoßen, und sie niemals vor eine Königinerkannh wünschte ihr auch kurtz vorher, ehe man ihn aufhenck«te, alles böse auf den hals. Camd. ann. ad an. 1591. Hemi-tus fitz Simon, Britann. Minist. Ist). II. c. 6. Bayle.

Jackett, (Johannes) ein Englischer Bischoff zu Lichfield und Coventrn, war zu Westmünster an. 1592. von Andrea auseiner alten Schottländischen familie gebohren, und daselbst solange zu der schule gehalten,bis er zuCambridge in Trinity-Col-legio aufgenommen wurde. Bischoff William , damals Sie-gel-Verwahrer, nahm ihn in sein Haus auf, worauf er KönigsJacobi I. Caplan, und Prediger zu St. Andrews Holburn, wieauch an. 16; I. Archidiaconus von Bedford gemacht worden.Seme fast zerfallene kirche St. Andrews trachtete er auf alleweise wieder in guten stand zu bringen, es wurde aber durchden entstandenen krieg die hierzu gesammelte contribution etli-cher 1000. pfunden gantzlich dißipirt. ,Als das Parlement dasBischöffliche regiment samt allen einkünften abschaffen und ansich ziehen wollte, war Hackett von den Bifchöffen beordert,dargegen in dem Unter-Hause eine Vorstellung zu thun, welcheser so gründlich und nachdrücklich verrichtet, daß man damalsvon diesem beginnen abgestanden, wiewol hernach bey über-hand nehmender rebellion, das gegentheil erkennet wurde. Hier-auf wurde auch'Hackett von den Parlamentariis gefänglich an-genommen , und muste sich hernach auf das land retiriren.Bey einfttzung Caroli II. wurde ihm das Btßthum Lichfieldund Coventry conferirt, bey deine er, mehrentheils aus demsteinigen, 20000. pfund zu reparation seiner Cathedral - kircheverwendet. Er senfzete über den an so vielen armen kirchen-diensten seiner Dioeces begangenen kirchen-raub, und pflegte zusagen : daß, gleichwie die Papisten höchstens zu tadeln waren ,als sie ihres ledigen Interesse halber von keiner reformationhören wollten, von den Reformirten noch gröber gefehlt wäre,als welche mehr aus geitz und geldsucht, als gewissen, refor-mirt hätten. Obschon er die Christliche kirche gern vereinigetgesehen, hielt er es doch für unmöglich, so lange die lehre vonder Unfehlbarkeit und (Supremat von den Papisten behaup-tet würde. In dem streit, betreffend die 3. artickul zwi-schen den Remonstranten und Contra - Remonstranlen , führ-te er sich sehr moderat und gelind auf, wiewol er für feinePerson es hierinn mit Calvino hielte. Er war sonst ein mannvon schönen gaaben, treflich belesen, und neben seiner theologi-schen wissenschafft auch in Philologicis wohl geübet; dabeyliebreich, freundlich, tapfer und recht exemplarisch, und son-derlich gegen den armen höchst gullhälig. Er hat dem Trini-ty-Collegio zu Cambridge 1200. pf. und der Universitäts-biblio-theck die seiniqe, welche 1500. pf. geschätzt wurde, vermacht,starb endlich an. 1670, seines alters 78. jähr. Seine schriftensind: A Century of Sermons on several remarckable subjects,welche einen grossen band in fol. wohl-ausgearbeitecer pre-digten ausmachen; The List; of Archbishop Williams , pbecScriniii referata itl fol. Plante, Life of D. Hackett , vor tcilttllSermons. *

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* -Aackington, ein ort am flusse Stour in der provintz Kent,welcher darum zu mercken ist, weil daselbst die Gräfin von Lei-cester, mit nahmen Lora , fich aufgehalten hat, nachdem sie sichentschlossen hatte, allem vergnügen der weit abzusagen, undGOtt einig und allein zu dienen. Der Ertz-Bifchoff von Can.terbury, Baldwin , war zwar damals willens, dem H. Ste«phano eine kirche daselbst aufzubauen, aber weil fich der Papstseinem vorhaben um gewisser Ursache willen widersetzte, so ließer davon ab. Indessen ist doch dieser ort von der zeit an St»Stephelis genennet worden. Camdeni Brit. p. 700.

Hackluit, (Richard) ein Theologus unter der Königin Eli«sabeth regierung in Eugelland, war aus einer alten und be»rühmten familie in Hcrefordshire entsprossen, zu Oxford inChrist-Church als ein studcnt erzogen, und nachgehcnds zu ei»nein Prabendario von Westmünster gemacht worden. Nebstder Theologie hatte er auch grosse tust zu der Historie, und son-derlich zu derjenigen, die von schifffahrten handelt. Er gab ei-ne beschreibung der alten, mittlern und neuen see-fahrtenheraus, welche theils aus privat-schreiben, theils aber aus ge-wissen kleinen tractätlein heraus gezogen war, die auf ewigwären verlohren gegangen , wofern er fie nicht durch seinenfleiß erhalten hätte. Er starb endlich zu ansang der regierungJacobi I. Wood , antiq. Oxon.

* Hackmann, (Jacob) gebürtig aus dem lande Haveln,war nieder letzten helfte des XVII. sieculi Pastor zu St. Niko-lai in (Stade, und Königlicher Schwedischer Confistorial-Rath.Er starb an. 1698. den 30. dec. im 89. jähre seines alters. Un-ter verdecktem nahmen hat er wider Ram, Predigern zu St.Wilhelm in Stade, eine schrift mit dem titul: Carneadis Cyre-nsei Antitragus, und nach deren von der Universität Jena an-gestellten censur Correctionem Cacocenforis heraus gegeben.Er hat auch noch unterschiedliche streit-schriften wider Have,mannen, und zum theil unter dem nahmen Stanislai Schrö-ters verfertigt, im nahmen aber des Stadifchen Ministerii an.1690. eine vorrede zu basigem gesang-buch gemacht, welchesvon Serpilio in fortgesetzten lieder-gedancken, p. 92. vor dasbeste gehalten wird. Universal-Lexicon.

Hacqueville, eine Französische familie, welche aus ArtoiSentsprossen seyn, und sich in dem XIV. fseculo nach Paris ge-wendet haben soll. Johann Hacqueville war an. 1463. einerder Deputirten von selbiger stadt an König Ludovicum XI.welcher zu Pleßis les Tours war. Er hatte Mariam Violainzur ehe, mit welcher er Jacobum erzeuget, und Dionysium vonHacqueville, Herrn von Vaires, von welchem die Herren vonVaires, Garges, Attichi und Pomponne des zunahmens Hac-queville herstammen. Iacobus von Hacqueville hatte von Gi-lette Hennequ.n, Radulphum von Hacqueville, Herrn von Ons«en-Bray, welcher von Anna Mistercolle hinterließ Petrum vonHacqueville, Parlements-Rath von Paris und Präsident derrequeten , so an. 1363. verstorben. Dieser letztere hatte vonseiner ftau, Maria Burgensi, des berühmten Ludovici Burgen-sis, Königlichen Leib-Medici tochter, Andream von Hacqueville.Parlements-Rath zu Paris , und nachmals Requetenmeister.Er war unter Caroli IX. und Henrici III. regierung berühmt.Der Hertzog von Maycnne nöthigte ihn, an. 1391. die stelle ei.neS Präsidenten von dem Parlement anzunehmen, die er aber,nachdem die stadt Paris von Henrico IV. zum gehorsam ge-bracht worden, wieder niederlegte. Er starb den 13. may an.1610 . im 78. lahre seines alters. Er hatte zur gemahlinAn«nam Hennequin , von welcher er Hieronymum hinterließ, vondem hernach ; Carolum, Bischoff von Soissons , so den 28. jan.an. 1623. verstorben, UNd 2. töchter. Blancbard, histoir. desprem. Prefid. de Paris , & des Maitr. des requetes.

Hacqueville, (Hieronymus) Herr von Ons-en-Bray,, ober-ster Präsident des Parlements zu Paris , war des Andreä Hac»qucville, Herrn zu Ons-en-Bray la Morlaye und Marcon-ville, Königlichen Präsidenten im grossen Rath, söhn, von derAnna von Hennequin. Er war anfangs Parlements - Rathund hernach Präsident über die requeten des pallasts. Endlichmachte ihn Ludwig XIII . an. 1627. zum Präsidenten des Par-lements. Er starb den 4, nov. <10.1628. ohne erben. Blancbard.

Hacspan, (Theodoricus) war den 8. nov. an. 1607. zuWeimar gebohren. Anfänglich wurde er auf das Gymnasiumzu Rosleben geschickt, und nachmals auf die Universität nachJena und Helmstädt. An. 1636. gieng er auf die Academiezu Altorf , und setzte sich folgends in den Orientalischen spra-chen veste. Er wurde nach Schwerterk tobe an. 1636. Professorder Hebräischen spräche daselbst, und an. 1634. Prokessor Theo-logise. In den letzten jähren wurde er starck mit dem pvda«gra und einer cachexie befallen, und starb endlich den 18. ian.an. 1639. Seine schriften sind : Locutiones facrae; SyllogeDisputationuni Theologicarum & Philologicarum; Fides &Leges Muhamedis ; Lucubrationes Franckenthalenfes ; Theo-logia Thalmudica ; Liber Nizzachon ; Mifcellanea facra ;Notie Philologicae in loca Scripturte difficilia. Nicolai pro-grunnna fun. Spizelii templ. honoris. frebcr. theatr. Witte ,mein. Theol. dec. X.

Hadad, siehe Adad.

-^adamar, lat. Hademarum, eine kleine stadt auf dem We«sterwalde, an dem fluß Els, 4. meilen von Coblentz,gelegen. Esresidirte sonst daselbst ein Fürst von dem Hause Nassau, undzwar von einer besondern linie, welche Johannis des altern,