992 h a t
f ^inMi eine insul an der seile der provintz Quangtnnghina , nahe bey Tonquin. Die Haupt-stadt/ Kiuncheu ge.nannt, gehörk-nebst 12. andern stabten, so an den seilen der in-sul gelegen, dem Kayser von China . Das innerste des landeshat seine eigene rinwohner, welche darinnen gantz frey leben,und von niemand bepenbiren; sie handeln aber mit den Chine.fern, von welchen sie vornemlich ihr saltz und ihre kleidn be,kommen. Diese insul ist mit bergen und Wäldern angefüllet,doch hat sie an allem einen Überfluß. Es giebt daselbst in demqebürae gvld-und silber-bergwercke, werden aber nicht gebauet,indem die Wilden sich blos damit begnügen lassen, das gold, soan den Offen in dem fände gefunden wird, zu sammeln. Esfinden sich auch an keinem orte mehr perlen als an den ufern derinsul von mitternächtlicher feite. Das rosen-holtz , eben-holtzund brasilim-holtz wächst daselbst auf den bergen. Man findetdaselbst überall Indianische nüffe und eine frucht, welche votdie gröste in der weit gchalten wird, so man in Indien Iacanennet. Sie hänget an dem stamme des baums und nicht anden ästen, als wären selbige zu schwach die frucht zu tragen.Man öfnet sie mit einer axt, weil die schaale sehr hart ist, undfindet inwendig ein geldlicht fleisch, so durch eine haut in viel-fältige kleine häuslein abgetheilet, sonst aber sehr ssisse und an-genehm zu genieffen ist. Wenn sie recht reif, und auf warmerasche gebraten worden, hat sie fast den gefchmack, wie gebratenecastanien. Es bringet die insul auch viel andere fruchte hervor,welche in selbigem lande gar hoch gehalten werden, auch giebt esdaselbst viel Hirsche imd feder-wildpret. An der mitternächtli-chen feite der insul sänget man walisische von eben der art, alsdie Holländer um Grönland fangen. Es wächset daselbst einsonderlich kraut, welches sie chifung nennen, und so viel heis-set, als das den wind zeigt, weil die leuthe, so am meerwohnen , sich dessen bedienen, um zu erkennen, ob es unge-witter geben börste , und zu welcher zeit sich solches äusser»möchte. Auf dem gebürge Kium wird viel rother marmor ge-graben. Die Jesuiten haben in dieser insul viel kirchen. Mar-tini} China . Neuhofs Chin. reise, p. 344·
Hainlin, (Ioh. Iacobus) ein Schwäbischer Mathema-ticus und Theologus , ist um das jähr 1588. in dem Würtem-dergischen gebühren. Nachdem er zu erst Ephorus der schulenzu Tübingen gewesen, wurde er an unterschiedlichen orten Dia-conus und Pastor , darauf Pros. Mathemat. zu Tübingen , undendlich Abt zu Adelberg und Bebenhausen . Er machte eingrosses aus seiner neuen chronologischen erfindung, betreffend,die annos mysticos , welche darin« bestünde r die sabdatischeund judel-jahre Men weder für astronomische noch bürger-jahregehalten werden, sondern haben eine gantz besondere mystischeform , welche aus der multiplication der 7. tage der wocheimmer durch entstünde; dahero, gleichwie 7. tage eine Wo-che ausmachen, so machen 7. Wochen einen mystischen monat,solcher mvnate ein mystisches jähr, bestehend aus *4*. ta-gen , 7. solcher jähre ein mystisches sabbath-jahr, und 7. sab-dath-iahre ein mystisches jubel-jahr, und so fortan. Er schloßendlich, da er sonst ein bescheidener mann war, mit grosserconfidentz , seine auf diese art eingerichtete Chronologie wäre sovollkommen < daß seil dem ansang der weit nicht ein einzigerlag davon oder dazu gesetzt werden könnte, ohne eine gäntzlicheronfusivn aller zeiten und geschichle; doch fand diese' seine er-findunq bey den Gelehrten keinen solchen beyfall, wie er wolgehofft, gestalt Reinh. Franckenberger solche auf eine ziemlichharte weise, odwol ohne sonderbaren Nachdruck, widerlegt,darauf aber Hainlin mit aller sanftmuth geantwortet. Es hatdie schwachheit dieses neuen gebäudes besser und mit geziemen-der modestie entdecket sein vörhero gewesener lehrjünger Petr.Megerlin, Profeff. Mathes. zu Basel , in seinem Commentar.Chronol. in Tab. Historico-Mathem. c. 2. Hainlin starb den15. sept. an. , 6S0. in dem 72. jähre, nachdem er folgende schrif.ten pnblicirt: Clavem und hernach 8olem Tempor. oder Chro-nolog. Mysticam ; Vindicias pro Chronolog. Mystica ; Propö-fition. Chronolog.; Synopiin Mathematicam ; Refutat. Ratio-num, quibus Pontificii orthodoxam relig. impugnant. Witte ,diar. biogr. P. Megeriin. theatr. divin. regim. *
Haititz, (Joseph) ein berühmter und kunstreicher mahletausber stadt Bern gebürtig, wurde von Kayser Rudolpho II.seiner kunst halben sehr werth gehalten , deswegen auch auf sei.ne kosten in Italien , und sonderlich nach Rom geschicket, dieraresten gemählde daselbst abzuzeichnen, welches er auch sehrwohl verrichtet, und bey seiner Wiederkunft, da er für gemeld-ten Kayser unter anderm zwey vortrefliche stücke, als die na.ckende Leda mit dem schwanen in einem verschlossenenZimmer, und das bad Dianä gemahlet hatte, ein lährlichesgnaden-geld auf lebens-lang empfangen hat. Seine meistenstücke sind von den berühmten kupferstechern Egidio und JohannSadeler, L»r Kilian nnd Jsaac Mayor in druck ausgegebenworden. Er ist endlich zu Prag gestorben, einen söhn hinter-lassend , der die gleiche profeßion getrieben. Sandrart , Acad.Pict. p. 286. *
Hatr, ist eine wüsteney in Libyen , die ioö. weilen lang ist,an der südlichen gegend von Nigririen, und an der östlichen sei«te der wüste Igni gelegen.
HAIRETITES, ist eine besondere secte unter den Türcken,welche von allen dingen zweifelhafft find, nnd niemals etwas ge.
Hai h a l
Ibisses fthlieffen-, daher sie auch ihren nahmen führen, als diezweifler. Sie sagen, man könne die lügen von der Wahrheitnicht unterscheiden, und sey es uNdienlich, viel zu demonstri.rcn. Wenn etwas streitiges vorkommt, wissen sie nichts an,ders zu antworten, als: GOtt weiß es, uns ist es unbekannt.Es sind manchmal einige von dieser secte zu der würde einesMuffti erhoben worden, und wenn sie aisdenn eine sententz nn,terschrieben, pflegten sie allezeit dabey zu sagen : GOtt weiß,was am besten ist» Ricaut , de l’Empire Ottom. liv. II. c. ir. * Haine, oder Haizze, Hache, (Petrus Joseph de) gebur^tig von Cavaillon in Provence , lebte ,u Air im XVIII. seculo*machte sich durch verschiedene kleine die geschjchtc von Proven ce betreffende schriften, die er gröstentheils unter verstellten nah-men heraus gegeben, bekannt, und starb ums jähr 1718. Erhat auch eine ausführliche ledenS-beschreibung des MichaelisNostradami verfertiget. Le Lang, bibl. histor. de France.
, HakeldaMa, oder Akeldama, ein strich selbes bey dem thakTophet, gegen mittag des thals Josaphat und des berges Zion,ward zum begräbnis-platz für die pilgrim, so zu Jerusalem ge-storben, gewiedmet. Er heisset so viel als dlut-acker, weil selbigervor die 30. silberlinge, dafür Judas Christum verrathen hatte,erkauffet worden. Zuvor war es eines töpfers acker gewesen, oderein seid von solcher erde, daraus köpfe gemachtworden.
* HakeweU, oder Hakewill, HackwiU, (George) gebürtigvon Ereter in Devonshire , war Reclor des CoIIegii von Ereterzu Oxford , wie auch Doctor Theologiae und Archidiaconus inSurrey , und starb an. 1649. den 2. april in seinem 72. jähre.Er hat in Englischer spräche wider die Königs-mörder, Londen1612. in 8. Von dem H. Abendmahl, ib. 1641. in 4. Von derPraxi der ersten kirche bey der firmung, ib. iüi;. Apologlam
ro Potentia Providentiaque Dei, Londen 1635. in fol. geschcie«en. Wood.
* Hala, (George) war an. 149?. zuBayreuthgebohren, undvor dem Schmalkaldischen kriege Prediger zu Waiblingen imWürtembergischen. Crufi Schwäd. chrvnick, P. III. Hb. XI.c. 10. p. r;9. Als er wegen deö Interims von dar weichen mu-ste, begab er sich in Meissen , allwo er an verschiedenen ortenPrediger gewesen, bis er an. 1551. Diaconn», und an. 1994-Pastor an der Thomas-kirche zu Leipzig worden. Crufius, 1 . c.P. III. lib. XI. c. 22. p. 27a. Er ist an. i;ü;. den iz. jan. ge-storben, und hat ein bedencken von Haltung eines Concilii, in,gleichen Consilium de Concordia instituenda & componendodiflidio religionis nachgelassen. Ftfcblmi memor. Theol. Wür-temberg. Unschuldige Nachrichten, 1725.9.52Ü.
Halabas, eine grosse stadt im Reiche des grossen Mogols,welche auf einer spitze landes liegt, allwo der fluß Gemins oberGemma in den Gangem fällt. Sie hat ein schön casteü vonausgehauenen steinen nebst einem doppelten graben, worauf derGouverneur residiret. Tav*rmer s P. I. p. 52.
Halam, (Robert) ein Engelländischer Cardinal, welcherunter Henrici IV. und V. regierung lebte. Er war in Orforderzogen , und wurde an. 140;. zum Cantzler der Universität da-selbst erwehlet. ?lus einem Arehidiaeono von Canterbury wur-de er zum Bischog von Salisbury , und an. 1411. zvm Cardi-nal gemacht. Daß er müsse ein geschickter mann gewesen seyn,ist daraus zu ersehen , weil er auf die Condlia zu Pisa undCostnitz mit gesendet worden , um daselbst die EngelländischeClerisey präsentiren zu helffen.
-Zalar , lat. Ilalara, Ilala , eine stadt in der nördlichen ge.genb von Jßland, unter Dänemarck gehörig. Sie ist zwarklein und ohne mauren, jedoch ein Bischöfflicher sitz unter demErtz-Bischoff von Drontheim stehend.
-Aalbe, Haibau, ein städtlein oder marck-flecken und schloßin der Ober-Lausitz an dem Golddach oder dem Wasser Grossen.Tzschirna, nnd an den Nieder-Lausitzischen grentzen, zwischenGörlitz und Sorau ; eS gehöret den Grafen von Promnitz.Es hat eine Gräfliche Wittib bishero ihren sitz allhier gehabt.
-Aalberftadt, eine adeltchr familie, ist an. 926. in die MarckBrandenburg kommen, nachdem die Wenden daraus vertriebenworden. Johann wurde um das jähr 15,6. ein Mönch in demAnhältischen kloster Neuburg. Christoph wohnte an. 1598.dem leichen-proceß Churfürstens Georg zu Brandenburg bey.Joachim Friedrich florirte an. 1680. als Fürstlicher Oberst,Lieutenant und Cammer - Juncker zu Weissenfels . AngeliMärck. chron. Coiltff. eoieal. fam. nob.
^alberftadt, eine Brandenburgische stadt im Nieder-Säch-sischen kreis, die Haupt-stadt deö von ihr benannten Bischoff-und Fürstenthums, an einem kleinen fluß , die Holtzeine oderHoltheim genannt. Wo der nähme herkomme, ist unbekannt;wem mit einer menge ungewisser derivationen gedient, kan fiebey Leuckfelden und Adeln nachlesen. Die stadt ist sonst ziem-lich groß, volckreich, und angebauet, insonderheit die Vorstädte»so im dreißigjährigen kriege abgebrochen worden , gantz neu; dahingegen die damals angelegte fortification gantz eingegangen.Allhier ist die Preußische regierung, das Dom-Capitul unddrey andere Stifter, deren kirchen nebst 2. andern Pfarr-undeinigen geringen Hospital-kirchen die Lutheraner inne haben; in-gleichen drey Catholische Mönch. und zwey Nonnen-klöster. DieReformirte Teutsche geineine verrichtet ihren gottesdienst inder kleinen Hof- kirche an der alten Bischöfflichen refidentz,der Peters-hof genannt, die Französische aber in der auf dein