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daher sich Hahn bewegen ließ, eine vollständigere Reichii-histo-rie ans licht zu stellen, davon aber nur vier theile zum Vorscheingekommen, weil er durch andere geschaffte an der weiter» auö-arbcitung gehindert worden. Sonsten aber hat man auch vonihm: Collectionem Monumentorum vcterum & recentiuniineditorum in zwey theilen; eine Untersuchung der Mernoireslur In Liberte de Florence ; davon sich der Verfasser nicht ge-„ennet hat; Kaysers Ottonis M. diploma , welches er demklvster Bergen verliehen, mit seinen anmerckungen, die er auchnachgehends gegen Calvörium und den Helmstädtischen Pro-Lstnrem Polyc. Leyserum vertheidigt hat; Lissert. de RegnoArelatensi &c. Sein bruder, Ioh. Friedrich Christoph Hahn,Pastor primanus in Burg , hat von seinem leben in einer be-sondern Lateinischen fchrift ausführliche Nachricht gegeben.
Hahnekam , siebe Hanckam.
Hahnius, (Henricus) war zu Hildesheim , allwo sein dat-ier ern Rathsherr war, an. iöo?. den 28. aug. gebohren.Nachdem er in seiner geburts-stadt und zu Goslar den gründ ge-legt, zog er an. ,6iy. auf die Universität Helmstädt. An. 162$.gieng er wegen der pest und kriegs-unruhe von dar nach Hause,hernach aber auf Rostock . Indessen da sich der krieg auch indiese gegend zog, begab er sich wieder nach Helmstadt , fiengan sich in der praxi zu üben, und auf erlaubnis der juristischenFacultät zu lesen, bis er an. promovirle, und an. 1641.an statt Iohannis Weckil Profellionem Institutionum, hernachFandectarum, und letztlich Codicis bekam. Von seiner doppel-ten ehe hat er nur eine tochter gehabt, die ihn überlebet, undan den berühmten J'Ctum , Ioh. Eichelium, ist verheurathetworden. Er starb den 25. febr. an. lüüg. an einem rothlauf,so er am rechten arm bekam , und hinterließ viel bücher, un-ter denen wol das beste : Observata Theoretico-Practica digc-fta ad Matth . Wesenbecium , von welchem schon die sechsteedition heraus kommen. Im übrigen hat er geschrieben : deJure Herum & Jure in Re; de Damnis ; de Posseilione ; de pi-gnoribus & Hypothecis; Legern Imperii dd Sorte & Usuris ; deDifferentiis Juris Civilis & Canonici , wie auch sehr viel disscr-tationen. Freheri theatrum. Witte, memor. JCtotum. ClAud.Sm< er. vita & script. JCtor. tom. I. p. 74. *
Hai Ebn Jocdan, ist ein Arabischer, aber ertichteter phi-losophischer Roman, so von Iaafar Edn Tophail in Arabischerspräche beschrieben, und bey den Morgenländern sehr hoch ge-schähet wird; siehe den artickul Abu Iaafar. Dieser Mor-genlandische Roman stellet (wie droben schon vermeldet wor-den ) einen menschen für, welcher bloS durch den guten ge,brauch feiner Vernunft, mit zuziehung allerhand experientzicn,ohne eines einigen menschen hülffe es dahin gebracht, daß er sichnicht nur eine genaue erkänntms der natürlichen dinge, alsder Anatomie, Phlistc, Astronomie rc. sondern auch der Me-taphysic und natürlichen religion nach und nach angeschafft hat.Ebn Jocdan , gebohren von einer Indianischen Printzeßin,ward in seiner kindheit in eine einübe und leere insul gesühret;eine geiß, deren eben ein raub-vogel ihr mnges weggeführt,kam auf dieses kindes weinen herbey, und reichte ihm ihre brü-ste ; er nahm also bey dieser nahrung eine zeillang an starckeund grosse zu , und gesellete sich indessen immer zu der schaarder griffen, verwunderte sich anbey, baß, da die übrige lhiereso wohl bekleidet wären , er allein nackend einher gehen mülie,tnerckke doch bald, daß ihm seine Vernunft, äugen und Händean statt der waffen und kleider wären. Seine Mutter kam zusterben; er rufte ihr vergeblich zu , kein glied wollte sich mehrregen; er betrachtete, ob etwas an den äugen oder ohren wä-re, welches de» gebrauch derselben an seiner geliebten muktcrbinderte; weil er aber auch allhier nichts fand, schloß er, derUrsprung ihres lebens und bewegung müsse innerhalb dem leide,und dißmal durch etwas innerliches gehindert worden seyn,schnitte dcrowegen mit einem scharfen stein den lerchnam auf,betrachtete alle innerliche theile, und kam endlich nach langemnachsinnen zu einer genauen erkännlnis der Anatomie; und al-so wurde er bey unterschiedlichen anlassen auch zu anderer scien-tien Untersuchung verleitet. Aus betrachtung der bewegungund disposition der corpotmn kam er aufdie gedancken, es müj-se ein mächtiger, unendlicher und weiser meister seyn, der al-le dinge in eine solche sttuation gebracht habe, und diese de-trachkung gieng ihm so tief zu hertzen, daß er sich damit fasteinig und allein vccnpirte; diß einzige konnte er mehr wohlfassen, ivoher es «emlich komme, baß dieser allmächtige undgütige Schöpfer so wenig vernünftige creaturen, die ihn er-kennten und verehrten, gemacht hätte, (dann Ebn Jocdanvon andern menschen gar nichts wußte, > und ferner, warumer doch diese unsterbliche seele mit einem zerbrechlichen leibe, derimmer die Vereinigung mit GOtt zerstörete, vereinbaret hat-te ; doch machte er endlich diesen schluß: diß leben müsse einstand der »«Vollkommenheit seyn, und ein besseres und vollkom-meneres auf dasselbige folgen rc. Ais er nun Mit solchen gedan-cken umgieng, kam ohngefehr ein einsiedler, nahmens Asal,in der insul an, machte mit ihm bekanntschafft, lehrte ihn sei-ne spräche, legte ihm die Mahomcdlsche religion aus, und be-richtete ihn von dero ceremonien und äusserliche» Übungen.Ebn Jocdan liesse sich diese religion in allem tresiich gefallen,konnte aber nicht begreiffen , warum so viel leibliche Übungendarin» geboten und bürgerliche qesetze und strafen gesetzt wä-ren, vermeynende, es würde solcher äusserlicher bände bey .den
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menschen keknes Wegs nöthicj seyn, wann sie alle nach seinemerempel durch vernünftige raisonnements auferzoqeii würdenAsal trachtete ihm zwar diesen zweifel zu benehmen, konnteaber nichts ausricdtcn. Endlich wurden sie beyde schlüßta sickin die menschliche gestllschafft zu begeben, da Ebn Jocdan scch?kunst recht probwen sollte; „e kamen anfangs an eines bmach-bartcn pursten Hof an , da dann dieser letztere so bald mitgrosser Verwunderung aufgenommen und angehöret wurde, alser aber ansieng fein vorhaben , die leuthe durch philosophischegründe zu der erkanntms und ausübung ihrer pfljchken zu vermö!
gen, in das werck zu stellen , muste er zu seinem grossen Ls^heu / daß die mensche» durchgchendö viel zu tumm waren,als daß sie die geistliche natur GOttes, die verläugnunq ftjmrselbsten , Verachtung des zeitlichen rc. begreiffen könnten undschloß daraus, es sey wol mchts vernunftigers, und zu desweil grosten theils der menschen zeitlich-und ewigem Wohlständenothwendigeres, als das gesey Mochameds, welches kein scharfesexamenber lehren gestattet, dazu d,e meisten leuthe untüchtigsind , sondern euren blinden glauben erfordert, und etliche äuftserliche ceremonien und Übungen, so unter die sinne fallen, undvon lederman konnten beobachtet werden, anbestehlet. Dieserphilosophische und scharfsinnige Roman ist von dem Urheber inde'n XIl. Leulo Arabisch heraus gegeben, hernach von v elArabischen scnbenten commentirt, und endlich in allerhand an-dere sprachen, Latein, Hebräisch, Englisch , Holländisch fTeutsch rc. übersetzet worden. Ein mehrers siehe in dem buchselbst, oder dessen auszug in Bibüoth. Univers. t om III.* ^
HAIETTI, ist eine besondere stete unter den Türcken. Dke-»esiigen, so sich darzu bekennen, halten davor, daß IEsuSChristus einen wahrhafftigen leid an sich genommen habe .wiesie denn in ihrem glauben auch dieses haben , daß Christusaw letzten tage kommen werde, die Welt zu richten. Sie be-weisen jolches aus einem text des Alcbrans, allwo gesagt wird -Mahomet, du wirst sehen deinen HErr» in den wolcken mielder kommen. Denn, ob sie gleich solches nicht offenbar vonChristo wollen verstanden wissen , so behaupten sie dennoch, daßdieses von dem Meßia zu verstehen, und bezeugen in ihrem be,sondern disturs, daß solches kein anderer seyn könne als selbi.ger. Auch sagen sie, daß er im fleisch wieder kommen werde,um die weit zu richten, daß er 40. jähr werde über der erbeherrschen, und den Antichrist umbringen, und hierauf solledas ende der welk kommen. Ricaut, hi'st. de l’Fmpire Ottomliv. 11 . c. 2. Herbe ot , bibl. Orient.
Haigerloch , eine indem Schwäbischen Fürstenthum Ho-yenzollern, an dem fluß Deyah, zwischen Tübingen und Rot»weil, gelegene kleine stadt, nebst einem schloß. ' Sie hat ehe-mals den tikul einer Grafschafft gesühret, und den Grafen vonHvhendurg zugestanden. Nachgehends kam sie an das F>ausOesterreich , welches selbige zu aüsqang des XV. feeuli^ ge-gen die Herrschafft Rackunz an das Haus Hohenzollern vertan,fchet, von welcher nunmehro ein äst von der Sigmarinaistbenlinie daselbst restdiret. Imbof. not. P. üb. V. c. 1.
Hailbronner, (Jacobus) ist an. isaS. zu Ebertingen, ei.tiem torf in dem Wurtemdergischeu Amt Vaihingen, gebohren,allwo sein vatter Hieronymus Superintendent gewesen. Ergieng anfangs zu Entzweihingcn, hernach zu Vaihingen undendlich zu Stuttgard in die schule. An. 1561. nahm ihn He»tzog Christoph unter die Alpirsbachischen stipendiaten auf, vondar er 2. jähr hernach nach Maulbrunn unser die inspection D.Valenlmi Vanni kam; allhier hörete er auch das Oolloguiuman , so zwischen Churfürst Friedrich aus der Pfaltz und HerbogChristoph von Würtemberg, wie auch den beyderseitigen ssbeo.logis über das H. Abendmahl und die person Christi gehaltenwurde. Nachdem er PbiloP. Baccal. worden, erhielt er daSHertzogl. Ikipendium, wurde zu Tübingen Magister, und legtesich darauf hin auf die Theologie. An. gieng er aufWie»,und wurde bey dem Graftn vo» Hardeck, auf dem schlösseNleggerspurg , eine zeitlang Hof-Prediger; von dannen wurdeer nach Sintzendorf beruffen, allwo er der kirche so lange vor.stund, bis ihn an. i z?;. Johannes Pfaltzgraf am Rhein inZweybrücken zu seinem Hof-Prediger bestellte; zwey jähr dar-auf wurde er in Tübingen Doctot Theolog. Folgends kam erauf die Pfarrey zu BensheiM , und wurde Superintendent indem Starckcnburgischen districte; als er Allhier nicht über 10.inonate gearbeitet, wurde er General - Superintendent in derobern Pfaltz, weswegen er Nach Ainberg gieng; er musteaber an. is«*?- auch von hier Wetters, »nb die Höf-Predigers-stelle zu Neudurg annehmen, welche er bey ;o. iahren wohlverwaltet, und an. >601. bey dem Colloquio zu Rcgenstnirgden Römisch-Catholischen einen starcke» widerstand gethan.An. i6rz. wurde er Prälat des klosters Auhaussen , und kurtzdarauf oberster Abt des Hertzogthnms Würtemberg zu Beben.Haufen, wie auch General-Superintendent; er starb aber an.i6i8> den 6. nov. Seine vornehmste schriften sind: v-xmono.manin Pistoriana; Antidotum in Dxmbnom. I istor.; Anti-Tannerus; Uncatholisches Papstthum ; SynopP. Doctr. Christ.;Carnificina Esauitica &c.^ Witte, memor. Theolog, p. iaa, &diar. biogr. ad an. i6ig.
Haillan, siehe Girard, Herr von Haillan.
Haimersleben, siehe Hadmeroleben.
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