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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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zugleich mit diesem bäume hätte sterben müssen, erkannte diesesvor eine grosse wohlthat, baß ste ihm erschien, und befahl, ersollte von ihr bitten , was er wollte, mit versprechen , es ihmzu geben. Dieser gab zur antwort, daß sein qröstes verlangenwäre, ihrer liebe zu geniessen. Hierein wili-igte die Nymphe,jedoch mit der dedingung, daß er mit keiner andern weibes-per-H>» etwas zu schafft» haben sollte. Allem es trug sich zu, daßUch Rhocus einstens von einer Versuchung überwältigen ließ, undvon einem knaben, der sonst ein botenläufer zwischen ihnen bey-den abgab, auf frischer that angetroffen wurde, welcher sich un-ternahm , seinen Herrn deshalben zu schclren. Als nun Rhö-cus hieranfelwas zornig antwortete, wurde die Nymphe gleich-falls entrüstet, und beraubte ihn seiner mannheck. Die Poetenvermengen öfters die Hamadryades undXajades unter-einan-der. Eine andere gulhcrtzigkeit von den Hamadryaden hatArcas, der söhn des Jupiters von der Callisto, - erfahren. Als ,er auf der lagd war , iahe er, daß der Untergang einer aus denHamadryadibus nahe sey, weil ein vorbey-siicssend rcisseiidesWasser an ihres baumes wurtzeln grossen schaden gethan hatte.Auf der Nymphe bitte ließ Arcas den ström anderswohin lei-ten, und die wurtzcln mit fristher erde beschütten , bat sich aberdavor die letzte gnnft aus , die er ohne Weckers wegern erhielte,auch mit dieser wald-göttin, die Prolpelea genennet ward,zwey kinder zeugte. Unter allen sterblichen naturen haben nachder Heydmschen Theologie die Hamadryades das höchste altererreichet. Denn nach des alten Hesiodi meynung übertrist dermenschen alter, das leben einer krähe neunmal, das alter einerkrähe der Hirsch einmal, das leben eines Hirsches der rabe drey-mal, die tage eines rabens der phönir neunmal, eines Phönixalter aber das leben einer Hamadryas zchenmal. Auß». Vir-gil. Ovid . Bayle. *

Haman , ein Amalekitcr , war des Königs Ahasvcri inPersien günstling, und ein grosser Verfolger der Iüden. Allein,nachdem Ahasverns von der Königin Esther verstanden, wiesehr Haman der Königlichen authorität mißbrauchte, ließ er ihnan eben denselben galgen hängen, den er vor Mardochai zube-reitet hatte, A. M. 352?. A.C. 459. U.C. 293. Olymp. LXXX. 2.Was ferner von Haman in den Apocryphifchcn stücken in Esther gemeldet wird, derseldige wäre von ankunsr ein Macedonier ge-wesen , und hätte der Iüden Untergang hauptsächlich aus derUrsache zu befördern gesucht, damit der Persicr Reich dadurchgeschwächt, den Macedoniern desto leichter zum raube würde, isteine handgreifliche falschheit. Denn neben dem, daß Haman in dein wahren buch Esther ausdrücklich ein Agagiter oderAmalckiter genennet wird, so fällt auch diese geschtchte Ha-mans nothwendig in eine solche zeit, da das Macedoinsche Reichnoch in so schwachem und elendem zustande war, daß es seineeigene, damals noch gar enge grentzen nicht zii beschützen ver-mochte , will geschweigen, an die croberung von gantz Asien gedencken dorfre. Noch mehrere fabeln untermengen hievondie Iüden in ihrem Tbargumim Esther und verschiedenen ortendes Talmuds, als ein weitläustiges geschlechl-register Hamans,daß er anfangs ein sclave des Mardochai gewefen, und von dem-selben um ein stück brodts erkauft worden ; daß der dem Königewider die Vastht gegebene rath vonihm herkommen, und er ge-hoffct durch verstoffung dieser Königin seine eigene tochler aufden thron zu bringen; daß er eigentlich 20g. söhne gehabt,die inder Schrift gemeldte zehen aber die vornehmsten unter der zahlgewesen , damals die höchste gemalt in den provintzen desReichs gehabt, und andere solcher possen mehr, welche der er-zehlung nicht werth sind. Eßber. Tburgum mrumque Eßber.Erasyn. Eßber.

Hamatb , war eine ftadt im gelobten lande in dem stamnieZadulon. Es wird von selbiger das dabey gelegene land Emathoder der Amathiter genannt. Es war eine grentz - stadt gegenSvrien zu, unten an dem berge Libanon gelegen, so von Ha-math, dem eilften söhne Canaans, erbauet worden. Sonstist ste daher berühmt, daß die von Mose ausgesandten kund-schaffter dahin kamen; ingleichen , daß sie von David friedenerhielte. Sie wurde von den Syrern eingenommen, und vonJerobeam wieder erobert. Nach der zeit brachten ste die Assy-riernter ihre botmäßigkeit, weiches des Sennacheribs hoch-müthige frage veranlassete, da er sprach: wo sind die göttervon Hainath? 2. Sam. VIII. 2. XXIll. 4. Num. XIII.

HAMAXOBII, ein gewisses volck, so an Scythiengrentzte. Sie wohnten in ledernen zelten, die man auf wä-gen umher führen konnte, und liessen ihre tapferkett sonder-lich wider Cyrum, Darium und Alerandrum sehe». Hnat.

Silius Italicus &c.

* Hamayde, (Jgnatius Francifcus de la) ein Rechtsge-lehrtcr, war zu Irschvnwelle in der Hcrrschafft Ath aus eineradelichen familie gebühren, die auch sonsten verschiedene ge-lehrte männcr hervor gebracht. Nachdein er zu haute die Hu-maniora mit besondern, fortgang erlernet, wurde er, um diePhilosophie und Rechtsgelehrsamkeit zu treiben , nach Lovengeschickt, da er denn auch an. 1672. vnnLicentiato Juris, undbald darauf zum Professore Initituuonum Regio , an. 167;.aber zum Doctore in beyden Rechten ernennet wurde. Nachdem tobe des berühmten Rechtsgelehrten Loyen erhielt er auchdie stelle eines Ameoellbris primärst , und verwaltete dieselbe26. jähr lang mit einem allgemeinen lobe, bis er endlich den2i. mertz an.,7,2. i» einem alter von vier und sechzig jähre» das

zeitliche gesegnete. Er hat verschiedenes geschrieben, worunterfein buch de Recusationibus Judicum am bekanntesten ist.

-Ä ambererer , (Georg Albrecht) kbylices und Machema-tum Pröiellorpubl. zu Jena . Er war den 26. novcmbr. an.,662. zu Baierberg in Franckcn gevohren. An. 1682. zog ervon Heilbrun», wo er den gründ seiner studien gelegt, auf dieAcademie nach Altorff, und von dar an. 1684. nach Jena .Daselbst nahm er de» gradum Magistern an , und ward an.IÜ89. bey der Philosophischen Facultät Adjunctus. An. 1694.erhielt er die Profestionem Matheieos exrraordinariam.uild zweyjähr darauf ordinariam , zu welcher er auch noch an. 1705. dieProfeffionem ordinariam Physices bekam. Er hat diese stellen bisan sein ende sehr wohl verwaltet, und ist vornemlich seinerdeutlichkett wegen bey seinen zuhörern sehr beliebt gewesen.Sein Fasciculus DifTertationum Physico-Mathemadcarum , sozu Jena an. 1708. heraus komme», wie auch seine übrige Oi.sputadones sind gar wohl ausgearbeitet. Er starb an einemfieber den febr. an. 1716.

* Hamble , oder Homble, ein fluß in der GrafschafftSoulyamplon, welcher bey dem flecken Bushwaltham entsprin-get , seinen lauf von norden nach süden ntmmet, und bey demeingang des meer-busens von Hampton gegen dem schlösse CalS-hvt über sich durch eine sehr weite öfnung in das grosse meer er-geußt. Eben bey diesem orte bemercket man eine doppelte ffulhdes meers , deren eine der andern entgegen prellet. Dann aufden mittäglichen kästen von Engelland treibet das meer auf ei-ner feite von Westen gegen osten, und auf der andern von ostengegen weste», da dann diese zwey fluthen einander entgegen lauftfcn , und bey dein ausfluffe des Hamble mit einem entsetzlichengebrülle auf einander stossen. Beevereü, delic. d'Anglet . p. 709.

+ Hamburg , eine berühmte, grosse, reiche und volckreicheHansee-handcls-und freye Reichs-stadt, im Hertzogthum Hol-stein , sieben meilcn von Lüneburg , zehen von Lübeck und acht-zehen von der sec gelegen. Gegen süden wird ste von der Elbe,gegen osten von der Bille, gegen norden aber von der Alster be-netzet, welche letztere der stadt , sonderlich mit treibung dermühten grossen Vortheil giebt, und sich nachmals in jene ergeußt.Die ebbe und fluth dcS Meers wird allhier sehr wohl wahrgenom-men ; sie hat fünf Haupt-kirchen, eine Dom-kirche und siebennebcn-kirchen, 84. drücken, 3 8. wasser-mühlen < sechs schleus-sen, sechs wind-mühlen, ftchs grosse marckt-plätze, fünf berge,und drey wasser-künste. Das Raths-Oollegium bestehet aus vierBürgernicistern, drey Syndicis, 20. RathSherren, deren 1 o. Ge-lehrte , 10. aber handelü-leuihe sind, und drey Seerecadis. DasMinilterium bestehet aus 29. gliedern, deren Haupt der Seniorist. Sie wird in die alt-und neu-stadt getheilct, ist mit einemwall und 2;. bollwcrcken, wie auch tiefe» und breiten Wasser-graben ivohl bevestiget, und ist das neue iverck vor dem stein-thore, ingleichen die stern-schantze zwischen dem Altonauer-unddamm-lhore sonderlich consideradel, hat sechs thore und dreyeinfahrten zu wasser, den ober,bäum, den nieder-baum, wel-cher der gröste Hafen der stadt ist, darinnen die grösten schiffeliegen, und die Alster. Unter andern gebäuden sind das Rath-haus, die Börse, das schöne zeughaus, und die Banco, nebstden provianl-zucht-und waysen-häusern sehens-würdig. Sie hatein grosses gebiethe, dazu das Amt Ritzbüttel, das städtleinBergerdorff, zwey meilen von Hamburg , nebst de» vier Masch-landern , welche letztem sie mit Lübeck gemeinschasstlich besitzet,ingleichen im Holsteinischen der Billwerder , Ochscnwerder, Ep-pendorsser-kirche nebst noch vier andern dörfern , wie auch Neu-mühlen unweit Oltensee gehören; so hat sie auch einen austrag-lichen zoll, der Tollenspicker oder Zollenspicker genannt, beyder überfahrt der Elbe unweit Winfen, welches ein paß, viermeilen von Hamburg . Sie ist Lutherischer religion , doch hassie auch Reformirte, Mennonisten und Catholicken zu einwoh-nern, wovon die erstem und letztern ihren gottesdienst bey denanwesenden Residenten ihrer religlon, die Reformirte jedoch vor-nemlich zu Alton» ihre rechte gemeinde haben. Es ist auch einDom-Capitul daselbst , welches der Cron Schweden zugehöret,und aus dem Probst, Dechant und 12. Canonieis bestehet, überdiß hat sie auch ein Oymnaiium illustre , und auf der Johan-nis-fchule eine sehens-würdige bibliotheck , welche täglich vierstunden geöfnct wird. Ihr nähme wird von einigen von denhammen oder scvtncken Hergeführet, weil die benachbarten sol-che häufig dahin gebracht, und den schiffleuthen verkauft haben.Andere leiten solchen her von dem Jove Hammone, dessen bild-nis der Kayser Carolus N. allda soll zerstöret haben. Theilsvermeynen , daß sie von den Oambriviis übrig sey , und vor zel-ten Gambrivium geheissen, daraus Hamburg worden. Kran-tzius derivirek den nahmen von eine'.» alten Sächsischen Helden,Hama genannt. Am sichersten ist es, den nahmen von demnahe daran gelegenen walde, Hamma genannt, zuführen. Eswird gesagt, Kayser Carl der grosse habe an der Alster eine ve-

S Hammasburch oder Hohbuoch genannt, an. 808. widerenden anlegen lassen; als sie aber an. 810. gantz zerstöretworden , habe sie in dem folgenden jähre gedachter Carolus M.wieder erbauet, sein söhn Ludovicus Pius aber zu einer Haupt-stadt gemacht, und ihr Ansgarium um das jähr 8;r- zum erstenErtz-Bifchoffe gegeben , an. 1223. aber ist solches Ertz-Bißkhumnach Bremen gekommen; wiewvl andere sagen, es habe derBtfchoff Bezelinus an. 1046. diese stadt mir einer mauer umfan-gen, und daran ,r. thürme aufgeführet; sein Nachfolger Albertus

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