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aber habe zum ersten eine steinerne kirche allda gebauet. An.1072. hat Krako, der Wenden Heerführer, solche damals schonreiche stadt gantz zu gründe gerichtet. Es ist dieselbe ehemals un-ter der Sachsen gebiethe gestanden, welche sie durch gewisseVögte verwalten liessen; wie denn Kayser Lotharius Graf Adol-phen von Schaumburg als einen Vogt dahin setzte. Jedoch hatWoldemarus, Hertzog zu Schleßwig, mit hülsse seines brudersdes Königs Canuti VI. aus Dänemarck , diese stadt dem Römi-schen Kayser Ottoni lV. durch krieges-macht entzogen, und sel-bige nachmals Graf Albrechten von Orlamünda geschencket;dieser aber hat gegen erlegung 1900. marck löthigen silbers diestadt in freyheil gesetzt, und all sein recht der stadt verkauffet.An. 1 fauste sie Graf Gerhardo, Johanni und Adolphe diemüntzeab, wurde auch an. 1*59. von dem Kayser Carolo IV.in seinen und des Reichs schlitz aufgenommen; hingegen aberan. 1,7?. durch eben dieses Kaysers ausspruch zur gehorfams-leistnng gegen die Grafen von Holstein angewiesen, und ihr auf-gerichteter Roland niedcrgeworffen. Ob nun gleich die folgendeGrafen und Hcrtzoge von Holstein der stadt ihre freyhcitcn be-stätigt haben, sind sie doch durch gewisse vertrage denselben ver-bunden gewesen, haben sie auch, als nach absterben des lehrenGrafen zu Holstein-Schaumburg selbige lande auf Köüig Chri-stianum I. in Dänemarck gekommen, auf gewisse Masse mit ihmverglichen. Wie denn diese stadt den Hcrtzogen von Holstein,Oldenburgischen stammes, die Huldigung, wiewol nicht ver.mittelst eydes, sondern durch Handschlag prästirct, undnoch an. 160,. an den König Christiannm IV. von Dänemarcksothane Huldigung geschahe. Weshalben man von Dänischer seilen auf selbige prätension machet; sie ist aber an. 1910. und1618. durch einen ausspruch des Kayserlichen Cammer-Gerichtsvor eine freye Reichs-stadt erkannt, auch hierauf an. 1641. zudem Reichs-tage zu Regenspurg beschrieben worden, ob sie gleichwegen Dänischer und Holsternifcher protestation noch nichtwurcklichen sitz und stimme erhalten hat. Man hat von Däni scher feite die revision wider obigen ausspruch gesucht und erhal-ten , auch haben die Dänen etliche mal, wiewol vergeblich, et-was darauf tentiret, und sonderlich an. 1686. da einige miß-helligkeiten »wischen dem Rath und bürgerschafft entstanden, undein reicher burger, Hicronymus Schnittger, die stadt den Dä-nen in die Hände spielen wollen , welcher auch, nachdem durchVermittelung der Häuser Brandenburg , Lüneburg.und Hessen die Dänische belagerunq aufgehoben worden , nebst seinem ca-meraden, Conrad Gasiram, enthauptet wurde. An. 1712.hat Dänemarck seine prätensionen erneuert, und solche in sechsbögen starck durch den druck bekannt gemacht. Worüber die stadtsich mit den Königl. Deputirten in eme abhandlung eingelassen,und endlich dem Könige 2,0000. thalcr zugestanden, worauf dieDänische völcker sich von der stadt wiederum entfernet haben;daß sie aber noch bis dato ihre freyheit behauptet, haben sienicht sowol ihrer eigenen stärcke, als den benachbarten Fürstenzu verdancken, deren interesse erfordert, daß- sie diese stadt viel-mehr in dem jetzigen zustande erhalten helffen, als zugeben, daßsie unter eines mächtigen und zumal auswärtigen Potentatenbotmäßigkeit falle. Es haben auch die Russen an. 171,. der stadteine forderung von 9 00000. und der Sächsische Gcncral-Feld-Marschall Graf von Flemminq eine andere von ,00000. thalernunter verschiedenen vrätepten mit dedrohung der scindscligkeitengethan , welche abzuwenden, die stadt, dem Rußifchen FürstenMenzikoff, 200000. thaler ausgezahlt hat. Es hat diese stadtneben andern Privilegien von dem Kayser Friderico I. die srey-hcit von allen Elb-zöllen bis in die offenbare see erhalten, jedoch,daß sie schuldig seyn sollte, den Eldsstrom von allen see-räubernzu befreyen, welches privilegimn Kayser Fridericuö II. bestäti-get. Von den! Iayser Friderico III. hat sie das stapel - recht,-von dem Kayservigismundo aber das recht,göldcne und silbernemüntzen zu schlagen, erhalten. An. 170g. entstunden zwischendem Rath und der bürgerschafft grosse mißhelllgkcitcn, welchezu stillen ein corpo von Nieder-Sächsischen krcis-trouppen 12000.mann starck anrückte, und der stadt mit einer belagerung drohe-te. Hierauf wurden nach gepflogenen tractaten 2,00. mann ein-genommen , und eine grosse Kayserllche Commißion die fache zuuntersuchen ausgerichtet. Unterdessen gcrieth der bekannte PastorD. Krumholtz in arrest, und bekam von der Universität Tübin gen dieses urtheil: daß er von seinen, Pastorat sollte abgesttzetwerden; daß er dem Rath und andern Collegiis , die er beleidi-get , öffentliche abbitte thun, und die Unkosten des Processes be-zahlen sollte; endlich daß er sich reversiren sollte, sich weder di-recle noch indirecte zu rächen. Die acten wurden hierauf nachWien geschickt, von dar man den endlichen ausspruch erhallen,und ist ermeldtem v. Krumholtzen am 1,. fedr. an. 1711. dasend-urkheil auf dem Rathhause publiciret worden , krafft dessener aller feiner ehren entsetzet, zu ewigem gcfangnisse vernrtheilet,und znr restitution der „»kosten condemniret worden. Man hatihn hierauf des andern tages über die Elbe nach Harburg ge-bracht, allwo er von den Lüneburgischcn trouppen angenommen,und von dar nach der Hannoverischen vestung Hameln, um da-selbst ewiges gcfängnis zu halten , gebracht worden. Es sindauch nachgchendö die Commißionü-trouppen sämtlich aus Ham burg abgezogen , und hat also der streik sein ende erreicht.An. 172?. entstund eine neue streitigkeit zwlschcn dieser stadt unddem Dänischen Hofe, da jene ein besonderes müntz-edict herausgegeben , wie auch eine Banco errichtet. Beydes mißfieldem Hof dergestalt, daß der stadt sogleich aller Handel und wan-
del zu Wasser und zu lande gesperret, und noch dazu an. 17,4.einige Hamburgifche schiffe in dem Sund angehalten worden.In eben diesem jähre entstünde auf dem Hamburger berge einnächtlicher tumult, da das darauf gelegene Wirthshaus vonAltona ausgeplündert, und dabey ein Hnmburgischer dragoner,so nebst andern , den lermen zu stillen, dahin geschickt worden,von Dänischen soldaten todt geschossen wurde. Man schicktehierauf Deputirte nach Coppenhagen, welche den 28. april an.17,6. die fache beygeleget, da die stadt dem Könige 900000.marck bezahlet, dieser aber sie weiter ungekränckt zu lassen ver-spräche. Krantzii Metrop. Hertms , lib. 111 . Germ. Cluver,Germ. ant. Angelt Holstem. (hrvN. Cbytraus , lull. Saxon. TVpograpb. Sax. ins. p.12?. Werdenbagen, de Rep. Hanseat. Knip.schild.· de civit, lmp. l.ambeii otigg. Hamb. Mollen isagoge
ad hist. Chers. Cimbr.’ Hamb. bist. remarq. an. 1704.x. ; 8 .Europ. Herold, k. I. p. 77 l. Europ. reisen, p. III. Apotog.Ovit. Hamburg , de an. 1641. Neue Europ. Fama, 19. theil.
* -Hamconius, (Martinus) ein Historicus und Poet,war zu Follega, einem dorfe in West - Frießland , gebohrcu,und wurde in den innerlichen unruhen dreymal genöthiget, sichaus seinem vaileriande und ins exilium zu begeben. Er er-langte aber allezeit wiederum grössere Vortheile, inmassen erbey seiner ersten zurückknnft zum Untervogt in Lemmeria undEinnehmer in Follega, bey der andern aber z,»n Dyckgraf oderAufseher über die dämme in Scvenwoldcn , und endlich beyder dritten zum Drost in Donievarstal bestellet wurde. Ober nun gleich bey diesen ämtcrn wenig zeit Übrig behalten,so übte er sich doch in den neben - stunden mit gutem fortganqbeydes in der Historie und Poesie, bis er endlich um das jähr1619. in einem ziemlich hohen alter mit tobe adgieng. Seinevornehmste schriften sind : Gertamen Catholicorum eum Calvi -niltis ; Acroltichis de Expeditione Joh. Casimiri advers. Ein.Bavar. Ep. Golon. worinnen alle Worte mit dem buchstaben L,anfanaen ; und Erilia, seu de Viris Rebusque Erili* illustri-bus &c. welches wohl gerathene gctichte Petrus Winftmiusan. 1620. ans licht gestellt, der denn auch in der Zuschrift dentob des Verfassers betranret, daher diejenigen irren, welche vor-geben , daß er an. 1621. gestorben sey. Andrea bild. Belg.Sujsrid. Petri , de scriptor. Friste.
-Hamel, (Joh. Baptista du) ein berühmter FranzösischerGeistlicher und Philosophus , war an. 1624. in der Nvrmandievon Nicolao du Hamel , einem Advocatcn, gezeuget. Denanfang seiner studren legte er zu Caen , die Rhetorie aber undPhilosophie erlernte er zu Paris . Insonderheit legte er sich aufdie Mathelin , und schrieb in dem achtzchendcn jähre seines al-tcrs einen kleinen tractat , worinnen er des Theodosii büchervon der Spha:ra erklärte, gleichwie er auch bald darauf eineTrigonometrie edirte. Im neunzehenden jähre seines alterSgieng er in die Congregationem Oratorii , worinnen er zehenjähr verharrcte, bis er nach diesem eine Prediger - stelle in demdorfe Nenilly an der Marne bekam, und an. 1696. machte ihnder Groß - Almosenicr von Franckreich , Cardinal AntoniusBarberini, zum Almosenicr des Königs, da er nicht allein diebücher fleißig las, sondern auch an. >6,9. einige fachen zu schrei-ben ansieng. Als Colbcrk an. 1666. die Academie der wissen-schafftcn stiftete , wurde er zum Secretario darinnen verordnet.Weil er auch einen saubern Lateinischen Itylum schrieb, wurdeihm das buch von den rechten der Könige von Franckreich aufdie Niederlande in das Latein zu übersetzen aufgetragen, welchesan. 1667. unter dem titnl: Reginae GhristianiffimL Jura in Du-catum Brabantise, & alios ditionis Hispanicae Principatus beesaus kam. AIs Colbert von Croissy an. 166?. zu dem Ackischenfriedens-schlusse geschickt wurde, nahm er ihn als Secretariummit sich dahin , und von dar in Enqelland. Er kam über Hol land wieder zurück nach Franckreich, und schrieb viel fachen,zumal an. 1678. sein Systema Philosophicum oder Philoso-phiam veterem & novam ad usum sciiols accommodatam inRegia Burgundia pertractatam , welches sehr wohl aufgenom-men wurde, und an. 1691. sein Systema Theologicum oderTheologiam Speculatricem & Practicam juxta SS. Patrumdogmata pertractatam , in sieben tomis. Er starb endlich den6 . aug. an. 1706. Seine übrige schriften sind: AstronomiaPhysica; delYleteoris & Fossilibus ; de Consensu veteris & no-va; Philosophiae; Differt, de Privilegiis stlonast. S. Germani Pa-risienlis ; de Corporum Affectionibus; de Alente Humana; deCorpore animato ; Opera Philosophica & Astronomica; LiberSapientiae; Theologiae Clericorum Seminariis accommodat®Summarium ; Institutiones Biblicae ; Commentarii in Psalmos,Libros Salomonis & Ecclesiasticum ; Regiae Scientiarum Aca-demiae Historia ; Biblia Sacra vulgata editionis. Seine philo-sophische wercke sind an. 1681. zu Nürnberg in vier bänden in 4.zujammen gedruckt. Aova hfer. Hamb. septembris 1707. p.,00.Fontt nelie, hist. du renouvell. de l’Acad. des Scienc. p. 148.
* Aamel, (Joh^du ) ein Normannier, und LicentiatusTheologi® bey der Sorbonne, lehrte die Weltweisheit bey ,0.jähren in dem Jestiiter-.ColIegio zu du Pleßis, bis gegen an.1690. und gab bald hernach diese stelle auf. Ungefehr an. 1700.nahm er sich auf anrathen und begehren etlicher seiner freundevor, seine Philosophie in den druck zu geben ; sie kam abernicht völlig heraus, bis an. 1709. ein jähr nach des authoristobe, und ist nun in fünf theilen in 12. zu sehen. Bibliothequ*du Ricbelet, von st». 1728,
Hamel-