aber fast in die hundert jähre in keiner besondern aufnähme ge-wesen , bis König Jacobus III. seine schwester Mariam StuartdemJacobo Hamilton gab, und ihm die Grafschafft Aran, soaus einer insul von dem flusse Glokta bestehet, schenckte. Er hattekinder, Jacobum Hannlton II. der ihm folgte ,,von dem her-nach ; eine tochter Margaretham, die an Malthaum Stuart,Grafen von Levin, vermählt war; und den dritten Hamilton ,welcher von seiner gemahlin Stuarta , des Hertzogs von Albantochter, einen söhn hatte, nahmens Patrieium Hamilton,welcherwegen der Protestantischen reliqion verbrannt worden. Jaco bus II. aber hatte 2. gemahlinnen, eine aus dem Hause Humey,die er verstieß, und die andere Janetam Betoniam,des CardinalsBetonii muhme, von welcher er Jacobum III. und Johanncmhinterließ, von welchen beyden hernach. Jacobi Hamiltons III.söhne von des Grafen von Morton tochter waren, Jacobus IV. Graf von Aran. Dieser, weil er blödsinnig war, bekam Jaco-bum Stuartum, einen verwegenen menschen , zum Vormunde,welcher unter dem scheine der vormundschafft die Graf,HasstAran, das schloß Hamilton, Kinvel und andere güther der Ha-miltonischen familie an sich zog, auch wider alle billichkeit durchdes Parlements ausspruch an. 1587. zum Grafen von Aran er-nennet wurde. Johannes und Claudius aber wurden an. 1579.mit weib und kindern durch anstiften ihrer feinde aus Schottland vertrieben, da sie denn ihre zuflucht bey der Königin Elisabeth inEngelland suchten, durch deren Vermittelung man auch,elbigenach Verlaufs, jähre restituirte, und der erstere Johannes wurdean. is99. von dem Könige Jacobo VI. zum Marggrafen vonHamilton, der jüngere Claudius aber zum Baron von Paslaygemacht. Johannis söhn war Jacobus V. welchen der Konigan. 1619. zum Baron von Ennerdal und Grafen von Cambridge in Engelland, zum Cammer-Herrn, zum Ritter vom blauen Ho-senbandc und zum Seneschalln des Königlichen Hauses machte,von dem hernach. Er starb in seinem besten alter den 2. mertz an.1624. nicht ohne Vermuthung empfangenen gifts, und hinterließvon seiner gemahlin , Anna Cunningham, des Grafen Jacobivon Glencarne tochter, Jacobum VI. und Wilhelmum, von wel-chen beyden hernach. Jacobus VI. hatte nur 2. töchtcr, Annamund Susannam. Die älteste Anna wurde mit Wilhelm Dou-glas, Grafen von Selkirk, vermählet, welcher hierdurch den tituleines Hertzogs von Hamilton erhielt. Dieser starb den 28. aprilan. 1694. und hinterließ Jacobum Douglas , Hertzog von Ha-milton, Grafen von Aran, Grvß-Schatzmeister von Schottland ,dessen erste gemahlin war Anna Svenser, Graf Roberts vonSunderland tochter; die andere des Baron Gerhards von B.rom-tey tochter, mit welcher er sich den 27. jul. an. 1698. vermählet.Seine geschwister sind Carolus Hamilton, Graf von Selkirk,Lord - Registrator in Schottland , welches amt er an. 1702. nie-derlegte ; Johann Hamilton, welcher ehemals wegen hoch-verraths gefangen gefetzt wurde; Georg Hamilton , Graf vonOrkney , General - Major und Oberster von einem regiment zufuß.; Basil Hamilton ertranck im fept. an. 1707. im flusse Mi-uock, und Archibald Hamilton, ward Schiffs-Capitain. Es istauch diefes gefchlecht und nähme noch jetzv in Schottland gar be-kannt, indem Dugdale in feinem Verzeichnisse des Schotkländi-schen Adels, Hamilton, Grafen von Abercorne, Carolum Ha-milton,Grafen von Hadington,Johannem Hamilton, Freyherr»von Bargeney, und Johannem Hamilton,Freyherr» von Bilha-ven, anführet. Auch wird in der an den König Wilhelmum III.übergebenen Schottländischen national - addresse der nähme Ha-milton sehr oftmal gefunden. Buchananus, hist. Scot. Lcstaur,hist. Scot. it. hist. Britann. Dugdale Baronagium. Burneti Com-ment. de Duc. Hamilton. Imbof. gen. Britann. P. I. c. 14.
Hamilton, (Jacobus II. ) Jacobi I. söhn. Er folgte demvatter in der Grafschafft Aran , und hat sich durch verschiedenefactionen berühmt gemacht. Als Alexander, David und Wil-helm Humey wegen allerhand Unruhen, so sie zu Königs Jaco-bi V. feiten angefangen, von dem Hertzoge Johanne von Albauals Vice - König waren proscribirt, und daraufgenöthiget wor-den sich zu ergeben , wurden sie dem Grafen von Aran anver-trauet. Dieser aber, weil er ihre schwester zur ehe hatte, ließsich durch selbige bewegen, eine neue conjuration wider den Vi-ce-König anzuspinnen, und suchte selbst als nächster erbe des Kö-nigreichs die verwaltung desselben. Er zog auch JohannemStuart, Grafen von Levin, seiner schwester enckel, auf feine fei-te , wurde aber bald wieder zur ruhe gebracht, und von demVice - Könige, als er in Franckreich rcifete, unter die Guberna-tores des Reichs mit ernennet, und dem jungen KöniglichenPrintzen zum Hofmeister gegeben. Hierauf entstunden zwischenihm und dem Duglas, Grafen von Angus, zwistigkeiten, der-gestalt , daß es zu einem Hand - gemenge kam, worbey des Gra-sen von Aran bruder umkam; es wurden aber diese Unruhendurch des Vice - Königs an. 1521. geschehene rückkunft gestillet.Es währete nicht lange, so brachen die streitigkeiten zwischen denHamiltons und dem Duglaßischen qeschlechte von neuem aus.Denn als Jacobus V. aus der Reichs - Stände rath die reqie-rung selbst antrat, solche aber allein zu führen nicht vermochte,sondern sich darbe» auf seine mntter und den Grafen von Aranmit verlassen muste, verdroß selbiges den Grafen von Angusund den Johannem Stuart dergestalt , daß sie zu den Waffengriffen, und wurde zwischen jenem und dem Grafen von Aranein scharmützel gehalten, in welchem dieser den kürtzern zog.Weil es aber dem Grafen von Angus mißfiel, daß JohannStuart hierbey so stille gesessen, söhnte er sich mit dem Grase»
von Aran wieder aus, und giengen beyde auf Stuarten los, dadenn dieser in einem scharmützel umkam, und von allen sehr de-dauret wurde. Des Sluarts tob suchte nachmals einer seinerbedienten zu rächen $ dannenhero, als er zu Edendurg den Ja-cobum Hamilton, des Grasen von Aran söhn, antraf, da eraus dem schlösse gehen wollte, brachte er selbigem ohnverschens6. wunden an. Bucbananut , hist. Scot. üb. XIV. LesUusüb. IX. Imbof. gen. Britann. P. 1 . c. 13. p.96. *
Hamilton , (Jacobus III. ) war des obigen Jacobi II. söhn.Er wird von Buchanano vor einen unächten söhn gehalten, und
S iar darum, weil er von der Janetta Betonta, des Cardinalsetonii muhine, welche bemeldter Graf von Aran noch bey leb-zeiten der ersten verstossenen gemahlin geehlichct, war gezeugetworden. Nichts destoweniger folgte er dem vatter in seinenwürden und Herrschafften. Als er von den wunden, die ervon des Stuarts diener, wie obgedacht, empfangen, wiedergenesen, kam er in grosses ansehen. Wannenhero er auch nachdes Königs Jacobi V. tobe zum Gubemator des Reichs und zuder Königin Vormund als der nächste anverwandte ernennetwurde. Dieses übernahm er mehr auf seiner freunde einrathen,als aus eigenem gefallen, und versähe selbiges unter mancher-ley factionen, die er erleben muste, ganyer 10. jähr. Als manaber an. 1553. rechcnschafft von ihm fordern wollte, ließ er sichdurch der Franzosen zureden bewegen, daß er addanckte, unddie regierung der Königlichen Mutter überließ, erhielt hingegenChateleraut in Poitou von dem Könige in Franckreich, nebst demHertzoglichen titul und einer jährlichen penfion von 12000. pfun-den, wurde auch, wenn die Königin ohne kinder versterbe» soll-te , zum erben ernennet. Als einige jähre verflossen waren, such-te Jacob Hebrun, Graf von Bothwel, der gantz verarmet,neue Händel anzustiften. Zu diesem ende suchte er den GrafenMurray mit den Hamiltonen zusammen zu hetzen, sprach aucherstlich die Hamiltone an, erbot sich , den Murray hinzurich-ten , und fand bey selbigen gutes gehör, indem sie die Königingern nach ihrem willen haben wollten. Sein ältester söhn aber»Jacobus, war der einzige aus diesem geschlechte, welcher nichteinstimmen wollte, sondern den Grafen Murray durch einenzugeschriebenen brief warnete. Als nun selbige: darauf ant-wortete , erbrach dessen vatter in seiner abwefeicheit den brief,und da er daraus ersähe, wie die fache durch seinen söhn entde-cket worden, ließ er ihn in gefänqliche hasst bringen, daraus eraber entkam , und sich zu der Königin wendete, welcher er dengantzen verlauferzehlte. Als man ihn nun in derer, die er an-gegeben hatte, gegenwart befragte, wurde er dergestalt bewe-get , daß er selbst nicht wußte, was er sagen sollte, indem ihm- theils die liebe, die er zu der Königin trüg, anlag, theils diegenaue frcundschafft mit dem Grafen Murray, theils, daß erauch seinen vatter nicht gern in Unglück bringen wollte, und daer keinen zeugen anzuführen wußte, erbot er sich, mit dem Gra fen Bothwel sich in einen zwey - kämpf einzulassen. Indessenwurden verschiedene eingezogen, und der Hamilton St. Andrews in dem Bischöfflichen schlösse verwahrlich gehalten, wiewol dervatter der Königin zum öftern anlag, daß sie den söhn und dieandern gegen sattfame bürgschafft losgeben möchte. Nach die,sem gieug er aus Schottland in Franckreich, als er aber ver-nahm , wie die Königin Maria in Engclland geflohen wäre,und daß die Königin Elisabeth zu Londen eine Versammlung an,gestellet, der Mariä fache zu untersuchen, gicng er, auf der Her-tzoge von Guise anhalten , t auch dahin, und machte dem Vice-Könige, welcher von der Königin Elisabeth gleichfalls nach Lon den beruffen war , wegen geführter administrarion des Reichs,viel Händel, fand aber kein gehör. Er kehrte darauf in seinland zurück, starb an. 1^75. und hinterließ 4. söhne, Jacobum,Grafen von Aran, Johannem, Claudium und David, wel-che 3. letztere aber etwas im köpfe verrückt waren , so sie theilsvon mütterlicher feite geerdet hatten. Buchananus , hist. Scot.Üb. XIV. Lesläus , lib. IX. Camdenus , annal. P. I. Jonfto-nus, rer. Britann. üb. I. Imbof. geneal. Britann. P. I. c. 13.p. 96.
Hamilton, (Johannes) ein söhn Jacobi II. Grafen vonAran, und Janetta Beloniä, einer muhme des Cardinals Be-tonii , welche sein vatter, nach verstossung seiner ersten gemah-lin, sich beygelegt hatte. Er studirte in Franckreich, und wardanfänglich Abt von Paslay, nachgehends aber Ertz - Bischvffvon St. Andrews , auch eine zeitsang Reichs - Schatzmeister.Als ftin älterer bruder, Jacobus III. nach des Königs Jacobi V.tobe, an. 1542. Regent und der jungen Königin Maria Vor-mund war, ließ derselbe sich durch ihn fast in allen stücken regie-ren , welches um so viel weniger zu verwundern , weil es jenemvon natur an muth und an guter resolution fehlte. Als derselbenach io. jähren sich bewegen ließ, die gedachte Regenten - stelleder verwittidten Königin abzutrtten, gab der Ertz - Bischoff seinMißvergnügen und zugleich feinen ehr-geitz mit diesen Wortenzu erkennen : fein bruder wäre eine tumme bcstie, daß er zu ei-ner iolehcn zeit das heft der regierung aus den bänden gegeben,da zwischen ihm und dem thron mehr nicht, als eine wcibs-per-son, sich befände. Es fiel auch würckiich diesem Prälaten soschwer, in «nein privat - stände zu leben , daß er zvidcr die ver-wittibte Königin eine mächtige Ltgne formirte, um die vorigegewalt wieder an sich zu ziehen, worein er den grösten theil derClerisey zog , ingleichen alle diejenige, so nicht gut Franiösifchgesinnet waren. Jedoch die Königin entkräfftcke diese faction
durch