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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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-Zamelmann, ( Hermann) war zu Osnabrück in der Neu-stadt von Eberhard Hamelmann, einem G,monieo daselbst gezeu-get. Er legte zu hause den gründ seiner studien unter dem RectoreStelling in der St. Iohannis - schule, und als selbiger zum Re-ctore bey dem Gymnasio allda kniffen wurde, folgte er ihm da-hin. Hieraus begab er sich aus Academien, und als er sich in derTheologie veste gcsetzet, fieng er an Lutheri lehre zu Camcn vorzu-tragen. Als man ihn aber von dar vertrieben, nahmen ihn dieCanonid zu Bilcseld aus, woselbst er die fugend in den Psalmenund in dem Catechismo Lutheri unterrichtete. Allein weil erauch allhier viel feinde fand, muste ersieh an. 1554. von darnach Lemgow verfügen , und als sich daselbst gleichfalls einigeUnruhen erregten, wurde er durch Vlatenum, den Cantzler vonDüjfeldorff, genöthiget, sich von dar weg zu begeben. Erwandte sich dannenhero nach Rostock , um nach des Magistratszu Lemgow verlangen in Doctorem Theologie zu promoviren.Nach seiner rückkunst bemühete er sich, die Grasschaffr von an-nehmung des Interims abwendig zu machen. An. 1567. beriefihn der Printz von Oranien zu dem Golloquioach Antwerpen ,worauf er von dem Hertzoge Iulio zu Braunschweig zum Su­ perintendenten zu Gandersheim vocirt, und daß er die kirchenin dem Hertzogthum Braunschweig nach der AugspurgischenConfeßion reformtren sollte. An. 159;. wurde er Gmeral-Su-^perintendent in der Grafschafft Oldenburg, und starb an. 159?.Seine schriften sind : Lommentarius in Pentaceuchum ; Hilto-ria Westphalorum fecul. XVI. ; Chronicon OldenburgicumSee. Ztilerus , de histor. P. II. p. 71. .

§ameln, oder Geuernhameln , eine zum Chur - Braun-schweigischen Fürstenthum Calenberg gehörige stadt und vestungan der Weser, 4. Meilen über Minden, wo sie den Hamel - siußzu sich nimmt, von dem ein arm zwischen den mauren und wallder stadt durchgehet. Die stadt ist in die runde gebaut, brauchtdrey viertel stunden zu umgehen, hat 4. thore, 2. Haupt - kir-chen , Hospitäler, und solche Wohnhäuser, wie sie sich zurNahrung der bürger, die in acker - bau und bier - brauen beste-het , schicken. Sie ist von alters her wohl bcvestiget, lmd nochzu ansang des XVIII. ssculi in vortrefflichen desensions - stand ge-setzt worden, wie sie denn als die grentz - vestung und schlusselder Braunschweigischen lande von dieser feite anzusehen. Essoll diese stadt gar alt, und von Bernhardo, Grasen von En-gern, zu deren erdauung gelegenheit gemacht worden seyn; dennals selbiger samt seiner gemahlt» Christina zu dem Christlichenglauben bekehrt worden, sollen sie das bey derHamelau gestan-dene götzen - bild Iovis zerstört, und an dessen statt an. 712. dieMünster -oder Strsts-kirche St. Bonisacii erbaut haben, worinnnoch anfetzo unter einem Probst und Decano ein Collegium Ca-nonicorum Augsvurgischer Confeßion zugethan, stch befindet.Dieselbe hat er samt dem damals darbey liegenden meyer - hosedem Stift Fulda verehrt, welche donation Kayser Carolus M.nachgehends bestätiget, worauf der meyer - Hof bey der Hamel-au wegen der erbauten Collegiat - kirche mit der zelt volckreichworden, so, daß aus den da herum liegenden io. dorfern diestadt Hameln entstanden, und von ihren damaligen Herrenmit freyheiten begnadigt worden. Als nun diese stadt von fah-ren zu fahren zugenommen, hat der damalige Abt von Fulda an. 1259. dieselbe wider der einwohner willen dem BischoffWe-dekindo zu Minden zu verkauffen sich unterfangen. Als aber derBischoff die stadt mit gemalt ihm unterwürfig machen wollen ,hat dieselbe sich unter Hertzog Albertum M. zu Braunschweig und Lüneburg , als ihren Lands - Fürsten und Erb - Herrn, be-geben , welcher sich ihrer angenommen, und alle derselben rech-te bestätiget hat. Sie ist sonderlich berühmt wegen des zufalls ,der sich den 26. fün. an. 1284. daselbst begeben haben soll: Dennals die einwohner sehr mit ratzen geplagt waren, gab sich einmusicant an, mit dem erbieten, selbige vor eine gewisse sum-me gelds, die man ihm auch verwilltgte, zu vertreiben. Alsnun hieraus der Pfeiffer seine pfeiffe anstimmte, so tantzten ihmalle ratzen in der stadt hinten nach , giengen mit ihm in siußhinein, und ersoffen. Da solches geschehen, forderte er seinezahlung, welche ihm aber verweigert wurde. Darauf fieng erein neu stücklcin an zu spielen , wodurch alle kinder m der stadtmännlich - und weiblichen geschlechts dermassen bezauberl wur-den , daß sie ihm durch die bungelose gaffe nachfolgten bis zueinem nahe bey der stadt gelegenen berge, der Ruppelberg ge-nannt , welcher sich eröfnete, und alle mit einatider verschlang,bis auf ein einziges, welches zurück blieb ; und, wie einigevorgeben , sollen die kinder nachgehends in Siebenbürgen wie-derum gesehen worden seyn, und die allda noch befindliche un-ter dem nahmen der Sachsen bekannte einwohner Teutscherspräche ihren Ursprung haben. Zum andeiicke» dieser tragodiewurde verordnet, daß man in allen öffentlichen schriften nachder zahl von Christi qcburt auch der zeit, wenn diese kinder vondem berge verschlungen worden, gedencken sollte. Ob nungleich viele solches vor eine wahre Historie haben ausgeben wol-len , so hat es doch Martinus Schoockius wettlauM wider-legt, und für eine ertichtete fabel gehalten, zumal da esmrtkeinen genügsamen zeugiussen bewiesen werden ka», ble Sach­ sen auch schon lange zuvor in Siebenbürgen kommen sind. Dieübrigen geschichte der stadt betreffend, so hat sie an. 1551. undizüc». durch feuer, und an. 1552. 16;;. 164;. durch ergieffungdes waffers ziemlichen schaden gelitten. Allhier haben an. r6;z.die Kayserlichen, welche die von den Schweden belagerte stadtentsetze» wollen, in eurer schlacht 6000. mann verlohreu / wor-

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auf sich die stadt so bald an Schweden ergeben. Zeiler. topogr.Brunsuic. p. 98. sq. Jo. Wierus , de pradtigiis dxmonum lib. I.c. 18. Samuel Erichius , de eicitu Hamelenst. Kircberus , in mu-fut-gia tom. II. lib. IX. c. Schoockius , de fabula Hamelenii.Teutsche anmerckungen, P. II. an. ?i.

* Germer, ( Heinrich) ein söhn Abraham Hamers, gewe-senen Bürgermeisters der Neustadt Hanau , ward den 27. fept.an. 1594. zu Franckfurtgebohren , und legte den gründ seinerstudren zu Hanau ; nachgehends zog er ausUnivecsiläten , undübte sich zu Herborn in der Literakw, in der Historie, in derPhilosophie, in der Medicin , und that auch etwas in der Theo-logie. In den fahren i6>6. und 1617. studtrte er die Philoso-phie, Medicin und Chymie zu Marpurg , und an. ,6i«. be-gab er sich nach Sedan, allwo er einig und allein das 8rudmmTheolog,« triebe. Nachdem er in eben diesem fahre zu PariS gewesen,,hat er an. 1619. zu GenfTronchinum und Turreli«num gehöret. Von dar gieng er über Bern und Zürich genBasel , um allda Buxtorfium zu hören. Endlich besuchte erauch Leiden, disputiere allda öffentlich, und ward an. iSri. proS. Miniiterio examinirct. Ja dem folgenden fahre ward erzum Pfarrer zu s'Gravendeel bey Dordrecht ernennet, und an.165,. nach Manheim deruffen. Erstarb aber den *9. nov.dieses fahrs; er hat Momum redivivum, und andere fachenin Holländischer spräche geschrieben. Groß allgemein Hol-ländliches Lexicon.

* Hamer, (Petrus ) ein söhn des vorhergehendem ward den14. oct. an. 1646. zu s'Gravendeel gebohren , und da er inseinem siebenden fahre aübereit vatter und mutier verlohr, nahmsich sein ältester bruder und seine schwestern seiner an, undliessen ihn die FreWzösische, Lateinische und Griechische spra-chen erlernen. Er machte sonderlich in den beyden letztem sostarcke progressen , daß er an. 1662. aus Leiden gesandt ward,allwo er sich nicht nur in dem Griechischen vester gesetzet, unddas Hebräische erlernet, sondern auch die Philosophie, Mathe-matic und Theologie studirte, und an. 1669. pro 5 . Ministerin examimret wurde. Um sich nun in den stand zu setzen , auch inFranzösischer spräche die kirche bedienen zu können, begab er sichan. 1670. in Franckreich , und hielt sich zu Paris auf. Daaber bald darauf die rede gieng, daß der König einen kriegwider die Holländer vorzunehmen gesinnet fty, als begab ersich wiederum nach hause , und erhielt an. 1672. die ffelle ei.nes Pfarrers zu Numansdorp, allwo er an. 1716. mit tobeabgieng, da er 69. fahr und 9. monat alt war. An. 1709.hatte er das vergnügen, seinen ältesten söhn selbst in die Pfarr-stelle zu Nieuwenhoorn einzusetzen. Er hat sehr vieles in Hol- .ländlicher spräche geschrieben. Groß allgemein Holländi» 'sches Lericon.

-Aamersleben, ein reiches Augustiner - kloster in dem Für-stenlhum Halberstadt , welches Reinhardus, Bischoff zu Halber-stadt, an. i io8. vor Osterwick angelegt, und 4. fahr hernachdem heiligen Pancrativ zu ehren hieher versetzt hat. Mechtildis ,des Psaltzgrasen zu Sachsen , Friderici von Sommersedurg ge-mahlt» , mag vielleicht durch ansehnliche Verehrungen die grösteUrsache darzu gegeben haben, dahero sie auch von einigen für diestisterin desselben ausgegeben wird. Hugo de St. Victor sollsich gleich nach der fundarion allhier aufgehalten haben. Obschon in dem lande herum wenig Catholische, so ist doch dieseskloster noch immer im stand , und erhaltet seine zahl Augustiner,erden - drüber. Weil es reich, so ist es den repressalien, wannanderer orten den Protestirenden ihre kirchen - güther genom-men worden, von zeit zu zeit untcrworffen gewesen. Meibom.rer. Germ. tom. I. p. ; 6 z. tom. III. p. 431. *

Hamet Den - Abdala, ein Mahometanischer Prophet. Erempörte sich wider die Sherifs, nahm ihnen das KönigreichFez und Marocco , und nennte sich einen König von Africa.Mulci Serdan, der König von Marocco , lieferte ihm eineschlacht, um sein Königreich wieder zu erobern , wurde aberdurch krafft einiger zaubereyen geschlagen. Nachdem nun Mu.lei hinter den betrug gekommen war, ließ er sich zum andernmal mit dem feind ein, und nahm wett mächtigere zauberexmit sich, als jener harte, wodurch er auch zu ftinem zweck ge-langte : dann Hamet wurde geschlagen und getödtet; das ge-schlecht der Sherifs aber kam hierdurch wiederum aufden thron.So erzehlen es wenigst die abergläubische Araber. Herbeiot Kbibl. Oriental.

t amilcar, siehe Amilcar.

amilton, ist der nähme einer alten adelichen familie inSchottland . Der Urheber derselben hieß Hantoun oder Ham-ptoun. Als dieser nach der glücklichen schlacht ,, die RobertusBruys, König in Schottland , wider die Engelländer erhallen,hiervon an dem Englischen Hofe gar wohl redete, verdroß es ei-nen von der Königlichen garde, Johann Dcpensier, daß er ihnanfiel und verwundete. Hamptoun suchte sich zwar zu rächen,wurde aber damals durch das volck, so darzwifchen lief, verhin-dert. Den dritten tag hernach fand er seinen feind an eben dem-selbigen orte, und brachte ihn um. Damit er nun der straftund der garde qewalt entgehen möchte, flöhe er zu dem KönigeRoberto in Schottland , welcher ihn mit aller gnaden - bczeu-qung aufnahm , und ihm ein gulh, Eadgoa genannt, an demfluffe Glotta schenckte, damit er den adelichen stand führen konn-te. Es hat aber dieses guth nachmals den nahmen Hamilton be-komme» / und selbigen dem gantzen gefchlechte gegeben. Es ist