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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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mit dem Hertz,ge Wilhelms von der Normandie besprochen,mit einigen schiffen, fiel die küste von Hampshire und Sussexfeindlich an, und setzte die insul Wight unter contribution.Als er hörte, daß man einige trouppen wider ihn ausrüstete,wendete er sich nach Lincolnshire , und verübte allda einigefeindseligkeitcn, wurde aber bald genöthiget, das land zu ver-lassen , und böte hierauf seine dienste Harfager, Könige vonNorwegen , an, welcher eben damals Engelland gleichfallsfeindlich anfiel; aber Haraldus gieng diesen beyden entgegen,und als es zu einer schlacht kam, hatte er das glück , daß beydedarinn ums leben kamen. Kaum aber ward er dieser feindelos, als der obgedachle Wilhelmus, Hertzog von der Nor-mandie, in Engelland ans land stieg, und die Cron deswegenin anfpruch nahm, well ihn der verstorbene König Eduardusim testament zu feinem Nachfolger ernennet, und Haraldusselbst sein recht vor diesem erkannt hatte. Denn es war cins-mals Harald zur zeit.des Königs Eduardt an Wilhelmi, Hertzogsvon der Normandie , Hofe gewesen, da er denn sehr freundlichkractirt worden , und dieser sich dahin bewegen lassen, baß erdem Hertzoge freywillig nut einen, cyd-schwur verheißen ,Murnicht allein Dover-Castle, so er dazumal besaß, einzuräumen,sondern auch sich möglichst dahin zu bearbeiten, daß er nachKönigs Eduardt tobe zur Cron Engelland kommen möchte. Wor-auf ihm des Hertzogs lochter, so dazumal noch allzu jung zumchestande war, versprochen , und er bey seiner abreise vondem Hertzoge sehr reichlich beschenckt wurde. AIS nun dieser nachder zeit vernommen, daß Harald die cron angenommen,schickte er einige Abgesimdte zu ihm, und ließ ihn seines Ver-sprechens und eydes erinnern. Worauf Harald dieses zurantwort gab : daß er nunmehro, nachdem dessen tochter,die ihm nut solcher bedingung versprochen gewesen, verstor-ben , von seinem eyd quitt worden. König Harald saß gleichbey der tafel, als er die erste post von der landung Wilhelmierhielt, und marschirte daraufin grosser eil nach Londen , vonbannen nach Sussex, woselbst Wilhelmus ausgestiegen war.Vor der schlacht ließ der Hertzog dem Könige diese vorschlügethun, daß er entweder den scepter gutwillig niederlegen, oderihn von ihm zu lehen tragen, oder sein recht durch ein duellin dem gesichte beyder armeen ausführen, oder aber die gantzefache dem Papst zu schlichten überlassen sollte. Allein allesdieses wurde verworffen, und machten sich demnach beydeparteyen auf den andern rag zur schlacht fertig , welche den 14.oct. an. 1066. neun Meilen von Hastmgs, an einem orte, wel-cher nach der zeit deswegen Baltlefield genennet worden , vorsich gieng , und so ablief, daß Haraldus selbst mit einem pfeilerschossen, und seine armee, fürnemlich vermittelst der arm-brusten, welche damals die Normünner mehr und mit grös-serer adresse, als andere nalionen gebrauchten, in die fluchtgeschlagen wurde, so daß Wilhelmus hierdurch Meister vondem lande und der Cron Engelland blieb. Solcher gestalt nunkam Enaelland, welches nur unlängst das Dänische joch abge-schüttelt hatte , wiederum in fremde Hände, und was die Dä-nen in 200. zahren nicht ausrichten können, das bewerckstellig-ken die Normänner auf einmal. ( siehe wilhelmus I. Con-queitor , König in Engelland ) Haraldus hatte Aldglth , desHertzogs von Mercia Algar tochter, zur ehe, welche derendrüder, Eduin und Moriar,so bald sie von des Königs tobe Nach-richt bekommen, in aller eil nach Westchester dringen lassen.Des Haraldi cörper übersandte der überwinder ohne ranzionan dessen mukter, die selbigen zu Waltham in einer auf desseneigene kosten erbauten kirche begraben ließ. Chron. Rameßense.Matthäus Paris . Annahs Waverleienfis. Hemingford. Ingul.fhus , hist. Angl. p. $ 12. Guilielm. Malmesb. Üb. V. p. 57.Huntingdon. hik. Angl. lib. VI. p. 210. Hovedenus, ann. Angl.P. I. p. 258. Polydorus Vergilius , lib. VIII. p. 188· sq. DuCbene , hifl. Angl. Larrey, hist. dAngl. tom. I. p. 249. Thecompleat bißory of England , tom. I. p. 809. sq. *

-Haraldus. Diesen nahmen haben 9. Könige in Dänemarckgefuhret. Haraldus I. so von an. 1,2. bis 117. regiert,ward von scuiem bruder Frothone V. erschlagen. Seine söh-ne Haraldus 11 . und Haldanus wurden vor dem grimmdes Mörders von ihren ammen versteckt, und musten sich vorjunge Hunde ausgeben lassen, wie sie denn in ihrem heimlichenwinckel, da sie sich aufhielten, wie Hunde gebellet, wenn derKönig Frotho vorbey gegangen. Als sie aber zu jähren ge-kommen , giengen sie zu demselben ins gemach, stellten sichnärrisch, und als der König sich nichts böses vermuthete,steckten sie das schloß an, und lieffen ihn in einer tiefen grübeersticken. Woranf sie an. 131. zur Cron gelanaeten; es wur-de aber Haraldus II. von dem Schwedischen König Erico IV.an. ,41. erschlagen. Haraldus III. Hylletand, ein söhn Hal-bem III. kam an. 261. zur regierung. Zu seiner zeit ist 50.jähr nacheinander friede in Dänemarck gewesen. Er hat daszergliederte Königreich Dänemarck wieder in ein corpus ge-bracht. Im hohen alter verfiel er mit dem Schwedischen Kö-nige Haqumo Ringone in einen krieg. Die Schweden hat-ten 2500. schiffe, und die Dänen eben so viel aufgebracht.In der schlacht, so an. 327. auf der Ost - see geschahe, blie-ben auf Dänischer feite 30000. und von den Schweden ,2000.mann, und zwar beyderseits nur Offlcirer, indem man diegemeine soldaren nicht gezehlet hatte. Allein, wie derglei-chen menge von schiffen und leuthen an sich selbst unglänblich,so gründet sie sich auch lediglich auf gar ungewisse, und solche

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saag-mähren , (wie das alte lands-wort lautet) derm falsch-heit unter allen verständigen und gelehrten schon längst füreine erwiesene fache paßiret. Im übrigen soll Haraldus III. indiesem treffen selbst um das leben gekommen seyn. Haral-dus IV. ein foyn Guitalchi, hat von an. 481. bis ^27. re.giert. Haraldus V. ist von an. 701. bis 71;. König gewesen.

(Bon Haralds VI. folget ein besonderer artickul.) Haral-dus Vli. beygenannt Parcus , hak von an. 898. bis an. 9)*.regiert. Haraldus VIII. beygenannt Blaarand , ein söhnGormonis I1L kam an.* zur regierung. Er überfiel dieSachsen in Schleßwig, und schlug alles todt. Dieses zu rä-chen , that der Kayser Otto I. einen zug nach Dänemarck, undzwang Haraldum, daß er sich zur Christlichen rcligion be-kennen muste, welche seit Canuri I. zeiten in der Königlichensauillie wiederum verloschen war. Ums jähr 946. hat dieserKönig 4. Bißthümmer gestiftet, 1.) zu Schleßwig, 2.) zu Ri-pen , 3.) zu Arrhus , 4.) zu Odensee . Endlich kam er wun-derlich um cron und leben; denn als er bey beerdigung seinermutter Thyra einen grossen pracht wollte sehen lassen, undden Unterthanen befahl, daß sie einen stein , der so groß wieein seifen war, und nur mit einer spitze aus dem wasser her-vor ragte, aus dem meer heraus ziehen und das grab damitbedecken sollten, so waren die Unterthanen unwillig darüber,daß sie unmögliche dinge vornehmen sollten , und erwehlten Inaller stille seinen Printzen Suenonem zu ihrem Könige. Esgeschahen hierauf zwischen vatter und söhn unterschiedeneschlachten, in welchen aber der erste allemal einbüßte, daßer sich nachgehends zu den Wenden in Teutschland, und vondar zu den Normännern in Franckreich retiriren müssen. End-lich that Haraldus an. 981. noch einen versuch, nahm eine lan-dung auf Seeland vor , und föchte mit dem söhn tapfer.Als aber nach gemachtem stillstände gütliche tractaten vorge-nommen worden, und Haraldus hinter einem strauch ün-lerdeffen seine nothdurft verrichtet, ward er von einem solda«ten Tockone mit einem pfeile so hart verwundet, daß er daransterben muste. Er liegt zu Rotfchild begraben. Haraldus IX.beygenannt Simplex, hat von an. 107;. bis an. 2081. regieret,und wird als ein weibischer König beschrieben. Sax. Gram.hist. Dan. 'Meurßi hist. Dan. P. II. Beringius , inFloroDan.Krantzit Dania . *

* Haraldus Riaeck, oder Herioltus, König in Jütland ,war ein söhn Haldani, dessen vatter Haraldus an. 714. gestor-ben. Nachdem der König von Jütland Hemmingus , Göthricrbruders söhn , an. 812. mit tobe abgegangen war, warf er sichzum Könige auf, schlug den König Olaum, Gothrici söhn,an. 8-9. todt, und nahm zwey von dessen brüdern zu Mit-Regen-ten an. Allein das folgende jähr sahe er sich genöthsget,sein land mit dem rücken anzusehen; worauf er zu dem KayserLudovico kio seine zuflucht nahm, und sich in dessen gegenwartan. 826. zu Mayntz taufen ließ. Nach diesem begab er sich wie-der nach Jütland , und wurde von dem berühmten Abt zu Cor-vey, Ansgario, dahin begleitet, konnte aber daselbst nichtsausrichren. Endlich erhielt er an. 841. von dem Kayser die inSeeland gelegene insul Walchern, und starb an. 8zo. Seinekinder waren 1.) Rudvlphus, welcher in Teutschland einen ein-fall that, aber an. 87z. in einer schlacht mit Ludovici Gei-ma-nici trouppen sein leben einbüßte. 2.) Thvrina, eine gemah-nn Sigur Hiort, Königs von Romariket in Norwegen . 3.)Gothosridus der jüngere. Adamus ßremenßs. Annal. Berti,niani , EginarUi & Fuldenfes. Remberti vita Ansgarii apudHenjcben. Gua do , vita Ansgarii apud Fahrte .

Haraldus. Diesen nahmen haben 4. Könige in Norwegen gefuhret. Der erste, welcher den zunahmen Harfager , dasist, mit den schönen haaren bekommen, soll von an. 868 . bisan. 929. regiert haben, und der erste gewesen seyn , welcher dasKönigreich Norwegen , so zuvor von unterschiedenen kleinenFürsten war beherrscht worden, unter ein einziges Oberhauptgebracht. Zu seiner zeit haben die Norweger oder Normän-ner die insul Jßlanb , ingleichcn die Orcadische und dieSchettlandtsche insuln besetzt; so sollen sie auch an andere örtercolonien geführt haben. Von Haralds II mit dem beynah-men Graffeld, wird geschrieben, daß er von dem jähr 961.bis auf das jähr 976. auf dem Norwegischen throne gesessen.Haraldus III. Haarderade zugenannt, hat von an. 1048.bis 1067. regiert. Haraldus IV. mit dem zunahmen Gille,ward an. ii?i. zugleich mit Magno IV. zum König erklärt.Sechs jähr hernach ließ er diesem feinem Mit - Regenten dieäugen ausstechen, starb aber gleich das nächst-folgende jähr.

Snnrro Storla, in chron. Reg. Norweg. Jan. Martin, in chron.Norweg.

Haram , ist das haus des Königs von Persien , worinnensein frauenzimmer sich aufhält. Thevenot. DeDa Vaüe . Le-brun. Voyages du Levant .

Haran, lat. Carra oder Carrhae , eine stadt in Mesopota-»uen. Es ist der ort , wohin Tbarah, Abrahams vatter,sich begab , als er A. M. 197s· A · c · 200 9 · in Canaan zog,und nennete diesen ort Haran, nach einem seiner söhne, wel-cher Loths vatter war. Sie soll sonsten von Cainan , Arpha-rads söhn, erbauet worden seyn. Nach der zeit ist er den Rö-mischen scribenten unter dem nahmen Carra bekannt worden,wiewol Harduinus davor hält, daß es Palmvra, oder eineandere stadt in Cölesyrien sey ; auch Fridericus Spanhemms