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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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letztem das Wort redete; wobey ihm einsmals ein vornehmerBeg, alä er gestünde, daß die Christen durch ihr groß undklein geschütz den Türcken dieser zeit überlegen waren , dennochhinzusetzte: fie, die Muselmänner, wurden darum ihre artmit dem sübel zu fechten/ nicht gegen die Handrohre vertäu,scheu ; der säbel hätte ihnen die halbe Welt gewonnen / und esstützte steh ihr Reich schon viel hundert jähre darauf; daß nunselbigem sonderlich das kleine geschütz der Christen in etwas ob-zusiegen schiene, wäre nur ein kleiner Übergang ; man müssenur ein wenig gedult haben, so werde er sich auch über dasgeschütz schwingen, rc. diese Hoffnung aber konnte diese gutenlenthe noch wol lang bekriegen. Zu Jspahan machte er sich mitdem Englischen Consul Bruce, sowol als mit den übrigenangesehensten Europäern , grosse freundschafft , und wurdedurchgehends sehr werth gehalten. Nachdem er allda seinecuriosität völlig vergnüget» nahm er seinen rückweg durch Arme­ nien und Klein-Asien aüfConstantinopel zu , allwo er eben also»wie in seiner einreise bey Jspahan verfuhr» und neben dem» soschon gemeldet worden» auch sehr saubere abrisse der vornehm-sten stadte und örter mit eigener Hand machte. Er kam in Con-stanttnopel eben zu der zeit an» da der Kayserl. Botschaffter,Graf von Oetingen, sich zu seiner rückreise nach Teutschland rü-stete » wohnte also seiner letzten abschieds - audientz bey, undkehrte darauf mit diesem Gesandten wieder nach Wien ; wobeyer mit mehrerm fleiß» als vorhero in Asien » alle weae» passe ,Überfahrten über flüsse , vestungen und anders dergleichen an-gemercket, und durchaus solche fachen in acht genommen hat ,welche in einem selbiger enden vorfallenden Turcken-kriege vonsonderbarem nutzen seyn könnten. Erst nach selbiger zurückkunfttrat er in den ehestand mit Fräulein Cäcilia de] Pozzo» derenvatter aus einem vornehmen Italiänischen geschlechte in Kay-serlichen diensten, als Oberst-Lieutenant eines küraßier - regi-ments, verstorben. Als nun bald hierauf der krieg wegender Spanischen succeßion angieng, diente er wieder als Ge­ neral - Quartiermeister und General - Wachtmeister an demRhein und in Schwaben » hatte von neuem an den gemach-ten guten postirungen und gezogenen vortheilhafften linien ei-nen grossen theil» wohnte dem treffen an dem Schellenbergbey, und war gleichsam von dem Printz Louis von Baden un-zertrennlich ; nur daß er an. 170?. einen feldzug in Italien that, allwo er in der schlacht bey Caffano an der Adda denlincken Kayserlicben flügel commandirte, auch die gegen ihn ge-standene feinde völlig schlüge und in den fluß jagte; er erhieltenach diesem die Commendanten-stelle von der stadt und denschlössern zu Freyburg in dem Ärißgau , welches nach demÜbergang Alt-Brisachs eine wichtige grcntz-vestung gegen dieFranzosen wurde. Hier brachte er die vestnngs - wercker insehr guten stand» und machte neben andern anstalten , daßim fall der noth Wasser in die stadt-grüben geleitet werdenkonnte, welches hernach bey der delagerung emen sehr gutendienst gethan hat. Er wurde auch gebraucht um mit demFranzösischen Gouverneur von Alt-Brisach, dem Grafen vonRegnac» ein cartell wegen auswechslung der gefangenen auf-zurichten. An. 1707. hätte es ihm bey nahe geglücket» eineziemliche anzahl Französischer trouppen » in die ihm von demseind gelegte fallen zu locken; dann als diese einigen Schwei-ßer - Officiers der bcsatznng Freyburg vorschlüge gethan hat-ten , ihnen die schlösser dieser vestung» wo sie oft die wachthatten, zu überliefern» die Schweißer aber ein jeder an sei-nem ort» und absonderlich, ihm» als Commendanten » diesacke eröfneten, befahl er selbigen alsobald , den feinden alleö ,was sie begehrten» zu versprechen» und die gantze fache mit ih-nen abzureden ; es kam auch so weit» daß der Marschall vonVillars, zu ausführung dieses anschlags» mitten in dem härte-sten winter nach Alt - Brisach heraus kam , und die zurervedition bestimmte kriegs-völcker allbereits aus jetztgemeldtervestung mit ansang der mit den Schwel tzer-Officiers vergliche-nen nacht ausziehen sollte». Wie nun diese Französische troup-pen , um sich den schlossern zu nahen » längst einem theile deraussenwercker von Freyburg durchziehen , und um der in denschlössern sich befindlichen mannschafft starck genug zu seyn» inziemlicher anzahl erscheinen musten » als hatte der Generalvon Harrsch , sowol auf den schlössern » als wällen der stadt»unter deren geschütz die feinde durchzuziehen hatten, solcheanstalten gemacht, daß von etlich taustnden , so inan da noth-wendig in die gefahr hätte wagen müssen, sehr wenig wur-de» davon kommen seyn ; weswegen ihm auch die fache andem Kayserlichen Hofe sehr grosse ehre gemacht, obschon dieFranzosen , als sie nur wenige stunden vor dem ausmarsch ausBrisach von der wahren beschaffenheit, und daß man sie zuFreyburg gantz änderst, als sie bisher» gemcynt, zu empfan-gen gerüstet wäre, einigen wind bekommen, zuletzt ausgeblie-ben sind. Als endlich. 171;. die würckliche delagerungvon Freyburg erfolgte, und diese stadt, wie bekannt, von dergesamten armer Franckreichs angegriffen wurde, that dieserCommendant die bekannte gantz ungemeine gegenwehr, durchwelche der seind nach gcöfneten trancheen in die 90. tage zurückgehalten wurde, ehe er sich der stadt bemeistern konnte, worauferst noch die drey veste schlösser übrig waren , denen die Fran-zosen »och nicht das geringste abgewonnen, sondern im gegen-theil die Teutschen , in 'deren selbiger seits gegen dem obernschlösse gemachten approchen, posto gesasset und sich da ver-

fchantzt hatten, so daß man da gewißlich dem feinde noch un.glaubliche muhe wurde verursachet haben, oder vielmehr die be-hauptung Freyburgs, absonderlich da es schon mitten im winterwar, unmöglich gemachel haben, wo nicht das höchste Mini-sterium, nach schon vorhero gemachtem entschlusse , den friedenmit Franckreich einzugehen, klüglich geurtheilet hätte, daß esbesser sey, weil man doch diese stadt durch den frieden wiederumin dem stände, wie sie alsdann wäre, bekommen würde, dieschöne und starcke schlösser unbeschädigt, und die trcfliche ve,stungs-wercker um die stadt aufrecht zu erhalten, als den seindbey verlierender Hoffnung sich da über den Winter zu mainleni«ren, die erstere durch bomben verwüsten, und die letztere garsprengen und schleifen zu lassen. Aus welchen Ursachen danndieser commandirende General ausdrücklichen befeh! empfieng,die schlösser, ohne weitem angriff zu erwarten, vermittelst einercapitulation zu übergeben, welche auch auf die reputierlichsteweise, und mit befreyung aller Kayserlichen soldaten und Offi-ciers , welche in verschiedenen ausfallen, im stürm auf die con,trescarpe, und letztlich bey verlassung der stadt waren gefangenworden, zum schlusse kam. Es gab auch der Kayser sein Wohl-gefallen über diese beschützung genugsam zu erkennen, indem er,als dieselbige zuvor nach gewohnheit in einem Kriegs-Rath waruntersucht, und der gewesene Commendant selbst über alles ver,höret worden, demselben nicht nur diesen wichtigen platz, wie ihnFranckreich durch den inzwischen geschlossenen frieden wieder ab,trat, von neuem übergab, sondern ihn auch in den Grafen-stand erhub, und zum Gcneral-Feld-Zeugmeister «nachte. Wieer also nachgehends seine übrige ledens-zeit wiederum in Frey,bürg zugebracht, so hat er auch die bevestigung dieser stadt umein namhafftes verbessert, und alles in solchen stand ge-setzt , daß Teutschland und fürnemlich Schwaben daran mdas künftige eine trcfliche Vormauer haben wird. Im übri-gen hatte er auch wenig jähre vor seinem tobe die wichtigeund ansehnliche Herrschafft und schloß von St. Margaretha mOesterreich an sich erkauft, wurde auch aus der Ursache mit son,derbarer ehr-bezeugung unter die Land - Stände dieser provintzaufgenommen. Er verstarb endlich zu Freyburg an einem fie«ber, welches er wenig tage vorhero, bey besichtigung der ausge,trockneten, und noch mit vielem schlämm und morast angefülltenwasser-gräben zu Brisach erholet, bey welchem sich anfangszwar äusserlich keine gefahr erzeiget, bald aber in ein hitziges undsehr schnelles fieber ausgebrochen, an. 1722. an dem Oster-tage.Er hinterließ von obgedachter gemahlin Graf Ferdinand, GrafPhilipp, und zwey Gräfliche Fräulein, Margarctham und Be-nignam , alle von treflichcm gezst und grosser Hoffnung. Vonden erstern wird eine baldige ausgäbe seiner inFranzösischer sprä-che aufgesetzten, und mit sehr netten und accuraten abrissen undland-charten begleitetei; lesens-würdigen Memoires erwartet,aus welchen auch der gegenwärtige bericht, so viel man sich des-sen nach verfliessung unterschiedlicher jähre noch erinnern kan,hergeholet ist. "

zu Äürnberg aus einem alten geschlechte gebohrcn. Sein vatterwar Philippus, ein Patricius daselbst, seine mutter LucretiaScheurlin. Als er die fundamenta in seiner gedurks-stadt gele-get, wurde er an. 162z. nach Altorfgeschickt, allwo er vornem-lich Pbilippum Caroli hörte. An. 1626. gieng er von dar nachStraßburg , und als er sich eine zeit daselbst aufgehalten, that ereine reise durch Franckreich, Engelland, die Niederlande undItalien . Als er aber an. 16; 1. zurückgekommen war, giengermit Johanne und Jacobo Tetzelio, ivelcher von der stadt Nürn­ berg als Gestmdter nach Iranckfurt am Mayn geschickt war.Nachdem er an. 16)4. zurück gekommen, und indessen sein vatterverstorben war, rerheurathete er sich mit Susann«, JohannSiegmunds Führers von Haimendorff, eines Rathsherrn loch-ter, wurde an. 16)7. unter die Gerichls-Herren aufgenommen,und den 17. apr. an. 1655. Rathsherr. Er war in der TeutschenRede-kunst wohl geübt, wurde auch unter dem nahmen des spie-lenden in die fruchtbringende Gesellschafft mit recipirt. Erstarb den 22. sept. an. 1658. an einem hitzigen fieber, und hinter-ließ zwey söhne, Carolum Thcovhilum und Johannen« Sigis,mundum, da die übrigen bereits vor dem vatter verstorben.Seine vornehmste schristen sind: Memoria Christophori Fureri;Specimen Philologie Germania? ; de Quadratura Circuli;Frauenzimmers Gespräch-Spiel; Poetischer Trächter; Schau-platz lust - und lehr - reicher Geschichte; Schauplatz jämmerli,cher Mord-Geschichte ; Deliciae Mathematicae & Physics ; Ge,schicht-Spiegel ; Teutscher Secretarius &c. Dilberri orat. fun.Witte , in memor, Ftebtri theatrum.

-Aarsnet, (Samuel) ein Englischer Ertz-Bischoff zu Jorck,ist in dem XVI. soculo zu Colchester in Esser gebühren, und zuCambridge in den studiis aufcrzogen worden. Zu erst war erSizar oder diener daselbst, hernach ein Fellow ober Socii« vonPembrock-Hall an. izgz. und Magister Artium . Hierauf er,langte er unterschiedliche Predig-dienste, als zu Chigwell , undan. 160$. wurde er Master ok Pembrock-Hall, dabey er auch dieOodor-würbe in der Theologie annahm. An. ,1616. aber ver-klagte ihn das Gollegium dieses Halls bey dem Könige, und gab57. gravamina Wider ihn ein, darunter ziemlich grobe lasier ent,halten waren, weswegen er für gut befand, zumal da das mei.sie ziemlich klar wider ihn erwiese» wurde, seine Präsidc»ten.stel-

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-Aaxsdörffer., kGeora Philipp) wurde den i. nov. an. 1607.Nürnberg aus,