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«nd bösen geistern redete , auch sich absonderlich einbildete,daß seine lebens-geister in gestalt von vögeln , stiegen, dienen,und dergleichen von ihm ausgiengen. Er war auch, ungeachtetman ihn nach Londen brachte, nicht mehr zu rechte zu drin«gen, sondern starb also zu Westmünster den 11. scpt. an. 1677.nachdem er vorher, ungeachtet seiner elenden befchaffenhcit,noch geheuralhet. Seine wrrcke, welche in obbemeldler Ocea-na und einigen dahin gehörigen schriften bestehen, sind an. 1700.zu Londen in folio von Tolanden heraus gegeben worden. Life*s Junta Harrington by John Toland.
Harrington, (Sir John) einer der sinnreichsten Englischen Poeten, war in Sommersetshire gedohren, und lebte unterder Königin Elisabeth und Iacodi I. regierung. Er ist sonder-lich wetzen der von ihm verfertigten epigrammawm berühmt,wie auch wegen seiner klugen Übersetzung des Orlando Furiose.
Es sind zwey schertz-reden bekannt, davon eme von ihm her-kommt , die andere aber auf ihn gesagt worden. Das erste be-gab sich in seiner mutter Hause, woselbst man sehr spar mit-tags-mahl zu halten pflegte. Als daselbst eins von seinen kin-dern vor tisch bätete, und auf die worte kam : Du giebest ih-nen ihre speise zu seiner zeit; stieß Harringcon oasseioige,und sagte; es rede darinnen nicht wahr; denn hier, spracher, bekommen wir niemals unsere speise zu rechter zeit. Dasandere trug sich bey eincr Mahlzeit in Bath zu , allwo Harring-ton sich oft einzusinden pflegte. Daselbst wartete ein jungmagdlein bey tische auf, welche dem Harringto» vielmehr zurHand gieng, als den übrigen Herren, vhngeachtet sie viel vor-nehmer waren. Als sie nun Harrington darüber zur rede setz-te, gab sie zur antwort: daß sie wohl wüßte, daß er ein klu-ger und verständiger Herr wäre, und daher nähme sie sich inacht , damit sie ihn nicht zu Unwillen gegen sie reihen, undetwa» bewege» möchte, ein epigramm» oder pafquilaufsiezu machen.
Harriol, (Thomas) war ein in allen wissensch äfften, undsonderlich in der Mathematic sehr erfahrner mann, und an.r;6o. zu Oxford gtbohren. Die Engeüänder geben dem Car-lesio schuld, daß er diesen Harriot abgeschrieben, weit er ebenzu der zeit, als seine schriften heraus gekommen, sich in Hol,land aufgehalten, die er, weil damals viel davon grredt wor-den , ohne zweifel würde gelesen haben. Er levre bis au. 1621,«nd man richtete ihm zu ehren in der kirche des heiligen Ehristo-phori zu Londen ein prächtig grabmahl auf. Mareri Angiou.
Harris, (Robertus) ein Englischer Theologus, in Theo-logia practica wohl geübt, ward gebohren zu Broad-Cambden,in der provintz Glocester, an. 1578. studirte zu Oxford in aulaB. Maris Magdalens , bis er allda an. 1600. Baccalaureus Ar-tium creirt wurde; begab sich hieraufauf das Studium Theolog,und ward Rector bey der kirche Hanwell bey Banbury ln derGrasschafft Oxford , und kurtz darauf an. 1614. Baccalaureus8. Theol. In dem einheimischen kriege verließ er seine station,kam nach Londen , und begab sich zu den WestmünstenschenTheologis, da er in der kirche St. Äotulf so lgngc geprediget,diS er mit dem Rectorat zu Petersfield begabt wvrdeül* Beyeinnähme der stadt Oxford ließ er sich auch unter die Presbyte-rianische Ministros nennen, welche von dem Parlement zurreformation der Universität in Oxford bestimmet wurden,worauf er etliche jähre hernach allda Professor Theologis undPräsident des Collegii S. Trinitatis von dem Parlement bestelltwurde, in welchem amt er auch den n. dec. an. i6;8. verstarb,
• und in alldortiger kirche begraben wurde. Seine schriften, inin Englisch verfertiget, sind : Rermons', in fol. ; Trassat, deFoedere Novi Testament,; Ilemediura contra Avarkiam, infol.; Epistolac Apologeticae &c. Wood. , hist. ant. Univ.Oxon. p. ;? 4 . *
Harrtson, (Thomas) ein Engelländer von geringer ary-kunfk, wurde von dem Parleinent zum General -Major über ih-re armer gemacht. Er ist sonderlich daher bekannt, daß er ei.uer von des Königs Caroli I. Richtern gewesen, und ihn zumtobe verdammen helffen , weswegen er nach Caroli ll. Wieder-einsetzung den 10. oct. an. 1660. vor recht gestellet und verdam-met , auch den darauf folgenden sonnabend zu Charing-Crossöffentlich gehenckt, sein etngeweyde aus dem leibe gerissen, undverbrannt, der köpf aber auf dem thurn zu Londen aufgestecktwurde. Er soll sonsten in gantz guten und Christlichen disposi-tionen , eben wie fast alle Richter Königs Caroli I. gestorbenseyn, jedoch auch so wenig als die andern bekannt haben,daß er an bekriegung oder Verdammung seines Königs ei-nige fünde begangen hätte. Du Verdi er , contin. de l’hist.d’Angleterre. Zieglers historischer schau-platz, p. IÜZ. LnJuget jugis Je jujitjuxns. *
* Harrison, (Joh.) ein vornehmer und gutthätiger Herrzu Leeos an dem fluß Are, in Pvrckshire. Er stiftete ein Hospitalvor dürftige Personen, inglcichen eine capelle. Er bauete einefreye schule auf seinen eigenen gründ und boden < und umgabsie mit einer vortreflichen mauer. Ja er führet« auch eine schö,ne kirche auf, welche er dem Evangelisten Iohanni wiedmete,verordnete ein lährliches einkommen, selbige in gutem ständezu erhalten, sorgte auch vor die Wohnung des Priesters, rich.tete ein vortreflichcs creutz auf, und wendete all sein vermö-gen auf dergleichen liebeö-wercke. Er starb den 29. oct. an.i6;ö. seines alters 77. jähr, und liegt unter dem altar br-melbter kirche begraben. CawdeniBiit.p. 728· 729.
Histor. Lexicon III. Theil.
Harrsch von Almedingen, eine adeliche famlie in Bayern ,welche an. 1209, dem turmer zu Worms beygewohnet. AnnaHarrsch von Almedmgen ist an. 1488. als Aebtißin dem abeli«chen Nonnen-kloster St. Stephani in Augspurg vorgestanden.Von Ferdinands Amadeo, Grafen von Harrsch, siehe den fol-genden artickul. Buceiint Germ. sacr. Europ. Fama.
Harrsch, ( Ferdinandus Amadeus, Graf von ) ward an.1ÜÜ4. gedohren. In seinen ersten jähren legte er sich auf diestudien , und nahm darinnen so treflich zu, daß, ob er gleichsehr frühzeitig, und zwar schon ohngefehr in dem 16. jähre sei.nes alters, eine andere ledens-ark ergriffe, ihm nichts destowe-niger eine leichte und fertige art in Latein zu schreiben , auchgar ohne sonderbare mühe gute Lateinische verst aufzusetzen,allezeit geblieben ist; wovon sonderlich die Übersetzung der Saty.re des Boileau von dem menschen eine probe abgeben kan,welche er einsmals in dem felde für seine lust verfertiget hat.Sein munterer und aufgeweckter geist zog ihn bey zeitcn in denkrieg, und that er seine ersten dienst- in Franckreich unter denSchweitzerifchcn trvuppen, nahm auch gelegenheit sich in derfortisication zu üben. Als er aber nach dem entsatze der stadtWien von tag zu tag horete, wie ernstlich man den Türcken inUngarn auf die Hauben griffe, war es ihm unmöglich in frem-den drensten, und wo selbiger zeit noch nicht einmal krieg war,länger zu verbletben; eilte bahero nach Haufe und gleich daraufin Ungarn , da er sich als Volontair bey der belagerung undeinnähme von Neuhäufel an. 163;. befände. Das folgendejähr gieng er unter den Hertzoglich-Würtemberqischen an Ve nedig überlassenen trvuppen, als Fahndrich in Morea, wohn-te der fchlacht bey Patrasso , welche der General Graf von Kö-nigsmarck wider die Türcken gewann, wie auch den belage-rung-und eroberungen von Cvrinth und Athen bey. In dervergeblichen belagerung Negroponts aber an. 1688. wurde erin einem stürm, als er eben eine Pallisade ausriß, durch denleib geschossen, so daß jederman einige tage an seinem aufkom-men zweifelte. Doch erhielte ihn sein gutes tcmperament, undkam er hernach mit ermeldtcn regimentern wieder heraus inTeutfchland, da er sich so fort in dem Französischen kriege amRhein gebrauchen ließ, auch in kurtzem bis zu der Hauptmann.und Regiments-Quartiermeisters-stelle stieg ; als er da nureinmal dem commandirenden General,Printz LouiS von Baden,von der postirung seines regiments bericht ablegte, erkannte ersofort in solchem stücke eine sonderbare fähigkeit an ihm, daer, der Printz selbst, in postirung der trvuppen unter allenkriegs-verständigen seines gleichen nicht hatte. Er bediente sichdeswegen von selbiger zeit an seiner mehr als keines andern,ließ ihn bald hernach das Gencral-Quartiermeisters-amt ver«sehen, und brachte ihm auch nach einigen feldzügen solche»wurcklich zuwege. Worauf er bis zu dem Ryßwickifchenfrieden allen kriegs-activnen an dem Rhein beygewohnet, undan den von freunden und feinden so sehr gelobten mar«schen, vostirunqen und campemenS des Printzew, sonder.Uch dem bey Heilbrunn im jähr 1694. allwo vermittelstder guten eingenommenen und besetzten postcn eine Teutschearmee kaum 20000. starck, die unter dem Dauphin ange-rückte mehr als 70000. Franzosen , den gantzen feldzug durchaufhielte, und zuletzt unverrichteter dinge abzuziehen nöthig-te ; ferners auch in der noch in diesem jähre gleich nachabzuge des feindlichen kriegs-heers vorgenommenen sehr wich-tig-und gefährlichen paßir-und repaßirung des Rheins, unter ob,bedachtem obersten Kriegs-Haupt, nicht geringen theil gehabt.Nach geschlossenem frieden nahm er sich vor eine reife in Ame-rica zu thun» von bannen durch das grosse Süd-meer inOst-Indien zu schiffen , und fodann mit den Holländischenflotten zurück in Europa kommend, die aantze erde zu um-segeln. Er fuhr auch in diesem absehen wurcklich gen Cadix;als er aber sowol an diesem orte, als zu Seville, (wohin er sich,um diese berühmte stadt zu schen, begeben hatte,) mit einigenSpanischen Grossen in bekanntschafft kommen, sich auch beyihnen durch seine discurfe, und die von denen am Rhein vvr-geloffenen kriegs-händeln abgestattete gute und klare berichte,auch vorweisung seiner über jede bewegungen und postirungender armee gemachte abrisse, in sonderbare gunst und hoch-achtnng gefetzt hatte; riechen ihm diese gar ernstlich und ohnezweifel aus wohl-meynendem hertzen, seine gedancken wegenAmerica fahren zu lassen, weil ihre lands-leuthe aüdort so arg«wvhnisch gegen fremde wären, daß ein mann, wie er , der al-le- auf das genaueste ausforschete, aufzeichnete und abrisse, waSer auch immer für recommendationen aus Spanien mit sichbrächte, nimmermehr lebend durchkommen würde. Wie eralso sein vorhaben geändert, nahm er sich doch vor eine reise inPersien zu thun, schiffte zu dem ende von Cadix durch das Mit.tellänbische meer in Syrien , gieng von Alcp nach Jspahan,nahm unterwegs sowol die sitten der völcker, als sonderlich diegebräuche, welche beydes die Türcken und Perser in verwaitunzund regierung ihrer provintzien und cinrichtung deö kriegs-we.sens, oder Unterhaltung der trvuppen und kricgs-zucht, inÜbung gebracht, sehr genau in acht, wie denn hierüber sehrnette und denckwürdigc anmerckungen in seinen verfertigte»Memoires anzutreffen sind. Auf vernehmen, daß er ein Kaystrl.Officier wäre, wollten sich viel vornehme Türckifche Befehlsha-ber mit ihm unterreden , bewiesen ihm auch in der that vielHöflichkeit, und konnten wohl leiden, daß er in vergleichungder Türkischen fecht-und kriegs-arr mit der Christlichen , derS f ss; letztem