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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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1046 has

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Lehrer oder Prediger in dem Lollegio von Moderast, der an-dere aber zu der Königlichen Ander Lehrmeister bestellt. Mittler-weile begehrte ihr vatter das regiment von Marocco , Susa,Tremestn, und andern Plätzen mehr, unter dem vorwande, die-se ortet wider die Christen zu beschützen, welches ihm auch derKaystr verwilligte. Anfangs war er sehr glücklich, und schlugsich viel volcks zu ihm; allein zuletzt stritte Nahan Ben Xtifus,des Königs in Portugal ! vasall, und des Cheriffs tod-feind,wider ihn, und schlug seine armee; hernach als der Cheriffdas übrige theil von selbiger wieder zusammen gebracht hatte,und zum andern mal ins selb zog, wurde er selbst erschlagen.

Thuanw.

* Hassenstein, ein schloß in Böhmen im Satzerckreist un-weit Cudan. Es gehöret? solches ehedem den Herren, nun-mehrigen Grafen von Schönburg , als sie sich aber dem KönigeWcnceslao widcrsttzten , schickte derselbe seinen Hof-MarschallJohannem von Lobkowitz mit einigem volcke vor dasselbe, deres eroberte, und darauf auf lebens-zeit zu eigen bekam. Nach-dem nun dessen söhn und enckel, beyde mit nahmen Mcolaus,in den damaligen Hußiten-zeiten dem Kaystr und Könige Si-gismundo eine ansehnliche summe gelbes vorgestrecket, wurdeihnen die Herrschafft Hassenstein nebst andern güthern theilsverkauft, theils ihrer Verdienste wegen geschencket. Von derzeit an schreibt sich nun eine linie von Lobkowitz von Hassenstein.

ä Sommersberg. script. rer. Siles. tom. I. diplom. irr. p. 1001.Spannenbergs Adels-spiegel. Knauth. prodr. Misn. p. ;iz.SLllCct gehles, denckw. 11 · 6. p'. IIVI. 1102. Diplomatar. Bobe-m i-Silef apud de Ludruoig, reliq. manuscr. diplom. tom. VI.

p. 86. seqq.

Hassesint, siehe Assasinier. *

Haßlang, eine uralte adeliche nunmehro Freyherrliche fa-mil«e in Bayern,allwo sie das Erb-Land-Hofmeister-amt besitzet.Ihr stamm-haus Haßlangen liegt zwischen Sckrobenhausen undAlt-Münster; ihren sitz aber hat sie vor zelten zu Raitenburgam fluß Amber, unweit Schonga gelegen, gehabt. Barbaravon Haßlang ist an. 942. austheilerin der dancke aufdem turnierzu Rolenburg gewesen. Nachgehends wurde Leonhard an.iviy. zu Trier , und Diephold an. ,248. zu Regenspurg unterdie turnier-genoffen gezchlet. <2lephanus von Haßlang lebteum das jähr i z90. und wurde ein ober-älter-vatter Rudolphi,welcher noch an. i zos. gelebet. Dessen söhn George, Statt-halter zu Ingolstadt , ist an. i;6?. mit tode abgegangen, und einvatter gewesen Rudvlphs, Hertzoglich-Bayerischen geheimenRaths, der folgende söhne gezeugck: 1.) Alerandern von Haß-lang zu Haßlangkreit, von dem ein besonderer art. folget; 2.)Georgen, den einige Christoph nennen, welcher sich zu Hohen-Cammer beygenannt, und seinen äst fortgesetzt; und ?.) Hein-richen, dessen söhn Georg Christop h'Freyherr,ist an. 1646. Chur-Bayerischer Abgesandter auf oen friedens-tractaten zu Osna­ brück gewesen, und hat seinen stamm mit unterschiedenen söhnenfortqepflantzt. An. 1716. erhielt ein Baron von Haßlingen, (sovermuthlich Haßlangen heissen soll) bisheriger Kayserlicher Ge­ neral -Feld-Zeugmeister und würcklicher Hvf-Kriegs-Rath, we-gen seinen dem Ertz-Hause Oesterreich 50. jähr treu-geleistetendiensten, die charge eines würcklichen General-Feld-Marschalls.

Bucelm.

-Haßlang, (Alexander, Freyherr von) Erb-Hofmeister inOber- und Niedcr-Bayern, Hertzogs Maxiiniliani in BayernHof-Marschall und General , war aus dem vorher gedachten ge-schlecht entsprossen. Er begab sich von jugcnd anfinden krieg,und nachdem er sich ausser landes darinnen Verdienste erwor-ben, wurde er bey aufrichtung der Catholischen Ligue Ober-ster , und befand sich an. 1607. in dem zuge des Hertzogs Maxi-miliani von Bayern , wider die stadt Donawerth, därzu er ihmvornemlich soll gerathen haben. Er war auch an. 1611. beyihm in dem kriege wider den Ertz - Bifchvff von Saltzdurg,Wolfgangum Theodoricum von Raittenau, und lieferte ihnfeinem Hertzoge gefangen, in dessen diensten er folgends alsCammer-Rath, Hof-Marschall und Psteger zu Abendsberg undAltmanstein verbliebe. Als an. 1620. gedachter Hertzvg demKayser zu hülffe wider die Böhmen zog , wurde er als General -Wachtmeister mit 6000. mann zu fuß und 2000. zu pferde vor-an geschickt, da er am ersten die rebellirende bauren angriff, siezertrennte, Haag und das schloß Ansterheim und Starenbergeinnahm, sich darauf mit dem General Tilly coniungirte,und in Böhmen rückte, da er das schloß und stadt Grünbergeroberte, und einige Böhmische vöicker zurück trieb. Weil ernun bald hernach an einem sieber erkranckte, wollte ihn derHertzvg in Bayern bringen lassen. Als er aber den 7. oct. kaumdritthalb weilen von dem Bayerischen lager gekommen, wurdeer in einem walde von den Ungarn gefangen, und ihrem Gene-ral Iohanni Bornemissa ins Böhmische lager, und folgends zudem Churfürsten von Pfaltz Friderico gebracht, welcher bey 2.stunden mit ihm geredet. Weil ihm der Hertzvg von Bayern sonderlich gewogen gewesen, so hat er seine loslassung begehret,und es derentwegen an Churfürst Fridericum gelangen lassen,mit Versicherung, daß, wenn er würde gesund seyn , er sichwiederum stellen sollte. Worauf aber Fridericus sich entschul-diget, daß er nicht in seinen, sondern der Ungarn Händen wä-re ; er starb auch in dieser gefangenschafft den 24. oct. selbigenjahrs. Von Maria Felicitas , Freyin von Grumpenberg, hin-terließ er Johann Heinrich, welcher mit Barbara Francisca»

gebohrner Freyin von Haßlang, Mariam Adelheid Elisabethzeugte, welche, nachdem sie von ihrem ersten gemahl MarquardJohann Wilhelm, Reichs-Grafen von Pappenheim , den ;o.jun. an. 1686. als wittib hinterlassen worden, sich mit JohannChristoph Eckherrn, Freyherr« von Käpfing und Lichteneg,Oberst-Stallmeister bey seinem bruder dem Bischoff zu Freysin-gen, den iz. nov. an. 1689.vermählte. Mezgeri hüt. Salisbur.üb. V. p. 6;;. Adlzreiteri annal. Bojicse gentis, P. lll. lib. V.n. 4?. Geifferts geneal. tab. P. 1 .

Haßle, oder Haßli-thal, eine schöne landschafft in demCankon Bern, bey dem Ursprünge der Aar gelegen, deren Haupt-ort gleichen nahmen führet. Das thal ist 12. stunden lang, undgehet ein starcker paß in Italien dadurch. Der einwohncr Ur-sprung wird von einigen von den Ost-Friesen, welche nebst denCimbriern vor Christi geburt unter einem Hauptmann, nah-mens Resti, in dieses land gekommen, und sich da niedergelas-sen ; von andern aber von einer dahin in dem IV, feculo gezo-genen Frießiändisthen colonie hergeleitet. Selbige wurden we-gen der Papst Grcgorio an. 829. wider die Saracenen geleiste-ten dienste mit schönen frenheiten begäbet, mit welchen sie auchan. 1332. als sie sich von ihren Herren, denen von Weifenburg,los gemacht, an die stadt Bern ergeben, und selbige annoch be-halten, Massen auch diese landschafft ihren eigenen Panncr undLand-Amman hat, der zwar zu Bern , aber aus der zahl derland-leuthe erwehlt wird. Es befinden sich reiche crystall-mi-nen daselbst. Stumvfens Eydgenoss. chron. *

Haßlingden, ein Englischer marckt-flccken von Blaakburn-Hundred in dem füd-osttichen theile von Lancashtre.

Hastings , ein Englischer see-hafen von Hastings-Rape indem süb-östlichen theile von Sussex . Dieses ist einer von den so-genannten Cinque-Ports, und besteht nur aus zwey straffen,wel-che von norden gegen süden zu gehen, worinnen 2. Pfarr-kirchensind. Der haftn dieses orts wird blos durch einen kleinen flußunterhalten, und hatte vor diesem zu seiner defensiv» ein vestcastell auf einem Hügel gelegen , in dessen altes gemäuer manjetzo lichter aufzustecken pfleget, welche den schiffenden beyNacht-zeit dienen, und den weg zeigen. Camdenu», in Britann.

* Hastings, ein Feldherr der Dänen, welche sich dem Kö-nig Alftedo AI. von Engelland nicht unterwerffen wollten, undunter dieses Hastings anführung die Niederlande und einen theilvon Franckreich verwüsteten. Nachdem er von dem KönigEudone in Franckreich und dem Könige Arnulpho in Teutsch-iand mit grossem Verluste war zurück getrieben worden , kehrteer wieder nach Engelland, und verübte daselbst grosse grausam-keit. Er bauete an. 89;. ein castell zu Milton in Kent. Daraufzog er wieder nach Franckreich, blieb aber daselbst nicht lange,sondern segelte nach dem Mittelländischen meer, und machte sichvon Luna, einer stadt an ben Toscanifchen küsten , Meister, in-dem er sich von dem Bischoff derselben taufen, bald aber daraufseinen tob aussprengen, und einen sarg, von dem man vor-gab, daß sein cörper darinnen läge, unter einem gefolge vielerDänen m die kirche der stadt bringen ließ , die von diesen völ-ckern bey solcher gelegenheit geplündert ward. Endlich begaber sich nach Chartres , welche stadt ihm der König Carolus Sim-plex geschencket hatte , und beschloß daselbst sein leben in ruhe.Rapi», tom. II. Camdeni Brit. p. 176. 177. 19z. 219. 541.Aventinuf , annal. Bojor. IV. 14. 6i.

Hastings, eine vornehme und alte familie in Engelland.Wllhelm von Hastings war des Königs Henrici I. Haus-Hof-meister. Dessen enckel gleiches nahmens ward an. 1199. aus-drücklich beruffen, daß er in dem zu Lincoln versammelten Par«lementc als Pair sitzen sollte. Dessen Nachfolger behielten ins-gesamt ein besonderes anjehen. Einer derselben, Lanrentius vonHastings, heurathcte Jsadellam, eine tochter Aimerici von Va«lence, Grafen von Pembroke, und ward nach dessen tode an.1339. zum Grafen von Pembroke gemacht. In solcher würdesuccedirte ihm an. 1348. sein söhn Johann, ein Posthumus, unddemselben an. 1379. sein söhn. Johann , gleichfalls ein Postim-mu8, welcher aber an. 1390. ohne lcibes-erben starb. Von ei-ner neben-Iinie dieser Grafen von Pembroke war Hugo von Ha-stings, dessen descenbent, Wilhelm , sich gar sonderlich hervorthat, wie in dem folgenden artickul zu sehen. Sein söhn Eduardvon HastingS ward in seiner jugend Ritter des Bades, und her-nach von Henrico VII. in seines vattcrs güther völlig restituirt.Er führte nickt nur zum besten dieses Königs, sondern auch inFlandern vor ben Kayser Marimüianum I. gar rühmlich diewaffen, und gebrauchte den titul eines Lords Hastings von Hun-gcrsord, weil seine gcmahlin, Maria, des Ritters Thomä Hun-gerford einzige tochter und erdin war. Von derselbe» hmter-ließ er an. 1307. eine tochter Annam, welche Thvmam, Grafenvon Derby, heurathete, und einen söhn, Georgium . Dieser er.langte vor sich und vor seine erben den 8> dec. an. 1529. die wür-de eines Grafen von Hundington, und starb an. 1544. nachdemer mit Anna, einer tochter Henrici Stafford, Hertzogs von Bu-ckingham, 3. tochter und 3. söhne gezeuget. Der älteste vondiesen letzter«, Franciscus, war Ritter von dem Bade, und nach-gehends von dem Hosenbande, gieng an. t;;o. mit einer ziem-lichen mannschafft in Franckreich, um die Franzosen aus dernachbarschafft von Calais zu vertreiben, erlangte bey Eduar­ ds VI. die würde eines geheimen Raths, stillete an. i;z z. da erLieutenant von Leicestershire war, die rcbellivn Henrici, Her-tzogs von Suffolk , wider die Königin Mariam, und nahm

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