Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

has

hat 1047

denselben gefangen; worauf er an. t;6t. mit tobe abqieng.Seine gemahlin, Catharina, eine tochter Henrici Pole, LordsMontaiqu, hatte ihm 6. söhne und p töchter gebohren. Derälteste söhn, Henricus, welcher ihm succedirte, empfieng an.1571. den orden des Hosenbandes, auch über dieses die stelleeines Lords Lieutenant von Leicester und von Rutland , nebstder würde eines geheimen Raths. Bey seinem den 14. dec. an.i?9P erfolgten tobe hinterließ er kein kind von Catharina, ei-ner tochter Thomä Piercy, Hertzogs von Northumberland .Dannenhero succedirte ihm fein anderer bruder, Georqius, wel-cher an. 1604. den; i. dec. starb, nachdem er mit Dorothea/einer tochter des Ritters Johann Port von Etwall, ;. söhneund 2. töchter gezeugt. Der älteste söhn, Franciscus, starb nochbey seines vatters leben, hinterließ aber von Sara, einer toch-ter des Ritters Jacobi Harrington, 4. söhne und 2. töchter.Der älteste von den lehnen, Henricus, succedirte seinem groß-vatter, und ward Lieutenant von den Grafschafften Rutland und Leicester, Custos Rotulorutn von der letztem und Stuartvon Lancaster. Er starb an. 164;. den 14. nov. nachdem ihmElisabeth, eine tochter Ferdinandi, Grafen von Derby, zweysöhne und zwey töchter gebohren. Der rüngstc söhn, Henricus,ward von Carolo I. wegen seinen getreuen dienste» zum LordLoughborouHh in Leicestcrshire erhoben, starb aber unvereh-licht. Der älteste, Ferdinandus, succedirte in den vätterlichenwürden, und zeugte mit Lucia , einer tochter des Ritters Jo-hann Danvers von Engclsfield, 4. söhne und 6 . töchter. Alser den i;. febr. an. i6;p gestorben, folgte ihm in der Gräfli-chen dignität stin jüngster und einzig übrig gebliebener söhn,Theovhilus, welcher Lord-Oder-Richter, Lord-Lieutenant vonden Grafschafften Leicester und Derby, Hauptmann von denfogenannten adelichen pensionarten Jacobi II. und dieses Kö-nigs geheimer Rath ward. An. 1692. kam er in den verdachteines hochverraths , und deswegen als ein gefangener in denTower, nachgehends aber wieder auf freyen fuß, und starb den10. iun. an. 1701. Er halte 2. gemahlinnen, (1.) Elisabeth,eine tochter des Baronets Johann Lewes von Ledston, (2.)Franciscam, eine tochter Francisci Fowler von Harnage Grän-ze. Von der ersten hatte er einen söhn, Georgium , der ihmden 30. may an. 1701. succedirte, und den 22. febr. an. 170;.ledig starb. Die andere gebahr ihm 1.) den 12. nov. an. 1696.Theophilum, welcher seines jetzt-gedachlen bruders erde warb,2.) den 22. oct. an. 1699. Ferdinandum , Annam Jacvbi-nam, 4.) Franciscam, p) Calharinam Mariam, 6 .) Mar-

garetham. Heerage of England, I. p. 175. Heylyns help toEngl. hist. p. ;;7- 444· Dugdale.

Haftmgs, (Wilhelm, Lord ) war anfangs Sherif von denGra,schafften Warwick und Leicester, und ward an. 1455. zumForstmeister von Wcre in Shropshire von Richardo, Hertzogevon Yorck, gemacht. Bey dessen söhne, welcher an. 1461. un-ter dem nahmen Ednardi IV. den Englischen thron bestieg,fand er eine so absonderliche gnade, daß ihn derselbe zu seinemMüntzmeister, oder Müntz-Inspeöior sowol in dem Tower zuLonden , als zu Calais , auf 12. jähr, ingleichen zum Ober-Auf-seher unterschiedener Königlicher ländereyen, zum Lord-Cäm-mercr feiner Hofstatt, und zum Cämmerer von dem nördlichentheile des Fürnenthums Wales crnennete, auch stracks in demersten jähre «einer regierung ihm die würde eines Freyherr» vonHastinqs, das nächstfolgende jähr aber den orden des Hosenban-deö verliehen. Als an. 147°. gemeldter Konig sich genöthigetsahe, aus seinem Reiche nach Holland zu fliehen, hielt er bestän-dig bey ihm, und contribuirle zehr viel darzu, daß an. 147;. diefchlacht bey Barnet, und mit derselben von neuem das König-reich für ihn gewonnen ward. Dadurch aber schadete er seinerreputatioii nicht wenig , daß er nebst andern den gefangenenPrintzen Eduard, ernen söhn des Königs Henrici VI. ermordenhalf. Bey Eduardi I V. gemahlin, Elisabeth, war er sehr übelangeschrieben, und es fehlte nicht viel, daß deren bruder, derLord Rwers, ihn durch eine ordentliche anklage um seme ehreund um sein leben gebracht hätte. Doch Eduardus IV. blieb ihmallezeit gewogen,und er hingegen sowol ihm,als auch seinen bey-den söhnen,Eduardo V. und Richardo,mit unverruckter treue zu-gethan. Als diese bevde letztere, nach ihres vatters tobe, deraufsicht ihrer mutler und des Lord Rivers entzogen wurden,war er, aus einer wahrhaffligen guten absicht, ihres vattersbruder, Richardo, Hertzoge von Glocester, darinnen behulflich,wie auch daß derselbe zum Protector und Regenten des Reichserklärt ward. Allein da er merckte, daß dieser Hertzog selbstnach der Crone strebte, ließ er sein mißfallen darüber so deut-lich blicken, daß derselbe, um eine so mächtige Hindernis sei-ner anschlüge aus dem wege zu räumen, ihn an. 148;. den 1;.jun. als er in dem Tower der geheimen Raths-verstrmmlungbeywohnte, in arrest nehmen, und etwan anderthalb stunde her-nach in dem Hofe des Towers, auf einem zimmerholtze, enthau-pten ließ. Um eine fo schleunige execution bey dem volckc zuentschuldigen, kam alsbald ein manifest heraus, worinnen ohneeinige Wahrscheinlichkeit vorgegeben ward, eS habe der LordHastings eben denselben tag vorgehabt, den Hertzog von Gloce-ster , nebst dem Hertzoge von Buckmqham , hinzurichten, unddie verwaltung des Reichs an sich selbst zu bringen. Zugleichwarf man ihm darinnen vor, daß er, nach Eduard! IV^todt-lichem Hintritt, dessen liebste maitresse, Johannam Ohore,(deren noch lebender ehemann ein burger von Londen war) zuHistor. Lexicon lll. Theil»

sich genommen, und Unzucht mit ihr getrieben, welches zwar inder that sich also verhielt, keinesweqes aber vor eine genugfameUrsache eines so harten Verfahrens wider ihn angenommen wer-den wollte. Sein cörper, nebst dem abgeschlagenen köpfe, wardnach Windsor gebracht,und daselbst »eben Eduardi IV. leichnambegraben. John Habingtons Ilse of King Edward IV. Tbom,Moors life of K. Edward V. George Buck\ life ofK. Richard III.Commti , mem. Camderis Britannia. The i'eerage of England'p. 17S.

Hatfield, eine marckt-stadt in der westlichen gegend von Es-ser l» Engelland, und auch eine stadt in Hartfordshire, sonstBishops Hatfield genannt, so wegen des vortreflichen Hauses die-ses nahmens bekannt ist, welches vor diesem ein Königlicher pal-last gewesen, bis es durch eine vertauschung an den Grafen vonSalisbury gekommen.

Haterius, mit dem zunahmen Quintus, ein sehr berühmterRömischer Redner und Ralhsherr zu der zeit der Kayser Au-gustl und Tiberii. Niemand war weder fertiger über eine jedevorfallende fache, ohne einiges nachsinnen, weitläuftigc redenzu halten , noch reicher an gedancken und ausdruckungen , allesauf vielerley weise, das doch in der that eines war, vorzustellen;jedoch wurden auch an ihm, wie fast bey allen dergleichen ex-temporaneis , mehrere fehler in acht genommen und getadelt.Erstlich, daß er von ansang einer rede bis an deren ende allesmit gleicher, und zwar der grösten Hitze vorbrachte, aus wel-cher Ursache Augustus von ihm sehr artig gesagt: Man müsteihn einhalten, wie man es mit den allzu schnell umlauffendenrädern an einem wagen zu thun pflegt : Haterius nolter suf-flaminandus est. Es hat auch dieser, weil er sich so gar nichtmäßigen konnte, und eine jede fache und gedancken , so er vor-brachte, durch allzu viele Vorstellungen ausführte, einen seinerfreygelassenen knechte nur zu dem ende bestellet, daß er ihn un-ter währendem reden erinnern sollte, daß es zeit wäre zu einemandern theil zu schreiten. Der andere fehler war dieser, daß sei-ne reden, wann inan sie geschrieben läse, dem authori ein sehrschlechtes lob hinterliessen, obschon sie sonsten fast jederman ge-fielen , der sie Haterium selbst aussprechen sahe und hörte; wo-her es dann kommen, daß, was von ihm in schriftcn verfassetworden, nach seinem rode nicht lange gedauret, wie es schon Ta-citus angemercket hat. In dem anfange der regierung des Ti-berii, und als sich dieser in dem Rath noch listiglich stellete, alsscheucte er sich selbige anzunehmen, hatte ihn Haterius einigerMassen angestochen, und ihm zu verstehen gegeben, wie alles nurein fpiegel-gefecht und falsche Verstellung wäre. So bald sichaber Tiderius deswegen zornig erzeigte, verfiel Haterius auszaghafftigkeit auf die aller verächtlichste und schimpflichste abdit-te und schmcicheley; und nachdem er durch dessen mutter,Ltviam, einmal wieder in dessen gnade gesetzek worden, ver-gaß er aller vorigen freymüthigkeit, so daß er oftmals in demRömischen Rath in gantz absurde flatterten ausbrach. Semeweichmüthigkeit erwiese sich auch, wiewol auf eine rühmlichereweise, bey dem tobe seiner söhne, die er mehr, als einem,mer erlaubt zu seyn schiene, bclraurcte, und solchen kummererneuerte, so oft er von andern vättern ein gleiches Unglück an-hörte , oder selbst von dem seintgen reden muste; jedoch be-merkte man, daß eben dieses^ feinen Worten desto meyr krafftund Nachdruck in anderer gemüthern gäbe, wann er bey gele- «genheit von diesem ihm zugestossenen Hertzleid einige Meldungeinbringen konnte. Daher der ältere Seneca nicht übel von ihmsagt: Es hätte in diesen fällen sein kummer den besten theil sei-nes geistes und fähigkeit ausgemacht. Er brachte sein lebenbis aufdas yoste jähr. Sen. inproef. üb. IV. exc. concr. Sun.Fbil. epist. 40. Todt. annal. üb. I. II. III. & IV. Eufeb. inchron. Hteron. in epilt. ad Pamach. de erroribus Joh. Hieros.

Sonsten finden wir noch 2. andere Haterios in der Römi-schen Historie; der erste ist D. Haterius Agrippa, den Tacitus einen verwandten Germanici nennet, und welcher unter TiberioTribunus Plebis und Bürgermeister in Rom gewesen. Seinleben war lastcrhafft, imd da er sich in den schändlichsten Wollü-sten herum wältzfe, trachtete er noch andere wohlverdiente leuthebey Tiberio in haß zu dringen, und in Unglück zu stürtzen. z«.cit. annal. lib. I. II. III.

Der andere Haterius trug den zunahmen Antonius, undman weiß von ihm nichts weilers, als daß er von gutem Römi-schen gefchlechte gewesen, aber seiner vor-eltern guth verprasset,und dennoch von Nerone im anfange seiner regierung , und alser noch für gütig und leuthselig wollte angesehen seyn, neben an-dern mit einer jährlichen prnsion ergötzet worden, l adt. annal.lib. XIII. c. j 4 · *

Hattem , eine kleine stadt in Geldern , welche an dem flussePssel liegt, ohngesehr p Meilen von dessen einfall in die fee. Siegehört den Staaten. Guhciardim «, descr. Bclgn.

Hatten, em adeliches qcschlecht im Holsteinischen, bestenurbeber Heinrich von Hatten , Königs Fridcrict III. von Dane-marck Räth, Land-Cantzler und Dom-Herr zu Schleßwig beyseiner Gestindlschafft nach Wien von dem Kayser Ferdinands ll.in den Adel -stand erhoben worden. Danckwerths Schleßw.und Holst. P I. c.;. p. 17.

Hatto I. war anfänglich Abt zu Rcichenau, wurde aber an.«9P nach dem Suntzo Ertz-Biftboff von Mayntz. Er war emunruhiger köpf, welcher viel ungelegenheit angerichtet hat. Erbrachte GrafAdalbertiim von Bambcrg um fein leben. Denn