hay
h a y 1057
der Chur -Pfältzische General, Freyherr von Harkhaustn, derGouverneur zu Iülich worden. Memoires du tems.
. Hay , ist ein Englischer marck-flecken in Talgarth-Hundredrn der östlichen gegend von Brecknockshire , an der südlichen fti-te des flusses Wye.
Hay, ist eine alte Schottländische familie. Es wird de-ren Ursprung von einer sonderbaren action hergeleitet, indemman vorgiebt, daß als die Dänen um das jähr 980. zu Kö-nigs Kenneth des ül. zelten in Schottland eingefallen, zwi-schen ihnen und den Schottländern eine schlacht vorgefallensey, in welcher diese letztere anfänglich in die flucht geschlagen,und sich nach Perth zu retiriren genöthiget worden; weil sieaber durch einen sehr engen weg, der zwischen dem gebürgeund dem flusse Tay gelegen , paßiren musten, habe sich einbauer befunden, welcher ein sehr behertzter mann gewesen,der mit seinen 2. söhnen den paß besetzt, und die flüchtigeermähnet, sich zu widersetzen, auch selbige ferner zu fliehengehindert. Er bewafnete sich hierauf mit allem, was er hat-te , gieng nebst seine» söhnen, welche ihre pflug-scharen an-gepacket hatten, mit grossem ungestüm auf die Dänen los,und reitzete die flüchtigen dergestalt an, daß die Schottländerden sieg davon trugen. Dieser bauer hieß Hay, welcher nachder schlacht durch die gantze armee in den Königlichen pallastgeführet wurde, woselbst er die höchste Adel-stelle erhielt. DerKönig gab ihm einen grossen theil der beule, und so vielland, als ein falck mit seinem fluge erreichen könnte. Zuwelchem ende ein falck losgelassen wurde, der sich an einem ge-wissen orte niederließ, welcher dahero noch der Falckenftemgenennet wird. Auf solche art bekam Hay einen schönen strichlandeö in Schottland längst dem fl»ß Tay. Dieser Hay hatdas geschlecht sortgepflantzet, welches sich hernach in verschie-dene lande, sonderlich in Franckreich und in die Normandie ,ausgebreitet hat; wie denn von demselbigen die Grafen vonTivredale und Kinnovel abstammen. Das Haupt dieser fami-lie ist der Graf von Errol. siehe Rennelhus III. Bayk.
* Hax, (Ioh.) erst Graf, hernach Marguis von Tweedale,war ein söhn Johannis, des ersten Grafen von Tweedale. Weiler glaubte, daß man allen Regenten, auf was weise dieselbenauch die herrschafft an sich gebracht, gehorchen müste, so un-terwarf er sich dem Cromwel, und entsagte der Königlichenfamilie, welches ihm nach Caroli II. Wiedereinsetzung'einigeverdrieskichkeiten verursachte. An. 1661 . ward er unter demverwand, daher wider des Königs Vortheile gearbeitet, gefan-gen gefetzt, aber auch bald hernach , als er gegen Carolum II.sein bezeigen gerechtfertiget, wiederum los gelassen , und er-warb sich dadurch, daß er zum besten des Hertzogs von Mon-mouth sich seiner anspräche auf das vermögen der Hertzogin,deren nächste erben des Hay seine kinder gewesen wären,. verzie-hen , des Königs gnade also, daß ihm derselbe verschiedenewichtige bedienüngen, vornemkich die Cantzler - würde vonSchottland auftrug. Allein der Ertz-Bischoff von St. An-drews , Schurp, brachte es durch die Vorstellungen von desGrafen Übeln Neigungen gegen das Bischöffliche kirchen-regi-ment dahin, daß demselben an. 1664. die sieget genommenwurden. Nichts destowenigcr fuhr er fort, sich den Bischöffen,und der von ihnen angestellten Verfolgung der Presbyterianermit muth und Nachdruck zu widersetzen, bekam auch darzunoch mehr gelegcnhett, als er an. 1669. ein Mitglied des En glischen geheimen Raths ward, da er nicht allein vor diePresbyterianer eine sehr vortheilhaffte indulgentz-acte erhielt,sondern auch einen entwurf von Vereinigung der Reiche, En-gelland und Schottland , abfassete, mit welchem er aber nichtdurchdringen konnte. Unter König Iacoho II. vor den er sichehemals bey vielen gelegenheiten sehr geneigt bewiesen, stund erebenfalls in gutem ansehen, war aber dennoch einer von den er-sten , die sich vor den nachmaligen König Wilhelmum erklärten,der chn zu einem Lord von der schatz-verwallung, zum Cantzlervon Schottland , und an. 1694. zum Marquis von Tweedalemachte. Er war ein gelehrter und bescheidener mann, der einunsträfliches leben führte, sich bey jederman gefällig zu machensuchte, und seines vatlerlandes Rechte und Verfassung vollkom-men inne hatte. Doch soll er oft allzu vorsichtig und allzu forcht-sam gewesen seyn. ßurnet , hist. des dem. revol.
Hay, (Alexander) ein Schottländifcher Jesuit , ist daher be-kannt, daß er wider Henricum IV. König in Franckreich, viel ver-wegene reden ausgestossen. Er ließ sich nemlich vernehmen, daß,wenn der König einsten vor dem Collegio vorbey gehen würde,er sich gerne von dem fenster aufihn herunter werffen wollte, umihm den hals zu brechen. Es wurde deshalben durch ein urtheildes Parlements den ro. jan. an. 1596. auf ewig aus dem König-reiche verbannet, mit dem anhange, daß, wofern er sich würde ge-lüsten lassen, wieder in Franckreich zu kommen, er ohne alle gna-de sollte gehencket werden. Mezeray, hist. de France tom. III.
Buy! e.
* Hay, oder Hajus, (Edmund) ein Schottländer, beglei-tete an. 1562. Nie. Gaudanum Päpstl. Legalen an die Köni-gin Maria in Engelland, trat nach seiner zurückkunft zu Rom in die Societät JEsu, wurde darauf Rector zu Clermont undPont-a-Mousson, wohnte an. 156g. der Congregatio» zu Rom als krocuraror , und an. 1572. der dritten Haupt-versammlungseines ordens als Provincia! bey, starb endlich als Aßistente desElaud. Aquavivä zu Rom den 4. nov. a». 1591. Er hat Con-Histor. Lexicon III, Theil.
trarietates Calvini geschrieben. Sacchin. hist. Soc. P. III. lib. II.& III. Alegambe.
Hay, (Jacobus) Graf von Carlisle, kam mit dem KönigeJacobo I. in Engelland , und war der erste Schottländer, wel-cher zum Englischen Lord gemacht wurde; denn an. iüi;. er-hielt er den tirul eines Freyherr» Hay zu Daulay. Er wurdean. 1616. als Gesandter an König Ludwig den XIII. in Franck-reich geschickt , und zwar wegen einiger gravaminum der Huge notten , die bey seinem Könige interceßion gesnchet hatten. Beyseiner anwesenheit in Parts wurde der Printz von Conde arre-stiret, und bemühele er sich vergebens dessen relaxation zu erhal»ten. Nach seiner Wiederkunft in Engelland wurde er an. 1617.zum geheimen Rathe, auch hierauf zum Vicomte zu Doncaster 'erkläret. In demselbigen jähre muste er nach Teutfchland ge-hen, um sich zwischen dem Kayser Ferdinando II. und den Böh-mischen Ständen zu interponiren, wiewol ohne effect. An.i622.kam er wieder nach Franckreich , um in dem damaligen innerli-chen kriege wider die Hugonotten seines Königs Mediation zu of-feriren. Bey dieser Gesandtschafft machte er sich in währenderdelagerung der stadt Montauban verdächtig, als ob er von demsuccurs, welchen die Hugonotten in die stadt gebracht hätten, wis-senschafft gehabt. In selbigem jähre 1622. machte ihn der Kö-nig zum Grafen von Carlisle, er wurde auch an. 1624. abermalsalü Gesandter in Franckreich geschickt, um vor den Printzen vonWallis die Königliche Printzeßin, Henrietta Maria zu werben,welches er auch verrichtete. Bey seiner Wiederkunft machte ihnder neue König Carvlus an. 162;. zum Ritter des Hosenbandes.Er war auch Meister von der grossen garderobe , und sowolJacobi I. als Caroli I. Cammer-Herr. An. 1628. wurde er alsGesandter an die vereinigten Niederlande geschickt, wegen de-fendirung der Ost-see, weil man wegen des tituls, den sich derWollenstem anmassete, als Admiral des Balthischen meers, ei-nige ombrage geschöpfet. Von bannen verrichtete er eine Ge-sandtschafft an den Hertzog Carl Emanuel von Savoyen, wel-cher zwischen Franckreich und Engelland bey damals der stadtRöchelte halben geführtem kriege zum Mediator vorgeschlagenworden. Letztlich wurde er Ober-Cantzler, und starb an. 16;6.zu Londen . Seine erste gemahlin war Honoria, Eduardi Frey-herrn zu Denby in Engelland tochter; die andere Lucia Percy,Henrici Percy, Grafen von Norkhumberland tochter. Er hat-te einen einzigen söhn, Iacobum II. Grafen von Carlisle, derohne erben verstorben, und die erledigte Grafschaffr ist von demKönige Carolo II. Carl Howarden zugewendet worden, imbos.
gen. Brit. part. post. c. p. 72.
Hay, (Johannes) ein Jesuit aus Schottland . Er trat an.I z66. in selbige Gesellschaffhund that hiervon proftßion zu Rom .Er lehrete an verschiedenen orten in Polen , in Franckreich undin den Niederlanden , vornemlich aber in dem Lollegio zuTournon , allwo er die Theologie, Mathematic und Hebräischespräche docirte. Endlich wurde er Cantzler auf der Academjezu Pont-a-Mousson, und starb den 21. may an. 1607. Er leg-te sich sehr auf die controversien, und schrieb verschiedene bücherwider die Resormirten, hatte auch zu Straßburg mitdemPap-po und Johanne Sturmio einige streitigkeiten. Seine schriftensind : Recneil des Demandes aux Ministres ; l’Apologie de cesDemandes ; Antimonium ad Responfum Bezas ; Disputadocontra Ministrum Anonymum Nemausensem ; Scholia breviain biblioth. Sixti Senensis. Sotveel, bibl. script. Soc. Jesu.Alegumbe. Bayle.
Hay, (Paulus) Herr von Chatelet, aus dem alten Hause deHay in Bretagne , welches sich rühmet, aus dem obgemeldtenSchottischen gefchlechte von Hay, welches auch den Grafenvon Carlisle den Ursprung gegeben, herzustammen, war einerder ersten von der Französischen Academie. Anfänglich war erGeneral-Advocat des Parlements von Rennes, nachmals Re-quetenmeister, und endlich ordentlicher Staats-Rath. Er hat-te auch einige andere bedienüngen, als die cvmmißion, das Par-lement zu Pau in stand zu bringen, und an. 16;;. war er In-tendant von der Justitz bey der Königlichen armee. Nicht weni-ger wurde er als Commissarius ernennet bey dem Proceß desMarfchalls von Marillac, wobey er aber seine reputation für ei-nige zeit ziemlich verschertzte; dann als sich der Marschall wei-gerte ihn für seinen Richter anzunehmen, weil er sein tod-feind,und würcklich eine gar bittere satyre wider ihn geschrieben hat-te, welches auch in der that also war, läugncte er anfangs, selbstin gegcnwart des Königs, daß er der urheber davon wäre;hernach aber, da Marillac seine recusation wiederholte, gestunder die fache; weswegen ihn der König gefänglich anhalten ließ.Doch will Peliffon sichern bericht gehabt haben, daß eigentlichHay, der sichs für keine ehre achtete, unter solchen Commissarienzu sitzen, welche man schlechterdings dazu ausgelesen hatte, daßsie den Marschall, wie auch immer seine entschuldigungen aus-fallen möchten, zum tode verdammten, dem beklagten die mit-tet ihn zu recusiren heimlich selbst an die Hand gegeben hätte, undals Richelieu darhinler kommen, wäre diß die wahre urfach derarrestirung desselben gewesen. Er wurde zwar bald hernachwieder auf freyen fuß gestellt, aber so, daß auch diese befreyungihm nicht mehr ehre machte, als das vorhergegangene gefang-nis gethan hatte, weil man klar sahe, wie er solche lediglich durchdie über den proceß des Marillac verfertigte schrift erlanget, inwelcher mehr nach dem willen und den absichten des Hofs, alsnach den genauen regeln der gerechtigkeit geredt wurde. Er hat
U u u u hernach